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Sonntag, 9. Januar 2022

[Bilderbuch] "Maus und Eichhorn auf großer Winterreise" von Kristina Andres

Die Tage sind kurz geworden, die Nächte lang und kalt. Es ist Winterzeit. Und es hat geschneit. Eigentlich halten die kleinen Tiere in ihren Höhlen nun Ruhe, aber die Maus kann nicht ruhig dasitzen. Sie hat zwischen den Schneeflocken große Zacken entdeckt: die Berge. Jetzt kann sie an nichts anderes mehr denken. Sie will dorthin, auf die Gipfel steigen und die Welt von oben sehen. Das Eichhorn schraubt Kufen an den Karren und ihre Reise beginnt ... Dabei treffen sie auf die freundlichen Maulwurfs und einen einsamen Hund. Ob sie am Ende wieder gut in ihrem Zuhause, dem Wald, ankommen und sogar ein Zuhause für den Schlittenhund finden? (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Wir sind große Fans der Maus-und-Eichhorn-Geschichten, bzw. des ersten Bilderbuchs dieser beiden netten Protagonisten. Die stimmungsvolle Geschichte und Illustrationen, die schöner und liebevoller nicht sein könnten, machten das Buch zu einem Schatz. "Maus und Eichhorn auf großer Winterreise" war darum ein Muss für unser Kinderbuchregal. Wie erwartet ist das Bilderbuch wunderbar. Eine ebenfalls schön stimmungsvolle, leicht poetische Geschichte über Freundschaft, Mitmenschlichkeit, den Winter und (überraschenderweise) auch ein bisschen über Weihnachten.

Es ist Winter, und es schneit. Alle Tiere haben sich in ihre Höhlen und Schlupfwinkel verkrochen, nur die Maus ist aufgeregt. Denn für sie ist es der erste Winter und sie kann gar nicht aufhören zu staunen wie die Flocken vom Himmel fallen. Und dann hat sie in der Ferne auch noch schneebedeckte Berge entdeckt, die aussehen wie frisch geputzte Backenzähne. Die Maus will dorthin reisen. Kurzerhand baut das Eichhorn einen Schlitten, und die beiden ziehen los. Der Weg ist weit, aber es gibt freundliche Türen, hinter denen sich Maus und Eichhorn ausruhen und wärmen können. Und als sie sich auf dem Rückweg verirren, hilf ihnen ein ausgesetzter Hund, den niemand mehr haben will. Doch auch auf ihn wartet eine freundliche Tür, ein neues Zuhause.

Sonntag, 31. Oktober 2021

[Bilderbuch] "Was macht die kleine Gans im Herbst?" von Elli Woollard

Was nur soll die kleine Gans tun, jetzt wo der Herbst beginnt?
Als der Sommer in den Herbst übergeht, spürt die kleine Gans eine Veränderung in der Luft: Ein kühler Wind weht und die Blätter verfärben sich rot und goldgelb. Die kleine Gans ahnt, dass sie etwas Wichtiges zu tun hat - aber was? Die Biber hacken Holz, die Eichhörnchen lagern Nüsse in der Erde und die Bären sind damit beschäftigt, eine gemütliche Höhle zu bauen. Die tapfere kleine Gans versucht, mitzumachen, aber ohne großen Erfolg. Bis sie schließlich mutig feststellt, dass ihre Flügel nicht zum Holzhacken, zum Graben oder Bauen gemacht sind, sondern für etwas Großartiges: zum Fliegen ... (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Ich würde sagen, der Herbst übertrifft mit seiner Farbpalette jede andere Jahreszeit. Nicht umsonst gehört er zu unseren liebsten, lädt er doch zu Unternehmung im Freien, dem Basteln mit Naturmaterial, aber auch gemütlichen Stunden zu Hause ein. Ja, der Herbst hat etwas Wunderbares an sich. Das erfahren bereits Kinder mit allen Sinnen. Doch wie erleben eigentlich Tiere den Herbst? Insbesondere Vögel, die den Winter woanders verbringen? "Was macht die kleine Gans im Herbst?" thematisiert nicht nur das Leben von Zugvögeln, es ist gleichzeitig ein Bilderbuch über das Finden der eigenen Identität. Und das auf ganz allerliebste Art und Weise.

Ein Gänseküken wächst zu einer Graugans heran. Die Gans fühlt sich wohl und freut sich des Lebens, kurz, sie ist glücklich. Doch als kühlere Winde durch die Felder und Wälder streifen, die Blätter sich bunt färben, da empfindet die junge Graugans plötzlich einen Schmerz, ein Sehnen im Herzen, das sie nicht einordnen kann. Nur dass es wichtig ist, das weiß sie. Die Gans fragt verschiedene Tiere, was sie im Herbst machen und probiert deren Berichte auch gleich aus. Aber nichts will so richtig für sie funktionieren, sie fühlt sich hilflos und klein ... bis sie zum Himmel hinaufsieht und dort endlich ihre Bestimmung findet. Sie fliegt mit einem Gänseschwarm nach Süden, verspricht aber ihren tierischen Freunden, im nächsten Jahr wiederzukommen.

Donnerstag, 14. Oktober 2021

[Bilderbuch] "Ich bin aber noch kein bisschen müde" von Anu Stohner & Henrike Wilson

Jeden Abend das Gleiche: Papa und Mama Murmeltier geben sich alle Mühe: Sie lesen Geschichten, singen und kuscheln, doch Murmelchen ist kein bisschen müde! Ob vielleicht die weise Eule einen Rat hat? Oder die gemütlichen Bären? Deren Kinder schlafen ja sogar den ganzen Winter durch! Der gesamte Wald gibt Papa Murmeltier Tipps, doch keiner will so recht zum kleinen Murmel passen. Bis die beiden schließlich ihre ganz eigene Lösung finden. (Text- und Coverrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Ein großes Thema für Kinder und Familien ist das Einschlafen. Kinder müssen hier Vertrauen entwickeln und Sicherheit vermittelt bekommen. Darum ist eine liebevolle Einschlafbegleitung wichtig. Wie diese aussieht, bleibt natürlich jeder Mutter, jedem Vater selbst überlassen. Dass Bilderbücher zum Thema Schlaf auf Kinder eine direkte Einwirkung haben, glaube ich nicht. Ich denke, es ist eher die gemeinsame Zeit, das Ritual des Vorlesens, das hier helfen und begleiten kann. "Ich bin aber noch kein bisschen müde" ist ein wirklich herzlich und liebevolles Bilderbuch, das Kindern gut gefällt und Eltern auch mal schmunzeln lässt.

