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Sonntag, 16. Januar 2022

[Kinderbuch] "Aribella und die Feuermaske" von Anna Hoghton

Als Aribella ihren besten Freund gegen einen frechen Fischerjungen verteidigen will, schießen Flammen aus ihren Fingern! Sie muss fliehen, ausgerechnet in der Nacht vor ihrem 13. Geburtstag. Die Stadtwache ist hinter ihr her, aber auch ein Mann mit einer Maske, die leuchtet wie die Sterne am Himmel. Er nimmt Aribella in seiner Gondel mit nach Venedig und führt sie in die Welt der Cannovacci ein - eine geheime Vereinigung von Magiern, die mit ihren Kräften die Stadt beschützen. Im Halb hier halb dort-Hotel findet sie Unterschlupf, einen zahmen Löwen und neue Freunde. Doch die Sicherheit trügt: Ein Blutmond erweckt dunkle Mächte und Aribella lernt schnell, dass nicht hinter jeder glitzernden Maske ein freundlicher Zauberer steckt ... (Text-, Zitat- und Coverrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Ich griff zum Buch "Aribella und die Feuermaske" weil es eine persönliche Empfehlung war, die mich sehr ansprach. Das Thema klang fantasievoll und spannend. So kam es auch und das Buch war ein Glücksgriff und wurde zum echten Leseabenteuer. Das Setting in Venedig, die magisch-phantastische Geschichte (bei der es manchmal ganz schön zur Sache geht) und die wunderbaren Charaktere, das alles sorgt garantiert dafür, dass junge Leser*innen ab 10 Jahren das Buch kaum zur Seite legen können. Diese Art von Geschichten macht mir wieder bewusst, warum das Lesen so großen Spaß macht und man dieses Gefühl unbedingt an Kinder weitergeben möchte.

"[...] Da war dieses Gefühl, das durch meinen Körper schoss." Aribella versuchte, sich zu erinnern, was genau geschehen war. "Und dann dieser stechende Schmerz in meinen Fingern. Plötzlich sprühten sie ... Funken ... winzige Flammen. Ich weiß, das klingt verrückt, aber ich schwöre dir, es ist die Wahrheit. [...]" - S. 27

Aribella fühlt sich meistens alleine und unwillkommen. Nach dem Tod ihrer Mutter ist ihr Vater in tiefer Trauer versunken, und von ihren Mitmenschen schlägt Aribella ein Gefühl der Ablehnung entgegen. Nur auf ihren besten (und einzigen) Freund Theo kann sich Aribella verlassen, weil er sich immer für sie einsetzt. Als kurz vor ihrem 13. Geburtstag plötzlich Flammen aus ihren Händen schießen, Aribella darum verfolgt und ihr Vater ins Gefängnis geworfen wird, nimmt sie ein Mann mit Maske mit ins Halb-hier-halb-da-Hotel. Für Aribella beginnt ein Abenteuer, wie sie es sich niemals hätte träumen lassen.

Samstag, 1. Januar 2022

[Kinderbuch] "Das Pferd ist ein Hund" von Tamara Bach

Es ist Winter und so kalt, dass alle Schulen geschlossen werden. Erst kommt es Clara fast so vor wie ein langes Wochenende oder schneefrei. Aber schnell fühlt es sich gar nicht mehr lustig an. Wie gut, dass Claras kleine Schwester Luze einen unsichtbaren Hund hat, der für Aufregung sorgt. Und dann ist da ja noch Vincent, der schönste Junge der Welt, der zum Glück auch zu Hause bleiben muss. Vielleicht kann Clara ihn doch noch mit einem ihrer Witze zum Lachen bringen, wenn alle Aufgaben geschafft sind. (Text-, Zitat- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Bücher von Tamara Bach, egal ob aus Jugend- oder Kinderbuch, stehen auf meiner persönlichen Leseliste immer ganz weit oben. Die Autorin hat einen Stil, den ich nicht nur als einzigartig, speziell und besonders empfinde, mit dem ich mich zusätzlich, und ganz unbeeindruckt von der Altersempfehlung, sehr gut identifizieren kann. "Das Pferd ist ein Hund" ist das neueste Kinderbuch und wurde im Kalender dick vorgemerkt. Es passt perfekt in die Winterzeit und hat eine authentische Persönlichkeit, die ihresgleichen sucht. Toll!

[...] fünf Päckchen Brause (die hatte sie von Hotte fürs Briefwegbringen bekommen) gegen: einen Hund!
Mama hat gleich panisch geguckt, die kann Hunde nämlich nicht ausstehen. Und Gregor hat sich wild umgeschaut, wo denn dieser Hund ist, und ich eh.
"Ist der noch vor der Tür?", hab ich gefragt, aber Luze hat gesagt: "Quatsch, der ist doch schon hier, bei uns in der Küche!"
Aber da war kein Hund in der Küche.
"Der ist unsichtbar", hat Luze ganz leise gesagt, als wäre das ein Geheimnis. "Nur ich kann den sehen!" - S. 11

Seit ihr bester Freund umgezogen ist, geht es Claras kleiner Schwester Luze nicht mehr so gut, sie redet nicht mehr viel. Zum Glück wohnt die Familie in einem Haus, mit tollem Gemeinschaftssinn. Alle kennen sich, alle halten (meist) zusammenhalten. Und dann hat Luze plötzlich einen Hund, der Pferd heißt und den nur sie sehen kann. Als Clara und Luze schneefrei haben, weil es draußen bitterkalt ist, und nicht zur Schule können, hilft die Hausgemeinschaft bei der Versorgung der Kinder. Das ist ziemlich aufregend, manchmal auch gar nicht lustig. Luzes unsichtbarer Hund hilft den Kindern aus mancher Patsche, dann ist da noch Vincent, der schönste Junge der Welt, der leider nie lacht, nicht mal über Claras Witze.

Sonntag, 14. November 2021

[Kinderbuch] "Mord im Gewächshaus: Ein Myrtle-Hardcastle-Krimi" von Elizabeth C. Bunce

Die zwölfjährige Myrtle Hardcastle ist eine leidenschaftliche Verfechterin der Gerechtigkeit und verfügt über eine höchst unkonventionelle Besessenheit von der Kriminalwissenschaft. Bewaffnet mit den Gesetzesbüchern ihres Vaters und dem Mikroskop ihrer Mutter studiert Myrtle Toxikologie, hält sich über die neuesten Entwicklungen in der Tatortanalyse auf dem Laufenden und beobachtet ihre Nachbarn in der ruhigen Kleinstadt Swinburne in England. Als ihre Nachbarin, eine wohlhabende Witwe und exzentrische Züchterin seltener Blumen, unter mysteriösen Umständen stirbt, ergreift Myrtle ihre Chance. Unterstützt von Miss Ada Judson, ihrer unerschütterlichen Gouvernante, will Myrtle den Mord an Miss Wodehouse beweisen und den Mörder finden, auch wenn ihr sonst niemand glaubt - noch nicht einmal ihr Vater, der Staatsanwalt der kleinen Stadt. Die viktorianischen Regeln für junge Damen aus gutem Hause reizt sie bei ihren Ermittlungen bis zum Äußersten aus, gerät mehr als einmal in brenzlige Situationen und weiß bald kaum mehr, wem sie eigentlich noch trauen kann. Doch dank ihrer Cleverness und nicht zuletzt mithilfe der Katze der ermordeten Nachbarin findet Myrtle schließlich entscheidende Hinweise ... (Text- und Cover- und Zitatrechte: Knesebeck Verlag)


