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Sonntag, 16. Januar 2022

[Kinderbuch] "Aribella und die Feuermaske" von Anna Hoghton

Als Aribella ihren besten Freund gegen einen frechen Fischerjungen verteidigen will, schießen Flammen aus ihren Fingern! Sie muss fliehen, ausgerechnet in der Nacht vor ihrem 13. Geburtstag. Die Stadtwache ist hinter ihr her, aber auch ein Mann mit einer Maske, die leuchtet wie die Sterne am Himmel. Er nimmt Aribella in seiner Gondel mit nach Venedig und führt sie in die Welt der Cannovacci ein - eine geheime Vereinigung von Magiern, die mit ihren Kräften die Stadt beschützen. Im Halb hier halb dort-Hotel findet sie Unterschlupf, einen zahmen Löwen und neue Freunde. Doch die Sicherheit trügt: Ein Blutmond erweckt dunkle Mächte und Aribella lernt schnell, dass nicht hinter jeder glitzernden Maske ein freundlicher Zauberer steckt ... (Text-, Zitat- und Coverrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Ich griff zum Buch "Aribella und die Feuermaske" weil es eine persönliche Empfehlung war, die mich sehr ansprach. Das Thema klang fantasievoll und spannend. So kam es auch und das Buch war ein Glücksgriff und wurde zum echten Leseabenteuer. Das Setting in Venedig, die magisch-phantastische Geschichte (bei der es manchmal ganz schön zur Sache geht) und die wunderbaren Charaktere, das alles sorgt garantiert dafür, dass junge Leser*innen ab 10 Jahren das Buch kaum zur Seite legen können. Diese Art von Geschichten macht mir wieder bewusst, warum das Lesen so großen Spaß macht und man dieses Gefühl unbedingt an Kinder weitergeben möchte.

"[...] Da war dieses Gefühl, das durch meinen Körper schoss." Aribella versuchte, sich zu erinnern, was genau geschehen war. "Und dann dieser stechende Schmerz in meinen Fingern. Plötzlich sprühten sie ... Funken ... winzige Flammen. Ich weiß, das klingt verrückt, aber ich schwöre dir, es ist die Wahrheit. [...]" - S. 27

Aribella fühlt sich meistens alleine und unwillkommen. Nach dem Tod ihrer Mutter ist ihr Vater in tiefer Trauer versunken, und von ihren Mitmenschen schlägt Aribella ein Gefühl der Ablehnung entgegen. Nur auf ihren besten (und einzigen) Freund Theo kann sich Aribella verlassen, weil er sich immer für sie einsetzt. Als kurz vor ihrem 13. Geburtstag plötzlich Flammen aus ihren Händen schießen, Aribella darum verfolgt und ihr Vater ins Gefängnis geworfen wird, nimmt sie ein Mann mit Maske mit ins Halb-hier-halb-da-Hotel. Für Aribella beginnt ein Abenteuer, wie sie es sich niemals hätte träumen lassen.

Samstag, 16. Oktober 2021

[Bilderbuch] "Unsere Grube" von Emma AdBåge

Es gibt keinen schöneren Platz zum Spielen als die große Grube. Da kann man alles spielen: Bärenmama, Einkaufen, Fangen, Verstecken - alles. Doch die Erwachsenen finden die Grube "gefährlich" und lassen sie zuschütten. Die Kinder sind stinksauer. Sie haben ihre eigenen Vorstellungen, was ihnen Spaß macht. Wie ernst es ihnen ist, sich ihren Spielplatz zurückzuerobern, ist einfach großartig. (Text- und Coverrechte: Beltz & Gelberg)


