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Mittwoch, 7. Juli 2021

[Kinderbuch] "M.A.G.I.K.: Die Prinzessin ist los" von Tanja Voosen

Noch nie hat Nele den Job ihres Vaters als Agent eines magischen Schutzprogramms so sehr gehasst wie an dem Tag, als auf einmal Romy bei ihnen auftaucht. Sie ist nervig, unausstehlich und - eine waschechte Prinzessin aus dem magischen Königreich Marabel. Wegen großer Unruhen dort, schwebt die Königsfamilie in Gefahr und Romy muss sich bei Nele und ihrem Vater verstecken. Aber P wie Prinzessin? Wohl eher P wie peinlich! Denn Romy, die sich in der Schule als Neles Cousine ausgeben muss, weiß überhaupt nicht, wie man sich normal verhält. Und dann ist da noch Romys magische Gabe, die Nele in einen Schlamassel nach dem nächsten stürzt. Doch plötzlich ist es Romy, die in Schwierigkeiten steckt und eine wahre Freundin braucht ... (Text-, und Coverrechte: Arena Verlag)


Kinderbücher von Tanja Voosen sind für uns ein Highlight. Ihre Geschichten sind immer kreativ, freundschaftlich und herzlich. Außerdem verbindet die Autorin Spannung und Humor sehr gut. Da liest auch die 11-Jährige gerne ein Buch, das ab 9 Jahren empfohlen wird. So geschehen beim Start der neuen Kinderbuchreihe "M.A.G.I.K." (tolles Wortspiel!). "Die Prinzessin ist los" ist wahrlich zauberhaft und total lustig. Es hat uns beiden, Mutter und Tochter, tolle Lesestunden beschert. Und obwohl die über 200 Seiten eng bedruckt sind, war die Geschichte viel zu schnell vorbei. Es hätte gerne direkt weitergehen können. Zum Glück folgt Band 2 recht schnell.

Neles Vater hat fast nie Zeit für sie. Schließlich arbeitet er als Agent für das magische Schutzprogramm M.A.G.I.K. Doch jetzt platzt selbst Nele der Kragen, denn Romy, eine echte Prinzessin, benötigt Schutz und soll sich für eine Weile bei ihnen verstecken. Nele soll mit Romy alles teilen. Dabei würde sie viel lieber Fußball spielen und nicht die Babysitterin für eine Prinzessin. Und auch für Romy ist die Sache alles andere als leicht. Schließlich kommt sie aus einem magischen Königreich, sie weiß überhaupt nicht, wie "normal sein" funktioniert. Klar, dass hier ein Schlamassel zum nächsten führt.

Sonntag, 11. April 2021

[Bilderbuch] "Ein Krokodil im Badesee?" von Karin Gruß und Dorota Wünsch

Aufruhr am Badesee - was ist da los?

"Krokodil im Badesee". Das kann nicht stimmen! Oder doch? Zwölf herrlich bunte Szenen erzählen von der großen Aufregung, die diese Schlagzeile anrichtet. Auf jedem Bild gibt es unglaublich viel zu suchen, zu entdecken und zu rätseln. Ein großer Spaß für kleine Spürnasen, die natürlich herausfinden, wer hinter der Geschichte steckt.

"Man darf nicht alles glauben, was behauptet wird!"
Dieses humorvolle Wimmelbilderbuch macht schon die Kleinen mit dieser Weisheit spielerisch vertraut. (Text- und Coverrechte: Mixtvision Verlag)


Das Bilderbuch "Ein Krokodil im Badesee?" hat hinter dem Titel ein Fragezeichen und macht schon damit deutlich, dass diese Aussage nicht unbedingt der Wahrheit entsprechend muss. Denn hier geht es, auf ganz lustige und spielerische Art und Weise, darum, dass man Dinge hinterfragen darf und soll. Dass nicht alles war ist, was erzählt und verbreitet wird. Autorin Karin Gruß hat sich für diese Geschichte tatsächlich von den Nachrichten um ein ausgebüxtes Krokodil inspirieren lassen und gemeinsam mit Illustratorin Dorota Wünsch ein spaßbringendes und sehr humorvolles Bilderbuch geschrieben. Außerdem gibt es darin bei jedem Anschauen oder Vorlesen etwas Neues zu entdecken.

Viele Badegäste haben sich am See eingefunden. Mit Badetuch, Luftmatratze und Radio sind sie angerückt, um einen schönen Badetag zu erleben. Doch was passiert hier? Plötzlich verschwinden Badehose, Gummiboot und Liegestuhl, kurz, alles, was diesen Tag perfekt machen soll. Schnell wird berichtet, dass ein Krokodil im Badesee haust und sich die Sachen geschnappt hat. Unruhe kommt auf, einige Badegäste möchten sogar nach Hause gehen. Ist wirklich ein Krokodil für das Verschwinden der Badeutensilien verantwortlich? Hier gilt es, genau hinzuschauen. Die Auflösung könnte dann überraschen.

Samstag, 19. September 2020

[Bilderbuch] "Nichts los im Wald" von Mireille Messier

"Papa, was machen die Tiere im Wald, während wir schlafen?"
"Die machen nichts Besonderes."