Bücher mit Krimis für junge jugendliche Leser*innen haben sich im Kinderbuchsegment mittlerweile etabliert. Autoren und Autorinnen setzten hier auf historische Geschichten mit jungen Heldinnen, die mit viel Charme und Witz agieren und ermitteln. Gesellschaftliche Zwänge, Kinder- und Frauenrechte sind meist ein Nebenthema. Und obwohl der Aufbau dieser historischen Kinderkrimis ähnlich ist, hat doch jedes Buch etwas Eigenes, Spezielles, und ich persönlich freue mich über jede Neuerscheinung dieses Genres. "Mord im Gewächshaus" ist der Starttitel der Myrtle-Hardcastle-Krimireihe. Da der Detektivfall am Ende abgeschlossen ist, lässt sich das Buch auch gut als Einzelband lesen.

Dies war Miss Wodehouses Liliengarten.
Zumindest war er es gewesen. Etwas stimmte hier ganz und gar nicht. Obwohl mir wohl bewusst war, dass ich in diesem Teil des Gartens nichts zu suchen hatte, schüttelte ich Miss Judsons Hand ab und machte einen Schritt hinein, und noch einen, dorthin wo die weltberühmten Lilien wachsen sollten. Doch die Beete rings um mich herum waren leer, so karg wie im Winter.
Die Lilien waren fort. - S. 26/27

Elizabeth C. Bunce hält sich in ihrer Geschichte nicht mit langen Vorreden auf, sie steigt direkt in die Handlung ein. Die Bedingungen und Gegebenheiten rund um die gewiefte Myrtle und ihre taffe Gouvernante Miss Judson werden mit fortschreitender Lesezeit deutlich, und es bedarf einer kurzen Einlesezeit, bis man einen Überblick erlangt. Durch ihre Familie, Myrtles Vater ist Staatsanwalt, ihre Mutter studierte Medizin, bevor sie verstarb, wurden dem jungen Mädchen Neugierde und Scharfsinn praktisch in die Wiege gelegt. Und auch, wenn sich vieles, was sie anstellt für die damalige Zeit nicht gehört, ermittelt Myrtle im Mordfall ihrer Nachbarin Miss Wodehouse mit Herz und Verstand. Auch, wenn ihr ständig Steine in den Weg gelegt, und sie auf so manche falsche Fährte gelockt wird.

Samstag, 6. November 2021

[Kinderbuch] "Vincent und das Großartigste Hotel der Welt" von Lisa Nicol

Wie Eiskugeln in der Waffel häufen sich in Vincents gewöhnlichem Leben die Überraschungen, als er zum Schuhputzer des Großartigsten Hotels der Welt gemacht wird. Wilder und fantastischer als jede afrikanische Savanne, Disneyland und Shangri-La zusammen lässt The Grand die aberwitzigsten Träume wahr werden. Doch Träume können überraschende Wendungen nehmen und bald ist Vincent hin- und hergerissen zwischen richtig und falsch, Freundschaft und Familie und den verlockendsten Wünschen. Und das, weil er plötzlich in die Zukunft schauen kann - was nicht immer ein Segen ist. (Text- und Coverrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Bücher, in denen es wunderlich und erstaunlich zugeht, die anders und besonders sind, die verschlingen wir meist am Stück. Das Lesegefühl ist aufregend und magisch, die Freude über ein Buch, das im Gedächtnis bleibt, groß. Bei "Vincent und das Großartigste Hotel der Welt" ist das ganz eindrücklich gelungen. Wenn dann auch noch Freundschaft und Familie an erster Stelle steht und einiges an Tiefsinn auf die junge Leserschaft wartet, dann wurde hier wohl vieles richtig gemacht.

Als Vincent elf Jahre alt ist, verstirbt sein Großvater. Er vermacht Vincent seine erfolgreiche Geschäftsidee, eine Schuhputzkiste ... und Vincent ist begeistert. Jetzt kann er sich sein eigenes Geschäft aufbauen und sich kleine Wünsche erfüllen. Zur gleichen Zeit sucht Florence, die schon in jungen Jahren das Großartigste Hotel der Welt leitet, einen Schuhputzer für die Hotelgäste. Kurzerhand wird Vincent eingestellt, der vor Arbeitsbeginn selbst Gast im Großartigsten Hotel der Welt sein darf. Was er dort erlebt, als Gast, Hotel-Schuhputzer und Freund von Florence, sprengt jede Vorstellungskraft. Vincent wird nicht nur in ein waschechtes Abenteuer gezogen, ihm wird bewusst, wie wichtig Familie, Freundschaft und Zusammenhalt ist.

Sonntag, 4. Juli 2021

[Kinderbuch] "Sommer auf Solupp" von Annika Scheffel

Irgendwo weit draußen, wie ein Klecks im Meer, liegt Solpp. Niemals hätte Mari gedacht, dass dieser Ort so viele Überraschungen bereithalten würde: Das Ferienhaus mit den geheimnisvollen Zimmern, die magischen Dunkelstunden, die Wildponys, der fremde Junge aus dem Meer. Und während sie sich noch über all die Rätsel wundern, stecken Mari und ihre Brüder schon mittendrin im schönsten Abenteuer, das man sich vorstellen kann. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Thienemann Verlag)


Der Sommer ist eine ganz besondere Zeit für Kinder. Mit dieser Jahreszeit werden lebenslange Erinnerungen verbunden. Ich erinnere mich heute noch ans damalige Eisessen, an Tage am See, Ausflüge oder Urlaube. Und sehr stark bleiben auch Sommerbücher im Gedächtnis, denn das Lesen, gerade das auf einem Badetuch oder im Urlaub, gehört hier einfach dazu. "Sommer auf Solupp" ist ein Kinderbuch, dass zum einen die Stimmung des Sommers perfekt einfängt, zum anderen mit einem großen Abenteuer aufwartet. Alleine schon das Gefühl, wenn man einen ersten Blick auf das Buch wirft, ist toll. Sehr schön, nicht nur für Kinder ab 10 Jahren.

[...] das Lächeln kommt einfach von selbst, weil die Sonne ihr ins Gesicht scheint und die Luft nach Salz riecht und Sonnencreme und Abenteuer, warm und weich und wunderbar. Und weil das Meer vor ihr glitzert wie verzaubert und der Himmel so blau ist, als hätte ihn sich jemand ausgedacht, und die Möwen so aufgeregt kreischen, als hätten sie eine wichtige Nachricht für Mari. - S. 5

Eigentlich hatte Mari überhaupt keine Lust, die sechswöchigen Sommerferien auf der winzigen Insel Solupp zu verbringen. Viel lieber wäre sie im Fussballcamp, das nun leider für sie ausfällt. Der Entschluss zum Inselurlaub wurde von Maris Mutter gefasst, weil in der Familie nichts mehr ist wie zuvor. Und Mari muss sich fügen. Doch nach der Ankunft auf Solupp erfährt Mari bald, das hier alles besonders ist. Nicht nur wunderschön, heimelig und voller Überraschungen, sondern auch geheimnisvoll und spannend. Das soll wohl tatsächlich ein Sommer werden, den Mari niemals vergisst.