Das Spielen im Freien, im Wald, auf dem Feld, oder auch in einer Erdgrube, gehört wohl zu den schönsten Erlebnissen von Kindern. Und für mich zu den allerbesten Erinnerungen meiner Kindheit. Darum stach mir "Unsere Grube" auch sofort ins Auge. Die Geschichte, das Thema - ich kann es einfach so gut nachvollziehen. Da wäre zuerst die Sache des freien Spiels und die genialen Illustrationen dazu. Ganz wunderbar. Und dann noch die Tatsache, dass Erwartungen von Erwachsenen oftmals nicht sehr bedürfnisorientiert sind, wenn es um die Erfahrungen der Kinder geht. Das Bilderbuch ist nicht nur humorvoll-realistisch und zeigt die Bedürfnisse von Kindern damit ganz klar, es übt auch Kritik am Verhalten von Erwachsenen oder Eltern ... und stimmt damit sehr nachdenklich.

Hinter den Schulgebäuden, in einem kleinem Wäldchen, befindet sich eine Grube. Die Kinder nennen sie "unsere Grube" und spielen dort, wann immer es ihnen möglich ist. Sie können dort alles machen, alles sein, und es wird nie langweilig. Die Grube ist der Lieblingsspielort, das Highlight der Kinder. Leider mögen die Lehrer und Lehrerinnen die Grube nicht. Sie finden sie zu gefährlich, versuchen die Kinder sogar zu alternativen Spielen zu bewegen - erfolglos. Bis die Lehrerschaft beschließt, ein Grubenverbot auszusprechen und diese schlussendlich sogar zuzuschütten. Die Kinder sind traurig und entsetzt. Aber Kinder wären nicht Kinder, wenn sie nicht das Beste aus der Situation machen würden.

Sonntag, 19. September 2021

[Bilderbuch] "Valentins Wunderbaum" von Anna Schindler & Katrin Dageför

Valentin träumt.
Er erwacht und der Traum ist noch da. Was geschieht, wenn er ihn einfängt und einpflanzt? Aus der kleinen Traumbohne wächst ein riesengroßer Baum, in dem sich ein Aufzug befindet.
Valentin steigt ein.
Was er im Wunderbaum alles erlebt, davon erzählt diese Geschichte. (Text- und Coverrechte: EDITION PASTORPLATZ)


Als ich einen ersten Blick auf "Valentins Wunderbaum" warf, die ansprechende Covergestaltung auf mich wirken ließ, und die Beschreibung dazu las, hat es mich sofort vereinnahmt. Bilderbücher mit Traumgeschichten finde ich super. Sie regen die Fantasie an, entfliehen der Realität, und es ist einfach spannend zu sehen, was Kinder hier erleben. Und genau so sah es auch wohl unsere 6-Jährige. Beim Vorlesen war es mucksmäuschenstill, denn was Valentin in der Geschichte erlebt ist faszinierend und hat es ganz schön in sich. Dazu gleich mehr ...

Valentin träumt, und als er aufwacht, gelingt es ihm tatsächlich, den Traum einzufangen. Der sieht aus wie eine kleine Bohne, die Valentin auch sogleich einpflanzt. Aus der Bohne wächst ein Baum, ein Traum- oder Wunderbaum mit einem Aufzug. Valentin wagt es, er steigt ein, begleitet von seinen drei liebsten Kuschelfreunden (die ihm bei jedem Abenteuer zur Seite stehen). Der Aufzug bringt Valentin in verschiedene Stockwerke des Wunderbaums. Jedes hält eine Überraschung, ein Abenteuer oder einen weisen Ratschlag für ihn bereit. Aber eines ist sicher, Valentin wird seine Erlebnisse im Wunderbaum für immer bei sich tragen, genau wie das Säckchen Traumbohnen, das er am Ende in der Hosentasche findet.

