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Sonntag, 8. August 2021

[Kinderbuch] "Wird denn hier keiner wütend?" von Toon Tellegen

Zehn neue Geschichten über Wut, Zorn, Trotz und Ärger, über die kleine Wutköpfe schmunzeln können. Eines Tages stellt die Feuerkröte die Friedfertigkeit der Tiere auf die Probe: Sie zieht das Eichhörnchen an den Ohren und verdreht der Schnecke die Fühler. Ist ihr wehleidiges Gejammer überhaupt Wut? Und was ist mit dem zornigen Fluchen, wenn der Elefant dem Eichhörnchen beim Tanzen auf die Füße tritt? Was mit dem Ärger der Gottesanbeterin darüber, dass ihr Mantel zerrissen wurde? Ist es echte Wut, wenn der Schwan gekränkt die Party verlässt, weil der Frosch in die Geburtstagstorte springt? Ganz egal, findet die Ameise. Besser, als wütend zu sein, ist es doch, sich ins Gras zu legen und dem Plätschern des Flusses zu lauschen ... (Text- und Coverrechte: Carl Hanser Verlag)


Von allen Gefühlen, die auf Kinder einprasseln, ist die Wut wahrscheinlich am schwierigsten greifbar. Warum werde ich wütend? Warum ist die Wut schnell wieder vorbei oder dauert ziemlich lange an? Und warum ist die Wut manchmal ganz plötzlich da, ohne ersichtlichen Grund? Das sind nur wenige Fragen, die unbewusst in Kindern schlummern. "Wird denn hier keiner wütend?" ist ein Vorlesebuch für Kinder ab 6 Jahren, das sich anhand tierischer Beispiele diesem Thema widmet ... und das auf ganz unterschiedliche Art und Weise: lustig, tragisch, traurig, metaphorisch und komisch. Und vielleicht können Kinder am Ende ganz gut einordnen, was es denn nun auf sich hat mit der Wut.

In der ersten Geschichte klopft die Feuerkröte beim Igel an, der sie freundlich hereinbittet. Zu seinem schrecken, reißt ihm die Feuerkröte alle Stacheln aus dem Rücken. Der Igel ist wütend, doch das reicht der Feuerkröte nicht. Also geht sie zur Schnecke und verdreht ihr die Fühler. Auch deren Reaktion empfindet die Feuerkröte nicht als richtige Wut. So muss der Elefant sich mit einem Knoten im Rüssel auseinandersetzen, und so weiter und so fort. Alle Tiere sind furchtbar wütend auf die Feuerkröte, die jedoch ziemlich verzweifelt "Wird denn hier keiner wütend?" in den Wald ruft. Nun fragen sich wirklich alle Tiere, welche Art wütend zu sein von ihnen erwartet wurde, und was sie eigentlich ist, diese Wut.

Dienstag, 23. März 2021

[Bilderbuch] "Ein Fuchs namens Henry" von Margaret Sturton

Henry bewundert Füchse. Er bewundert sie so sehr, dass er am liebsten aussehen möchte wie einer. Aber Mama findet das gar nicht toll. Henry ist ein Hase, sagt sie jedenfalls. Und deswegen soll Henry sich auch wie ein richtiger Hase verhalten. Das Fell rot anmalen, Fuchsohren und einen Fuchsschwanz basteln, gar mit Füchsen spielen: Das gehört sicher nicht dazu.
Doch Henry kann kein Hase sein. Er fühlt sich nun mal wie ein Fuchs. Und Mama versteht: Das Wichtigste ist, dass es ihrem Henry gutgeht - ob Hase oder Fuchs, sie liebt ihren wunderbaren Henry genau so, wie er ist. (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Jeder Mensch ist einzigartig, und jeder Mensch ist sich seiner Identität am sichersten. Das gilt es nicht nur zu tolerieren, sondern auch zu respektieren, denn das Leben ist vielfältig und niemals einfarbig. Das können auch schon kleine Kinder verstehen, bzw. sind hier meist natürlich-unvoreingenommen, und es ist wunderbar, dass es Bilderbücher zu diesem Thema gibt. Ein besonders warmherziges, humorvolles, aber auch deutliches ist "Ein Fuchs namens Henry". Die 6-jährige Tochter ist davon so begeistert, dass es bei uns täglich auf dem Vorleseprogramm steht.

Henry lebt in einer Hasenfamilie. Aber Henry selbst bewundert Füchse. So sehr, dass er wie ein Fuchs aussehen möchte und am liebsten Fuchsspiele spielt. Er bastelt sich Fuchsohren und einen Fuchsschwanz - leider schneidet er diesen aus Mamas schönem Kleid aus. Seine Hasenmama ist davon so irritiert (und besorgt), dass sie Henry tagtäglich zurechtweist; er soll sich wie ein richtiger Hase verhalten. Darüber wird Henry immer trauriger und unglücklicher. Bis er damit herausplatzt wer er wirklich ist. Und das versteht dann auch seine Mama, denn Henry ist für sei ein allerliebstes Fuchskind.