Montag, 19. April 2021

[Kinderbuch] "Die elternlosen Erlebnisse der unzertrennlichen Fünf" von Hana Tooke

Vor zwölf Jahren wurde Milou mit ihrem Kuscheltier auf dem Dach des berühmtesten Waisenhauses von Amsterdam gefunden. Seitdem hofft sie auf die Rückkehr ihrer Eltern. Doch bevor diese auftauchen, steht der Zuckerhändler Bas Rotman vor der Tür. Er will Milou und ihre vier Freunde adoptieren, um sie auf seinem Schiff schuften zu lassen. Höchste Zeit zu fliehen! Die fünf folgen einer Spur, die in Milous Kuscheltier versteckt war: eine Taschenuhr, in die Koordinaten eingraviert sind. Der Weg zu Milous Familie? Er führt sie durch enge Gassen und über gefrorene Kanäle bis zu einer alten Windmühle. Wo sind ihre Eltern? Was ist damals passiert? Während die fünf nach Antworten suchen, sucht jemand anders längst nach ihnen ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


"Die elternlosen Erlebnisse der unzertrennlichen Fünf" ist nicht nur ein megatoller und spannender Buchtitel, es ist eines der Kinderbücher, die man mit allerbesten Erwartungen beginnt. Diese bestätigen sich auch bald, das Buch ist toll! Trotzdem war ich auch überrascht. Hana Tookes Kinderroman kommt im Stil alter Klassiker im Kinderbuch daher, ist charmant-altertümlich und abenteuerlich. Aber auch weitaus spannender, aufregender und gruseliger als ich gedacht hatte. Es geht gut zur Sache. Junge Leser*innen müssen sich warm anziehen, und das nicht nur, weil das Buch im und um das winterliche Amsterdam spielt. Es ist eine skurrile aber auch freundschaftliche Geschichte, bei der Kinder mitfiebern und mitdenken müssen und zugleich vollkommen darin versinken können.

Je mehr die kalte Fensterscheibe von Milous Atem beschlug, desto verschwommener wurde die Sicht. Seufzend wandte sie sich ab. Ein Stück gefrorener Wandfarbe blätterte ab und fiel mit einem leisen Kling neben ihr auf den Boden. Selbst die Dielen des Schlafsaals waren von einer hauchdünnen Frostschicht überzogen, und Milous Augäpfel waren so kalt, dass das Blinzeln wehtat. Der winzige Kamin der gegenüberliegenden Wand war dunkel und leer, wie immer. - S. 11/12

Für das Waisenhaus Kleine Tulpe in Amsterdam gibt es um 1880 strenge Regeln zum "Aussetzen von Babys". Keines der fünf Babys, um die es in dieser Geschichte geht, wurde ordnungsgemäß abgestellt und sind darum der strengen und kaltherzigen Heimleiterin ein besonderer Dorn im Auge. Auch Jahre später gelten Lotta, Mads, Mona, Gisbert und Milou als unadoptierbar. Als ein zwielichtiger Händler auftaucht und alle Fünf auf einmal adoptieren möchte, ist schnell klar, dass er die Waisenkinder auf seinem Schiff schuften lassen möchte. Die Fünf fliehen aus dem Waisenhaus, angeführt von Milou, die ihre Eltern finden möchte. Doch welche Abenteuer und Geheimnisse nun auf sie warten, hätten sie niemals gedacht ...

Samstag, 27. März 2021

[Kinderbuch] "Rätselhafte Ereignisse in Perfect: Hüter der Fantasie" von Helena Duggan

Violet lebt in der perfekten Stadt. In einer Stadt voller Rätsel und Geheimnisse. Und nur sie allein kann hinter die Fassade blicken!
Willkommen in Perfect - einem Ort, an dem nichts ist, wie es scheint! Die Bewohner tragen rosafarbene Brillen, trinken speziellen Tee und führen ein Leben in Gehorsam. Auf den ersten Blick ist alles makellos, ordentlich und geradezu märchenhaft. Doch nachts patrouillieren Hüter durch die Straßen, die ein düsteres Geheimnis bewahren. Violet setzt alles daran, das Mysterium zu ergründen. Schnell erkennt sie, dass Fantasie und Erinnerungen dabei die stärksten Waffen sind. Aber die Fantasie folgt ihren eigenen Gesetzen ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag)


Nach einem ersten Blick auf den Inhalt hatte "Rätselhafte Ereignisse in Perfect: Hüter der Fantasie" sofort alle meine Aufmerksamkeit. Das klingt ja spannend! Eine Stadt namens Perfect, in der alles perfekt ist - oder vielmehr scheint. Ein Mädchen blickt hinter die Fassade und entdeckt Ungeheuerliches. Und das war dann auch tatsächlich so. Dieser Tilogiestart ist noch viel spannender, manchmal sogar gruseliger, als erwartet. Junge Leser*innen ab etwa 10 Jahren bekommen hier eine leicht strange und aufregende Geschichte mit dystopisch-skurriler Anmutung, die es ganz schön in sich hat. Der Reihenstart kann auch als Einzeltitel gelesen werden.

Auf den Stufen vor dem Laden nahm sie ihre Brille ab und blickte sich um. Um sie herum war alles dunkel und verschwommen. Kaum dass sie die Brille wieder aufsetzte, kehrte ihr Augenlicht zurück.
Sie probierte das Ganze noch mehrmals aus, immer mit demselben Ergebnis. Ein Schauer lief ihr über den Rücken. Ohne ihre Brillen waren sie außerstande zu sehen. Das Gleiche musste demnach für sämtliche Einwohner der Stadt gelten. Wenn es nach Violet ging, war das alles andere als perfekt. - S. 36/37

Violet zieht mit ihren Eltern in das Städtchen Perfect. Ihr Vater soll für die Stadtvorsteher arbeiten. Alles hier scheint perfekt, schön und glücklich, doch nur, wenn man die rosarote Brille aufhat, die alle Einwohner*innen tragen müssen und täglich einen besonderen Tee trinkt. Ansonsten sieht man in Perfect alles verschwommen, kann kaum etwas erkennen. Violet kann wenig mit den strengen Regeln anfangen, die in Perfect gelten, und dann verändert sich ihre Mutter so sehr, wird folgsam und angepasst wie alle anderen Bewohner*innen, sodass Violet sie kaum wiederkennt. Als dann auch noch Violets Vater verschwindet, muss sie der Sache auf den Grund gehen. Welches Geheimnis wird in Perfect verborgen?

