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Freitag, 12. November 2021

[Bilderbuch] "Bruno: Kurze Geschichten für lange Nächte" von Serena Romanelli und Hans de Beer

Im Wald fällt der erste Schnee. Höchste Zeit für Bruno, zu Mama in die Bärenhöhle zu kommen und Winterschlaf zu halten. Doch ein so langer Schlaf braucht viel Stoff zum Träumen. Deshalb erzählt Mama Bär neun witzige Geschichten: vom Eichhörnchen Ikarus, das endlich einmal aufwärts fliegen will. Vom ängstlichen Hasen, der durch einen Trick von Mama Hase supermutig wird. Von einer modebewussten Pantherin und einem vegetarischen Krokodil.
Bei so vielen herzerwärmenden Geschichten schläft jedes Bärenkind wohlig-friedlich ein. (Text- und Coverrechte: NordSüd Verlag)


Ein Bilderbuch, bzw. ein Kinderbuch, das Hans de Beer illustriert hat, ist ein Muss in unserem Regal. Seine Bilder sind warmherzig, manchmal lustig und insgesamt wunderbar einzigartig. Genau so, wie man sich das bei einem Bilderbuch vorstellt. "Bruno: Kurze Geschichten für lange Nächte" verspricht auf den ersten Blick ein heimeliges Herbst- oder Winterlesen und gleichzeitig eine liebevolle Einschlafbegleitung. Ist dieses Cover nicht allerliebst? Der Gesamteindruck war für uns dann etwas anders, auch das (Vor-)Lesegefühl. Nicht schlecht, aber auch nicht unbedingt vereinnahmend.

Der Herbst ist da, und wenn man genau hinschaut, dann fallen manchmal auch schon die ersten Schneeflocken. Trotzdem findet der kleine Braunbär Bruno immer etwas zu tun. Selbst als seine Mama ihm sagt, dass es nun Zeit für den Winterschlaf ist. Weil Mama Bär dem kleinen Bruno zum Einschlafen viele Geschichten vorliest, huscht er sofort in sein Bett ... bis er im Frühjahr erwacht und die schönen Geschichten sofort seinen Freunden erzählen will.

Samstag, 16. Oktober 2021

[Bilderbuch] "Unsere Grube" von Emma AdBåge

Es gibt keinen schöneren Platz zum Spielen als die große Grube. Da kann man alles spielen: Bärenmama, Einkaufen, Fangen, Verstecken - alles. Doch die Erwachsenen finden die Grube "gefährlich" und lassen sie zuschütten. Die Kinder sind stinksauer. Sie haben ihre eigenen Vorstellungen, was ihnen Spaß macht. Wie ernst es ihnen ist, sich ihren Spielplatz zurückzuerobern, ist einfach großartig. (Text- und Coverrechte: Beltz & Gelberg)


Das Spielen im Freien, im Wald, auf dem Feld, oder auch in einer Erdgrube, gehört wohl zu den schönsten Erlebnissen von Kindern. Und für mich zu den allerbesten Erinnerungen meiner Kindheit. Darum stach mir "Unsere Grube" auch sofort ins Auge. Die Geschichte, das Thema - ich kann es einfach so gut nachvollziehen. Da wäre zuerst die Sache des freien Spiels und die genialen Illustrationen dazu. Ganz wunderbar. Und dann noch die Tatsache, dass Erwartungen von Erwachsenen oftmals nicht sehr bedürfnisorientiert sind, wenn es um die Erfahrungen der Kinder geht. Das Bilderbuch ist nicht nur humorvoll-realistisch und zeigt die Bedürfnisse von Kindern damit ganz klar, es übt auch Kritik am Verhalten von Erwachsenen oder Eltern ... und stimmt damit sehr nachdenklich.

Hinter den Schulgebäuden, in einem kleinem Wäldchen, befindet sich eine Grube. Die Kinder nennen sie "unsere Grube" und spielen dort, wann immer es ihnen möglich ist. Sie können dort alles machen, alles sein, und es wird nie langweilig. Die Grube ist der Lieblingsspielort, das Highlight der Kinder. Leider mögen die Lehrer und Lehrerinnen die Grube nicht. Sie finden sie zu gefährlich, versuchen die Kinder sogar zu alternativen Spielen zu bewegen - erfolglos. Bis die Lehrerschaft beschließt, ein Grubenverbot auszusprechen und diese schlussendlich sogar zuzuschütten. Die Kinder sind traurig und entsetzt. Aber Kinder wären nicht Kinder, wenn sie nicht das Beste aus der Situation machen würden.

Montag, 4. Oktober 2021

[Bilderbuch] "Ein Tag mit Freunden" von Philip Waechter

Waschbär will Apfelkuchen backen. Doch weil er keine Eier hat, macht er sich auf den Weg zu Fuchs, der eine Leiter braucht. Sie spazieren zu Dachs. Der hat alles. Aber auch der benötigt Hilfe - von Bär. So ziehen sie zu viert (mit Krähe) weiter durch Wiesen, naschen Brombeeren und finden Bär mit der Angel am Bach. Poetisch, mit leichtem Federstrich erzählt Philip Waechter von fünf Freunden, die füreinander da sind, sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen und einen großartigen Tag miteinander verbringen. (Text- und Coverrechte: Beltz & Gelberg)


Für die meisten Kinder gehören Freunde zum Alltag. Sie begleiten und verstehen und unterstützen. Denn Freunde sind das Allerbeste auf der Welt und das Zusammensein mit ihnen ganz wunderbar. Vor allem, wenn das Treffen auch noch unverhofft und spontan geschieht. Das finden auch die fünf Freunde Waschbär, Fuchs, Dachs, Bär und Krähe. In "Ein Tag mit Freunden" erleben sie, dass ein Tag, der ganz anders verläuft, als er geplant war, ein guter Tag sein kann. Der beste, wenn man ihn mit seinen Freunden verbringt. 