Nichts ist aber ganz schön viel. Während die Familie im Zelt schläft, schaukeln die Fledermäuse im BH, die Stachelschweine liefern sich aufregende Bürstenkämpfe und die Glühwürmchen feiern eine Party. Am nächsten Morgen staunen alle nicht schlecht, als sie das Chaos sehen. Weiß Papa vielleicht doch nicht alles? (Text- und Coverrechte: Mixtvision Verlag)


Während wir Menschen des Nachts (normalerweise) in unseren Betten schlafen, haben Waldtiere ihre Höhlen, Baue oder Nester, in denen sie sich zur Ruhe begeben ... oder? Diese Frage, gestellt von einem Kind, scheint einfach, die Antwort selbstverständlich. Und genau darum geht es in "Nichts los im Wald". Autorin Mireille Messier hat eine sehr humorvolle und allerliebste Geschichte geschrieben. Die Illustrationen von France Cormier sind superb und zum Brüllen komisch. Die Realität wird im Bilderbuch wohl nur teilweise abgebildet. Das macht die Geschichte zu einem lustig und besonderen (Vor-)Lesevergnügen.

Eine Familie plant einen Campingausflug in den Wald. Das Auto wird ausgeladen, das Zelt aufgebaut, die Vorräte und sonstiges Inventar verstaut. Alles ganz normal. Doch dann geht die Sonne unter, und nach ein paar gerösteten Marshmallows über der Feuerstelle geht die Familie schlafen. Eines der Kinder wird von einer ganz bestimmten Frage wachgehalten: Was machen die Tiere im Wald, während wir schlafen? Der Vater, wohl schon etwas müde, antwortet, dass Waldtiere nachts gar nichts Besonderes machen. Wie falsch er damit liegt, wird erst am nächsten Morgen klar.

Samstag, 25. April 2020

[Kinderbuch] "Die Zuckermeister: Der magische Pakt" von Tanja Voosen

An Magie und echte Wunder glauben?
Für die Bewohner der Kleinstadt Belony selbstverständlich, nur Elina hält das alles für Unsinn. Bis ihrer nervigen Nachbarin Charlie eine Schokolade in die Hände fällt, die eine seltsame Wirkung hat. Plötzlich ist Elina sich sicher: Charlie wurde verzaubert! Hilfe bekommen die Mädchen ausgerechnet vom verschlossenen Robin. Er gehört zu einer Familie aus Süßigkeitenwerkern - Menschen mit der Fähigkeit, magische Süßigkeiten herzustellen, um anderen damit zu helfen. Und deshalb weiß er: Nur die geheimnisvollen Zuckermeister können Charlies Fluch umkehren. Mit einem Koffer voller magischer Süßigkeiten begeben sich die drei auf eine gefährliche Suche. Denn nicht jeder hält sich an den Pakt, die magischen Süßigkeiten nur zum Guten einzusetzen ... (Text-, Zitat- und Coverrechte: Arena Verlag)


Meine 10-jährige Tochter verschlingt ein Buch nach dem anderen. Das ist wunderbar! Ich konnte beobachten, dass sie gerne zu Büchern greift, die optisch besonders ansprechend sind. Das ist ja auch absolut legitim, besonders bei Kinderbüchern ist ein hübsches Äußeres also ein eindeutiger Vorteil. "Die Zuckermeister: Der magische Pakt" gehört zu den am schönsten gestalteten Kinderbüchern mit gold  und bunt glitzernden Details auf dem Einband und wunderschönen Illustrationen im Innenteil. Eindeutig wunderhübsch. Und nicht nur darum hatte Tanja Voosens neuestes Kinderbuch, ein Reihenstart, meine sofortige Aufmerksamkeit. Die Geschichte klang, ungeachtet des passenden Wortspiels, einfach zuckersüß und äußerst kreativ. Und das ist sie auch. "Der magische Pakt" ist ein echtes Lesevergnügen mit Charme und Humor, dazu spannend und liebevoll ausgeführt.

Ihr Opa überließ es Piet und Elina, die Kiste zu öffnen. Darin befanden sich ein zerlesenes Buch, mehrere vergilbte Fotos, einige Edelsteine und anderer Krimskrams.
"Die Sachen sehen echt alt aus", meinte Elina.
"Sind die besonders?" fragte Piet.
"An jeder davon hängen kostbare Erinnerungen. Für mich sind sie besonders und sogar magischer als alle Zaubertricks der Welt. Denn man trägt sie immer im Herzen."
- S. 9

Elina wohnt in Belony, einer Kleinstadt, in der schon immer die alte Legende über einen ganz besonderen Süßigkeitenladen erzählt wird. Ein Besuch dort wirkte wahre Wunder und Besucher wurden vom Geschmack der selbst hergestellten Schokolade regelrecht verzaubert. Doch den Laden gibt es schon lange nicht mehr, und so recht glaubt Elina nicht an die alten Geschichten. Stattdessen hätte sie gerne eine echte Freundin, denn in ihrem Alltag fühlt sich Elina oftmals ausgegrenzt. Diese Freundin findet sie ausgerechnet in Charlie, mit der sie bisher wirklich nicht viel am Hut hatte. Als Charlie dann eine seltsame Schokolade isst, die sie verflucht, scheint sich die Legende der Stadt doch zu bewahrheiten. Die Mädchen wollen dem Geheimnis auf die Spur kommen. Und Robin, ein etwas mürrischer, zurückgezogener Junge, weiss mehr darüber.

Mittwoch, 18. März 2020

[Bilderbuch] "Ich lieb dich, bis die Kühe fliegen" von Kathryn Cristaldi

Dieses Buch ist ein Versprechen!

Ich lieb dich, bis die Kühe fliegen,
auf den Mond zu fremden Sternen
und in unerreichte Fernen.