Mama und Papa Murmeltier brauchen Tipps zum Einschlafen. Ganz dringend. Denn jedes Mal, zur Schlafenszeit, egal was sie auch machen, ist das kleine Murmelchen nicht ins Bett zu bewegen, denn es ist nach eigener Aussage noch kein bisschen müde. Vielleicht weiß die kluge Eule ja Rat. Oder die schlauen Füchse und die verschlafenen Bären? Papa Murmeltier nimmt das kleine Murmelchen huckepack und macht sich auf den Weg durch den Wald. Die Einschlaftipps der Waldtiere sind für die Murmeltierfamilie jedoch schwierig. Doch als Murmelpapa mit Murmelchen zurückkommt, haben sie ein prima Einschlafrezept gefunden, das bei ihnen wunderbar funktioniert.

Montag, 30. August 2021

[Bilderbuch] "Bär und Ente" von May Angeli

Ein furchtbarer Krach reißt den alten Bären aus seinem Winterschlaf. Brummelnd kriecht er aus seiner Höhle und entdeckt eine verletzte Ente. Er nimmt sie auf und kümmert sich liebevoll um sie. Aus dieser zufälligen Begegnung entsteht eine tiefe Verbindung. Doch eines Tages ist die Ente wieder gesund und fliegt davon - und der Bär bleibt allein zurück. Wird diese ungleiche Freundschaft die Zeit und Entfernung überdauern? (Text- und Coverrechte: Magellan Verlag)


Das Bilderbuch "Bär und Ente" von May Angeli stach mir sofort ins Auge, weil es auf den ersten Blick so schön "altmodisch" wirkt. Und das wird von mir komplett positiv assoziiert, denn damit hat es etwas Zeitloses, etwas Beständiges, etwas, das schon immer gut war. Auf Anhieb fallen mir drei Bilderbücher in unserem Regal ein, in denen es um eine Freundschaft zwischen einer Ente und einem Bären geht. Das funktioniert auch hier wunderbar. "Bär und Ente" ist schön und besonders. Die ruhig anmutende Geschichte hat Klasse. Und durch Optik und Sprache hebt sich das Bilderbuch eindeutig hervor. Für uns schon jetzt ein zeitloser Klassiker.

Als der Winter zu Ende geht, möchte die Ente auffliegen. Doch beim Losflattern bleibt sie mit den Füßen in einer Brombeerranke hängen. Sie landet in einem dichten Gestrüpp, aus dem sie sich selbst nicht befreien kann. Von dem Krach wird der Bär aus seinem Winterschlaf geweckt, er kriecht aus seiner Höhle um nachzusehen. Die Ente hat Angst vom Bären gefressen zu werden, doch der ist alt und hat daran kein Interesse. Er nimmt sich der Ente an, obwohl das für ihn einiges an Arbeit bedeutet. Die beiden werden Freunde. Als die Ente wieder ganz gesund ist, fliegt sie davon, verspricht aber, bald wiederzukommen. Der Bär vermisst die Ente und hält ein weiteres Mal Winterschlaf. Bis dann im Frühling eine Überraschung auf ihn wartet.

Samstag, 28. August 2021

[Bilderbuch] "Du, Papa ... Ist zehn viel?" von Sabine Bohlmann

"Ist zehn viel?" fragte der kleine Wolf seinen Papa.
"Kommt ganz drauf an", meinte daraufhin Papawolf. "Wollen zehn Ameisen eine Banane tragen, dann ist zehn wenig. Aber wenn zehn Affen eine Banane tragen, ist zehn ganz schön viel."
Viele Fragen weiter hat der kleine neugierige Wolf ganz schön viel von Papawolf gelernt. Bei vielen Fragen kommt es auf die Umstände an, die die Dinge ganz unterschiedlich beeinflussen und verändern können. Aber eine Sache verändert sich nie und da kommt es auf gar nichts drauf an: wie lieb Papawolf seinen kleinen Wolf hat! (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Es ist nicht ungewöhnlich (oder sollte es zumindest nicht sein), mit den eigenen Kindern Zeit zu verbringen. Denn das bringt schon der Alltag mit sich. Sich zusätzlich jedoch ganz bewusst Zeit zu nehmen, da zu sein, Fragen zu beantworten, etwas zu unternehmen, ... das ist immer wertvoll. Kinder orientieren sich an den Eltern, wollen Antworten, sehen sie als Vorbilder und sicheren Hafen. Im Bilderbuch "Du, Papa ... Ist zehn viel?" wird das auf sehr warmherzige und humorvoll-informative Art und Weise thematisiert.

Als der kleine Wolf mit seinem Papa im Wald spazieren geht, stellt er sich viele Fragen. Zum Beispiel, ob zehn viel ist, ob er schon groß ist, ob er schnell oder flauschig ist. Der Wolfspapa hat auf jede Frage eine Antwort, und der kleine Wolf lernt, dass man keine davon mit Ja oder Nein beantworten kann. Es kommt nämlich darauf an ... Zehn kann viel oder wenig sein, Größe ist immer relativ. Anhand von Beispielen erklärt das der Wolfspapa auch sehr lustig und so, dass es der kleine Wolf versteht. Es gibt nur eine Sache, bei der es nicht auf die Umstände oder die Sicht der Dinge ankommt. Egal wie das Leben ist, der kleine Wolf und sein Papa werden sich immer lieb haben.