Samstag, 6. März 2021

[Kinderbuch] "Socke und Sophie: Pferdesprache leicht gemacht" von Juli Zeh

Pony Socke wurde misshandelt und hat jedes Vertrauen in den Menschen verloren. Für Sophie geht ein Traum in Erfüllung, als sie Socke in Pflege nehmen darf. Aber der Traum zerplatzt: Sophie muss erkennen, dass Socke und sie sich einfach nicht verstehen. Die andauernden Missverständnisse zwischen Pony und Mädchen führen zu gefährlichen Situationen. Und dann droht da noch die ultimative Katastrophe: Wenn Socke sich nicht bald reiten lässt, läuft er Gefahr, als vermeintliches Problempferd eingeschläfert zu werden ... Sophie muss Pferdesprache lernen, und zwar schnell. (Text-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


In unserer Familie ist das Thema Pferd ständig präsent. Ich selbst bin seit meiner Kindheit, also schon immer, ein Pferdemädchen, die Töchter sind es auch (die 11-Jährige extrem, die 6-Jährige etwas weniger). Diese wunderbaren Tiere sind faszinierend und anziehend. Das wird immer so sein. Und auch, wenn man sich gut auskennt, lohnt es sich, dieses Wissen aufzufrischen, zu vertiefen oder sogar etwas dazuzulernen. In "Socke und Sophie: Pferdesprache leicht gemacht" geht es für junge Leser*innen darum, Pferde und ihr Verhalten zu verstehen und dadurch eine echte Partnerschaft aufzubauen. Egal ob mit dem eigenen Pferd oder Pony, einem Pflegepferd oder weil es einfach schön und interessant ist, darüber zu lesen. Das Buch ist Geschichte und Sachbuch zugleich. Eine super Sache und für die 11-Jährige mitreißend-ergreifend und augenöffnend.

Jetzt sitze ich auf meinem Bett, und mir ist ein bisschen schwindelig. Ein Pflegepony! Ich habe gar nicht gefragt, wie es heißt. Wie groß, wie alt, welche Farbe. Stute oder Wallach, oder vielleicht sogar ein Hengst? Das ist mir egal. Ich liebe das Pony jetzt schon, egal, wie es aussieht. Zwei Wörter kreisen durch meinen Kopf: völlig verstört. Auf einmal wird mir mulmig zumute. Obwohl ich schon so lange reite, habe ich eigentlich wenig Ahnung von Pferden. - S. 23

Wie gehe ich mit einem Pony um, das kein Vertrauen zum Menschen hat? Wie finde ich Zugang zu einem Pferd, das sich von mir abwendet? Diese Frage stellt sich die 12-jährige Sophie, die das große Glück hat, ein Pflegepony zu bekommen. Dass Socke misshandelt wurde und als extrem schwierig gilt, das weiß sie zwar, doch als sie mit dem Pony nicht weiterkommt, verwandelt sich ihr Glück in Sorge und Frustration. Doch Sophie hat Menschen, die ihr zur Seite stehen und die ihr zeigen, wie sie eine Sprache lernen kann, die Pony Socke versteht. 

Donnerstag, 11. Februar 2021

[Kinderbuch] "Roboter träumen nicht" von Lee Bacon

Vor dreißig Jahren sind die Menschen ausgestorben. Jetzt wird die Welt von Maschinen beherrscht. Der Roboter XR_935 findet das genau richtig so. Denn ohne die Menschen gibt es keinen Krieg, keine Umweltverschmutzung, keine Verbrechen. In der Robotergesellschaft läuft alles reibungslos und effizient - bis zu dem Tag, an dem XR etwas Unmögliches entdeckt: einen Menschen. Ein Mädchen, das seine Hilfe braucht ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


"Roboter träumen nicht", das neue Kinderbuch von Lee Bacon, gehört zu den Titeln, die mich sofort ansprachen. Das lag zum einen am tollen Cover, das zugleich berührt und polarisiert, vor allem aber neugierig macht. Zum anderen ist das Thema spannend und aktuell: Eine Welt, die von Robotern und Maschinen beherrscht wird, in der die Existenz von Menschen nicht vorgesehen und erwünscht ist. Vor dem Lesen hatte ich also gewisse Vorstellungen von der Geschichte. Diese wurden erfüllt, und ich bekam noch mehr. "Roboter träumen nicht" ist weitaus gefühlvoller als gedacht, dazu sehr unterhaltsam. Und das Buch enthält einige tiefgreifende Fragen und Gedanken zur Menschheit und unserer Rolle auf dem Planeten Erde. Fand ich super!

Vor mir lag eine Landschaft aus verlassenen Gebäuden. "Warum steht all das noch?", fragte ich. "Warum wurden diese Bauten nicht eingeebnet? Sie erfüllen keinen Zweck."
"An diesem Punkt irrst du dich", antwortete Elternteil_1. "Sie erfüllen einen sehr wichtigen Zweck. Sie dienen dazu, das Andenken aufrechtzuerhalten."
"Welches Andenken?"
"Das Andenken an die Schwächen der Menschheit", erläuterte Elternteil_2. - S. 25

Menschen erfanden Roboter und machen sich diese zunutze, bis sie unentbehrlich wurden. Doch die Menschen machten Fehler, die Roboter nicht. Irgendwann entschieden die Roboter, dass es genug sei ... und sie löschten alle Menschen aus. Seitdem ist die Welt eine bessere, und alles läuft reibungslos und effizient. So hat es Roboter XR gelernt. So ist es gut und richtig. Täglich erledigt XR mit seinen Kollegen Ceeron und SkD die gleichen Arbeiten, nichts wird hinterfragt. Das ändert sich, als den dreien Emma begegnet, ein Menschenmädchen, und ihre Hilfe benötigt.

Dienstag, 29. Dezember 2020

[Kinderbuch] "Brombeerfuchs: Das Geheimnis von Weltende" von Kathrin Tordasi

Sommerferien in Wales: Mitten im Wald, in einer Brombeerhecke, finden Ben und seine Freundin Portia eine geheimnisvolle Tür. Sie ist ein Portal zur Anderswelt und muss unter allen Umständen verschlossen bleiben. Doch woher sollen sie das wissen? Die alten Geschichten über die Wunder und Gefahren der Anderswelt sind lang vergessen ... Für Robin Goodfellow, den Mann mit dem Fuchsschatten, sind die Kinder die letzte Chance, das Portal zu öffnen und endlich nach Hause zurückzukehren. Für alle anderen jedoch könnte dies das Ende bedeuten.
(Text-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Sauerländer)


Zwar hatte ich die Buchbeschreibung gelesen, auch den Namen Robin Goodfellow, doch war mir nicht richtig bewusst, dass Brombeerfuchs: Das Geheimnis von Weltende" walisische Sagen und Feen-Mythologie (wie z. B. in Shakespeares Werk Ein Sommernachtstraum) thematisiert. Und das finde ich ja grundsätzlich total genial! So kam es auch, dass mich die Geschichte völlig vereinnahmt hat, obwohl sie für ein jüngeres Zielpublikum gedacht ist. Sie war so spannend und mitreißend, dass ich die zweite Buchälfte am Stück verschlingen musste. Hier wurde alles richtig gemacht. Ein Buch voller Charme, Magie und Abenteuer, (nicht nur) für Kinder ab 10 Jahren.