Gespickt mit Humor und Fantasie begleitet dieses grandios gereimte Bilderbuch Groß und Klein auf dem Weg in die Nacht - mit dem schönsten Versprechen von allen: "Ich bin immer da, ganz gleich was geschieht, ich lieb dich, bis die Kühe fliegen!" (Text- und Coverrechte: Mixtvision Verlag)


Irritiert schaut mich meine Tochter (5) an und fragt: "'Ich lieb dich, bis die Kühe fliegen'? Was ist denn das für ein Buch?" Sie kann es nicht einordnen und beurteilen, ob sie nun eine Quatschgeschichte erwartet, oder ob sich dieser rätselhafte (und sehr lustige) Satz mit den fliegenden Kühen noch auflösen wird. Ich kann vorwegnehmen, dass sich ihre Irritation während des Vorlesens nicht völlig auflöste. Sie schwankte ständig zwischen leichtem Stirnrunzeln und ausgeprägtem Grinsen. Wer kann es ihr verdenken bei Sätzen wie "Ich lieb dich, bis die Hirsche steppen" oder "Ich lieb dich, bis die Schafe segeln"? Irgendwann hat sie es verstanden. Bei diesem Bilderbuch geht es nicht um eine logische Geschichte, sondern um ein Versprechen an das Kind, dass sich so vertrauensvoll an mich kuschelt: Ich lieb dich, bis die Kühe fliegen. Also immer! Seitdem lesen wir das Buch nicht nur zum Einschlafen, sondern bei fast jeder Gelegenheit.

Eine echte Geschichte enthält "Ich lieb dich, bis die Kühe fliegen" nicht. Das Bilderbuch besteht aus einzelnen Sequenzen, die anhand von Tieren, die Lustiges und Kurioses erleben, deutlich machen, wie viel Liebe man für ein Kind (bzw. die Person, der das Buch vorgelesen wird) empfindet. Da finden sich nicht nur fliegende Kühe, es gibt auch noch backende Gänse, tauchende Frösche und feiernde Ameisen. Das ist nicht nur äußerst fantasievoll umgesetzt, sondern auch niedlich und humorvoll. Wir lachen bei jedem Vorlesen.

Samstag, 14. März 2020

[Kinderbuch] "Liebe Schwester: Briefe an meine kleine Nervensäge" von Alison McGhee

Große Geschwister kennen das Problem: Die Kleinen wollen überall dabei sein! Was macht man also, wenn man eine schrecklich nervige kleine Schwester hat? Ganz klar: Man lässt sie schriftlich wissen, wie furchtbar sie ist! New York Times Bestsellerautorin Alison McGhee hat diese wunderbare Hassliebe humorvoll und warmherzig in Szene gesetzt. Durch die Briefe des großen Bruders an seine kleine Schwester begleiten wir die beiden über die Jahre durch Höhen und Tiefen, kleine und große Abenteuer - den ersten Schultag, die feste Zahnspange oder den Umzug des besten Freundes. Und was mit der absoluten Ablehnung der kleinen Schwester beginnt, wandelt sich bis zum Auszug des großen Bruders in tiefe Zuneigung. Eine humorvolle Liebeserklärung an diese ganz besondere Beziehung, die Geschwister zueinander haben. (Text- und Coverrechte: Knesebeck Verlag)


"Liebe Schwester: Briefe an meine kleine Nervensäge" hat zuerst meine Tochter (10) gelesen. Es war ihr erster Briefroman, und sie kam mehrfach zu mir, um mir Stellen zu zeigen, die sie lustig fand und über die sie herzlich lachen musste. Viel zu schnell hatte sie es ausgelesen. Sie war überrascht, dass nur anhand von Briefen eine Geschichte erhält werden kann. Danach war ich dran. In Erwartung eines humorvollen und kurzweiligen Kinderbuches habe ich es aufgeschlagen. Das Thema des Buches ist das Band zwischen Geschwisters, an dem Liebe und Zuneigung ebenso entlangfließen, wie Streit und nervenzehrende Auseinandersetzungen. Diese Situationen kennen Kinder und Eltern. Und weil das so gut nachvollziehbar ist, ist das Buch praktisch für alle Altersgruppen geeignet, auch wenn es wahrscheinlich mit unterschiedlicher Gewichtung gelesen wird (gut so!). Und ja, es ist lustig und ein bisschen selbstironisch. Ich hatte aber keine Ahnung, welche warmherzige und liebevolle Geschichte sich in diesem Briefroman verbirgt.

Ein Junge, wir kennen seinen Namen nicht, schreibt Briefe und kleine Notizen an seine jüngere Schwester, die hier ebenfalls namenlos ist. Die Briefe beginnen mit "Liebe Schwester" und enden mit "Von Bruder". Schließlich ist sich der Junge mit acht Jahren noch nicht sicher, ob er diese schreiende Nervensäge überhaupt lieb hat. (Ich darf hier vorwegnehmen, dass sich das im Laufe des Buches langsam und auf sehr rührend-fesselnde Art und Weise ändern wird.) Über mehrere Jahre geht das so, ab Geburt der Schwester, bis zum Auszug des Bruders. Dem Jungen geht viel im Kopf herum. Oftmals ist er genervt oder fühlt sich zurückgesetzt, und manchmal ist er auch überrascht, wie sich Gegebenheiten und Gefühle ändern können. Und vielleicht schreibt er am Ende ja wirklich an eine Schwester, die er aus vollem Herzen lieb hat.