Sonntag, 11. April 2021

[Bilderbuch] "Ein Krokodil im Badesee?" von Karin Gruß und Dorota Wünsch

Aufruhr am Badesee - was ist da los?

"Krokodil im Badesee". Das kann nicht stimmen! Oder doch? Zwölf herrlich bunte Szenen erzählen von der großen Aufregung, die diese Schlagzeile anrichtet. Auf jedem Bild gibt es unglaublich viel zu suchen, zu entdecken und zu rätseln. Ein großer Spaß für kleine Spürnasen, die natürlich herausfinden, wer hinter der Geschichte steckt.

"Man darf nicht alles glauben, was behauptet wird!"
Dieses humorvolle Wimmelbilderbuch macht schon die Kleinen mit dieser Weisheit spielerisch vertraut. (Text- und Coverrechte: Mixtvision Verlag)


Das Bilderbuch "Ein Krokodil im Badesee?" hat hinter dem Titel ein Fragezeichen und macht schon damit deutlich, dass diese Aussage nicht unbedingt der Wahrheit entsprechend muss. Denn hier geht es, auf ganz lustige und spielerische Art und Weise, darum, dass man Dinge hinterfragen darf und soll. Dass nicht alles war ist, was erzählt und verbreitet wird. Autorin Karin Gruß hat sich für diese Geschichte tatsächlich von den Nachrichten um ein ausgebüxtes Krokodil inspirieren lassen und gemeinsam mit Illustratorin Dorota Wünsch ein spaßbringendes und sehr humorvolles Bilderbuch geschrieben. Außerdem gibt es darin bei jedem Anschauen oder Vorlesen etwas Neues zu entdecken.

Viele Badegäste haben sich am See eingefunden. Mit Badetuch, Luftmatratze und Radio sind sie angerückt, um einen schönen Badetag zu erleben. Doch was passiert hier? Plötzlich verschwinden Badehose, Gummiboot und Liegestuhl, kurz, alles, was diesen Tag perfekt machen soll. Schnell wird berichtet, dass ein Krokodil im Badesee haust und sich die Sachen geschnappt hat. Unruhe kommt auf, einige Badegäste möchten sogar nach Hause gehen. Ist wirklich ein Krokodil für das Verschwinden der Badeutensilien verantwortlich? Hier gilt es, genau hinzuschauen. Die Auflösung könnte dann überraschen.

Dienstag, 23. März 2021

[Bilderbuch] "Ein Fuchs namens Henry" von Margaret Sturton

Henry bewundert Füchse. Er bewundert sie so sehr, dass er am liebsten aussehen möchte wie einer. Aber Mama findet das gar nicht toll. Henry ist ein Hase, sagt sie jedenfalls. Und deswegen soll Henry sich auch wie ein richtiger Hase verhalten. Das Fell rot anmalen, Fuchsohren und einen Fuchsschwanz basteln, gar mit Füchsen spielen: Das gehört sicher nicht dazu.
Doch Henry kann kein Hase sein. Er fühlt sich nun mal wie ein Fuchs. Und Mama versteht: Das Wichtigste ist, dass es ihrem Henry gutgeht - ob Hase oder Fuchs, sie liebt ihren wunderbaren Henry genau so, wie er ist. (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Jeder Mensch ist einzigartig, und jeder Mensch ist sich seiner Identität am sichersten. Das gilt es nicht nur zu tolerieren, sondern auch zu respektieren, denn das Leben ist vielfältig und niemals einfarbig. Das können auch schon kleine Kinder verstehen, bzw. sind hier meist natürlich-unvoreingenommen, und es ist wunderbar, dass es Bilderbücher zu diesem Thema gibt. Ein besonders warmherziges, humorvolles, aber auch deutliches ist "Ein Fuchs namens Henry". Die 6-jährige Tochter ist davon so begeistert, dass es bei uns täglich auf dem Vorleseprogramm steht.

Henry lebt in einer Hasenfamilie. Aber Henry selbst bewundert Füchse. So sehr, dass er wie ein Fuchs aussehen möchte und am liebsten Fuchsspiele spielt. Er bastelt sich Fuchsohren und einen Fuchsschwanz - leider schneidet er diesen aus Mamas schönem Kleid aus. Seine Hasenmama ist davon so irritiert (und besorgt), dass sie Henry tagtäglich zurechtweist; er soll sich wie ein richtiger Hase verhalten. Darüber wird Henry immer trauriger und unglücklicher. Bis er damit herausplatzt wer er wirklich ist. Und das versteht dann auch seine Mama, denn Henry ist für sei ein allerliebstes Fuchskind.

Mittwoch, 11. November 2020

[Bilderbuch] "Wenn es Winter wird im Wald" von Marion Dane Bauer

Es wird Winter im Wald. Die ersten Schneeflocken fallen vom Himmel, direkt auf die Nase vom Fuchs. Der Fuchs fragt sich, was Füchse eigentlich im Winter machen. Soll er in den Süden fliegen wie die Gänse? Aber er ist doch hier im Wald zu Hause. Soll er Vorräte sammeln wie das Eichhörnchen? Aber er mag doch gar keine Eicheln. Soll er Winterschlaf halten wie der große Bär? Aber er ist doch gar nicht müde.
Immer mehr Schneeflocken fallen und die Welt um den Fuchs wird ganz still. Da kommt plötzlich ein anderer Fuchs daher und der weiß, was Füchse im Winter machen ... tanzen! (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Pappbilderbücher sind perfekt für kleine Bilderbuchbetrachter*innen und Zuhörer*innen. Die Seiten sind stabil, Inhalt und Umfang übersichtlich. "Wenn es Winter wird im Wald" finden wir ganz wunderbar für die Übergangszeit vom Herbst zum Winter. Es ist wunderschön gezeichnet, herrlich erzählt und hat neben dem feinen Humor noch eine stimmungsvolle poetische Note. Ein Bilderbuch für alle Sinne, das ganz locker mit den "großen" mithalten kann.