Auf der Schwelle zwischen Wohnzimmer und Wintergarten saß ein Fuchs. Das Tier schaute sie direkt an, und im Licht der Nachmittagssonne leuchtete sein Fell kupferrot. Portia hielt den Atem an, aber der Fuchs lief nicht weg. Er beobachtete sie mit aufgestellten Ohren und aufmerksamen, goldenen Augen. - S. 20

Weil ihre Mutter nicht mit ihr in die Ferien fahren kann, verbringt Portia diese bei ihren Tanten in Wales. Hier ist alles etwas speziell und geheimnisvoll. So begegnet Portia nach ihrer Ankunft einem zahmen Fuchs, der im Haus ihrer Tanten etwas zu suchen scheint. Als sie zusammen mit Ben, einem Jungen aus dem Dorf, einen Ausflug machen will, dieser aber zu spät kommt, folgt Portia dem Fuchs zu einer geheimen Tür. Sie führt in die Anderswelt, ins Reich der Feen. Was Portia dort erlebt, hätte sie sich niemals träumen lassen ... und Ben ist ihr dicht auf den Fersen. 

Samstag, 28. November 2020

[Kinderbuch] "Haifischzähne" von Anna Woltz

Einmal mit dem Rad rund ums Ijsselmeer. 360 Kilometer an einem Tag und in einer Nacht. Eine verrückte Idee, aber Atlanta ist wild dazu entschlossen. Was soll man auch sonst tun, wenn der nächste Tag schreckliche Untersuchungsergebnisse bringen kann. Ärgerlich nur, dass sie gleich am Anfang mit Finley zusammenstößt, der auch vor irgendetwas wegläuft. Oder ist das doch eher ein Glück? Jedenfalls fahren sie nun gemeinsam weiter, ausgerüstet mit Wasserflaschen, zwölf Käsebroten und Haifischzähnen. Denn dem Schicksal begegnet man am besten nicht unbewaffnet. (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Wer feinfühlige Geschichten mit  Humor und Herz lesen möchte, der sollte sie die Bücher von Anna Woltz mal anschauen. Ich liebe ihre Jugendbücher und auch für jüngere Leser*innen ist sie unbedingt zu empfehlen. Ihre Stimme im Kinderbuch klingt besonders und zart zugleich. In "Haifischzähne" geht es um Gefühle und Identifikation, vor allem aber um Familie. Und wenn inmitten aller Sorgen, die im Herzen toben, noch eine neue Freundschaft dazukommt, die ein Stückchen auf dem Weg begleiten kann, dann wurde hier alles richtig gemacht.

Ich knalle mit voller Wucht gegen den Jungen, der vor mir fährt. Sein Rücklicht platzt in alle Himmelsrichtungen auseinander, ich überschlage mich halb, aber er kann sich gerade eben noch fangen. Ich falle und spüre, dass zwischen meinem Ellenbogen und der Straße plötzlich keine Haut mehr ist.
Ich beiße die Zähne zusammen, aber ich fange nicht an zu weinen. Von allen Mädchen, die ich kenne, weine ich am wenigsten. - S. 5


Donnerstag, 15. Oktober 2020

[Kinderbuch] "Malamander: Die Geheimnisse von Eerie-on-Sea" von Thomas Taylor

Wenn du zum ersten Mal nach Eerie-on-Sea kommst, siehst du nichts als einen verschlafenen Badeort. Doch der Schein trügt. Vor der Küste treibt der Malamander sein Unwesen. Jeder hier ist dem legendären Seeungeheuer auf der Spur, aber jeder aus einem anderen Grund. Es gibt Mrs Hanniver von der Bücher-Apotheke, die für jedes Unglück die richtige Lektüre zur Hand hat. Es gibt Hakenhand, vor dem du dich besser in Acht nimmst. Vor allem aber gibt es Herbie Lemon, den 12-jährigen Sachenfinder aus dem Grand Nautilus Hotel, der jedes Fundstück zurück in die richtigen Hände bringt. Eines Tages findet er ein Mädchen: Violet ist wild entschlossen, den Malamander aufzuspüren - er ist die letzte Verbindung zu ihren verschollenen Eltern. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag)


Schon der Name ist ungewöhnlich, oder besser, die Namen. Malamander, Eerie-on-Sea ... was soll denn das sein? Nicht nur dieser Umstand, sondern eine tolle Buchbeschreibung und ein sehr lustig-inspirierendes erstes Kapitel sorgten dafür, dass ich dieses Buch lesen wollte. So richtig abschätzen konnte ich allerdings nicht, mit welcher Art von Geschichte ich es hier zu tun bekommen würde. Meinem 13-jährigen Sohn erging es ähnlich; er betrachtete "Malamander: Die Geheimnisse von Eerie-on-Sea" zunächst mit Skepsis. Zum Glück ließ er sich jedoch zum Lesen des Buches überreden. Er hat es vor mir verschlungen und wolle nicht mehr damit aufhören. Ich musste mich also etwas gedulden. Es hat sich gelohnt! Hier haben wir mal wieder ein Kinderbuch, das die Zielgruppe, sowie erwachsene Leser*innen gleichermaßen begeistert.

Schließlich beginnt der Koffer selbst auseinanderzufallen. Der Mann reißt ihn mit seiner gesunden Hand auf, und zum Vorschein kommt ...
... nichts!
Na ja, nicht ganz nichts. In dem Trümmerhaufen sitzt eine sehr überrascht aussehende Spinne. Und eine Wollpudelmütze liegt da. Als die Spinne davonhuscht, würde ich ihr am liebsten hinterherlaufen. Nun bleibt uns nur noch die Mütze zum Anstarren. Es ist sehr eindeutig die leuchtend bunte Mütze des Mädchens. Vor ihr selbst fehlt allerdings jede Spur. - S. 15

Eerie-on-Sea ist ein Küstenstädtchen, augenscheinlich ein etwas verschlafener Badeort. Doch jetzt, im Winter, zeigt dich Eerie-on-Sea von seiner rauen und düsteren Seite. Hakenhand geht man besser aus dem Weg. Und es gibt die Legende, dass hier der Malamander sein Unwesen treibt. Eine Art Seeungeheuer, das die Menschen zwar ängstigt, dem der eine oder andere aber auch auf der Spur ist. Und hier in Eerie-on-Sea lebt der 12-jährige Herbie Lemon. Er ist der Sachenfinder des ansässigen Hotels. Eines Tages "findet" Herbie ein Mädchen. Violet ist auf der Suche nach ihren verschollenen Eltern und auf der Flucht vor dem berüchtigten Hakenhand. Herbie möchte ihr helfen. Und was hat die ganze Sache mit dem Malamander zu tun?