Manchmal hat Waschbär Langeweile, wenn er so alleine zu Hause rumsitzt. Heute entschließt sich Waschbär, einen Apfelkuchen zu backen. Aber er hat keine Eier. Schnell geht er zu Fuchs, um sich Eier zu besorgen. Fuchs muss sein Dach reparieren, kommt aber nicht richtig ran. Die Freunde gehen zu Dachs, denn der hat bestimmt eine Leiter. Doch auch Dachs benötigt Hilfe ... von Bär. Und so verbringen die Freunde ganz unverhofft einen schönen Tag gemeinsam, den sie bis zum Abend ausdehnen. Am Ende sind sich alle einige: Was für ein toller Tag!

Sonntag, 12. September 2021

[Bilderbuch] "Bär und das Murmeln im Wind" von Marianne Dubuc

Bär hatte ein schönes Haus. Er hatte gute Freunde und ein schönes Leben. Das war früher. Bevor das Murmeln im Wind alles veränderte. Es sagt ihm, dass er fort muss. Dass es Zeit ist aufzubrechen und etwas Neues auszuprobieren. Aber wohin wird der Wind ihn tragen? (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Ein geruhsames Leben macht glücklich. Ein Leben mit Altbekanntem, mit Ritualen und in vertrautem Umfeld. Doch manchmal meldet sich eine leise Stimme in einem, die sich Veränderung wünscht, die dazu ermutigt, neue Wege zu gehen und Vertrautes hinter sich zu lassen. Genau so ergeht es dem Bären in "Bär und das Murmeln im Wind". Selten haben wir ein Bilderbuch (vor)gelesen, dass dieses Thema so anschaulich und feinfühlig aufgreift. Und dazu die poetische Note, die ruhige Anmutung. Einfach toll!

Bär hat ein hübsches Haus. Er hat sogar einen Lieblingssessel, liebt Erdbeerkuchen und ist gerne mit seinen Freunden zusammen. Er fühlt sich wohl mit seinem Leben. Doch plötzlich vernimmt Bär dieses Murmeln im Wind, das ihn fortzieht von seinem Zuhause, fort vom Lieblingssessel und dem Erdbeerkuchen, der nun nicht mehr so lecker schmeckt. Da packt Bär seine Sachen zusammen und läuft einfach los, immer der Nase nach und diesem Murmeln, das ihn leitet. Er fühlt sich gut und frei, findet neue Freunde und Aufgaben. Doch manchmal ist Bär auch einsam, vermisst sein altes Leben. Bis er eine neuen Platz im Leben findet und kein Murmeln im Wind mehr hört.

Sonntag, 30. Mai 2021

[Bilderbuch] "Bestimmer sein: Wie Elvis die Demokratie erfand" von Katja Reider

Wer glaubt, die alten Griechen hätten die Demokratie erfunden, irrt gewaltig: Es war Erdmännchen Elvis! Wenn die Tiere im Dschungel aufeinandertreffen, kommt es immer wieder zu Streit. Wer hat gebrüllt, wer schnarcht zu laut, wer hat die Kokosnuss geklaut? Wer rückt dem andern auf die Pelle? Wer darf wann an die Wasserstelle? Wie lässt sich bloß Ruhe in die Tierwelt bringen? Für die Löwen ist das keine Frage, sie wollen Bestimmer sein, weil sie die Zähne fletschen können. Die Zebras rühmen sich dagegen als vegetarische Friedensstifter. Und die Elefanten sind sowieso die Größten. Wer soll also die Tierwelt anführen? Die zündende Idee hat schließlich ein kleines Erdmännchen namens Elvis. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag)


Demokratie einfach erklärt? Und das bereits für junge Kinder? Aber ja! Kleinen Kindern politische Grundlagen zu erklären, ihnen dieses Wissen einfach und gut verständlich zu vermitteln, halte ich für eine sehr gute Idee. Am Beispiel der Demokratie, eine der größten Errungenschaften unserer Geschichte, funktioniert das ausgezeichnet. Und was könnte das besser verdeutlichen, als Dschungeltiere, die den ganzen Tag streiten, bis sie entdecken, dass es auch anders geht? "Bestimmer sein: Wie Elvis die Demokratie erfand" ist ein Bilderbuch ab 4 Jahren, das wunderschön gestaltet und in lustiger Reimform Kindern Politikwissen vermittelt.

Wer fordert stets das Allerbeste?
Und wer kriegt immer nur die Reste?
Wer bringt hier endlich Ruhe rein?
Wer soll im Land Bestimmer sein? - S. 10

Im Dschungel ist es herrlich schön. Saftiges Grün, Wasser und Blumen - eine richtige Idylle. Doch leider trügt der erste Eindruck, so richtig vergnügt ist hier keines der vielen Dschungeltiere. Streit ist an der Tagesordnung. Wer bekommt am meisten zu fressen? Wer brüllt oder schnarcht zu laut? Es gibt nichts, das keinen Aufreger provoziert. Jedes der Tiere möchte Bestimmer sein und trägt vor, warum es dafür am besten geeignet ist. Irgendwann hat das Erdmännchen Elvis genug und macht den Tieren den Vorschlag Vertreter zu wählen, die Streitigkeiten für alle ausfechten, und darüber abzustimmen. Und damit ist der Weg frei für eine echte Demokratie im Dschungel ... mit viel mehr Harmonie als bisher.