Es ist Herbst. Als eine einzelne Schneeflocke vom Himmel schwebt und ganz sacht auf der Nase des Rotfuchses landet, erkennt dieser schnell, dass nun der Winter naht. Doch was soll er jetzt tun? Auf seinem Streifzug durch den Wald machen ihm verschiedene Tiere Vorschläge. Die Raupe meint, der Fuchs solle sich verpuppen, um im Frühling als Schmetterling zu erwachen. Das Eichhörnchen sagt ihm, er könnte Nüsse sammeln und sie verstecken. Oder soll er, wie die Gänse, nach Süden ziehen? Der Fuchs bemerkt schnell, dass nichts davon etwas für ihn ist. Und dann, als immer mehr Schneeflocken auf seiner Nase landen, trifft der Fuchs auf einen zweiten Rotfuchs. Gemeinsam tanzen sie durch den Winter.

Sonntag, 4. Oktober 2020

[Bilderbuch] "Nina und Jan: Wohin fährt die grüne Lok?" von Heather Amery

Lass die kleine Aufziehlok über die Fahrspuren in diesem Buch sausen und erwecke drei lustige Geschichten von Nina und Jan zum Leben. So kannst du die ganze Landschaft rund um den Apfelhof erkunden. Ein großer Spiel und Vorlesespaß! (Text- und Coverrechte: Usborne Verlag)


Die Nina und Jan-Reihe ist toll! Mit den beiden Kindern kann nämlich viel entdeckt und erlebt werden. Darum ist "Wohin fährt die grüne Lok?" auch kein reines Bilderbuch, ebenfalls nicht nur Sach- oder Spielbuch. Es ist eine Mischung aus allem. Damit, vor allem aber der Spieloption, begeistert es Kinder nachhaltig. Ein Buch, dass großen Spaß macht und bei dem man bei jeder Geschichte mitmachen kann.

Nina und Jan, die beiden Protagonisten und Identifikationsfiguren des Buches, leben mit ihren Eltern und dem Familienhund auf dem Apfelhof. In der Nähe ist auch ein Bahnhof, den die Kinder gerne besuchen. Hier arbeitet nicht nur ihre Mutter, vom Bahnhof aus geht es los zu neuen Abenteuern.
Nach dieser Einführung geht es dann tatsächlich los, denn "Wohin fährt die grüne Lok?" enthält drei Geschichten, in denen Nina und Jan etwas erleben. Natürlich etwas, das mit einer Zugfahrt zu tun hat. Sie machen zum Beispiel einen Kindergartenausflug mit einem alten Dampfzug, fahren mit der Eisenbahn zu einem Strandtag ans Meer oder nehmen ihren Hund mit in den Zug. Die Geschichten sind kurz und einfach erzählt, abwechslungsreich und mit ansprechenden Bildern und Illustrationen versehen.

Freitag, 17. Juli 2020

[Bilderbuch] "Hallo, Teckel Tom!" von Bette Westera

Viele Kinder wünschen sich einen Hund - besonders Dackel, von Experten Teckel genannt, sind darunter beliebt. Diese Dackelgeschichte wird allerdings einmal andersherum erzählt, nämlich aus den Augen von Tom, einem Dackelwelpen. Er liegt warm und gemütlich in einer großen Kiste mit all seinen Brüdern und Schwestern bei seiner Mama, Mira. Aber eines Tages wird er in eine andere Kiste gesetzt und mitgenommen. Wohin es geht? Zu Sofie! Die hat nämlich Geburtstag und bekommt ihren langersehnten Wunsch von ihren beiden Papas erfüllt. Ein Buch (nicht nur) für alle, die Dackel lieben! (Text- und Coverrechte: Bohem Press)


Kinder und Tierkinder passen einfach gut zusammen. Zwischen ihnen besteht oft eine besondere Verbindung, was einleuchtet, denn sie sind sinngemäß ja auch ein einem gleichen oder ähnlichen Alter. Besonders Hundwelpen haben es Kindern angetan. "Hallo, Teckel Tom!" erzählt die bunte und anrührende Geschichte aus der Sicht eines Dackelwelpen, der, zuerst gezwungenermaßen, Freundschaft mit einem Mädchen schließt. Am Ende damit aber sehr glücklich ist.

Weißt du, dass Dackel auch Teckel genannt werden? Und genau solch ein Teckel ist der kleine Tom. Teckel Tom fühlt sich wohl in seiner großen Kiste, die er mit seiner Mama und seinen Geschwistern teilt. Er möchte nichts anderes haben und nirgendwo anders hin. Bis eines Tages die Papas von Sofie kommen, und Teckel Tom für ihre Tochter aussuchen. Zuerst ist Tom überfordert und traurig. Ihm fehlt seine Mama und die Decke aus der Kiste, die so gut nach ihr riecht. Doch nach und nach fasst Teckel Tom Vertrauen und stellt fest, dass es bei Sofie auch sehr schön ist. Und als Tom ein eigenes Körbchen bekommt, mit einer Decke, die nach Sofie riecht, findet er das ganz wunderbar.

Mittwoch, 8. April 2020

[Bilderbuch] "Wenn Line nachts nicht schlafen kann ..." von Friederike Dammermann

Wenn Line nachts nicht schlafen kann, braucht sie ihre Kuscheltiere. Aber die sind im ganzen Zimmer verstreut. Also muss Line raus aus dem Bett und die Kuscheltiere einsammeln. Mit jedem eingesammelten Tier erlebt sie ein Abenteuer in einem anderen fernen Land. (Text- und Coverrechte: EDITION PASTORPLATZ)


Ach ja, da war doch diese Sache mit dem Einschafen. Einigen Eltern stehen jetzt sofort alle Haare zu Berge, denn das Thema Einschlafen ist für manche Kinder nicht so einfach. Für viele Erwachsene übrigens auch nicht. Doch warum ist das so? Und warum wird diesem Thema so viel Bedeutung zugeschrieben? Im Grunde ist es doch völlig normal, dass gerade Kinder innerhalb ihrer Entwicklungsphasen viel zu verarbeiten haben. Da kann ihnen schon mal sprichwörtlich der Kopf platzen. Und den kann man beim Zubettgehen nicht so einfach ausknipsen wie das Licht. Ein Bilderbuch, das dieses Thema sehr feinfühlig und kreativ hervorhebt, ist "Wenn Line nachts nicht schlafen kann ...". Line hat nämlich eine prima Lösung für dieses Problem gefunden. Und vielleicht klappt es nach der Anwendung umso besser mit dem Schlafen.