Mittwoch, 5. August 2020

[Kinderbuch] "Unheimlich peinlich: Das Tagebuch der Ruby Black" von Cally Stronk

Die elfjährige Ruby will eigentlich nur eins: normal sein, nicht auffallen und Freunde finden. Nicht ganz einfach mit ihrer exzentrischen Familie und dem Wohnort direkt auf dem Friedhof, wo ihre Familie auch noch arbeitet. Oma Ottilie gibt Yoga-Kurse zur Aussöhnung mit dem Tod, Rubys Vater entwirft Särge und ihre Mutter backt völlig abgedrehte Tortenkreationen für das Friedhofscafé. Trotzdem standen Rubys Chancen noch nie so gut wie jetzt. Nach dem Schulwechsel darf ganz einfach niemand von ihrer durchgeknallten Familie erfahren. Kein Problem, oder? (Text- und Coverrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Als ich "Unheimlich peinlich: Das Tagebuch der Ruby Black" in den Händen hielt, und die Beschreibung las, hatte das Buch sofort meine ganze Aufmerksamkeit. Und auch die meiner 11-jährigen Tochter, die perfekt zur Zielgruppe passt und es kaum erwarten konnte, das auffällig und ansprechend gestaltete Buch zu lesen. Es ist eine Art Comic-Roman, mit vielen Zeichnungen und herrlich schrägen Notiz-Kommentaren, jedoch mit viel Text, sodass der Lesespaß nicht zu kurz ausfällt. Und ja, Spaß hat man tatsächlich beim Lesen. Jedoch hat die Geschichte einen ebenso ernsten Hintergrund. Diesen mit einem skurril-lustigen Thema zu kombinieren, hat uns besonders gut gefallen.

Ruby besucht eine neue Schule. Das muss sie, nachdem sie an ihrer alten Schule schlimm gemobbt wurde. Für sie ist das eine Art Neustart, denn ab jetzt soll alles anders werden. Niemand soll von Rubys peinlichem Privatleben erfahren; davon, dass sie auf einem Friedhof wohnt, von ihrer exzentrischen Familie schon gar nicht und auch nicht von ihrer Vergangenheit. Ruby möchte unauffällig bleiben und endlich Freunde finden. Doch leicht wird das nicht, als ihr gleich am ersten Schultag der süße Ben einen Ball an den Kopf wirft, sie ständig von den nervigen Glossy-Zwillingen verfolgt wird und ihr die Ratte ihres Bruders zur Schule folgt.

Mittwoch, 13. Mai 2020

[Kinderbuch] "Ein Mädchen namens Willow" von Sabine Bohlmann

Was soll Willow denn mit einem Wald anfangen? Den hat sie nämlich von ihrer Tante Alwina geerbt. Und nicht nur den - ihre Tante hat Willow auch noch ein kleines windschiefes Häuschen hinterlassen und vor allem: ihre Hexenkraft. Doch ob Willow dieses Erbe, mit allem was dazu gehört, wirklich annehmen möchte? Und dann soll sie auch noch drei Mädchen finden, die die Gabe des Hexens ebenfalls in sich tragen. Nur wo? Und vor allem, wie? Zum Glück ist Willow nicht allein, denn Rufus, der Fuchs, weicht nicht mehr von ihrer Seite. (Text- und Coverrechte: Planet!)


Hat "Ein Mädchen namens Willow" nicht ein ganz zauberhaftes Cover? Diese Stimmung, diese Farben, ein Mädchen auf einer Waldlichtung mit einem Fuchs. Ich muss gestehen, bei einem ersten Blick war ich verliebt ... und nach einem weiteren auf das Thema gleich noch ein bisschen mehr. Damit war klar, hier steckt eine sehr schöne und stimmungsvolle Geschichte für Kinder drin, über Freundschaft, Natur und ein bisschen Magie. Und doch war die Ausführung dann spannender und komplexer als gedacht.

Weil Willow von ihrer verstorbenen Tante Alwina einen Wald geerbt hat, zu dem auch ein Haus gehört, zieht sie mit ihrem Vater mal wieder um. Obwohl sie Umzüge zur Genüge kennt, ist für Willow schnell klar, dass sie hier für immer bleiben möchte. Denn sie entdeckt bald, dass sie von Alwina nicht nur den Wald, sondern auch deren Hexenkraft geerbt hat. Doch um ihre Gabe vollständig annehmen zu können, und um auch den Wald zu beschützen, muss Willow noch drei andere Mädchen finden, die ebenfalls die Gabe des Hexens haben. Gar nicht so leicht, denn wo soll sie anfangen zu suchen? Bald tauchen zwielichtige Immobilienmakler auf, die den Wald kaufen und dort ein Einkaufszentrum errichten wollen. Willow benötigt jetzt ganz dringend die Hilfe und den Zusammenhalt ihrer Hexenfreundinnen.

Freitag, 10. April 2020

[Kinderbuch] "Islandhof Hohensonne: Solons Geheimnis" von Sina Trelde

Die dreizehnjährige Frieda lebt mit ihrer Familie auf einem Reiterhof, auf dem Islandpferde gezüchtet werden. Was kaum jemand weiß: Frieda hat eine besondere Gabe, denn sie kann die Wünsche und Gefühle ihres Lieblingspferdes Alvara mit einer Berührung erkennen. Als eine neue Reitlehrerin zusammen mit ihrem Sohn Max auf dem Hof einzieht, merkt Frieda, dass auch Max eine besondere Beziehung zu Pferden hat. Er findet bald Gefallen an dem wilden Wallach Solon, der sich von niemandem reiten lässt. Die beiden Jugendlichen ahnen, dass mit Solon etwas nicht stimmt. Welches Geheimnis verbirgt sich hinter seinen wilden Anfällen? Gemeinsam setzen Frieda und Max alles daran, Solons Ärger auf den Grund zu gehen ... (Text- und Coverrechte: you&ivi)


Pferdebücher sind großartig! Sie machen Kinderträume war und sorgen dafür, vollständig und mühelos in eine Geschichte eintauchen zu können. Manchmal vermitteln sie sogar etwas Fachwissen, natürlich immer gepaart mit der Wunschvorstellung von einem Leben oder der Freizeitgestaltung mit diesen wundervollen Tieren. Ich kann mich an eine Zeit meiner Kindheit erinnern, in der ich fast ausschließlich Pferdegeschichten gelesen habe. Zuletzt hat dieses Kinderbuchgenre eine Art Revival erlebt. Es erscheinen wieder so viele und schöne Romane mit Pferdegeschichten, ja, ganze Buchreihen, dass es schwierig bis unmöglich ist, den Überblick zu behalten. "Solons Geheimnis" ist der erste Band der Islandhof Hohensonne-Reihe. Hier geht es um eine ganz bestimmte Pferderasse: Isländer, bzw. Islandponys. Genau darum wollte ich das Buch lesen und ich hatte einige schöne Stunden damit.

Frieda lebt mit ihrer Familie auf einem Reiterhof, auf dem auch Islandpferde gezüchtet werden. Mit ihren dreizehn Jahren ist Frieda schon sehr stark in den Hof- und Stallalltag eingebunden und besitzt sogar einen eigenen Isländer. Alvara ist ein echtes Traumpferd für Frieda. Die beiden haben eine ganz besondere Verbindung, denn Frieda kann sich anhand von Bildern mit Pferden verständigen und so deren Gefühle erkennen.
Als eine neue Reitlehrerin mit ihrem Sohn Max auf den Hof kommt, stellen sie fest, dass auch Max die Gabe hat, Pferde in besonderem Maße zu verstehen. Gemeinsam versuchen Frieda und Max dem Geheimnis des wilden Wallachs Solon auf die Spur zu kommen. Das Pferd scheint unberechenbar und lässt sich nicht ohne große Probleme reiten. Was ist bloß los mit Solon?