Mittwoch, 16. Dezember 2020

[Bilderbuch] "Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte" von Yuval Zommer

Eine kleine krumme Fichte steht im Wald zwischen all den anderen, großen und schönen Bäumen. Doch diese werden von den Menschen für Weihnachten gefällt. Muss die kleine Fichte nun für immer alleine sein? Herzerwärmend illustriert und berührend geschrieben. (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Zu Weihnachten gehört unbedingt ein Weihnachtsbaum dazu! Zumindest in unserer Familie, und ich denke, damit sind wir nicht alleine. Ganz unabhängig von der Bedeutung von Weihnachten, wurde diese Tradition gerne übernommen und ist nun nicht mehr wegzudenken. Das gemeinsame Schmücken und die Freude am leuchtenden Baum sind wichtig. Dafür darf das Tännchen ruhig auch etwas unregelmäßig gewachsen sein. Es gibt aber durchaus Bäume, die keiner haben will. Diese Erfahrung macht die kleine und krumme Fichte im Bilderbuch "Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte". Wie es ihr wohl damit geht?

Nicht nur beim Weihnachtsbaum streben die Menschen nach Perfektion. Das Weihnachtsfest soll glitzern und glänzen, alles muss passen und schön aussehen. Diese Erfahrung macht auch die Fichte, die etwas zu klein und auch recht krumm im Wald steht. Als dann Leute kommen, die einen Christbaum kaufen wollen, suchen sie sich nur die allerschönsten aus, und die kleine Fichte bleibt alleine auf der Lichtung stehen. Sie fragt sich, was nun aus ihr wird, wozu sie überhaupt gewachsen ist. Doch zum Glück gibt es die Waldtiere, die der kleinen Fichte eine große Freude machen. Sie fühlt sich nicht mehr alleine und weiß nun, wo ihr Platz ist.

Sonntag, 30. August 2020

[Bilderbuch] "Auf Wiedersehen, kleiner Vogel!" von Maja Bach

Ole, Paul und Lotta spielen im Garten, als sie hinter einem Blätterberg plötzlich einen Vogel entdecken. Ganz still liegt er da - auf dem Rücken, die Augen geschlossen, die Federn zerzaust. "Der lebt nicht mehr!", weiß Lotta, denn damit kennt sie sich aus. "Meine Oma war schließlich auch schon mal tot."
Aber wie ist das eigentlich mit dem Tod: Ist es nicht furchtbar langweilig, wenn man gar nichts mehr tun kann? Was passiert bei einer Beerdigung? Kommen alle Verstorbenen in den Himmel? Und was sollen sie nun mit dem kleinen Vogel machen ...? (Text- und Coverrechte: Coppenrath Verlag)


Mit Kindern über den Tod zu sprechen, fiel mir persönlich schon immer leicht. Denn Leben und Tod gehen Hand in Hand, kein Mensch wird davon verschont, und viele Kinder machen bereits in jungen Jahren Erfahrungen mit diesem Thema. Ich weiß aber auch, dass es ein sehr sensibles Themenfeld ist, zuweilen unangenehm und mit viel Schmerz verbunden. Um mit Kindern offen darüber zu reden, kann ein Bilderbuch sinnvoll sein. "Auf Wiedersehen, kleiner Vogel!" ist solch eine Geschichte, die das Abschiednehmen und das Sterben mit viel Empathie und Herz thematisiert.

Es ist Herbst und drei Kinder spielen zwischen Blättern und Kastanien. Mitten im wildesten Spiel wird es plötzlich mucksmäuschenstill, denn Ole hat unter einem Blätterberg einen toten Vogel entdeckt. Auch Paul und Lotta sind bestürzt. Und weil Ole der älteste ist, und schon ein bisschen mehr weiß, beginnen die Kinder eine Unterhaltung. Auch über Lottas Oma, die gestorben ist. Und dann stellt sich noch die Frage, was nun weiter mit dem toten Vogel geschehen soll, wie die Kinder Abschied von ihm nehmen können.

Samstag, 18. April 2020

[Bilderbuch] "Die kleine Motte, die davon träumte, anders zu sein" von Dully&Dax

Die staubige, kleine Motte hat nur einen einzigen Wunsch: sie möchte ein Schmetterling sein! Dafür erscheint ihr keine Anstrengung zu groß. Sie bemalt ihre Flügel mit bunten Mustern, saugt ekligen Blütennektar und trainiert hart für einen eleganten Flugstil. Ja, sie verzichtet sogar auf die nächtlichen Ausflüge, wie sie Motten so lieben, um tagsüber fit wie ein Schmetterling zu sein! Auf Dauer ist das ganz schön anstrengend. Erst als all ihre Versuche scheitern, und sie - zutiefst deprimiert - eine Fledermaus trifft, gerät sie ins Grübeln: denn die Fledermaus wäre nichts lieber als eine Blaumeise ... (Text- und Coverrechte: Knesebeck Verlag)