Line kann einfach nicht einschlafen. Und das, obwohl es draußen dunkel ist und sie alles Mögliche probiert hat, um zur Ruhe zu kommen. Line hat zum Beispiel Schafe gezählt und sich ganz oft herumgewälzt. Doch nichts hat geholfen. Da fällt ihr plötzlich auf, dass ihre Kuscheltiere nicht bei ihr im Bett sind. Wo haben sie sich nur versteckt? Line klettert aus dem Bett, um ihre kuscheligen Freunde zu suchen. Mit jedem ihrer Tiere lässt sie den Tag nochmals Revue passieren, danach macht sich das Kuscheltier auf den Weg ins Bett. Am Ende hat Line tatsächlich alle ihre Tiere ins Bett gebracht. Gemütlich und geborgen fühlt sie sich nun und wünscht sich selbst und den Kuscheltieren eine gute Nacht.

Montag, 30. März 2020

[Bilderbuch] "Billi, die Baummaus: Streifzüge eines mutigen Mäusemädchens " von Erwin Moser

Billi, die Baummaus ist ein charmantes Mäusemädchen: Sie ist einfallsreich, wagemutig und auch verträumt-philosophisch. Erwin Moser hat Billis Abenteuer in 24 Bildgeschichten festgehalten. Bild für Bild können schon Kleine ab 3 Jahren sie auf ihren Streifzügen rund ums Jahr begleiten. Ein großes, bisher unveröffentlichtes Werk aus dem Vermächtnis des beliebten Bilderbuchkünstlers. (Text- und Coverrechte: Beltz & Gelberg)


Die Bilderbücher von Erwin Moser sind so zahlreich wie kultig. Er hatte eine ganz feine Art zu zeichnen und aquarellierte immer sehr sorgfältig und akzentuiert. Die Bilder, und ebenso die Texte, strahlen etwas Einfaches, Unverstelltes und Freundliches aus. Etwas, das an die eigene Kindheit erinnert. "Billi, die Baummaus: Streifzüge eines mutigen Mäusemädchens" wurde von Erwin Moser, gemeinsam mit seiner Frau, während seiner schweren Krankheit, in mühevoller und langsamer Feinarbeit, fertiggestellt. 2017 ist der Autor verstorben. Es war ihm wichtig, dass seine Geschichten über Billi, eine abenteuerlustige und liebenswerte Baummaus, als sein Vermächtnis veröffentlicht wird.

24 Geschichten enthält das Bilder- und Vorlesebuch. Diese orientieren sich am Jahreslauf, sind also in Geschichten zum Frühling, Sommer, Herbst und Winter zusammengefasst. Jede Geschichte, und das ist das Besondere, umfasst eine Doppelseite. Somit sind sie sehr schnell vorgelesen und so prägnant, dass Kinder sehr gespannt die Handlung verfolgen. Dafür wurden die einzelnen Erzählungen mit jeweils sechs wunderhübschen Bildern gestaltet und sind mit einem kleinen, feinen Text erzählt, der so einfach und liebevoll ist, dass man sich kaum entscheiden kann, welche der Geschichten man am liebsten mag. Und weil sie nicht in Reihenfolge, sondern komplett beliebig (vor)gelesen werden können, kann man immer wieder aufs Neue zum Bilderbuch greifen.

Mittwoch, 18. März 2020

[Bilderbuch] "Ich lieb dich, bis die Kühe fliegen" von Kathryn Cristaldi

Dieses Buch ist ein Versprechen!

Ich lieb dich, bis die Kühe fliegen,
auf den Mond zu fremden Sternen
und in unerreichte Fernen.

Gespickt mit Humor und Fantasie begleitet dieses grandios gereimte Bilderbuch Groß und Klein auf dem Weg in die Nacht - mit dem schönsten Versprechen von allen: "Ich bin immer da, ganz gleich was geschieht, ich lieb dich, bis die Kühe fliegen!" (Text- und Coverrechte: Mixtvision Verlag)


Irritiert schaut mich meine Tochter (5) an und fragt: "'Ich lieb dich, bis die Kühe fliegen'? Was ist denn das für ein Buch?" Sie kann es nicht einordnen und beurteilen, ob sie nun eine Quatschgeschichte erwartet, oder ob sich dieser rätselhafte (und sehr lustige) Satz mit den fliegenden Kühen noch auflösen wird. Ich kann vorwegnehmen, dass sich ihre Irritation während des Vorlesens nicht völlig auflöste. Sie schwankte ständig zwischen leichtem Stirnrunzeln und ausgeprägtem Grinsen. Wer kann es ihr verdenken bei Sätzen wie "Ich lieb dich, bis die Hirsche steppen" oder "Ich lieb dich, bis die Schafe segeln"? Irgendwann hat sie es verstanden. Bei diesem Bilderbuch geht es nicht um eine logische Geschichte, sondern um ein Versprechen an das Kind, dass sich so vertrauensvoll an mich kuschelt: Ich lieb dich, bis die Kühe fliegen. Also immer! Seitdem lesen wir das Buch nicht nur zum Einschlafen, sondern bei fast jeder Gelegenheit.