Sonntag, 29. März 2020

[Kinderbuch] "Ruby Fairygale: Der Ruf der Fabelwesen" von Kira Gembri

Die 13-jährige Ruby Fairygale lebt auf einer kleinen Insel nahe der Westküste Irlands. Dort wird Ruby von ihrer Großmutter zur Tierärztin ausgebildet. Doch die beiden haben ein großes Geheimnis: Sie wissen, dass es auf der Insel nicht nur Tiere, sondern auch magische Fabelwesen gibt, die ihre Hilfe brauchen. Als eines Tages der mysteriöse Noah auftaucht, muss Ruby schnell entscheiden, ob sie ihm vertrauen kann - denn ihre geliebten Fabelwesen sind plötzlich in Gefahr! (Text- und Coverrechte: Loewe Verlag)


Kira Gembris Jugendbücher gehören zu meinen liebsten. Die Autorin schreibt mit viel Humor, Herz und Tiefsinn. Für mich eine perfekte Mischung und der Grund, warum ich mich auf jedes neue Buch von ihr freue. Mit "Ruby Fairygale: Der Ruf der Fabelwesen" ist nun Kira Gembris erstes Kinderbuch erschienen, der Starttitel einer Trilogie. Meine 10-jährige Tochter passt perfekt zur Zielgruppe, und so konnte sie es kaum erwarten, bis ich das Buch beendet hatte und sie es sich dann endlich schnappte. In den nächsten Tagen erlebte ich ein sehr glückliches und verträumtes Lesekind.

Ich möchte mit einer kleinen privaten Geschichte starten, die ich nun immer mit "Ruby Fairygale" verbinden werde. Zur Zeit haben wir, aufgrund der Corona-Situation, unsere sozialen Kontakte minimiert bis aufgegeben. Besonders belastend ist das für die Kinder. Fast täglich, zu einer festgelegten Zeit, telefoniert die 10-Jährige mit ihrer besten Freundin. Die Mädchen haben begonnen, sich gegenseitig übers Telefon Bücher vorzulesen. Die Träumerin hat dafür "Ruby Fairygale" ausgewählt und freut sich jeden Tag darauf, ihrer Freundin ein weiteres Kapitel näherzubringen. Mehr muss man im Prinzip über das Buch nicht wissen, ich finde, das sagt bereits genug darüber aus.

Noah wirbelte herum. "Im Ernst? Obwohl du auf einer Insel wohnst, kannst du dich nicht über Wasser halten?!" Jetzt klang er wieder genau wie sonst - also spöttisch, fies und ähnlich schlecht gelaunt wie der alte Fergus am frühen Morgen.
"Ich weiß nicht, ob ich es kann", erklärte ich widerwillig. "Dafür müsste ich es ja erst mal versuchen, aber ich habe mich schon immer vor dem Meer gefürchtet. Meine Oma glaubt, das könnte mit etwas zusammenhängen, das ich als Baby erlebt habe. Ich wäre nämlich fast ertrunken, ehe sie mich gefunden hat.
- S. 80

Sonntag, 1. März 2020

[Kinderbuch] "Tara und Tahnee: Verloren im Tal des Goldes" von Patrick Hertweck

Sierra Nevada, 1856. Mühsam kämpft sich Tahnee durch die Wildnis. Sie muss ihrem Vater helfen, der von Kopfgeldjägern gejagt wird. Immerzu denkt sie an das Versprechen, das sie ihm gegeben hat: Sie muss es schaffen, nach San Francisco zu kommen! Noch ahnt sie nicht, dass dort in einem herrschaftlichen Anwesen Tara lebt, mit der sie ein besonderes Schicksal verbindet ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: Thienemann Verlag)


Bei "Tara und Tahnee: Verloren im Tal des Goldes" reichte ein Blick. Danach war mir klar, dass ich dieses Buch lesen möchte. Das lag natürlich zuerst an der anziehenden und verheißungsvollen Optik. Der Illustrationsstil und der dazu passende lilafarbenen Buchschnitt sind fast schon zu schön für ein Kinderbuch. Gleich danach las ich die Buchbeschreibung. Bingo! Die Geschichte klang für mich nach einen waschechten, fast schon klassischen Abenteuerroman für mich und meine Tochter, die mit ihren 10 Jahren und ihrer Bücherliebe perfekt zur Zielgruppe passt. Patrick Hertwecks Einzelband hat uns nicht nur gefallen, er begeistert ab der ersten Seite mit viel Spannung und einer Ausführung, die fesselt, bis man das Buch am Ende zuklappt.

Ein paar Minuten darauf beobachtete sie, wie ein Mann in einem langen Mantel auf die Blockhütte zumarschierte und sein schnaubendes Pferd, das er am Zügel geführt hatte, am Pflock neben dem Eingang festband. Als er seine Sturmlaterne in die Höhe hob, sah Tahnee zwischen dem breitkrempigen Hut und dem schwarzen Tuch vor dem Mund des Reiters für einen Moment ein funkelndes Augenpaar aufblitzen.
Ihr lief ein Schauer über den Rücken. Ängstlich wich sie ein paar Schritte zurück. Sie Sekunden dehnten sich endlos, bis drei harte Schläge im Zimmer widerhallten.
- S. 9

Es ist die Zeit des Goldrauschs in Amerika. Die 11-jährige Tahnee wohnt mit ihrem Vater in einer kleinen Hütte. Sie wartet auf seine Rückkehr aus den Wäldern. Doch stattdessen taucht ein Fremder in der Hütte auf, ein Kopfgeldjäger, der Tahnees Vater jagt. Sie muss fliehen. Bald ganz auf sich alleine gestellt, hat sie ihrem Vater das Versprechen gegeben, sich nach San Francisco durchzuschlagen und dort einen bestimmten Mann zu finden. Mehr weiß Tahnee nicht. Auch nicht, dass bei diesem Mann Tara lebt, in deren Leben seltsame Dinge geschehen, denen sie auf den Grund gehen muss. Denn zwischen den Mädchen besteht eine Verbindung, obwohl sie nichts voneinander wissen.

Montag, 24. Februar 2020

[Kinderbuch] "Silberflut: Das Geheimnis von Ray's Rock" von Alex Falkner

Pass auf! Denn die Silberflut erwischt auch dich!
Eddie und Milla und ihre fünf Mitschüler sind von der Zivilisation komplett abgeschnitten, kein Handy funktioniert mehr und von Hilfe keine Spur. Seltsame Dinge passieren auf der Insel. Pflanzen und Tiere wachsen übernatürlich schnell, ihre Vorräte werden geplündert ... Und als eine weitere Schülergruppe auftaucht, beginnt ein Wettlauf um die Rettung von der Insel - auf Leben und Tod. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag)


Als Kind, und wahrscheinlich auch heute, wäre es für mich eine der schrecklichsten Vorstellungen gewesen, alleine auf einer Insel festzusitzen und dort Situationen ausgesetzt zu sein, die mich körperlich und geistig überfordern. Doch genau so geht es einigen Kids aus "Silberflut: Das Geheimnis von Ray's Rock". Plötzlich sehen sie sich Ereignissen und Gefahren gegenüber, mit denen sie niemals gerechnet haben und die sie lösen müssen, um der Insel zu entkommen. Das birgt wirklich ganz viel Potenzial für aufregende Lesestunden. Was ist geschehen? Und wie kommen sie von der Insel weg?