Donnerstag, 5. März 2020

[Bilderbuch] "Zitronenkind" von Nele Brönner

Die Zitronen am Baum sind reif und alle bester Laune. Nur das eine Zitronenkind Toni bleibt grün. Es hat seinen eigenen Kopf. Die Sicht vom Zitronenbaum aus genügt Toni. Wer will schon in die Welt hinaus? Aber dann hängt er ganz allein am Baum. Wird Toni den Sprung wagen? Ja, er tut es, und sein Mut wird belohnt.
Nele Brönner erzählt mit viel Humor eine Geschichte über das Wachsen und Reifen. Mit prägnantem Strich verleiht sie dem Zitronenkind seinen besonderen Charme. (Text- und Coverrechte: NordSüd Verlag)


"Zitronenkind" gehört zu den nicht alltäglichen Bilderbüchern, den besonderen. Thematisch nicht mal unbedingt, Kinderbücher übers Anderssein und Mut gibt es einige, dafür aber in Gestaltung und Ausführung. Ich habe bisher noch kein Kinderbuch in der Hand gehalten, in dem eine (grüne) Zitrone die Hauptrolle spielt. Und das ist wirklich spritzig-erfreulich.
Anders zu sein oder anders sein zu wollen ist legitim und verdient Respekt und Toleranz. Es gehört nämlich ganz schön viel Mut dazu, auch mal gegen der Strom zu schwimmen, den eigenen Weg zu gehen. Genau das erlebt Zitronenkind Toni. Und er erfährt, dass er für seine Entscheidungen einstehen kann, dass es für ihn einen Platz im Leben gibt.

In diesem Jahr trägt der Zitronenbaum besonders viele Früchte. Das macht ihn sehr stolz. Die Stimmung unter den kleinen Zitronen ist gut, denn sobald die Sonne scheint, werden sie nicht nur reif, sie freuen sich richtig auf das Gelbwerden und das Leben, das damit einhergeht. Sie möchten vom Baum hüpfen oder fallen, um von den Menschen eingesammelt und gebraucht zu werden. Nur Zitronenkind Toni ist genervt und eher sauer. Er möchte genau so bleiben wie er ist, nämlich grün und seidig. Als alle seine Geschwister vom Baum gehüpft sind, und ihre Bestimmung gefunden haben, beginnt Toni seine Entscheidung zu hinterfragen und sich Sorgen zu machen. Doch als Toni sich dann festlegt, findet auch er einen Weg, um glücklich zu sein.

Freitag, 13. September 2019

[Bilderbuch] "ANNIE und die Bärenjäger" von Lotte Bräuning

Die Belohnung winkt, die Bärenjagd lockt. Doch erst müssen Jack, Freddy und Slim noch in den Saloon. Sie diskutieren, wie sie den Bär fesseln oder ob sie ihn in eine Falle locken sollen. Sie stellen sich vor, wie sie ihn fangen, und malen sich aus, was sie mir der Fangprämie machen.

Es geht hoch zu und her am Tisch, und Annie schleppt Getränke an. Aber dann verschwindet sie kurz ...

... und als die drei Kerle gegen Morgen endlich aus der Kneipe wanken, kommt Annie daher - mit dem erlegten Bären. (Text- und Coverrechte: Atlantis)


Viele Bilderbücher entsprechen gesellschaftlichen Konventionen oder verfolgen einen bestimmten Zweck. Sei es Erziehung, Moral, Humor oder Hilfe. Das ist auch völlig in Ordnung und beinhaltet Anspruch und Hilfe gleichermaßen. Und dann gibt es Bilderbücher wie "ANNIE und die Bärenjäger", die sich etwas mehr herausnehmen, die Spaß machen, aber auch polarisieren. Und diese Geschichte ist eine sehr besondere. Vergessen werden wir sie bestimmt nicht mehr.

Annie arbeitet als Schankmädchen (sagt man das heute noch so?) in einem Saloon. Rau geht es hier zu und laut. Dies ist nämlich eine echte Western-Geschichte ... und darum gibt es auch den lustigen Hinweis im Buch, dass nicht jedes Detail auf die heutige Zeit passt (man es darum auch nicht allzu ernst nehmen soll), anderes hingegen auch heute noch sehr aktuell ist. In besagtem Saloon unterhalten sich drei Cowboys, die unbedingt einen Bären fangen wollen. Sie haben viele Ideen, trinken aber immer mehr Whiskey und werden sich darum auch weniger einig. Und während die Cowboys große Töne spucken und viel zu viel reden, legt Annie einfach los.

Samstag, 6. Juli 2019

[Bilderbuch] "Katz und Maus wollen hier raus: Nun mach das Buch schon auf!" von Günther Jakobs

Die kleine Katze braucht Hilfe. Sie ist in ein Buch geraten und sucht den Weg nach draußen: Wir schütteln das Buch - sie fällt nicht raus. Schnell umblättern - immer noch da. Auch radieren funktioniert nicht. Hat die schlaue Maus eine Idee? Klar! (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Obwohl bei "Katz und Maus wollen hier raus" schon anhand des Titels klar ist, dass es sich um ein Mitmachbuch handelt, gingen wir (oder besser gesagt, ich) nicht von einem solchen aus. Doch es ist so, und gerade diese Art von Büchern liebt unsere Tochter (4) gerade am meisten. Beste Vorraussetzungen für ein schönes Vorleseerlebnis. In diesem kleinen Bilderbüchlein steckt wirklich viel Spaß und es eignet sich darüber hinaus perfekt für unterwegs.

Eine kleine Katze findet sich am Anfang des Buches in genau diesem wieder. Huch, da sind ja Wände, Buchstaben und Bilder und alles fühlt sich ganz glatt an. Die Katze beschließt, dass sie aus dem Buch raus will und probiert mehrere Wege aus, damit das auch funktioniert. Gar nicht so leicht und ganz schön tricky. Doch zum Glück begegnet die Katze einer Maus, bzw. sie malt sich eine. Gemeinsam, und mit Hilfe des Kindes, das dieses Buch betrachtet, gelingt es den beiden, aus der Geschichte/dem Buch zu entkommen.