Eine echte Geschichte enthält "Ich lieb dich, bis die Kühe fliegen" nicht. Das Bilderbuch besteht aus einzelnen Sequenzen, die anhand von Tieren, die Lustiges und Kurioses erleben, deutlich machen, wie viel Liebe man für ein Kind (bzw. die Person, der das Buch vorgelesen wird) empfindet. Da finden sich nicht nur fliegende Kühe, es gibt auch noch backende Gänse, tauchende Frösche und feiernde Ameisen. Das ist nicht nur äußerst fantasievoll umgesetzt, sondern auch niedlich und humorvoll. Wir lachen bei jedem Vorlesen.

Dienstag, 10. März 2020

[Bilderbuch] "In Jakobs Garten wächst was" von Marianne Dubuc

In Jakobs Garten geschieht Ungeheuerliches: Ein Samenkorn plumpst vom Himmel und schiebt schon bald seine Wurzeln ins Erdreich. Das ärgert Wilma Maulwurf, denn in ihrem Badezimmer prangt nun ein Riss. Und bei Familie Feldmaus fällt gleich der ganze Bau ein. Die Empörung ist groß und schnell sind sich alle einig: Die Pflanze muss weg! Zum Glück entdecken die Gartenbewohner in letzter Minute, dass in ihr ein ganz besonderes Geheimnis schlummert ... (Text- und Coverrechte: Beltz & Gelberg)


Der Frühling ist greifbar, im Garten beginnen die ersten Pflanzen zu wachsen und Blumen zu blühen. Wie schön, dass wir "In Jakobs Garten wächst was" entdeckt haben. Ein Bilderbuch über ein Samenkorn, das Wachsen und Gedeihen passt momentan einfach richtig gut. Und doch ist die Ausführung hier etwas anders. Denn nicht jeder Bilderbuchbewohner ist glücklich mit dem Samenkorn, dass sich hier so forsch ins Erdreich drängt. Am Ende steht jedoch die Erkenntnis, dass das Großwerden gut ist, dass man damit neue Erfahrungen machen kann und jeder mit der Situation zufrieden ist.

In Jakobs Garten wohnt nicht nur er selbst, hier wimmelt es regelrecht von munteren Gartenbewohnern. Über der Erde hat Herr Wichtel sein Haus, unter der Oberfläche wohnt Wilma Maulwurf, Familie Feldmaus, sowie Regenwurm und Ameise. Allen gefällt es, allen geht es gut. Eines Morgens fällt ein Ding vom Himmel, direkt auf Jakobs Kopf - ein Samenkorn. Jakob ärgert sich kurz, weil seine Kappe nun verbeult ist, da landet das Samenkorn auch schon auf dem Boden und beginnt zu wachsen. Leider breiten sich die Wurzeln so schnell aus, dass die Wohnungen einiger unter der Erde lebenden Tiere bald nicht mehr bewohnbar sind. Sie müssen umziehen und ärgern sich. Die Pflanze hat ihr Zuhause kaputt gemacht und muss weg! Doch vielleicht gibt es eine Möglichkeit, wie alle aus der Situation das Beste machen können und sich doch noch über die Pflanze freuen können.

Montag, 9. März 2020

[Bilderbuch] "Ein Fluss nimmt dich mit auf Reisen" von Magnus Weightman

Hasenmädchen Bunny spielt fröhlich am Wasser. "Hilfe!", ruft sie plötzlich. "Peter! Bob! Mein Entchen treibt davon!" Ihre Brüder schnappen sich ihr Boot. "Schnell, sonst sehen wir es nie wieder!" Bunny und ihre Brüder fahren flussabwärts, durch Städte, Naturschutzgebiete und sogar einen Wasserfall hinab. Ihre Reise führt sie vom eisigen Gletscher bis zum weiten Meer. An den Ufern und auf dem Wasser gibt es viel zu entdecken: Biber, die einen Damm bauen, Flöße, die gemütlich auf dem Wasser treiben, eine Schwanenfamilie auf der Suche nach einem neuen Zuhause oder auch ein Wasserkraftwerk. Kommst Du mit auf die Reise? (Text- und Coverrechte: Loewe Verlag)

Wir mögen Bücher der Naturkind-Reihe sehr gerne. Die Themen sind vielfältig und die Bücher nachhaltig produziert. "Ein Fluss nimmt dich mit auf Reisen" stach uns da sofort ins Auge. Drei Hasengeschwister nehmen kleine Leser*innen mit auf eine Entdeckungsreise auf dem Fluss und an ihm entlang. Das ist so abwechslungsreich, und gleichzeitig so spannend und bunt, dass man völlig im Bilderbuch versinken kann. Kleine "Aufgaben" sorgen dafür, dass Kinder es immer wieder von neuem anschauen möchten.

Eigentlich ist "Ein Fluss nimmt dich mit auf Reisen" eine Art Wimmelbuch. Auf jeder Seite gibt es unendlich viel zu entdecken, zu suchen und nachzuforschen. Das ist nicht nur interessant, es macht auch großen Spaß. Wunderschön gezeichnet ist jede einzelne Seite. Und doch unterscheidet sich dieses Bilderbuch von reinen Wimmelbilderbüchern, denn es enthält eine fortlaufende Geschichte. Mit wenig Text zwar, aber doch begleitend zu den jeweiligen Szenen im Buch. Drei Hasenkinder fahren auf dem Fluss in einem Boot der davongeschwommenen Badeente nach. Dabei kommen sie vom Gebirge über Wälder und Seenlandschaften, durch Städte, bis hin zum Meer. Ob sie am Ende das Badeentchen wohl wiederfinden?