Auf der Insel Ray's Rock werden Klassenfahrten der etwas anderen Art angeboten. Ein Camp-Abenteuer können die Kinder erleben und bei Schatzsuchen und Schnitzeljagden ihr Durchhaltevermögen trainieren, sowie Teamfähigkeit und Respekt lernen. Kein Wunder, dass auch konfliktbelastete, sogenannte "Problemkids", auf der Insel gefördert werden sollen. Auch die Schüler*innen der Klasse 7c der Humboldt-Gesamtschule stellen sich diesem Abenteuer, und es fängt auch ganz lustig an. Bis ein geheimnisvoller Nebel über die Insel braust und sich sieben Kinder plötzlich ganz alleine auf der Insel wiederfinden. Mittschüler*innen und Lehrer*innen sind verschwunden. Ab nun passieren seltsame Dinge: Pflanzen und Tiere wachsen rasend schnell und geheimnisvolle Lichter tanzen über die Insel. Das zusammengewürfelte Team aus sieben Schülerinnen und Schülern versucht alles, um von der unheimlichen Insel zu entkommen.

Aber dann ... passierte etwas total Merkwürdiges.
Eine seltsame silberne Nebelwelle rollte über die Insel und verschluckte alles. Wir hatten den silbern glitzernden Nebel von der Aussichtsplattform des Turms auf uns zurollen sehen. Er war aus dem Norden der Insel gekommen, wo das Wolfsrevier lag, und hatte mit rasender Geschwindigkeit alles unter sich begraben: den Wald, die grün bewachsenen Hügel, die schroffe Felsküste.
- S. 8

Mittwoch, 16. Oktober 2019

[Kinderbuch] "Hotel der Magier" von Nicki Thornton

Gemüse schnippeln, Törtchen aus dem Ofen holen, Gelee umrühren. Küchenjunge Seth hat alle Hände voll zu tun. Denn im abgelegenen Hotel Zur letzten Chance werden besondere Gäste erwartet. Mit ganz speziellen Wünschen und kleinen Geheimnissen. Seth muss sich richtig ins Zeug legen, damit das Willkommensdinner kein Reinfall wird. Doch dann geschieht etwas Schreckliches: Der nette Dr. Thallomius stirbt. Vergiftet durch die Nachspeise - und die hat Seth zubereitet. Auch wenn ihn alle für schuldig halten, Seth hat mit diesem fiesen Mord nichts zu tun. Also muss er selbst ermitteln und mehr über dieses seltsame Treffen der Magier herausfinden. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag)


Ein magischer Krimi! Na, das hörte sich doch sofort super an und machte mich neugierig auf "Hotel der Magier". Bei Kinderbüchern ist es immer eine gute Idee, Spannung und Fantasy zu verbinden. Ein abgelegenes Hotel, ein geheimnisvolles Magier-Treffen und ein Mordfall, das sind beste Voraussetzungen für einen unterhaltsamen und kniffeligen Kinderkrimi. Und mysteriös wurde es tatsächlich, manchmal sogar recht lustig. Allerdings auch etwas überladen und verwirrend. Das Buch ist anspruchsvoll für junge Leser*innen und nicht das einfache oder lockere Leseerlebnis, das ich zu Beginn erwartete.

"Mich braucht ihr nicht anzuschauen. Ich war es nicht. Wenn irgendjemand hier Gift reingetan hat, dann war es Seth!", erklärte Tiffany mit fester Stimme.
Wütend kam Fischadler auf Seth zu.
Bevor er wusste, wie ihm geschah, wurde er gepackt, aus dem Speisesaal geschleift und in Richtung Besenkammer gestoßen. Dann landete er in der Dunkelheit, und die Tür wurde verriegelt.
- S. 59

Seth hat keine Familie mehr. Schon immer lebt er im abgelegenen Hotel Zur letzten Chance, arbeitet dort als Küchenjunge und als Tellerwäscher. Glücklich ist er nicht, denn die Besitzer des Hotels sind unfreundlich, und Seth wird den ganzen Tag gepiesackt. Als geheimnisvolle Gäste im Hotel ankommen, legt Seth sich richtig ins Zeug, um endlich seinem Traum näherzukommen. Er möchte ein großartiger Koch werden. Ab jetzt soll sich alles für ihn ändern. Seth kreiert ein perfektes Dessert, extra zubereitet für den sympathischen Gast Dr. Thallomius. Doch dieser stirbt nach dem Genuss der Nachspeise. Alle halten Seth für schuldig. Doch auch die magischen Gäste scheinen etwas zu verbergen. Seth beginnt zu ermitteln, auch, um seine Unschuld zu beweisen.

Freitag, 2. August 2019

[Kinderbuch] "Die Unausstehlichen & ich: Das Leben ist ein Rechenfehler" von Vanessa Walder

LIFE SAAKS - kommt drauf an, was du draus machst!
Ennis Wutanfälle haben ihren Grund: Ihre Pflegeeltern stecken sie in ein abgelegenes Internat, und nehmen ihren Bruder Noah mit in die Schweiz. Aber Enni hat einen Plan: Ausbrechen und ihn finden. Zu dumm, dass sie dafür die Hilfe der anderen Schüler braucht, denn die findet Enni unausstehlich. Doch dann stellt sich raus, dass die Unausstehlichen eine eigene, nervenzerfetzende Geheimaktion planen und dafür Ennis Hilfe brauchen ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag)


"Die Unausstehlichen & ich" ist eine neue Kinderbuch-Reihe von Vanessa Walder ... und beim ersten Blick ins Buch wird klar, eine sehr besondere und mutige noch dazu. Die Autorin erzählt in "Das Leben ist ein Rechenfehler" von der 11-jährigen Enni. Enni, die ihrer Erfahrung nach bei niemandem so recht ein Zuhause findet, die redet wie ihr der Mund gewachsen ist und sich von (fast) niemandem etwas sagen lässt. Das Buch ist sicherlich polarisierend, aber auch einfühlsam und wunderbar vielfältig. Die Geschichte wird mit ganz viel Herz erzählt.

Das ist genau der Grund, dass ich Mathe so mag: Es gibt feste Regeln. Und wenn du dich an die Formeln hältst, kann dir nichts passieren. Mathe ist keine Wette. In Mathe gewinnst du immer, wenn du logisch bleibst. - S. 124

Nach etlichen Pflegefamilien, hat Enni bei den Haagens endlich ein gutes Gefühl. Das liegt vor allem an Noah, ihrem Pflegebruder, mit dem sich Enni supergut versteht. Doch als dieser etwas anstellt, und Enni ihn deckt, darf sie die Haagens nicht mehr sehen und wird in ein Internat, eine Schule für Kinder und Jugendliche mit "besonderen Bedürfnissen und Integration" geschickt - für Ennie ein Knast in den Bergen. Sie will dort schleunigst wieder weg und schmiedet einen Plan. Doch Enni hat ihre Rechnung ohne die anderen Schüler des Internats gemacht. Und vielleicht können diese ihr ja auch nützlich sein. Oder ist es eher andersherum?