Das Bedürfnis nach Veränderung steckt in vielen Menschen, auch in Kindern. Unbewusst suchen wir uns Vorbilder, für die wir Bewunderung aufbringen und denen wir nacheifern. Und bereits in vielen Kindern reift der Wunsch, anders sein zu wollen. So wie jemand, den sie bewundern oder sehr schätzen. Das ist meiner Meinung nach auch nicht verwerflich, sondern völlig legitim. Jedoch ist jeder Mensch wertvoll, genau so, wie er ist. Keiner muss sich verbiegen oder anders sein wollen. Mit dieser Aussage machen wir Kinder stark und selbstbewusst. Und genau diese Nachricht vermittelt das Bilderbuch "Die kleine Motte, die davon träumte, anders zu sein" auf ganz reizende und niedliche Art und Weise.

Die kleine Motte wäre so gerne ein Schmetterling! Sie möchte ein buntes Kleid, statt ein graues. Und sie würde auch viel lieber leckeren Blütennektar trinken, anstatt alte muffig Wollsocken anzuknabbern (obwohl sie diese eigentlich besonders gerne mag). Und darum macht die kleine Motte alles, um dazuzugehören, obwohl ihr Flugstil flatterhaft ist und sie den Nektar mit einem Röhrchen trinken muss und ihr davon übel wird. Da begegnet der kleinen Motte eines Tages eine Fledermaus, die gerne eine Blaumeise sein möchte. Gemeinsam entdecken die beiden, dass es total blöd ist, Dinge vorzugeben, die gar nicht so sind. Und sie verstehen, dass es gut und richtig ist, eine kleine Motte und eine Fledermaus zu sein.

Dienstag, 11. Februar 2020

[Bilderbuch] "Richtig gute Freunde" von Miriam Cordes

Strandbär mag Lilou und Lilou mag Strandbär. Eine wunderbare Freundschaft beginnt und kleine und große Abenteuer machen die beiden glücklich. Als der Herbst kommt und Lilou in den Süden ziehen muss, ist Strandbär schrecklich traurig. Aber nach seinem Winterschlaf kommt Lilou zurück. "Echte Freunde kann eben nichts auf der Welt trennen, nicht einmal die halbe Welt."

Eine berührende Freundschaftsgeschichte, die Kindern vermittelt, dass Anderssein sehr besonders ist und Offenheit für gegenseitiges Kennenlernen einen großartigen Blick auf die Welt ermöglicht. (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Wow, "Richtig gute Freunde" ist ein richtig großes Bilderbuch! Da macht das Betrachten und Vorlesen gleich doppelt Spaß. Und so schnappte sich die 5-Jährige das Buch auch sofort, als sie es sah. Bei einem ersten Blick ahnt man es vielleicht noch nicht, aber optisch ist dieses Bilderbuch etwas ganz Besonderes. Großformatige Bilder, die gezeichnete Illustrationen und die Darstellung echter Naturmaterialien kombinieren, sehen teilweise wie eine Collage aus. Sie wirken sehr intensiv auf Kinder (und Erwachsene!) und faszinieren sofort. Ich dachte zuerst, die Farben wären vielleicht etwas eintönig, aber das täuschte. "Richtig gute Freunde" hat ein tolles Farbkonzept, das zur poetischen Freundschaftsgeschichte passt. Bunte Highlights setzen Akzente. An diesem Bilderbuch freuen sich Auge und Herz.

Strandbär wohnt am Strand. Darum heißt er auch Strandbär. Er ist ein sehr zufriedener Bär, der alles liebt, was den ganzen Tag geschieht. Nur manchmal, da vermisst er einen Freund. Eines Tages findet er im Schilf Lilou, eine weiße Ente. Lilou ist verletzt, und Strandbär pflegt sie gesund. Die beiden werden die allerbesten Freunde, sie verbringen den ganzen Tag gemeinsam und haben sich sehr lieb. Bis der Herbst kommt, die Zeit, in der Strandbär Winterschlaf hält und Lilou in die Wärme fliegen muss. Das ist sehr traurig, aber selbst die größte Entfernung kann nichts an ihrer Freundschaft ändern. Und dann folgt für Strandbär im Frühling eine große Überraschung ...