Sonntag, 8. März 2020

[Bilderbuch] "Lotti und Dotti: Die schönsten Ferien der Welt" von Susan Niessen

Ferien bei Oma! Für Lotti ist das die allerschönste Zeit. In diesen Ferien aber passiert etwas Außergewöhnliches: Eines Morgens steht ein Pony in Omas Flur! Ob es sich verlaufen hat? Bestimmt kommt es vom Heitmannshof, meint Oma. Und richtig! Das Pony heißt Dotti, es büxt immer aus, wenn es ihm zu langweilig wird - und es langweilt sich oft! Gegen Langeweile kann man etwas tun, weiß Lotti. Zum Glück hat Oma einen riesigen Garten, in dem Lotti und Dotti herrlich spielen können ... Es werden die schönsten Ferien der Welt und am Ende wartet eine große Überraschung auf Lotti! (Text- und Coverrechte: Coppenrath Verlag)


Die meisten Bilderbücher sind illustriert, und ich finde es wunderbar, wenn neben den Autor*innen viele Illustrator*innen oder Grafiker*innen Kinderbüchern eine eigene Note verleihen und so zu echter Vielfalt beitragen. Einige Bilderbücher sind aber auch mit Fotografien gestaltet. Diese nehmen bei mir einen ganz besonderen Stellenwert ein. Geschichten mit Fotos zu unterlegen, machen diese Bilderbücher sehr charmant. Einen großen Anteil daran hat das schwarz-weiss fotografierte "Mein Esel Benjamin", das mich seit meiner Kindheit begleitet und schon immer begeisterte.
"Lotti & Dotti: Die schönsten Ferien der Welt" ist ein ganz neues Foto-Bilderbuch. Es ist wirklich allerliebst in seiner Ausführung und thematisiert den Traum vieler Kinder: Ferien mit einem Pony.

Lotti verbringt viel Zeit bei ihrer Oma. Dort hat sie sogar ein eigenes Zimmer. Aber in diesen Sommerferien darf Lotti zum ersten Mal zwei Wochen alleine bei Oma bleiben. Schließlich ist sie schon fünf Jahr alt. An einem Sonntagmorgen, Lotti ist schon früh wach, hört sie ein komisches Geräusch aus dem Flur. Und dort steht doch tatsächlich ein Pony. Ein echtes, sehr neugieriges Pony. Es heißt Dotti und stammt von einem nahegelegen Hof, von dem es öfter mal ausbüchst. Lotti darf sich während ihrer Ferien um Dotti kümmern. Gemeinsam erleben die beiden einen wunderschönen, abenteuerlichen und kuscheligen Sommer. Und nach diesen schönsten Ferien der Welt, wartet auf Lotti noch eine große Überraschung.

Mittwoch, 19. Februar 2020

[Bilderbuch] "Maus und Eichhorn: Die große Reise ans Meer" von Kristina Andres

Vor ihrer Höhle steht eine Maus, schnuppert und lauscht in die Ferne. Sehen kann sie es nicht. Aber sie weiß, es ist das Meer, das sie riecht. Obwohl die Reise weit und gefährlich ist, macht die Maus sich, gefolgt vom Eichhorn, auf den Weg. Nach Tagen voller Abenteuer erreichen sie endlich das Meer. Doch schon bald schnuppert und lauscht die Maus in die Ferne. Das Eichhorn weiß, sie riecht den Wald und hört das Rauschen der Bäume, sehnt sich nach Moos und Pilzen ... Es zieht ein Tuch aus dem Sack: "Ich baue eine Windfalle! Damit wir nach Hause zurückkommen. Ich fange den Rückenwind für uns!"
Und die Maus denkt: "Das Eichhorn ist das Beste, was es auf der Welt gibt!" (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Viele Menschen reisen gerne, auch Kinder. Und so kann man sie gut nachvollziehen, die Sehnsucht nach einer Reise, am besten einer Reise zum Meer. Denn genau so geht es der Maus in "Maus und Eichhorn: Die große Reise ans Meer". Das Bilderbuch zeigt deutlich, was Fernweh ist, und dass man dem Ruf dieser Ferne unbedingt folgen sollte. Es gilt mutig zu sein und Abenteuer zu erleben. Doch die meisten Reisen sind nicht von Dauer, und am Ende wird klar, dass es zu Hause auch sehr schön ist.

In einer Höhle, unten im Baum, wohnt die Maus. Ein Stückchen darüber, oben im Baum, wohnt das Eichhorn. Die Maus sehnt sich nach dem Meer. Sie hat es zwar noch nie gesehen, aber sie weiß, dass es da ist. Sie weiß auch, eine Reise zum Meer ist weit und gefährlich. Aber der Gedanke daran lässt ihr keine Ruhe, und so packt sie alles zusammen und bricht auf. Das Eichhorn ist nicht ganz so mutig, lange denkt es über die Gefahren nach und darüber, wie man vom Meer aus wieder nach Hause kommen würde. Als das Eichhorn sich der Maus anschließen will, ist diese schon lange fort. Die Maus stellt sich auf eine unbekümmerte und freundliche Art und Weise allen Widrigkeiten, die auf der Reise warten. Als das Eichhorn die Maus einholt, reisen beide gemeinsam ans Meer. Sie haben eine gute Zeit dort. Doch als der Herbst näher rückt, sind sie sich sicher, dass sie nach Hause zurückkehren werden.

Sonntag, 9. Februar 2020

[Bilderbuch] "Ich mag dich - einfach so!" von Neele und Marta Balmaseda

Der kleine Elefant hat schlechte Laune und tritt nach einem Stein. Aus Versehen trifft der Stein den Flamingo - und schon beginnt ein Schimpfen und Ärgern, das sich immer weiter ausbreitet. Am Fluss, im Gebüsch, in der Savanne: Einfach so! Bis ein kleines Erdmännchen genug davon hat ... und den fauchenden Leoparden einfach umarmt. Dessen Herz wird ganz leicht, und nach und nach merken alle Tiere, wie schön es ist, wenn man nett zueinander ist. Einfach so! (Text- und Coverrechte: Arena Verlag)


Bilderbücher über Gefühle mögen wir gerne. Denn Gefühle sind vielfältig und täglich präsent. Sie gehören zum Leben dazu. Gefühle Kindern bewusst zu machen, finde ich wichtig. Es kann ihnen helfen, sich zu sortieren und Dinge einzuordnen.
Jeder von uns hat mal schlechte Laune - einfach so. Ohne nennenswerten Grund. Das ist auch völlig in Ordnung. Jedoch kann schlechte Laune bei anderen etwas Unangenehmes auslösen, etwas, das wir nicht beabsichtigen. "Ich mag dich - einfach so!" macht diesen Umstand humorvoll ansprechend deutlich. Das Bilderbuch zeigt aber auch einen anderen Weg. Es ist okay, schlechte Laune zu haben. Aber es ist auch okay jemandem zu sagen, dass man ihn mag - einfach so.