Donnerstag, 4. Februar 2021

[Bilderbuch] "Jahrmarkt um Mitternacht" von Gideon Sterer

Es ist kurz vor Mitternacht: Schlüssel klappern, ein Auto fährt davon und im Dunkeln am Waldrand beobachten schon ungeduldige Augenpaare, wann es soweit ist für ihren Einsatz: Rapp Zapp! Und schon ist er wieder erleuchtet: der Jahrmarkt, den die Menschen gerade verlassen haben. Jetzt erobern Wildschwein, Fuchs und Hase Autoscooter, Riesenrad und Karussell. (Text- und Coverrechte: Bohem Press)


Auf den ersten Blick habe ich "Jahrmarkt um Mitternacht" bei den Weihnachtsbilderbüchern einsortiert. Vielleicht lag's am nostalgischen Karussell auf dem Cover oder der angedeuteten Beleuchtung? Aber da habe ich mich wohl vertan, denn "Jahrmarkt um Mitternacht" ist ein Bilderbuch fürs ganze Jahr. Und zudem ein sehr besonderes. Dazu gleich mehr. Es ist ein Bilderbuch über die Nacht und über Tiere. Hier wird Atmosphäre, sogar etwas (unheimliche) Spannung, großgeschrieben. Selbst Humor und überraschende Szenen sind enthalten. Und das alles kommt ohne Text aus ... und funktioniert allerbestens. Für uns ein perfektes Bilderbuch!

Versteckt zwischen Bäumen, schauen die Tiere zu, wie ein Jahrmarkt auf der Waldlichtung aufgebaut wird. Das bunte Treiben nimmt seinen Lauf, die Menschen haben Spaß und werden dabei natürlich von den Tieren beobachtet. Sie halten sich bereit. Und in der Nacht ... als der Jahrmarkt verlassen ist, der Nachtwächter alles verschlossen hat ... finden die Tiere einen Weg durch den Zaun. Sie schalten die Beleuchtung an und erleben unbekannte Freuden und Genüsse. Bis der Morgen graut. Dann geht es, inklusive aller Erlebnisse und so manchem Jahrmarkt-Mitbringsel, zurück in den Wald.

Mittwoch, 16. Dezember 2020

[Bilderbuch] "Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte" von Yuval Zommer

Eine kleine krumme Fichte steht im Wald zwischen all den anderen, großen und schönen Bäumen. Doch diese werden von den Menschen für Weihnachten gefällt. Muss die kleine Fichte nun für immer alleine sein? Herzerwärmend illustriert und berührend geschrieben. (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Zu Weihnachten gehört unbedingt ein Weihnachtsbaum dazu! Zumindest in unserer Familie, und ich denke, damit sind wir nicht alleine. Ganz unabhängig von der Bedeutung von Weihnachten, wurde diese Tradition gerne übernommen und ist nun nicht mehr wegzudenken. Das gemeinsame Schmücken und die Freude am leuchtenden Baum sind wichtig. Dafür darf das Tännchen ruhig auch etwas unregelmäßig gewachsen sein. Es gibt aber durchaus Bäume, die keiner haben will. Diese Erfahrung macht die kleine und krumme Fichte im Bilderbuch "Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte". Wie es ihr wohl damit geht?

Nicht nur beim Weihnachtsbaum streben die Menschen nach Perfektion. Das Weihnachtsfest soll glitzern und glänzen, alles muss passen und schön aussehen. Diese Erfahrung macht auch die Fichte, die etwas zu klein und auch recht krumm im Wald steht. Als dann Leute kommen, die einen Christbaum kaufen wollen, suchen sie sich nur die allerschönsten aus, und die kleine Fichte bleibt alleine auf der Lichtung stehen. Sie fragt sich, was nun aus ihr wird, wozu sie überhaupt gewachsen ist. Doch zum Glück gibt es die Waldtiere, die der kleinen Fichte eine große Freude machen. Sie fühlt sich nicht mehr alleine und weiß nun, wo ihr Platz ist.

Mittwoch, 18. November 2020

[Bilderbuch] "Schneeglück verschenken" von Heyjin Go

Das hat der Bär noch nie gesehen: 
Das Wunder fallender Schneeflocken. Lärm hat ihn aus dem Winterschlaf geweckt, verärgert ist er nach draußen gestapft. Und jetzt dieser Zauber! 
Er will das Schneeglück mit seinen Freunden teilen. Aber die zwei Girlitze sind in die Wärme gezogen. Was soll der Bär nun tun? Die Maus rät ihm, einen Schneemann zu bauen und diesen den Vögeln zu senden. 
Klar ist die Überraschung geschmolzen, bis sie ankommt. Aber die beiden Girlitze wissen sich zu helfen und freuen sich an dem Geschenk.  (Text- und Coverrechte: Atlantis)


Der Zauber des ersten Schnees ist jedes Jahr aufs Neue ein ganz besonderes Gefühl. Wer kennt es nicht? Wie schön wäre es, dieses Gefühl verschenken zu können. Und genau das ist das Ziel des Bären in "Schneeglück verschenken". Eine gute Idee, und ein ganz wunderbares und sehr eigenständig interpretiertes Bilderbuch zur Winterzeit.

Herr Bär hat seine Vogelfreunde, die Girlitze - eine Finkenart -, bis zum nächsten Frühjahr verabschiedet. Sie fliegen in ein warmes Land, während Herr Bär seinen Winterschlaf macht. Aus diesem wird er jedoch recht unsanft geweckt. Die Tiere des Waldes kommen aus ihren Höhlen, nachdem es tagelang geschneit hat, und vergnügen sich im Schnee. Zuerst ist Herr Bär etwas grummelig, doch dann bestaunt er den Schnee, das Wunder des Winters. Daran möchte er auch die Vögelchen in der Ferne teilhaben lassen. Gemeinsam mit den anderen Tieren baut Herr Bär einen Schneemann, den er den Girlitzen schickt. Doch das Geschenk kommt anders an als gedacht.