Sonntag, 12. September 2021

[Bilderbuch] "Bär und das Murmeln im Wind" von Marianne Dubuc

Bär hatte ein schönes Haus. Er hatte gute Freunde und ein schönes Leben. Das war früher. Bevor das Murmeln im Wind alles veränderte. Es sagt ihm, dass er fort muss. Dass es Zeit ist aufzubrechen und etwas Neues auszuprobieren. Aber wohin wird der Wind ihn tragen? (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Ein geruhsames Leben macht glücklich. Ein Leben mit Altbekanntem, mit Ritualen und in vertrautem Umfeld. Doch manchmal meldet sich eine leise Stimme in einem, die sich Veränderung wünscht, die dazu ermutigt, neue Wege zu gehen und Vertrautes hinter sich zu lassen. Genau so ergeht es dem Bären in "Bär und das Murmeln im Wind". Selten haben wir ein Bilderbuch (vor)gelesen, dass dieses Thema so anschaulich und feinfühlig aufgreift. Und dazu die poetische Note, die ruhige Anmutung. Einfach toll!

Bär hat ein hübsches Haus. Er hat sogar einen Lieblingssessel, liebt Erdbeerkuchen und ist gerne mit seinen Freunden zusammen. Er fühlt sich wohl mit seinem Leben. Doch plötzlich vernimmt Bär dieses Murmeln im Wind, das ihn fortzieht von seinem Zuhause, fort vom Lieblingssessel und dem Erdbeerkuchen, der nun nicht mehr so lecker schmeckt. Da packt Bär seine Sachen zusammen und läuft einfach los, immer der Nase nach und diesem Murmeln, das ihn leitet. Er fühlt sich gut und frei, findet neue Freunde und Aufgaben. Doch manchmal ist Bär auch einsam, vermisst sein altes Leben. Bis er eine neuen Platz im Leben findet und kein Murmeln im Wind mehr hört.

Sonntag, 4. Juli 2021

[Kinderbuch] "Sommer auf Solupp" von Annika Scheffel

Irgendwo weit draußen, wie ein Klecks im Meer, liegt Solpp. Niemals hätte Mari gedacht, dass dieser Ort so viele Überraschungen bereithalten würde: Das Ferienhaus mit den geheimnisvollen Zimmern, die magischen Dunkelstunden, die Wildponys, der fremde Junge aus dem Meer. Und während sie sich noch über all die Rätsel wundern, stecken Mari und ihre Brüder schon mittendrin im schönsten Abenteuer, das man sich vorstellen kann. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Thienemann Verlag)


Der Sommer ist eine ganz besondere Zeit für Kinder. Mit dieser Jahreszeit werden lebenslange Erinnerungen verbunden. Ich erinnere mich heute noch ans damalige Eisessen, an Tage am See, Ausflüge oder Urlaube. Und sehr stark bleiben auch Sommerbücher im Gedächtnis, denn das Lesen, gerade das auf einem Badetuch oder im Urlaub, gehört hier einfach dazu. "Sommer auf Solupp" ist ein Kinderbuch, dass zum einen die Stimmung des Sommers perfekt einfängt, zum anderen mit einem großen Abenteuer aufwartet. Alleine schon das Gefühl, wenn man einen ersten Blick auf das Buch wirft, ist toll. Sehr schön, nicht nur für Kinder ab 10 Jahren.

[...] das Lächeln kommt einfach von selbst, weil die Sonne ihr ins Gesicht scheint und die Luft nach Salz riecht und Sonnencreme und Abenteuer, warm und weich und wunderbar. Und weil das Meer vor ihr glitzert wie verzaubert und der Himmel so blau ist, als hätte ihn sich jemand ausgedacht, und die Möwen so aufgeregt kreischen, als hätten sie eine wichtige Nachricht für Mari. - S. 5

Eigentlich hatte Mari überhaupt keine Lust, die sechswöchigen Sommerferien auf der winzigen Insel Solupp zu verbringen. Viel lieber wäre sie im Fussballcamp, das nun leider für sie ausfällt. Der Entschluss zum Inselurlaub wurde von Maris Mutter gefasst, weil in der Familie nichts mehr ist wie zuvor. Und Mari muss sich fügen. Doch nach der Ankunft auf Solupp erfährt Mari bald, das hier alles besonders ist. Nicht nur wunderschön, heimelig und voller Überraschungen, sondern auch geheimnisvoll und spannend. Das soll wohl tatsächlich ein Sommer werden, den Mari niemals vergisst.