Montag, 1. Juli 2019

[Bilderbuch] "Flunker-Freunde!: Eine Geschichte über Freundschaft und das Ehrlichsein von Katja Reider

Oje! Anton Waschbär wird gesucht!
Überall im Wald hängen Steckbriefe. Nur: Was hat der kleine Waschbär bloß angestellt? Leider kann er selbst die Steckbriefe nicht lesen - und seine Freunde erzählen ihm die unglaublichsten Dinge, die da auf den Zetteln stehen. Aber stimmt das denn wirklich? Wie könnte Anton das Geheimnis nur lösen? Na klar, er muss lesen lernen! Und dann kann ihm niemand so schnell mehr was vorflunkern ... (Text- und Coverrechte: Arena Verlag)


Kleine Lügen und Flunkereien sind schon fast gesellschaftsfähig. Sie gehören zum Alltag und kommen oft schneller über die Lippen als man nachdenken kann. Aber so banal Flunkereien auch sein können, sie können ebenso schnell verletzten und für Unverständnis sorgen. Eine sehr humorvolle und freundschaftliche Lügen-Geschichte erzählt das Bilderbuch "Flunker-Freunde!". Das Buch zeigt auf niedliche und lustige Art, dass es nicht schön ist, Freunde anzuschwindeln und dass es manchmal angebracht sein kann, sich zu entschuldigen.

Waschbär Anton findet im Wald viele Steckbriefe. Zwar schaut ihm von jedem sein eigenes Gesicht entgegen, warum er gesucht wird, das kann er aber nicht lesen. Er weiß nur, dass solch ein Steckbrief nichts Gutes bedeuten kann. Anton muss seine Freunde fragen, und die nützen die Situation natürlich  aus und erzählen Anton Dinge, mit denen er bei ihnen für Unmut gesorgt hat. Anton wird immer betrübter. Hat er wirklich so viel angestellt, dass er sogar schon per Steckbrief gesucht wird? Zum Glück löst Lilo, die kleine Füchsin, das ganze Geflunkere bald auf und die Tierfreunde können sich aussprechen (aber erst, nachdem Anton es seinen Freunden ein bisschen heimgezahlt hat).

Freitag, 7. Juni 2019

[Kinderbuch] "Papanini: Pinguin per Post" von Ute Krause

Emma ist überrascht, als eines Tages eine ziemlich alte und verbeulte Tiefkühltruhe geliefert wird - aber noch überraschender ist deren Inhalt: In der Truhe sitzt ein kleiner Pinguin!
Er heißt Papanini, versteht die Sprache der Menschen und liebt es, vorgelesen zu bekommen. Papanini kann sogar sprechen! Er wäre wirklich zu niedlich, wenn er nicht ständig für Chaos sorgen würde ...
Leider haben auch ein paar üble Ganoven von dem sprechenden Pinguin Wind bekommen und ehe sie sich’s versehen, stecken Emma und Papanini mittendrin in einem aufregenden Abenteuer! (Text- und Coverrechte: Edel:Kids Books)


Als wir "Papanini: Pinguin per Post" entdeckten, waren die Kinder sofort Feuer und Flamme. Der kleine Papanini sieht einfach so drollig und lustig aus und die Geschichte versprach Humor und viel Wirbel gleichermaßen. So kam es auch, denn was Emma, die kleine Heldin des Buches hier erlebt, ist ein waschechtes Abenteuer. Und natürlich ein großer Vorlesespaß. Meine Tochter (9) hat das Buch dann zusätzlich noch alleine gelesen.

Emma und ihre Familie sind umgezogen. Leider fühlt sich Emma am neuen Ort und in der Schule nicht allzu wohl. Sie vermisst ihre alten Freundinnen und findet schlecht Anschluss. Als sie eines Tages im Keller eine alte verbeulte Kühltruhe entdeckt, glaubt sie an eine Bestellung ihres Vaters. Doch in der Kühltruhe sitzt ein kleiner Pinguin. Und der kann sogar sprechen! Emma realisiert schnell, dass es sich hier nur um eine Fehllieferung handeln kann, aber da hat sich Pinguin Papanini schon bei ihr einquartiert und sorgt für extrem viel Aufregung und Wirbel. Emma gelingt es kaum, seine Existenz geheimzuhalten. Alleine Papaninis enormer Konsum von Fischstäbchen bringt sie in Erklärungsnot. Doch auch ein paar Gauner wissen vom sprechenden Pinguin und sind ihm dicht auf den Fersen.

Dienstag, 7. Mai 2019

[Bilderbuch] "Das ist für dich" von Günther Jakobs

Schenken ist so schön! Beschenkt werden auch! Ein Geschenk macht neugierig, überrascht und erfreut. Und was passiert, wenn man wunschlos ist? Dann schenkt man es irgendwann weiter. So halten es auch die vielen Tiere in diesem umfangreichen Bilderbuch. Dabei entdeckt jedes Tier in seinem Geschenk etwas anderes und nutzt es anders. Für den Fuchs ist es eine Salatschüssel, für den Hasen ein Stuhl, für den Igel ein Boot, für die Katze ein Hut ... So entwickelt sich eine lange spannende Kette. Und bei jeder Weitergabe fragt sich der Leser: Was wird dieses Tier wohl mit seinem Geschenk machen? (Cover- und Textrechte: Carlsen Verlag)


Schon bei einem ersten Blick auf "Das ist für dich" war klar, das ist für uns! Alleine aufgrund der niedlichen Illustrationen, versprach ich mir vom Bilderbuch ein lustiges und herzliches Vorleseerlebnis. So kam es dann auch. Dieses Buch macht so viel Spaß! Ebenso überrascht war ich vom Umfang, der allerbestens geeignet ist, für ein angeregtes und ausgiebiges Beisammensein. Die jüngste Tochter (4) liebt dieses kleine und stabile Büchlein. Sie bringt es mir täglich zum Vorlesen.