Sonntag, 9. Februar 2020

[Bilderbuch] "Ich mag dich - einfach so!" von Neele und Marta Balmaseda

Der kleine Elefant hat schlechte Laune und tritt nach einem Stein. Aus Versehen trifft der Stein den Flamingo - und schon beginnt ein Schimpfen und Ärgern, das sich immer weiter ausbreitet. Am Fluss, im Gebüsch, in der Savanne: Einfach so! Bis ein kleines Erdmännchen genug davon hat ... und den fauchenden Leoparden einfach umarmt. Dessen Herz wird ganz leicht, und nach und nach merken alle Tiere, wie schön es ist, wenn man nett zueinander ist. Einfach so! (Text- und Coverrechte: Arena Verlag)


Bilderbücher über Gefühle mögen wir gerne. Denn Gefühle sind vielfältig und täglich präsent. Sie gehören zum Leben dazu. Gefühle Kindern bewusst zu machen, finde ich wichtig. Es kann ihnen helfen, sich zu sortieren und Dinge einzuordnen.
Jeder von uns hat mal schlechte Laune - einfach so. Ohne nennenswerten Grund. Das ist auch völlig in Ordnung. Jedoch kann schlechte Laune bei anderen etwas Unangenehmes auslösen, etwas, das wir nicht beabsichtigen. "Ich mag dich - einfach so!" macht diesen Umstand humorvoll ansprechend deutlich. Das Bilderbuch zeigt aber auch einen anderen Weg. Es ist okay, schlechte Laune zu haben. Aber es ist auch okay jemandem zu sagen, dass man ihn mag - einfach so.

Eines Tages hat der kleine Elefant schlechte Laune. Den Grund dafür weiß er wohl selbst nicht, es ist einfach so. Wütend kickt er einen Stein aus dem Weg. Dieser Stein trifft ausgerechnet den Flamingo, der für die schlechte Laune des kleinen Elefanten gar nichts kann. Der Flamingo verdächtigt die Schildkröte, diese verärgert das Nashorn ... und so geht es weiter, die Reaktion des kleinen Elefanten setzt eine Kettenreaktion aus Missgeschicken und Anschuldigungen in Gang. Durchbrochen wird diese Kette vom Erdmännchen, das auf ein Missgeschick des Leoparden ganz anders regiert, als es zu erwarten gewesen wäre - einfach so. Und plötzlich breitet sich ein wunderbare Stimmung unter den Tieren aus.

Samstag, 25. Mai 2019

[Kinderbuch] "Der Wald der außergewöhnlichen Tiere" von Ally Bennett

"Im Wald? In unserem Wald?" Die Eichhörnchen Puschel und Zottel sind entsetzt, als der 12-Uhr-Zug mit einem furchtbaren Quietschen zum Stehen kommt. Die Container öffnen sich und aus ihnen steigen ein Zebra, ein Affe, ein Känguru und viele andere ungewöhnliche Tiere. Sofort versammeln sich die Wildtiere und überlegen, wie man die Fremdlinge wieder aus dem Wald verjagen kann. Oder gelingt vielleicht doch ein Miteinander? (Text- und Coverrechte: KOSMOS Verlag)


Freundschaft und Miteinander kann man gar nicht oft genug thematisieren, und genau das tut "Der Wald der außergewöhnlichen Tiere". Freundschaften unter Kinder sind normal und richtig. Doch wie sieht es aus, wenn uns jemand begegnet, der nicht unseren Vorstellungen entspricht, der vielleicht sogar stört oder unsere Wertvorstellungen in Frage stellt? Können wir da auch komplett vorurteilsfrei und freundlich bleiben? Oftmals nicht. Denn genau so ergeht es den Waldtieren im Buch. Die fühlen sich in ihrer Ruhe und festgefahrenen Gemeinschaft gestört, als eine Gruppe exotischer Tiere auf der Bildfläche erscheint.

Die Waldtiere leben ein entspanntes Leben und Miteinander in ihrem Zuhause. Ihnen geht es gut, sie schätzen einander und kommen miteinander aus. Dieser Frieden wird gestört, als der 12-Uhr-Zug eines Tages nicht am Rande des Waldes vorbeifährt, sondern zufällig anhält und eine Gruppe Zootiere aussteigt. Diese exotischen Tiere sehnen sich nach einem Leben in Freiheit, außerhalb der Mauern und Gehegen des Zoos. Das passt den Waldtieren aber nun gar nicht. Vielen von ihnen haben Vorurteile und können sich nicht vorstellen, dass ein gemeinsames Leben in ihrem Wald, der zugegebener Maßen ausreichend groß ist, möglich ist. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die Tierkinder für ein Miteinander verantwortlich sein könnten ...

Freitag, 26. April 2019

[Kinderbuch] "Sonne, Moon und Sterne" von Lara Schützsack

Warum die elfjährige Gustav ›Gustav‹ genannt wird, weiß niemand so genau, es ist für diese Geschichte aber auch nicht so wichtig. Der Sommer steht vor der Tür, und Gustavs Eltern haben den Familienurlaub in Dänemark abgesagt. Sie haben nämlich Midlife-Crisis (das ist Pubertät für Eltern) und brauchen Abstand. Zu allem Überfluss bekommt Gustav Busen, und wie bitteschön soll man mit zwei Erbsen auf der Brust ins Freibad gehen, als wäre alles wie immer? Gustav spürt, dass dieser Sommer das Ende von vielem Vertrauten ist - und der Anfang von allem! (Text- und Coverrechte: FISCHER Sauerländer)


Ein Jugendbuch, das ich von Lara Schützsack gelesen habe, ging mir tief unter die Haut. Darum stand "Sonne, Moon und Sterne", ein Kinderbuch, bzw. Buch für junge jugendliche Leser*innen, auch dick auf meiner Merkliste. Es ist ein Buch über einen Sommer, in dem für die 11-jährige Gustav nicht alles nach Plan läuft, der mit vielen Sorgen und Änderungen verbunden ist, aber auch Hoffnung für Gustavs Zukunft macht.
Das Buch startet besonders schön, indem erläuterte wird, dass niemand so genau weiß, warum Gustav 'Gustav' genannt wird. Alle nenne sie so, schon immer. Zum Thema wird das in der Geschichte nicht gemacht und ist auch weiter gar nicht wichtig.