Montag, 19. April 2021

[Kinderbuch] "Die elternlosen Erlebnisse der unzertrennlichen Fünf" von Hana Tooke

Vor zwölf Jahren wurde Milou mit ihrem Kuscheltier auf dem Dach des berühmtesten Waisenhauses von Amsterdam gefunden. Seitdem hofft sie auf die Rückkehr ihrer Eltern. Doch bevor diese auftauchen, steht der Zuckerhändler Bas Rotman vor der Tür. Er will Milou und ihre vier Freunde adoptieren, um sie auf seinem Schiff schuften zu lassen. Höchste Zeit zu fliehen! Die fünf folgen einer Spur, die in Milous Kuscheltier versteckt war: eine Taschenuhr, in die Koordinaten eingraviert sind. Der Weg zu Milous Familie? Er führt sie durch enge Gassen und über gefrorene Kanäle bis zu einer alten Windmühle. Wo sind ihre Eltern? Was ist damals passiert? Während die fünf nach Antworten suchen, sucht jemand anders längst nach ihnen ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


"Die elternlosen Erlebnisse der unzertrennlichen Fünf" ist nicht nur ein megatoller und spannender Buchtitel, es ist eines der Kinderbücher, die man mit allerbesten Erwartungen beginnt. Diese bestätigen sich auch bald, das Buch ist toll! Trotzdem war ich auch überrascht. Hana Tookes Kinderroman kommt im Stil alter Klassiker im Kinderbuch daher, ist charmant-altertümlich und abenteuerlich. Aber auch weitaus spannender, aufregender und gruseliger als ich gedacht hatte. Es geht gut zur Sache. Junge Leser*innen müssen sich warm anziehen, und das nicht nur, weil das Buch im und um das winterliche Amsterdam spielt. Es ist eine skurrile aber auch freundschaftliche Geschichte, bei der Kinder mitfiebern und mitdenken müssen und zugleich vollkommen darin versinken können.

Je mehr die kalte Fensterscheibe von Milous Atem beschlug, desto verschwommener wurde die Sicht. Seufzend wandte sie sich ab. Ein Stück gefrorener Wandfarbe blätterte ab und fiel mit einem leisen Kling neben ihr auf den Boden. Selbst die Dielen des Schlafsaals waren von einer hauchdünnen Frostschicht überzogen, und Milous Augäpfel waren so kalt, dass das Blinzeln wehtat. Der winzige Kamin der gegenüberliegenden Wand war dunkel und leer, wie immer. - S. 11/12

Für das Waisenhaus Kleine Tulpe in Amsterdam gibt es um 1880 strenge Regeln zum "Aussetzen von Babys". Keines der fünf Babys, um die es in dieser Geschichte geht, wurde ordnungsgemäß abgestellt und sind darum der strengen und kaltherzigen Heimleiterin ein besonderer Dorn im Auge. Auch Jahre später gelten Lotta, Mads, Mona, Gisbert und Milou als unadoptierbar. Als ein zwielichtiger Händler auftaucht und alle Fünf auf einmal adoptieren möchte, ist schnell klar, dass er die Waisenkinder auf seinem Schiff schuften lassen möchte. Die Fünf fliehen aus dem Waisenhaus, angeführt von Milou, die ihre Eltern finden möchte. Doch welche Abenteuer und Geheimnisse nun auf sie warten, hätten sie niemals gedacht ...