Donnerstag, 29. Oktober 2020

[Sachbuch] "Alles über das Wetter"

Wo regnet es nie? Was ist ein Tornado? Und warum ist es im Sommer warm? Das wollen Kinder wissen!
Unter mehr als 60 Klappen beantwortet dieses Buch 50 Fragen rund um das Thema Wetter - leicht verständlich und anschaulich illustriert. (Text- und Coverrechte: Usborne Verlag)


Das Wetter begleitet unser Leben Tag und Nacht. Egal wie die Wetterbedingungen sind, sie sind immer da. Oftmals planen wir unserer Tages- oder Freizeitgestaltung abhängig vom Wetter. Wer kennt ihn nicht, den Besuch bei diversen Wetterdiensten, um Aktivitäten stattfinden zu lassen oder eben auch abzusagen. Dass Kinder alles über das Wetter erfahren möchten, liegt nahe. Im Alltag geschieht das ganz automatisch. Und dann gibt es zum Glück noch Kindersachbücher wie "Alles über das Wetter", das spannende und schlaue Antworten zu Fragen rund um dieses Thema gibt.

Dieses Wetter-Sachbuch hat eine schöne Besonderheit. Die einzelnen Themenbereiche werden über W-Fragen definiert: Wo?, Was?, Wann?, Warum?, Wie? und Welche? Darüber ergeben sich tolle Möglichkeiten, Kinder über das Wetter zu informieren. 'Was ist ein Tornado?', 'Warum sind manche Wolken dunkler als andere?' oder 'Wann ist es am heißesten?' Das geschieht mit viel Fachwissen (ganz einfach und plausibel vermittelt) und ebenso über die schöne Gestaltung und die humorvollen Illustrationen. Noch informativer wird das Buch durch über 60 Klappen, die auf den 14 Seiten verteilt sind. Auf den Klappen sind nämlich die Fragen zum Wetter gestellt, dahinter verbirgt sich die Antwort. Uns macht es großen Spaß, herauszufinden, ob wir die Antwort schon wissen und dann hinter die entsprechende Klappe zu schauen, um die tatsächliche Lösung nachzulesen.

Freitag, 25. September 2020

[Bilderbuch] "Die Waldlinge" von Maria Stalder

Wer kennt es nicht: Spielfiguren aus Kastanien, Tannenzapfen und Nüssen basteln. In Maria Stalders Bilderbuch heißen diese Figuren "Waldlinge". Sie bauen sich Hütten und die Eichhörnchen und Mäuse helfen ihnen dabei. Als der starke Birkenkerl dem kleinen Lärchenzapfen ein Brett wegnimmt, gibt es Zoff. Doch wie Kinder sich mal streiten und bald wieder versöhnen, gibt es auch bei den Waldlingen mal Zusammenprall, mal Zusammengehen. Am Schluss treffen sich aber alle beim Festessen. (Text- und Coverrechte: Atlantis)


Jedem Kind und jedem Erwachsenen sind sie schon begegnet; selbstgebastelte Figuren aus Naturmaterial. Tiere aus Kastanien oder Nüssen, Menschen aus Tannenzapfen und Holzstücken. Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt und der Anblick der fertigen Figuren ist allerliebst. Im Bilderbuch "Die Waldlinge" geht es genau um diese gebastelten Spielfiguren. Sie erleben hier ihre ganz eigene Geschichte, eine über Freundschaft, Streit und Hilfsbereitschaft.

Kinder haben Spielfiguren gebastelt. Da gibt es einen Hirsch, viele Nusslinge, Tannzapf und Zirbel, sowie den Birkenstamm Ragnar. Sie heißen Waldlinge und finden sich irgendwo draußen unter freien Himmel wieder. Und weil die Waldlinge von einem Regenguss überrascht werden, machen ihnen die Tiere des Waldes den Vorschlag, einen Unterstand zu bauen. Gesagt, getan. Alle packen mit an und zuerst läuft es prächtig. Bis Birkenstamm Ragnar dem kleinen Zapfen Zirbel ein Brett wegnimmt. Dann gibt es nämlich Streit. Zum Glück erkennen beide, dass sie mit gegenseitiger Hilfe am schnellsten zu ihrem Unterstand kommen. Und für den Streitgrund, das große Brett, gibt es eine viel bessere und wunderbare Verwendung.

Samstag, 19. September 2020

[Bilderbuch] "Nichts los im Wald" von Mireille Messier

"Papa, was machen die Tiere im Wald, während wir schlafen?"
"Die machen nichts Besonderes."

Nichts ist aber ganz schön viel. Während die Familie im Zelt schläft, schaukeln die Fledermäuse im BH, die Stachelschweine liefern sich aufregende Bürstenkämpfe und die Glühwürmchen feiern eine Party. Am nächsten Morgen staunen alle nicht schlecht, als sie das Chaos sehen. Weiß Papa vielleicht doch nicht alles? (Text- und Coverrechte: Mixtvision Verlag)


Während wir Menschen des Nachts (normalerweise) in unseren Betten schlafen, haben Waldtiere ihre Höhlen, Baue oder Nester, in denen sie sich zur Ruhe begeben ... oder? Diese Frage, gestellt von einem Kind, scheint einfach, die Antwort selbstverständlich. Und genau darum geht es in "Nichts los im Wald". Autorin Mireille Messier hat eine sehr humorvolle und allerliebste Geschichte geschrieben. Die Illustrationen von France Cormier sind superb und zum Brüllen komisch. Die Realität wird im Bilderbuch wohl nur teilweise abgebildet. Das macht die Geschichte zu einem lustig und besonderen (Vor-)Lesevergnügen.