Jedes Jahr fahren Gustavs Eltern mit der Familie nach Dänemark. Diesmal nicht. Denn die Eltern stecken in einen Midlife-Crisis (so erklärt sich das Gustav) und brauchen Abstand voneinander. Wahrscheinlich wird das jetzt der langweiligste Sommer aller Zeiten, denn Gustavs beste Freundin ist natürlich im Urlaub und die älteren Schwestern in einer besonders schwierigen Phase der Pubertät. Dann lernt Gustav Moon kennen, den Jungen mit Glitzerleggins, Sternchen-Shirt und langen Haaren. Gustav kann verstehen, dass sich Moon viel anhören muss, denn ihr geht es oft ähnlich. Und plötzlich scheint der Sommer gar nicht mehr so langweilige zu werden, wie gedacht.

Donnerstag, 27. September 2018

[Bilderbuch] "Mein Andersopa" von Rolf Barth

Opa ist Neles bester Freund. Opa hat immer Zeit für Nele und gibt auf sie acht. Er ist ein feiner Herr mit weißem Hemd und Sakko, der stets den Hut hebt und freundlich grüßt. Mit Nele geht er gern spazieren und angeln, oder sie backen Kuchen und besuchen Oma auf dem Friedhof. Bis zu dem Tag, als Nele Opa unrasiert im Schlafanzug antrifft. Am helllichten Nachmittag! - Opa vergisst jetzt oft etwas, sogar Neles Namen. Und den Nachbarn streckt er manchmal die Zunge raus. Kann man denn da gar nichts machen? Ganz bestimmt, meint Nele! Auf jeden Fall will sie gleich morgen lernen, Krawattenknoten zu binden und Opa zu rasieren. Backen und auf ihren Andersopa aufpassen kann sie nämlich schon! (Text- und Coverrechte: Carl Hanser Verlag)


Nichts bleibt wie es ist. Die Zeit verrinnt, alles ist im Fluss und ändert sich. Das kann man besonders gut bei neugeborenen Kindern beobachten, aber auch bei alten Menschen. Und sind es nicht die Alten, die von uns genauso viel Verständnis und Unterstützung verdienen? Im Bilderbuch "Mein Andersopa" macht Nele die Erfahrung, dass ihr Opa sich verändert, sogar manchmal kaum wiederzuerkennen ist. Die Auslegung der Autoren Rolf Barth (Text) und Daniela Bunge (Illustration), und wie Nele mit der Situation umgeht, trieb mir beim Vorlesen mehrmals Tränen der Rührung in die Augen.

Samstag, 25. August 2018

[Kinderbuch] "Ein Stinktier macht Theater" von Elana K. Arnold

Bat ist glücklich. Er darf sich um Thor kümmern, das beste Stinktierbaby der Welt. Und sogar seine Schwester Janie findet den neuen Mitbewohner inzwischen süß. Als Janie eine Rolle im Schulmusical bekommt, ändert sich jedoch alles: Wegen der Proben kann sie nachmittags nicht auf Bat aufpassen. Er besucht jetzt einen Schulfreund, was erstaunlich spannend ist. Nur Thor darf er nicht mitnehmen und das ist schlimm. Am Tag von Janies großem Auftritt fühlt Bat sich einsam. Da hilft nur eins: Das Stinktier muss mit ins Schultheater! (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Wir haben das gar nicht erwartet, weil das erste Buch als abgeschlossener Band gelesen werden konnte, aber die Geschichte von Bat und seinem Stinktierbaby geht weiter. "Ein Stinktier" macht Theater, heißt das neue Abenteuer des ungleichen Gespanns. Und für uns war klar, dass wir deren Werdegang weiter verfolgen wollen. War dieser doch bisher sehr unerwartet und etwas ganz Besonderes.