Donnerstag, 11. Februar 2021

[Kinderbuch] "Roboter träumen nicht" von Lee Bacon

Vor dreißig Jahren sind die Menschen ausgestorben. Jetzt wird die Welt von Maschinen beherrscht. Der Roboter XR_935 findet das genau richtig so. Denn ohne die Menschen gibt es keinen Krieg, keine Umweltverschmutzung, keine Verbrechen. In der Robotergesellschaft läuft alles reibungslos und effizient - bis zu dem Tag, an dem XR etwas Unmögliches entdeckt: einen Menschen. Ein Mädchen, das seine Hilfe braucht ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag


"Roboter träumen nicht", das neue Kinderbuch von Lee Bacon, gehört zu den Titeln, die mich sofort ansprachen. Das lag zum einen am tollen Cover, das zugleich berührt und polarisiert, vor allem aber neugierig macht. Zum anderen ist das Thema spannend und aktuell: Eine Welt, die von Robotern und Maschinen beherrscht wird, in der die Existenz von Menschen nicht vorgesehen und erwünscht ist. Vor dem Lesen hatte ich also gewisse Vorstellungen von der Geschichte. Diese wurden erfüllt, und ich bekam noch mehr. "Roboter träumen nicht" ist weitaus gefühlvoller als gedacht, dazu sehr unterhaltsam. Und das Buch enthält einige tiefgreifende Fragen und Gedanken zur Menschheit und unserer Rolle auf dem Planeten Erde. Fand ich super!

Vor mir lag eine Landschaft aus verlassenen Gebäuden. "Warum steht all das noch?", fragte ich. "Warum wurden diese Bauten nicht eingeebnet? Sie erfüllen keinen Zweck."
"An diesem Punkt irrst du dich", antwortete Elternteil_1. "Sie erfüllen einen sehr wichtigen Zweck. Sie dienen dazu, das Andenken aufrechtzuerhalten."
"Welches Andenken?"
"Das Andenken an die Schwächen der Menschheit", erläuterte Elternteil_2. - S. 25

Menschen erfanden Roboter und machen sich diese zunutze, bis sie unentbehrlich wurden. Doch die Menschen machten Fehler, die Roboter nicht. Irgendwann entschieden die Roboter, dass es genug sei ... und sie löschten alle Menschen aus. Seitdem ist die Welt eine bessere, und alles läuft reibungslos und effizient. So hat es Roboter XR gelernt. So ist es gut und richtig. Täglich erledigt XR mit seinen Kollegen Ceeron und SkD die gleichen Arbeiten, nichts wird hinterfragt. Das ändert sich, als den dreien Emma begegnet, ein Menschenmädchen, und ihre Hilfe benötigt.

Dienstag, 29. Dezember 2020

[Kinderbuch] "Brombeerfuchs: Das Geheimnis von Weltende" von Kathrin Tordasi

Sommerferien in Wales: Mitten im Wald, in einer Brombeerhecke, finden Ben und seine Freundin Portia eine geheimnisvolle Tür. Sie ist ein Portal zur Anderswelt und muss unter allen Umständen verschlossen bleiben. Doch woher sollen sie das wissen? Die alten Geschichten über die Wunder und Gefahren der Anderswelt sind lang vergessen ... Für Robin Goodfellow, den Mann mit dem Fuchsschatten, sind die Kinder die letzte Chance, das Portal zu öffnen und endlich nach Hause zurückzukehren. Für alle anderen jedoch könnte dies das Ende bedeuten.
(Text-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Sauerländer)


Zwar hatte ich die Buchbeschreibung gelesen, auch den Namen Robin Goodfellow, doch war mir nicht richtig bewusst, dass Brombeerfuchs: Das Geheimnis von Weltende" walisische Sagen und Feen-Mythologie (wie z. B. in Shakespeares Werk Ein Sommernachtstraum) thematisiert. Und das finde ich ja grundsätzlich total genial! So kam es auch, dass mich die Geschichte völlig vereinnahmt hat, obwohl sie für ein jüngeres Zielpublikum gedacht ist. Sie war so spannend und mitreißend, dass ich die zweite Buchälfte am Stück verschlingen musste. Hier wurde alles richtig gemacht. Ein Buch voller Charme, Magie und Abenteuer, (nicht nur) für Kinder ab 10 Jahren.