Eine Familie plant einen Campingausflug in den Wald. Das Auto wird ausgeladen, das Zelt aufgebaut, die Vorräte und sonstiges Inventar verstaut. Alles ganz normal. Doch dann geht die Sonne unter, und nach ein paar gerösteten Marshmallows über der Feuerstelle geht die Familie schlafen. Eines der Kinder wird von einer ganz bestimmten Frage wachgehalten: Was machen die Tiere im Wald, während wir schlafen? Der Vater, wohl schon etwas müde, antwortet, dass Waldtiere nachts gar nichts Besonderes machen. Wie falsch er damit liegt, wird erst am nächsten Morgen klar.

Samstag, 12. September 2020

[Bilderbuch] "Roberts weltbester Kuchen" von Anne-Kathrin Behl

Es ist ein Vater-Sohn-Tag. Robert hat eine Idee. Er will einen Kuchen backen. Aber nicht irgendeinen Kuchen: einen riesengroßen Kuchen, den weltbesten! Papa und Hund Mopsi werden natürlich eingeladen zum Kuchen essen. Ganz offiziell mit selbst gestalteter Einladungskarte. Leider werden die anderen Einladungen vom Wind weggeweht. Schade - dann wird es wohl eher ein kleines Kuchenfest werden? Doch plötzlich klingelt es an der Tür und es kommen Gäste. Und es klingelt wieder und wieder. Alle sind willkommen. (Text- und Coverrechte: NordSüd Verlag)


Backen, kneten, werkeln. Für die meisten Kinder sind das die schönsten Beschäftigungen des Alltags. Und noch viel schöner, wenn andere Kinder oder Erwachsene mitmachen oder die Kunstwerke stolz präsentiert werden können. Kein Wunder also, dass Robert den Wunsch verspürt, nicht nur für sich selbst zu backen, sondern viele Menschen dazu einzuladen. Auch wenn einiges anders läuft als geplant, gibt es am Ende eine große Überraschung, mit der alle mehr als glücklich sind.

Robert und Papa genießen einen Vater-und-Sohn-Tag, und Hund Mopsi gehört natürlich auch dazu. Da hat Robert die Idee, den weltbesten Kuchen zu backen und alle, die mögen zum Kuchenfest einzuladen. Leider werden die Einladungskarten vom Wind davongeweht. Doch davon lässt sich Robert nicht entmutigen und backt drauflos. Schnell steht fest, der Kuchen muss noch viel größer werden. Also wird einfach noch mehr Teig gemacht. Und als der Kuchen fertig und reich dekoriert im Zimmer steht, und Papa und Mopsi sich schon für das weltbeste Kuchenfest schick gemacht haben, da klingelt es an der Wohnungstür ...

Mittwoch, 12. August 2020

[Bilderbuch] "Zug der Fische" von Yaroslava Black

Marika lebt in einem kleinen ukrainischen Dorf. Sie sammelt Blaubeeren und verkauft sie auf dem Markt, sie hütet die Briefe ihrer Mutter wie einen Schatz. An einem Wintertag entdeckt sie blaue Fische im Fluss, der durch ihr Dorf führt, und folgt ihnen.

Seit der Öffnung des europäischen Arbeitsmarktes Richtung Osten müssen unzählige osteuropäische Kinder ohne ihre Eltern aufwachsen. Mit einer ganz eigenen Bildsprache erzählt "Zug der Fische" poetisch von einer Kindheit ohne Eltern. (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Bilderbücher, die gut unterhalten oder eine wichtige Message verpacken mag ich sehr gerne. Sie bilden für mich die Grundessenz, die Basis des Bilderbuchs. Dann gibt es da aber noch die Bilderbücher, die nicht sehr bequem sind, die keine Wohlfühlgeschichte erzählen, die auf Dinge oder Umstände hinweisen und zum Nachdenken anregen. Dazu gehört "Zug der Fische". Ich hatte zwar davon gehört, aber so ganz bewusst war ich mir der Tatsache nicht, dass in Osteuropa Tausende Kinder ohne ihre Eltern aufwachsen, weil diese Arbeit im westlichen Europa gefunden haben und nie, oder sehr selten, nach Hause kommen. Tragisch, wie ich finde ... und auch traurig. Und genau von diesen Kindern erzählt "Zug der Fische" auf feinfühlige und ebenso poetische Art und Weise.

Die Geschichte handelt von Marika, die in einem karpatischen Dorf aufgewachsen ist und dort noch lebt. Sie macht alles wie immer, wie sie es gelernt hat. Die gesammelten Blaubeeren verkauft sie auf dem Markt. Dort erfährt sie den neuesten Klatsch und kann von dem verdienten Geld einige Dinge kaufen. Und Marika sammelt die Briefe ihrer Mutter und hütet sie wie einen Schatz. Denn Marikas Mutter arbeitet in Italien und schickt von dort regelmäßig Geld für Kleidung und kleine Annehmlichkeiten. Dieses Jahr kommt sie nicht mal zu Weihnachten nach Hause. Alle Kinder des Dorfes sind sich einig, dass sie viel lieber ihre Eltern bei sich zu Hause hätten, als das Geld, das ihnen Mutter oder Vater nicht ersetzen kann.