"Das ist für dich" erzählt eine kleine, einfache Geschichte und die geht so: Der Fuchs möchte dem Hasen eine Freude machen und schenkt ihm eine Salatschüssel. Hase freut sich sehr, bedankt sich und hält die Salatschüssel aber für einen Stuhl. Weil er schon einen Stuhl hat, reicht er das Geschenk an Igel weiter. So geht es in einem fort. Jedes Tier hält die Schüssel für einen anderen Gegenstand und schenkt ihn weiter ... bis die Salatschüssel am Ende wieder beim Fuchs landet, der sein Geschenk natürlich wiedererkennt.

Mittwoch, 20. Februar 2019

[Kinderbuch] "Ein Affe an der Angel: Fantastische Tiergeschichten aus der Stadt" von Jonny Bauer

Safari in die Fantasie!
Ob bei Regenwetter im Kinderzimmer oder bei Stau auf der neuen Autobahn, Darko ist Meister darin, überall Abenteuer zu finden. Darüber hinaus ist er ein begeisterter Tierforscher. Auf seinen fantasievollen Reisen findet er tierisch gute Freunde, mit denen er viel Spaß hat und von denen er so einiges lernt! (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Vorlesegeschichten mit vielen Bilder sollten bei Kindern zum Pflichtprogramm gehören. Wenn sich Text und Bilder gut ergänzen, profitieren Kinder und Vorlesende, erleben die Geschichte sehr anschaulich. Im Fall von "Ein Affe an der Angel" trifft nicht nur das zu, die Geschichten sind auch noch so fantasievoll, dass das Lesen zu einem echten Highlight wird.

Darko, ich schätzte, er ist etwa 6 Jahre alt, ist ein Tierforscher, ein Fachmann für große Abenteuer. Gerade bereitet er in seinem Zimmer, oben in einem Hochhaus, einen neue Forschungsreise vor. Dafür hat er schon allerhand wichtige (teils kuriose) Dinge gepackt. Dass es draußen in Strömen regnet, stört Darko nicht, denn er möchte gerne Regenwürmer fangen und an seiner Forscherhütte auf dem Spielplatz weiterbauen. Leider macht ihm seinen Mama einen Strich durch die Rechnung. Weil es so stark schüttet, muss Darko in seinem Zimmer bleiben. Das ärgert ihn so sehr, dass er sein Tierforschungsbuch aus dem achten Stock wirft und die Regenwürmer durchs Fenster fangen will. Doch plötzlich klettern allerhand Tiere in Darkos Zimmer. Gemeinsam schmieden sie einen Plan und sagen der Langeweile den Kampf an.

Montag, 11. Februar 2019

[Bilderbuch] "Roberta & Henry" von Jory John

Giraffe Roberta ist unglücklich. Ihr Hals macht sie fertig. Er ist zu lang, zu biegsam, zu scheckig ... Sie wünscht sich einen ganz normalen Hals und versucht alles, um von ihrem Problem abzulenken. Eine humorvolle Geschichte über eine Giraffe, die am Ende erkennt, welche Vorteile so ein langer Hals haben kann. Denn nicht zuletzt beschert er ihr eine wunderbare Freundschaft. (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Vor einiger Zeit haben wir von den Autoren, bzw. Illustratoren Jory John und Lane Smith "Paule Pinguin allein am Pol" (vor)gelesen. Das Bilderbuch begeistert uns mit seiner schrullig-liebenswerten Art noch heute und wird immer wieder hervorgeholt. "Roberta & Henry" ist das neueste Bilderbuch von Jory John und Lane Smith und hatte, wegen guter Erinnerungen, sofort unsere Aufmerksamkeit. Und es kann sein, dass die Kinder und ich uns ein bisschen (dolle) in Giraffe Roberta und Schildkröte Henry verliebt haben. Es geht um eine Freundschaft, die sehr individuell ist, und die Erkenntnis, dass Stärken und Schwächen zu jeder Persönlichkeit gehören.

Glücklich ist Giraffe Roberta nicht wirklich. Man kann sie sogar unglücklich nennen. Ihr Hals ist ihr einfach zu lang, zu biegsam, zu dünn, zu scheckig, zu streckig, ... einfach bekloppt. Sie wird ständig von allen angestarrt. Zwar versucht sie ihren Hals mit Schals, Krawatten und Fliegen aufzuhübschen, aber zufrieden macht sie das nicht. Roberta hat es auch schon mit verstecken probiert. Leider klappt auch das bei ihrer Größe mehr schlecht als recht.
Als Roberta eines Tages völlig verzweifelt ist, trifft sie auf Schildkröte Henry. Henrys Hals ist ganz nach Robertas Geschmack, weil er so schön kurz ist. Doch auch Henry hat Sorgen und Probleme (die Roberta vielleicht lösen kann). Gemeinsam erleben die beiden, dass sie sich ganz wunderbar ergänzen.

Dienstag, 27. November 2018

[Kinderbuch] "Professor Plumbums Bleistift: Voll verschneit!" von Nina Hundertschnee

Professor Plumbums Bleistift ist magisch: Wer mit ihm schreibt, reist in andere Welten!

BAND 3: Brrr, ist das kalt! Erst wissen Hanna und Henri gar nicht, wo sie sind. Bis plötzlich ein zotteliges Mammut vor ihnen steht - ein Urtier aus der Eiszeit! Nun müssen die Freunde schnell sein: denn wenn es dunkel wird, erwachen die Säbelzahntiger ... (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


In meiner Kindheit war Zauberpapier voll im Trend. Mit einem Bleistift wurde über eine vermeintlich weiße Fläche schraffiert, und heraus kamen Bilder, die zuvor verborgen waren. In der Kinderbuchreihe Professor Plumbums Bleistift, wird genau das aufgegriffen und jeweils über eine spannende (und spaßige) Geschichte vertieft. Jedes Buch enthält vier Seiten Zauberpapier, über das Kinder nach Herzenslust schraffieren können, genau wie Hanna und Henri in der Geschichte. Denn wenn diese beiden mit dem magischen Bleistift von Professor Plumbum schreiben, dann werden sie sofort in ein neues Abenteuer gewirbelt und reisen in eine andere Welt.