Auf der Schwelle zwischen Wohnzimmer und Wintergarten saß ein Fuchs. Das Tier schaute sie direkt an, und im Licht der Nachmittagssonne leuchtete sein Fell kupferrot. Portia hielt den Atem an, aber der Fuchs lief nicht weg. Er beobachtete sie mit aufgestellten Ohren und aufmerksamen, goldenen Augen. - S. 20

Weil ihre Mutter nicht mit ihr in die Ferien fahren kann, verbringt Portia diese bei ihren Tanten in Wales. Hier ist alles etwas speziell und geheimnisvoll. So begegnet Portia nach ihrer Ankunft einem zahmen Fuchs, der im Haus ihrer Tanten etwas zu suchen scheint. Als sie zusammen mit Ben, einem Jungen aus dem Dorf, einen Ausflug machen will, dieser aber zu spät kommt, folgt Portia dem Fuchs zu einer geheimen Tür. Sie führt in die Anderswelt, ins Reich der Feen. Was Portia dort erlebt, hätte sie sich niemals träumen lassen ... und Ben ist ihr dicht auf den Fersen. 

Donnerstag, 15. Oktober 2020

[Kinderbuch] "Malamander: Die Geheimnisse von Eerie-on-Sea" von Thomas Taylor

Wenn du zum ersten Mal nach Eerie-on-Sea kommst, siehst du nichts als einen verschlafenen Badeort. Doch der Schein trügt. Vor der Küste treibt der Malamander sein Unwesen. Jeder hier ist dem legendären Seeungeheuer auf der Spur, aber jeder aus einem anderen Grund. Es gibt Mrs Hanniver von der Bücher-Apotheke, die für jedes Unglück die richtige Lektüre zur Hand hat. Es gibt Hakenhand, vor dem du dich besser in Acht nimmst. Vor allem aber gibt es Herbie Lemon, den 12-jährigen Sachenfinder aus dem Grand Nautilus Hotel, der jedes Fundstück zurück in die richtigen Hände bringt. Eines Tages findet er ein Mädchen: Violet ist wild entschlossen, den Malamander aufzuspüren - er ist die letzte Verbindung zu ihren verschollenen Eltern. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag)


Schon der Name ist ungewöhnlich, oder besser, die Namen. Malamander, Eerie-on-Sea ... was soll denn das sein? Nicht nur dieser Umstand, sondern eine tolle Buchbeschreibung und ein sehr lustig-inspirierendes erstes Kapitel sorgten dafür, dass ich dieses Buch lesen wollte. So richtig abschätzen konnte ich allerdings nicht, mit welcher Art von Geschichte ich es hier zu tun bekommen würde. Meinem 13-jährigen Sohn erging es ähnlich; er betrachtete "Malamander: Die Geheimnisse von Eerie-on-Sea" zunächst mit Skepsis. Zum Glück ließ er sich jedoch zum Lesen des Buches überreden. Er hat es vor mir verschlungen und wolle nicht mehr damit aufhören. Ich musste mich also etwas gedulden. Es hat sich gelohnt! Hier haben wir mal wieder ein Kinderbuch, das die Zielgruppe, sowie erwachsene Leser*innen gleichermaßen begeistert.