Samstag, 30. Mai 2020

[Musik- und Gedichtbuch] "Kommt in die Felder, Wiesen und Wälder!: 365 Gedichte für jeden Tag"

Die Natur steckt voller Poesie!
Seit jeher hat die Natur in all ihrer Vielfalt Dichter und Komponisten inspiriert. 365 stimmungsvolle Gedichte und Lieder begleiten uns in diesem Hausbuch durch das Jahr: Jede Seite ist eine Einladung an den Leser, im Alltag innezuhalten und in die Natur und ihre Poesie einzutauchen. Laute und leise, kurze und lange, alte und neue Gedichte und Lieder fangen die Wunder der Natur ein - Jahreszeiten und Wetterphänomene, Tiere und Pflanzen, Landschaften und urbanes Leben. Ein poetischer Schatz für jeden Tag des Jahres, zum Vorlesen und Selberlesen. (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Kinder- und Volkslieder und ebenso Gedichte sind für mich Kulturgut, gehören Allgemeinbildung und sollten unbedingt bewahrt und weitergegeben werden. Außerdem schulen sie Gehör, Sprache und Ausdruck. Kinder haben Spaß an Liedern, Gedichte vermitteln ein schönes Gefühl und trainieren das Verständnis. Dafür eignet sich am besten ein Lieder- oder Gedichtband, der eine große Auswahl bekannter Kinderlieder und/oder Gedichte enthält. "Kommt in die Felder, Wiesen und Wälder!: 356 Gedichte für jeden Tag" ist ein umfangreiches Hausbuch, ein hochwertiger Buchschatz, der das Familienleben bereichert, und dazu noch ein besonders schönes Exemplar. Wir können uns daran gar nicht sattsehen und -lesen.

Gestern, beim Spazierengehen,
hab ich einen Schwan gesehen.
Er glitt ans Ufer, ganz leise,
und wünschte mir eine gute Reise.
- Heinz Janisch, S. 205

"Kommt in die Felder, Wiesen und Wälder!" orientiert sich an der Natur; an Tieren, Planzen, verschiedenen Umgebungen und Wetterverhältnissen. Das alles ist eingefasst in den Jahreslauf, darum ist der Inhalt auch auf die Monate Januar bis Dezember aufgeteilt. Das passt nicht nur perfekt zum Konzept, es macht einem das Buch sofort vertraut. Und weil ein Jahr 365 Tage hat, finden sich im Buch ebenso viele Gedichte und Lieder, passend zum jeweiligen Monat und der entsprechenden Jahreszeit. Für jeden Tag eines. Pro Monat gibt es zwei bis vier bekannte Volks- und Kinderlieder zu entdecken, der Rest sind die Gedichte klassischer und zeitgenössischer Poet*innen. Es bietet sich geradezu an, diesen Musik- und Gedichtband in Griffweite zu behalten und jedem Tag des Jahres ein passendes Lied oder Gedicht zu widmen. Für Kinder (und Erwachsene) ein schönes Ritual.

Montag, 18. Mai 2020

[Bilderbuch] "Ich hab (fast) keine Angst im Dunkeln!" von Anna Milbourne

Dieses Buch vermittelt auf leicht verständliche und lustige Weise, dass es nichts gibt, wovor man sich nachts fürchten muss. Die filigranen Laserschnitte und Hell-Dunkel-Effekte machen es zu einem ganz besonderen Lesevergnügen. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Usborne Verlag)


Die Angst vor der Dunkelheit, vor der Nacht - und damit vor dem Zubettgehen - treibt viele Kinder um. Nachts sieht das Zimmer plötzlich anders aus. Da kann man schon mal Dinge sehen, die eigentlich gar nicht da sind. Überraschend vielfältig, und nicht nur auf die Schlafenszeit bezogen, vermittelt "Ich hab (fast) keine Angst im Dunklen!", dass man sich vor der Dunkelheit nicht fürchten muss (und dass es völlig okay ist, zum Einschlafen das Licht anzulassen). Das geschieht nicht nur lustig, sondern auch sehr einfühlsam. Außerdem bringt das Bilderbuch mit seinen Laserschnitten und den damit verbundenen Effekten eine große Besonderheit mit, die Kinder und Vorlesende staunen lassen.

Ein Junge, man kennt seinen Namen nicht, erzählt von seinen Erlebnissen und Gefühlen - seine Geschichte mit der Dunkelheit. Dazu verwendet er die Ich-Form, ist Kindern damit also sehr nah. Tagsüber fühlt sich der Junge wohl. Doch umso tiefer die Sonne sinkt, umso länger werden die Schatten. Die Dunkelheit streckt sich, nimmt zu. Auch zu Hause, solange das Licht an ist, ist es gemütlich und hell. Doch auch hier lauern in den Ecken Schatten, und da Kinderzimmer wird ganz schön gruselig, sobald das Licht ausgeschaltet wird. Auf einem Campingausflug mit seinem Vater entdeckt der Junge, dass man all die Sterne nur gut sehen kann, wenn das Licht aus ist. Vielleicht ist die Dunkelheit doch nicht so schlimm. Und wenn die Angst nachts wiederkommt, lässt der Junge in seinem Zimmer einfach das Licht an.

Montag, 4. Mai 2020

[Sachbuch] "allerbeste Augenblicke" von Christine Gold

Buchstaben lernen kann kinderleicht sein.
Im Bilderbuch "allerbeste Augenblicke", werden kleine fantasievolle Begebenheiten über Tierbuchstaben erzählt. Diese ABC-Geschichten sind mit einer genormten Tierschrift umgesetzt. [...] Das Besondere an den Tierbuchstaben ist, dass das dementsprechende Tier, also H wie Hase, sowohl im Groß- als auch in Kleinbuchstaben wiedererkennbar dargestellt ist. Dadurch ist das Zuordnen der Buchstaben spielerisch leicht.
Kinder sind neugierig und wollen die rätselhaften Zeichen, die wir Buchstaben nennen verstehen können. Eigens dafür hat Christine Gold mit der Marke animalingo® kindgerechte Typographien entwickelt. Ob als Vorlesebuch im Vorschulalter oder als Erstlesebuch für Leseanfänger, mit animalingo kommt das Kind den geheimnisvollen Zeichen auf die Spur. (Text- und Coverrechte: animalingo)