Die Geschichte geht im Grunde dort weiter, wo der erste Band aufhörte. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob man auch dieses Buch als Einzelband lesen könnte. Wohl eher nicht. Es wird zwar manches aus dem Leben der Familie wiederholt, mehr Freude an der Geschichte hat man aber, wenn man das Vorgängerbuch bereits kennt.
Thor, das Stinktierbaby ist immer noch klein. Nur hat Bat inzwischen die offizielle Erlaubnis, sich um Thor zu kümmern, ihn großzuziehen. Das macht er auch mit voller Hingabe, weswegen es in seinen Gedanken oft zu Konfliktsituationen kommt. Bat würde seine Zeit am liebsten ständig mit Thor verbringen, statt in die Schule zu gehen, Freunde zu besuchen oder sonstigen Verpflichtungen nachzukommen. Denn so ein Stinktierbaby erfordert auch Absprachen innerhalb der Familie und manche sind für Bat nicht so schön. Besonders turbulent wird es, als Bats Schwester Janie einen Theaterauftritt hat. Denn Bat will Thor unbedingt mit ins Schultheater nehmen.

Donnerstag, 23. August 2018

[Bilderbuch] "Als Larson das Glück wiederfand" von Martin Widmark

Der alte Larson lebt nach dem Tod seiner Frau ganz einsam in seinem großen Haus. Doch eines Abends klopft der Nachbarsjunge an die Tür und übergibt ihm einen Blumentopf mit Samen. Um die soll Larson sich während dessen Ferien kümmern. Das hat ihm gerade noch gefehlt! Doch mit dem Aufblühen der Samen findet auch Larson das Glück wieder und lässt endlich Licht und Freude in sein Leben zurückkehren.
Und es ist der Beginn einer wunderbaren, generationenübergreifenden Freundschaft. (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Die Bilderbücher mit den Texten von Martin Widmark und den Illustrationen von Emilia Dziubak vereinen spannende und gefühlvolle Geschichten mit einer Atmosphäre, die für Gänsehaut sorgt. Mit "Linas Reise ins Land Glück" haben wir immer noch allerbeste Vorlesestunden. Das neue Bilderbuch "Als Larson das Glück wiederfand" besitzt sie ebenfalls, diese zauber- und märchenhafte Atmosphäre. Dazu thematisiert das Buch aber auch, wie es ist, im Alter alleine zu sein. Damit hat es erneut unser Herz berührt.

Larson ist alt. Er wohnt alleine in seinem großen Haus, weil seine Kinder schon lange ausgezogen sind und seine Frau gestorben ist. Und jetzt, so scheint es, hat Larson alle Lebensfreude verloren. Er kümmert sich um nichts mehr; die Blumen sind vertrocknet und gelüftet wurde schon lange nicht mehr. Nicht mal der Kater hielt es bei Larson aus und verschwand einfach. Stattdessen wandet Larson durchs Haus und verliert sich in Erinnerungen an die Zeit, als seine Frau und Kinder noch bei ihm waren. Nicht nur im Haus, auch in ihm sieht es sehr grau und düster aus.
Als ein Nachbarjunge Larson bittet, sich während der Ferien um den Samen seiner Blume zu kümmern, ist das dem alten Mann überhaupt nicht recht. Doch die Blume wächst, und mit ihr kehrt auch Larsons Lebensfreude zurück ... und Familienanschluss bekommt er auch.

Montag, 19. Februar 2018

[Kinderbuch] "Der Klang der Freiheit: Ein kleines Boot - Ein Funken Hoffnung - Ein Traum von Freiheit" von Gill Lewis

Eine wunderschön illustrierte poetische Geschichte über die Suche nach Freiheit und Geborgenheit.

Eine kleine Gruppe von Menschen, die in einem Boot auf offener See treiben, teilen miteinander ihre Lebensgeschichten. Der junge Rami trägt eine Geige bei sich und erzählt eine berührende Geschichte über die Erfindung dieses Instrumentes.

Eine Geschichte von Hoffnung, Freiheit und der Macht der Musik. (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Obwohl das Cover von "Der Klang der Freiheit" nicht nur ein dunkles Meer und ein kleines Boot zeigt, sondern ebenso den Kopf eines Pferdes, der mit Musiknoten dargestellt ist, weiß man sofort, dass hier das Thema Flucht aufgegriffen wird. Das ist bei dem aktuellen Weltgeschehen genauso aktuell wie wichtig und wird auf lange Sicht präsent bleiben. Die Autorin Gill Lewis erzählt hier eine Geschichte, die ebenso dramatisch wie berührend ist, und verpackt sie in eine musikalisch-lyrische Unterhandlung. Unterstützt wird die Geschichte durch die vielen aussagekräftigen Bilder von Jo Waver. Heraus kommt ein feines Kunstwerk.