Eines Tages hat der kleine Elefant schlechte Laune. Den Grund dafür weiß er wohl selbst nicht, es ist einfach so. Wütend kickt er einen Stein aus dem Weg. Dieser Stein trifft ausgerechnet den Flamingo, der für die schlechte Laune des kleinen Elefanten gar nichts kann. Der Flamingo verdächtigt die Schildkröte, diese verärgert das Nashorn ... und so geht es weiter, die Reaktion des kleinen Elefanten setzt eine Kettenreaktion aus Missgeschicken und Anschuldigungen in Gang. Durchbrochen wird diese Kette vom Erdmännchen, das auf ein Missgeschick des Leoparden ganz anders regiert, als es zu erwarten gewesen wäre - einfach so. Und plötzlich breitet sich ein wunderbare Stimmung unter den Tieren aus.

Mittwoch, 5. Februar 2020

[Bilderbuch] "Ein Strandtag" von Susanna Mattiangeli

Ein Tag am Meer! Zuckersand und Sonnencreme. Oder auch: Eine ganz reizende "Gebrauchsanweisung" aus der Sicht eines Kindes, das so vieles sehen kann, was man nur am Strand sieht und so viel erlebt, was man nur am Strand erleben kann. Ein Szenario aus Badehosen und Bikinis, die große, kleine, dicke und dünne Popos bedecken, hagere und dicke Bäuche, alle Arten von Fortbewegungsmitteln für Sand und Wasser, Kinder, mit denen man Fangen spielen, Burgen bauen oder planschen kann ... und dann gibt es da viele Sonnenschirme und die Möglichkeit, sich zu verlaufen ...
Wer jemals am Strand war, spürt mit jedem Wort wieder den Sand zwischen den Zehen. Wer noch nie am Meer in der Sonne lag, wird es schleunigst nachholen wollen! (Text-, und Coverrechte: Bohem Press)


Kannst du dich noch an deinen letzten Strandbesuch erinnern? Wie es sich anfühlt, den ganzen Tag am Meer zu verbringen? Das Gefühl von Glück, Besonderheit, Geräuschen und Hitze - für mich persönlich sind diese Erinnerungen aus meiner Kindheit sehr präsent, ich verbinde nur Gutes damit. Und ich glaube auch, dass die Gefühle, die der Strand und das Meer mit sich bringen, ein Leben lang erhalten bleiben und Kinder ein stückweit prägen. Das Bilderbuch "Ein Strandtag" animiert dazu, in Erinnerungen zu schwelgen und etwas Neues zu entdecken.

Die Geschichte, die "Ein Strandtag" beinhaltet, ist schnell erzählt: Eine Familie verbringt den ganzen Tag am Strand. Ihr Platz ist durch einen knallroten Sonnenschirm gut zu erkennen und zu merken. Darum geht das kleine Mädchen auch auf Muschelsuche, und um das Loch, das es gebuddelt hat, mit den Muscheln zu schmücken. Was es dabei alles erlebt und wie viel es zu entdecken gibt! Doch irgendwann ist der knallrote Sonnenschirm nicht mehr zu sehen. Für die Kleine jedoch kein Grund zur Sorge, denn am Ende, als sie zurückfindet, ist sie sich sicher: Ich war immer in der Nähe.

Donnerstag, 21. November 2019

[Bilderbuch] "Das magische Weihnachtskarussell" von Jutta und Jeremy Langreuter

"Schau mal, Paul, dahinten ist ein Karussell!", ruft Sofie.
"Hier auf dem Weihnachtsmarkt gibt es ein Karussell?", fragt Papa.
"Ja, damit wollen wir fahren", sagt Paul.

Kaum haben Sofie und Paul das Karussell mit seinen schönen weißen Hirschen bestiegen, gehen Lichter an und eine zarte Musik beginnt zu spielen. Das Karussell fängt an, sich zu drehen, schneller und schneller – und nimmt die Kinder mit an den Nordpol, wo der Weihnachtsmann und seine Wichtel mitten in den Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest stecken ... (Text- und Coverrechte: Coppenrath Verlag)


Weihnachtsbilderbücher stehen bei uns jedes Jahr aufs Neue hoch im Kurs. Bei der Püppi (4) genauso wie bei ihren älteren Geschwistern (immerhin schon 10 und 12). Sie dürfen gerne etwas kitschig und übertrieben freundlich sein. Wichtig ist dieses ganz besondere Weihnachtsgefühl, das in dieser Zeit einfach dazugehört. "Das magische Weihnachtskarussell" gehört zu den Bilderbüchern, die diese Stimmung gut einfangen und dabei für Kinder sehr nahe an die fast schon märchenhafte Wunschvorstellung der Weihnachtszeit herankommen. Ein magisches Karussell, eine Reise zum Nordpol und ein Treffen mit den Wichteln und sogar dem Weihnachtsmann; wer träumt nicht davon?

Sophie und Paul besuchen mit ihren Eltern einen gemütlichen Weihnachtsmarkt, als sie ein besonders schönes Karussell entdecken. Während die Eltern an einem Stand mit Bratäpfeln warten, besteigen Sophie und Paul das Karussell und landen prompt, und wie im Traum, am Nordpol. Dort lernen sie nicht nur einen Engel und die Weihnachtswichtel kennen, ihnen wird auch die Spielzeugproduktion und die Weihnachtsbäckerei gezeigt. Und als das magische Karussell seinen Dienst verweigert, erscheint sogar der Weihnachtsmann selbst, um es zu reparieren. Am Ende kommen die Kinder wieder zurück zu ihren Eltern auf den Weihnachtsmarkt ... samt einer schönen Erinnerung.