Lesen lernen ist für viele Kinder ganz leicht. Für andere bedeutet es eine große Herausforderung. Wenn wir uns andere Alphabete anschauen, die nicht unserem gewohnten deutschen, bzw. lateinischen Alphabet entsprechen, die sogar ganz andere Schriftzeichen haben, dann können wir vielleicht besser nachvollziehen, welche hohe Anforderung das Lesen- und Schreibenlernen für Kinder darstellt. Die meisten Kinder sind sehr motiviert, neue Dinge zu lernen. Hakt das Lesenlernen, oder fällt es generell etwas schwer, kann unterstützende Lektüre sinnvoll sein. "allerbeste Augenblicke" ist vor allem für Kinder gedacht, die während des Lesenlernens gerne mal stolpern, denen es nicht sehr leicht fällt. Doch auch zum Festigen der Grundlagen des Lesens ist das Buch gut geeignet.

Der Otter hopst ganz oft ins Meer,
öffnet Austern und isst sie leer.
- S. 33/34

Die Ausführung des Buches ist ganz einfach und klar. Das ist wichtig, denn somit kommt es optisch zu keinen Missverständnissen und Fehlinterpretationen. Die Grafiken sind weniger eine Frage des Geschmacks, sondern der Funktionalität. Autorin Christine Gold hat jedem Buchstaben unseres Alphabets ein Tier zugeordnet, passend zu dessen Anfangsbuchstaben (Elefant für das E, Wolf für das W, Seepferd für das S, usw.). Und jetzt kommt der Clou: Dieses Tier wurde exakt in die Form des jeweiligen Druckbuchstabens eingepasst, in den Groß- und den Kleinbuchstaben. Das ist nicht nur lustig und kreativ, sondern auch besonders einprägsam. Eine Zuordnung wird Kinder damit nochmals verdeutlicht.

Dienstag, 28. April 2020

[Bilderbuch] "Ein Riese warf einen Stein" von Josef Guggenmos

Nur aus Spaß wirft ein Kind einen Stein in einen Ameisenhaufen - für die Ameisen ist es bitterer Ernst. Die wimmligen und doch so klaren Bildern zeigen, wie die winzigen Tiere umherirren, Tote und Verletzte wegschleppen, die Königin retten und schließlich alles wieder neu aufbauen. Eine große faszinierende Ameisenwelt, über die man nur staunen kann. Niemand vermag dies alles so poetisch in Worte zu fassen wie Josef Guggenmos. (Text- und Coverrechte: Beltz & Gelberg)


"Ein Riese warf einen Stein" sprach mich sofort an, weil es ein Gedicht von Josef Guggenmos (verst. 2003) in Bilderbuchform wiedergibt. Josef Guggenmos gilt als einer der bekanntesten und bedeutendsten Lyriker für Kinder. Seine Kindergedichte habe eine einfache und doch sehr deutliche Art, Dinge auszudrücken. Sie sind voller Humor, besitzen Raffinesse und machen gleichzeitig sensibel für Gegebenheiten und Umstände. Am Beispiel eines Ameisenvolkes, auf dessen Haufen ein Stein geworfen wird, wird das besonders deutlich.

Die Geschichte geht so: Ein Kind wirft "nur zum Spiel" einen Stein auf einen Ameisenhaufen. Das hat schwerwiegende Folgen für das Ameisenvolk. Gänge und Zimmer, das Werk vieler Wochen, stürzen ein. Viele Ameisen verletzen sich, manche sterben. Darum ist die Aufregung natürlich groß. Doch die fleißigen Insekten verzagen nicht, rennen schnell herbei und beginnen mit den Aufräumarbeiten. Sie trösten, sie schleppen, sie versorgen, sie bauen neu. Und ganz sicher hoffen sie, dass solch ein Unglück nicht mehr geschieht.

Donnerstag, 23. April 2020

[Bilderbuch] "Albert will lesen" von Isabelle Arsenault

Bei Albert zu Hause ist es zu laut. Da kann er nicht in Ruhe lesen. Er flüchtet nach draußen und sucht sich ein gemütliches Plätzchen. Doch es trudelt ein Freund nach dem anderen ein und möchte mit Albert spielen. Irgendwann reißt Albert der Geduldsfaden, und er jagt alle weg. Doch die Freunde kommen langsam wieder zurück. Jeder mit einem Buch in der Hand. (Text- und Coverrechte: NordSüd Verlag)


Lesefans kennen die Situation: Da hat man sich gerade ein Buch geschnappt und es sich damit so richtig schön gemütlich gemacht ... und schon wird man gestört. Ein Familienmitglied will etwas wissen, haben oder tun. Irgendwo ist die Musik zu laut, und dann klingelt auch noch das Telefon. Schon jungen Kindern wird oftmals die Ruhe des Lesens vereitelt, erwachsene Leser*innen, zumindest mich, frustriert es ganz schön, wenn das Lesestündchen andauernd unterbrochen wird. "Albert will lesen" verdeutlicht genau dieses Situation - oftmals zum Schmunzeln und mit einem Augenzwinkern, jedoch auch nachfühlbar realistisch. Und das ist auch der Grund, warum mir dieses Bilderbuch sofort ans Herz gewachsen ist.