Dienstag, 17. Oktober 2017

[Bilderbuch] "Otto war nicht begeistert" von Jutta Richter

Otto hat immer eine Triefnase. Otto ist - verglichen mit anderen Kindern - ein bisschen kleiner und etwas schwach auf der Brust. Also beschließen seine Eltern, dass Otto sich erholen soll, in einer Kinderfreizeit am Meer. Otto ist gar nicht begeistert: Ein Sommer ohne Eltern - unvorstellbar. Freunde finden soll er, aber er kennt doch die anderen Kinder gar nicht. Und die Freizeitleiterin Frau Felgenkranz ist ihm auch nicht geheuer. Doch dann nimmt er seinen ganzen Mut zusammen und findet plötzlich Gefallen am Sandbuddeln, Baden und Fischeessen. Und die ein oder andere Freundschaft entsteht auch. Otto hätte gar nicht gedacht, dass Ferien ohne seine Eltern so schnell vergehen können. (Text- und Coverrechte: Carl Hanser Verlag)


Das Bilderbuch "Otto war nicht begeistert" fiel mir zuerst durch den ungewöhnlichen Illustrationsstil auf. Die spröde Natürlichkeit sprach mich sofort an. Inklusive des Jungen, der augenscheinlich nicht so recht weiß, was er von der Situation halten soll, vielleicht etwas "unbegeistert" dreinschaut. Außerdem scheint das Thema geradezu prädestiniert für Kinder zu sein. Denn es ist doch eine Tatsache, dass die meisten Kinder mehrmals am Tag von bestimmten Dingen nicht gerade begeistert sind - genau wie Otto eben.

Dienstag, 19. September 2017

[Kinderbuch] "Keine Angst vor Stinktieren" von Elana K. Arnold

Bat liebt Tiere über alles. Darum ist er auch so begeistert, als seine Mutter ein Tierbaby mit nach Hause bringt. Allerdings handelt es sich bei dem Kleinen nicht um einen Welpen oder ein Kätzchen – es ist ein Stinktier!
Trotzdem schließt Bat den neuen Mitbewohner sofort ins Herz. Und er denkt sich einen Plan aus, damit sein schwarz-weißer Freund bei ihm bleiben darf: Wenn ein echter Stinktierexperte erklären würde, dass Bats Zuhause der beste Platz für den Kleinen ist, dann kann seine Mutter nicht Nein sagen. Oder? (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Welches Kind würde dieses Buch nicht sofort ins Herz schließen? Ein Junge, der sich um kümmert ein Babystinktier kümmert, ist einfach ein grandioses Thema. Das ist genau die Art von Geschichten, die Kinder gerne hören oder lesen. Geschichten über Tiere gibt es viele, nicht aber über Stinktiere. Das macht "Keine Angst vor Stinktieren" von vornherein zu etwas Besonderem. Wie besonders die Geschichte dann tatsächlich ist, konnten wir vor dem Lesen allerdings noch nicht erahnen. Wir wurden sehr überrascht.

Montag, 26. Juni 2017

[Bilderbuch] "Zusammen unter einem Himmel" von Britta Teckentrup

Wir leben unter einem Himmel,
hier bei uns zu Hause.
Wir leben unter einem Himmel,
in jedem weit entfernten Land ...


Dieses poetische Bilderbuch von Britta Teckentrup zeigt, dass uns alle mehr verbindet, als uns trennt. Mit großen, besonderen Gucklöchern. (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Das Bilderbuch "Zusammen unter einem Himmel" enthält eine Widmung der Autorin: Für einen vereinte Welt ... Damit, und mit dem Buchtitel, ist auf den ersten Blick recht deutlich, in welche Richtung das Buch geht.
Geschichten, die viel Poesie enthalten, verstehen kleine Kinder noch nicht so gut. Wohl aber den Sinn des Miteinanders, des toleranten Zusammenlebens, was im Buch durch viele ausdrucksstarke Bilder gezeigt wird. Dazu benötigt es nicht zwingend einen Text (obwohl dieser wunderschön ist!). Mit unserer Jüngsten (2) schaue ich bereits jetzt die Bilder an und wir "reden" darüber, was dargestellt ist. Ich bin mir sicher, dass sich bei Kindern so ganz natürlich ein Sinn für Toleranz und Gemeinschaftsgefühl entwickelt.

Dienstag, 11. April 2017

[Kinderbuch] "Salon Salami: Einer ist immer besonders" von Benjamin Tienti

Tja, manchmal ist das Leben etwas bunter: Hani Salmani (nein, nicht Salami) ist zwölf, hat einen kleinen Bruder, ihre Mama ist verschwunden und ihr Papa schneidet im Friseursalon von Onkel Ibo Haare, während der krummen Geschäften nachgeht. Als Hani herausfindet, dass ihre Mama im Gefängnis sitzt und Onkel Ibo wohl schuld daran ist, fasst sie einen verrückten Plan. Zum Glück hilft ihr Sozialarbeiterin Mira, und am Ende ist im Salon Salami-Salmani alles (fast) wieder paletti. (Text- und Coverrechte: Dressler Verlag)


Die Familie Salmani (den Salami-Witz kennt Hani schon aus der Schule - und findet ihn doof) besitzt einen Friseursalon. Papa schneidet Haare, Mama hilft im Salon mit und Hanis Bruder Moma geht noch in den Kindergarten. Hani selbst geht zur Schule, wenn sie nicht gerade damit beschäftigt ist, Vorher-Nachher-Fotos von Papas Kunden zu machen und im Friseursalon aufzuhängen. Eigentlich läuft es gut bei Familie Salmani, bis eines Tages Hanis Mama nicht mehr da ist und ihr Leben sehr turbulent wird. Es wird für Hani immer schwieriger der Dreh- und Angelpunkt der Familie zu sein und bald muss sie erkennen, dass sie es ohne Hilfe nicht mehr schafft.