"Voll verschneit!" ist das dritte Abenteuer der Freunde Hanna und Henri. Es ist kalt geworden und es liegt Schnee. Die beiden wollen Professor Plumbum in seinem Schreibwarenladen besuchen. Doch dieser ist verschlossen, der Professor ist krank. Er leidet an Herzschmerz, weil er seinen alten Freund vermisst, der vor vielen Jahren verschwand. Als Henri und Hanna mit dem magischen Bleistift davongewirbelt werden, versprechen sie Professor Plumbums alten Freund zu suchen. Sie landen zu einer Zeit, als es überall kalt und eisig war ... in der Eiszeit.

Mittwoch, 24. Oktober 2018

[Kinderbuch] "Simons kleine Lügen: Pudding in Not" von Joe Berger

Für Simon ist die Wahrheit ein komplizierter Elefant. Schwer, besorgniserregend und runzlig. Wenn er vor einem sitzt, dann kann man weder unter ihm durch noch über ihn drüber. Aber man kann um ihn herumkurven. Und nichts anderes macht Simon ... hier und da eine kleine Flunkerei, sehr zum Leidwesen seiner Familie. Aber steckt hinter Simons gelegentlicher Verzerrung der Wahrheit nicht noch mehr? (Text- und Coverrechte: Mixtvision Verlag)


Mit "Pudding in Not" startet die neue Reihe "Simons kleine Lügen". Comic-Romane kommen bei Kindern immer gut an. Mein Sohn (11) liest sie schon eine Weile sehr gerne, meine Tochter (9) hat sie ganz neu für sich entdeckt. "Simons kleine Lügen: Pudding in Not" ist das erst Buch, dass sich beide Kinder kurz nacheinander gesichert haben. Es wurde bei uns also bereits schon drei Mal gelesen: Mein Sohn hatte es an einem Nachmittag durch, meine Tochter hat es sich damit abends im Bett gemütlich gemacht ... und zuletzt war dann ich dran. Schön war's, und vor allem sooo lustig und komisch.

Simon sitzt am liebsten in seiner selbstgebauten Zimmerhöhle, um den "Belastungen eines modernen Neunjährigen zu entfliehen", wie er es selbst so schön ausdrückt. Zutritt haben nur sein bester Freund Karli und die Katze Pudding. Denn Simon nimmt es mit der Wahrheit nicht ganz so genau, kommt darum in viele unangenehme (und auch sehr komisch-lustige) Situationen. Seine größte Sorge gilt aber zur Zeit Klassenfiesling Peter, der alle anderen tyrannisiert. Zu Simons Leidwesen hat Peter auch noch jeden Tag einen saftig-leckeren Cheeseburger in seiner Tüte, während die Brotbox von Simon nur ein wenig reizvolles Mittagessen enthält. Aber vielleicht kann er sich solch einen Cheeseburger ja selbst vorlügen?

Dienstag, 16. Oktober 2018

[Bilderbuch] "Karl und Knäcke lernen räubern" von Kirsten Reinhardt

Karl und Knäcke wären gerne die gefürchtetsten Räuber der Stadt - nur haben sie eigentlich noch nie etwas gestohlen. Das muss anders werden! Sie planen eine räubermäßige Einbruchsserie. Doch in jeder Wohnung findet sich so viel Spannendes, dass sie das Räubern glatt vergessen – außer, dass sie sich nach den erlebten Abenteuern etwas zu Essen genehmigen. Denn in fremden Küchen kocht es sich besonders gut! Wenn das mal keine neue Berufsperspektive ist ... (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Räubergeschichten haben für Kinder schon immer eine große Anziehungskraft. Vielleicht reizt die Gefahr oder das Unübliche, Verbotene. Oftmals gibt es noch eine große Portion Humor dazu, damit sich die Geschichte selbst nicht allzu ernst nimmt. Aber zwei Räuber, die das Räubern erst noch lernen müssen? Das hatten wir, glaube ich, noch nie. Umso charmanter geht es bei "Karl und Knäcke lernen räubern zu". Denn ob den beiden ein richtiger Raubzug gelingt, das steht ab Beginn in den Sternen.

Karl und Knäcke sind echte Räuber. Die wildesten der ganzen Stadt. Sie können jedes Schloss knacken und futtern für ihr Leben gerne. Doch immer, wenn es auf Raubzug gehen soll, fällt den beiden etwas anders ein, das noch zu tun wäre. Und so bleiben sie schlussendlich zu Hause. Eigentlich haben sie noch nie etwas geräubert. So kann es auf keinen Fall weiter gehen, schließlich haben sie einen Ruf zu verlieren. Karl und Knäcke beschließen, dass sich etwas ändern muss. Sie wollen jetzt wirklich das Räubern lernen und steigen in diverse Wohnungen und Häuser ein. Dabei entdecken sie etwas an sich, das gar nichts mit räubern zu tun hat - und das ist eher kulinarischer Natur.