Weil Albert im Haus nicht lesen kann, es ist einfach zu laut, geht er mit seinem Buch nach draußen. Dort sucht er sich ein stilles Plätzchen hinter dem Gartenzaun, macht es sich gemütlich und stellt sich vor, er wäre ganz alleine und in völliger Leseruhe am Strand. Doch es dauert nicht lange und Albert wird gestört. Andere Kinder und Erwachsene kommen vorbei, fragen ihn, ob er mit ihnen gärtnert, stellen einen Kinderwagen - samt Kind und Katze - bei ihm ab oder beginnen in seiner Nähe Ball zu spielen. Albert will einfach nur lesen! Ihm wird es zu bunt, er klappt sein Buch zu und brüllt los. Damit jagt er alle davon. Endlich ist Ruhe, jedoch tut es Albert auch leid, seine Freunde weggeschickt zu haben. Plötzlich kehren sie alle zu ihm zurück ... jeder mit einem eigenen Buch in der Hand.

Montag, 20. April 2020

[Bilderbuch] "Wolfskinder" von Svenja Herrmann

Vier kleine Wölfe wagen sich zum ersten Mal allein aus ihrem Bau, allen voran die mutige Anführerin. Die Nacht ist dunkel, aber voller neuer Düfte und Versprechungen. Im Laufe eines Tages erleben die Geschwister viele Abenteuer: Sie machen mit einem Igel Bekanntschaft, treffen auf ihr eigenes Spiegelbild und schlagen einen Jäger in die Flucht. Trotzdem sind sie am Ende glücklich und erleichtert, als die Mutter ihre Rufe beantwortet und sie in die Sicherheit ihres Baus zurückkehren können. (Text- und Coverrechte: NordSüd Verlag)


Anfang des Jahres, zumeist im Frühjahr, werden viele Tierkinder geboren. Manchmal alleine, manchmal in Gruppen, so wie das bei kleinen Wölfen der Fall ist. Gemeinsam lässt sich viel erleben, manchmal sogar ein Abenteuer, Erfahrungen sammeln und voneinander lernen. Und dann ist da noch die Wolfsmutter, die für ihre Kinder sorgt und ihnen Sicherheit gibt. Genau davon handelt "Wolfskinder". Es ist ein poetisches Bilderbuch über den Lauf der Natur, über das Wachsen und den Mut, der dafür benötigt wird.

In einer sternklaren Nacht erwacht die kleine Wölfin in ihrer Höhle, weil sie die Frühlingsluft in die Nase sticht. Sie fiept leise und weckt damit ihre Geschwister auf. Die Mutter ist auf der Jagd. Und so trauen sich die vier Wölfchen zum ersten Mal bis zur Öffnung der Höhle ... und sogar noch weiter, denn es geht für die Wolfskinder auf Entdeckungstour durch den Wald. Mut und Abenteuerlust sind geweckt. Aus der Nacht wird Tag. Was es hier alles zu sehen gibt! Nach einer Begegnung mit dem eigenen Spiegelbild im See, machen die Wölfchen die Bekanntschaft mit einem stacheligen Igel, der nicht zum Fressen taugt. Langsam meldet sich nämlich der Hunger. Nach einer kurzen und schreckhaften Begegnung mit dem Jäger, erwartet die vier die Sicherheit ihrer Höhle und ihre Mutter, bei der sich die kleinen Wölfe geborgen wissen und sich ausruhen können.

Samstag, 18. April 2020

[Bilderbuch] "Die kleine Motte, die davon träumte, anders zu sein" von Dully&Dax

Die staubige, kleine Motte hat nur einen einzigen Wunsch: sie möchte ein Schmetterling sein! Dafür erscheint ihr keine Anstrengung zu groß. Sie bemalt ihre Flügel mit bunten Mustern, saugt ekligen Blütennektar und trainiert hart für einen eleganten Flugstil. Ja, sie verzichtet sogar auf die nächtlichen Ausflüge, wie sie Motten so lieben, um tagsüber fit wie ein Schmetterling zu sein! Auf Dauer ist das ganz schön anstrengend. Erst als all ihre Versuche scheitern, und sie - zutiefst deprimiert - eine Fledermaus trifft, gerät sie ins Grübeln: denn die Fledermaus wäre nichts lieber als eine Blaumeise ... (Text- und Coverrechte: Knesebeck Verlag)


Das Bedürfnis nach Veränderung steckt in vielen Menschen, auch in Kindern. Unbewusst suchen wir uns Vorbilder, für die wir Bewunderung aufbringen und denen wir nacheifern. Und bereits in vielen Kindern reift der Wunsch, anders sein zu wollen. So wie jemand, den sie bewundern oder sehr schätzen. Das ist meiner Meinung nach auch nicht verwerflich, sondern völlig legitim. Jedoch ist jeder Mensch wertvoll, genau so, wie er ist. Keiner muss sich verbiegen oder anders sein wollen. Mit dieser Aussage machen wir Kinder stark und selbstbewusst. Und genau diese Nachricht vermittelt das Bilderbuch "Die kleine Motte, die davon träumte, anders zu sein" auf ganz reizende und niedliche Art und Weise.

Die kleine Motte wäre so gerne ein Schmetterling! Sie möchte ein buntes Kleid, statt ein graues. Und sie würde auch viel lieber leckeren Blütennektar trinken, anstatt alte muffig Wollsocken anzuknabbern (obwohl sie diese eigentlich besonders gerne mag). Und darum macht die kleine Motte alles, um dazuzugehören, obwohl ihr Flugstil flatterhaft ist und sie den Nektar mit einem Röhrchen trinken muss und ihr davon übel wird. Da begegnet der kleinen Motte eines Tages eine Fledermaus, die gerne eine Blaumeise sein möchte. Gemeinsam entdecken die beiden, dass es total blöd ist, Dinge vorzugeben, die gar nicht so sind. Und sie verstehen, dass es gut und richtig ist, eine kleine Motte und eine Fledermaus zu sein.