Montag, 20. März 2017

[Kinderbuch] "Zeitreise mit Hamster" von Ross Welford

"Hätte mich früher einer gefragt, ich hätte gesagt, dass eine Zeitmaschine vermutlich wie ein U-Boot aussieht. Oder vielleicht wie eine Rakete. Stattdessen schaue ich jetzt auf einen Laptop und eine Zinkwanne aus dem Gartencenter. Das ist Dads Zeitmaschine. Und sie wird die Welt verändern. Na ja, auf jeden Fall meine."

Al Chaudhury hat eine unglaubliche Chance. Er kann das Leben seines verstorbenen Vaters retten. Das Einzige, was er dafür tun muss: in das Jahr 1984 zurückreisen, um einen schicksalsvollen Gokart-Unfall zu verhindern ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: Coppenrath Verlag)


Was für ein tolles Thema! Ein Junge hat die Möglichkeit das Schicksal zu beeinflussen, vielleicht sogar zu ändern. Und zwar so, wie er es sich sehnlichst wünscht. Aber ist es immer erstrebenswert nach den eigenen Wünschen zu handeln? Ohne Rücksicht auf Verluste? Ross Welford hat einen Roman geschrieben, der einen Jungen zum Helden seines Schicksals macht. Der aber auch nahelegt, dass das Leben ein Geschenk ist, dass man es annehmen soll, wie es ist und sich an den Erinnerungen erfreuen soll. Denn Dinge ändern sich nunmal.

Montag, 31. Oktober 2016

[Kinderbuch/Sachbuch] "Susi, die Enkelin von Haus Nummer 4" von Birgitta Behr

... und die Zeit der versteckten Judensterne
Ein berührendes Buch über die wahre Geschichte eines jüdischen Mädchens im Zweiten Weltkrieg, das sich jahrelang vor den Nazis verstecken musste und - dank der Hilfe von Freunden, aber auch von völlig Fremden - überlebte. Es ist ein Buch, das mit eindrücklichen Bildern vom Grauen einer vergangenen Zeit erzählt, aber auch von Solidarität, Freundschaft und Mut - und damit den Bogen zur heutigen Zeit schlägt, zu den Bemühungen um Frieden und Toleranz in unserer Gesellschaft. (Text-, Cover- und Zitatrechte: arsEdition)


Der Zweite Weltkrieg und die Verbrechen an Millionen von Juden wird für immer eines der schwärzesten Kapitel der Geschichte sein. Leider gehört dieses Kapitel zu Deutschland. Wir haben eine Verantwortung, uns diesem Teil der Geschichte zu stellen, uns zu erinnern und die Erinnerung unseren Kindern weiterzugeben. Damit setzten wir ein Zeichen für Mitmenschlichkeit und Akzeptanz, sensibilisieren Kinder für ein friedvolles, versöhnliches Miteinander.
Birgitta Behr, eine Grundschullehrerin aus Berlin, hat "Susi, die Enkelin von Haus Nummer 4" konzipiert und sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dieser (wahren) Geschichte von Susi und ihren Eltern beschäftigt. Das Buch eignet sich hervorragend für Schul- und Klassenprojekte. Junge Leser ab 10 Jahren bekommen dadurch ein umfassendes Verständnis für die Geschehnisse und Zusammenhänge in Deutschland von 1933 - 1945.

Dienstag, 6. September 2016

[Kinderbuch] "George" von Alex Gino

George ist zehn Jahre alt, geht in die vierte Klasse, liebt die Farbe Rosa und liest heimlich Mädchenzeitschriften, die sie vor ihrer Mutter und ihrem großen Bruder versteckt. Jeder denkt, dass George ein Junge ist. Fast verzweifelt sie daran. Denn sie ist ein Mädchen! Bisher hat sie sich noch nicht getraut, mit jemandem darüber zu sprechen. Noch nicht einmal ihre beste Freundin Kelly weiß davon. Aber dann wird in der Schule ein Theaterstück aufgeführt. Und George will die weibliche Hauptrolle spielen, um allen zu zeigen, wer sie ist. Als George und Kelly zusammen für die Aufführung proben, erzählt George Kelly ihr größtes Geheimnis. Kelly macht George Mut, zu sich selbst zu stehen. (Text-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER KJB)


"George" ist der erste Kinderroman zum Thema Transgender. Dabei geht es Alex Gino nicht darum zu polarisieren, vielmehr darum Normalität und Akzeptanz zu vermitteln. Persönliche Erfahrungen und dass Wissen, dass transgender Kinder Bücher brauchen, die sie ermutigen, waren der Grund für "George".