Dienstag, 2. Oktober 2018

[Kinderbuch] "Die Tornadojäger" von Ross Montgomery

Tornado-Alarm im Städtchen Barrow, dem Heimatort von Owen und seinen vier Freunden, den unerschrockenen Tornadojägern! Barrow ist anders als andere Orte. Immerzu droht die Gefahr eines Tornados, und die Erwachsenen sind in heller Aufregung. Der 11-jährige Owen muss ständig einen Helm tragen, weil seine Eltern solche Angst um ihn haben. Er darf nicht auf Bäume klettern und soll immer pünktlich zu Hause sein. Owen macht da nicht mehr mit. Zusammen mit vier Freunden will er dem Beispiel seiner Großeltern folgen, die berühmte Tornadojäger waren. Sie wollen dem Sturm ins Auge sehen, allen erwachsenen Ängsten und Kontrollzwängen zum Trotz. Denn ein Leben ohne Abenteuer ist doch kein Leben, oder? (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag)


Alleine die Buchbeschreibung kling schon etwas verrückt. Ein Ort, dem immerzu heftige Stürme drohen, ist plausibel. Eine Kindergruppe jedoch, die diese jagen wollen? Für mich war alleine das die Garantie für ein aufregendes, lustiges und tolles Leseerlebnis. Ich empfand das Buch als besonders und positiv-abgedreht. Bis auf das Ende; da wurde es dann ganz still und nachdenklich in mir.

Barrow ist ein Ort der Sicherheit. Das Dorf umgibt eine Schutzmauer aus Tornadofallen, die die gefährlichen Stürme von Kindern und Erwachsenen fernhalten sollen. Vor allem für Kinder gelten strenge Regeln. So gilt ab Nachmittags eine Ausgangssperre, und von der Schule darf ein Kind nur in Begleitung nach Hause gehen. Wer nicht spurt kommt ins Jugendbezirksgefängnis (!). Und genau darum sind Owens Eltern auch nach Barrow gezogen. Sie wollen den größtmöglichen Schutz für ihren Sohn (der zu seinem Leidwesen die ganze Zeit über einen Helm tragen muss - schließlich könnte er schlimm stürzen und sich verletzten). Doch Owen findet Freunde, und gemeinsam lehnen sich sich auf gegen die Regeln und Gesetze von Barrow. Sie wollen einen Tornado fangen!

Montag, 24. September 2018

[Kinderbuch] "Professor Plumbums Bleistift: Mumien-Alarm!" von Nina Hundertschnee

Professor Plumbums Bleistift ist magisch: Wer mit ihm schreibt, reist in andere Welten!

BAND 1: Mumien-Alarm! Als Henri und Hanna einen Bleistift finden, ahnen sie nicht, was für ein großes Abenteuer auf sie wartet. Bis der Stift von selbst übers Papier malt! Plötzlich fegt ein Wirbelsturm durchs Kinderzimmer und weht die Freunde samt Kater Karuso in die Wüste. Der kann auf einmal sprechen - genau wie die Mumie Tutdochnix, die dringend ihre Hilfe braucht ... (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Ich kenne dieses besondere Zauberpapier noch aus meiner Kindheit. Mit einem Bleistift wird über eine weiße Fläche schraffiert und wie von Zauberhand erscheinen darunter gut sichtbare Bilder. Genau das ist das Konzept von "Professor Plumbums Bleistift". Eine tolle Wiederentdeckung! Für Kinder, bzw. Erstleser ist es etwas Ungewöhnliches, in ihr Buch zu malen. Damit wird ein erster Anreiz für die Geschichte geschaffen. Der erste Band der Reihe, "Mumien-Alarm!", traf bei meiner Tochter (9) voll ins Schwarze. Die Geschichte ist spannend und abenteuerlich ... und vor allem total lustig und spaßig.

Hanna und Henri holen sich im Laden von Professor Blumbum sehr oft Süßigkeiten. Eines Tages finden sie im Treppenhaus einen schönen Bleistift, den der Professor wahrscheinlich verloren hat. Bevor sie ihn zurückgeben können, katapultiert der Stift die beiden Kinder in ein echtes Abenteuer. Und damit fängt die Geschichte auch an.

Dienstag, 14. August 2018

[Bilderbuch] "Hier sind wir: Anleitung zum Leben auf der Erde" von Oliver Jeffers

Wie erkläre ich einem Kind die Welt in ihrer ganzen Vielfalt? Dass es Berge und Seen gibt, aber auch Wüste? Dass kein Mensch wie der andere ist, und dass wir doch alle die gleichen Bedürfnisse haben.
Oliver Jeffers macht seinem Sohn mit wenigen, präzis gewählten Worten und eindrücklichen Bildern die Welt begreifbar. Denn letztlich ist unser Fortbestehen in unserer Verantwortung.
"Achte gut auf die Erde, denn es ist die einzige, die wir haben." (Text-, Zitat- und Coverrechte: NordSüd Verlag)


Oliver Jeffers kennen wir bereits vom tollen Bilderbuch "Der Streik der Farben", bei dem er als Illustrator tätig war. Sein neuestes Buch "Hier sind wir: Anleitung zum Leben auf der Erde" entsprang komplett seiner Feder. Er hat es für seinen Sohn geschrieben und gezeichnet, als dieser noch ein kleines Baby war. Der Autor erzählt das in einem Vorwort und hat mich damit sehr berührt. Besonders als mir bewusst wurde, welch einen Bilderbuchschatz, voller Freundlichkeit, Humor und liebevoller Weitsicht, er damit geschaffen hat.

Das Bilderbuch startet mit einen Sternenkarte und dem Hinweis, dass der Polarstern nach Norden zeigt (nützlich, wenn man sich verirrt hat und den Weg zurück finden muss) und wie er zu finden ist. Eine ebensolche Anleitung gibt es am Ende, dann mit der Himmelsrichtung Süden. Ob man das wirklich fürs Leben braucht, ist natürlich nicht sicher. Aber der Anfang und das Ende des Buches vermitteln so den Eindruck einer warmherzigen Umarmung.