Schließlich beginnt der Koffer selbst auseinanderzufallen. Der Mann reißt ihn mit seiner gesunden Hand auf, und zum Vorschein kommt ...
... nichts!
Na ja, nicht ganz nichts. In dem Trümmerhaufen sitzt eine sehr überrascht aussehende Spinne. Und eine Wollpudelmütze liegt da. Als die Spinne davonhuscht, würde ich ihr am liebsten hinterherlaufen. Nun bleibt uns nur noch die Mütze zum Anstarren. Es ist sehr eindeutig die leuchtend bunte Mütze des Mädchens. Vor ihr selbst fehlt allerdings jede Spur. - S. 15

Eerie-on-Sea ist ein Küstenstädtchen, augenscheinlich ein etwas verschlafener Badeort. Doch jetzt, im Winter, zeigt dich Eerie-on-Sea von seiner rauen und düsteren Seite. Hakenhand geht man besser aus dem Weg. Und es gibt die Legende, dass hier der Malamander sein Unwesen treibt. Eine Art Seeungeheuer, das die Menschen zwar ängstigt, dem der eine oder andere aber auch auf der Spur ist. Und hier in Eerie-on-Sea lebt der 12-jährige Herbie Lemon. Er ist der Sachenfinder des ansässigen Hotels. Eines Tages "findet" Herbie ein Mädchen. Violet ist auf der Suche nach ihren verschollenen Eltern und auf der Flucht vor dem berüchtigten Hakenhand. Herbie möchte ihr helfen. Und was hat die ganze Sache mit dem Malamander zu tun?

Samstag, 25. April 2020

[Kinderbuch] "Die Zuckermeister: Der magische Pakt" von Tanja Voosen

An Magie und echte Wunder glauben?
Für die Bewohner der Kleinstadt Belony selbstverständlich, nur Elina hält das alles für Unsinn. Bis ihrer nervigen Nachbarin Charlie eine Schokolade in die Hände fällt, die eine seltsame Wirkung hat. Plötzlich ist Elina sich sicher: Charlie wurde verzaubert! Hilfe bekommen die Mädchen ausgerechnet vom verschlossenen Robin. Er gehört zu einer Familie aus Süßigkeitenwerkern - Menschen mit der Fähigkeit, magische Süßigkeiten herzustellen, um anderen damit zu helfen. Und deshalb weiß er: Nur die geheimnisvollen Zuckermeister können Charlies Fluch umkehren. Mit einem Koffer voller magischer Süßigkeiten begeben sich die drei auf eine gefährliche Suche. Denn nicht jeder hält sich an den Pakt, die magischen Süßigkeiten nur zum Guten einzusetzen ... (Text-, Zitat- und Coverrechte: Arena Verlag)


Meine 10-jährige Tochter verschlingt ein Buch nach dem anderen. Das ist wunderbar! Ich konnte beobachten, dass sie gerne zu Büchern greift, die optisch besonders ansprechend sind. Das ist ja auch absolut legitim, besonders bei Kinderbüchern ist ein hübsches Äußeres also ein eindeutiger Vorteil. "Die Zuckermeister: Der magische Pakt" gehört zu den am schönsten gestalteten Kinderbüchern mit gold  und bunt glitzernden Details auf dem Einband und wunderschönen Illustrationen im Innenteil. Eindeutig wunderhübsch. Und nicht nur darum hatte Tanja Voosens neuestes Kinderbuch, ein Reihenstart, meine sofortige Aufmerksamkeit. Die Geschichte klang, ungeachtet des passenden Wortspiels, einfach zuckersüß und äußerst kreativ. Und das ist sie auch. "Der magische Pakt" ist ein echtes Lesevergnügen mit Charme und Humor, dazu spannend und liebevoll ausgeführt.

Ihr Opa überließ es Piet und Elina, die Kiste zu öffnen. Darin befanden sich ein zerlesenes Buch, mehrere vergilbte Fotos, einige Edelsteine und anderer Krimskrams.
"Die Sachen sehen echt alt aus", meinte Elina.
"Sind die besonders?" fragte Piet.
"An jeder davon hängen kostbare Erinnerungen. Für mich sind sie besonders und sogar magischer als alle Zaubertricks der Welt. Denn man trägt sie immer im Herzen."
- S. 9

Elina wohnt in Belony, einer Kleinstadt, in der schon immer die alte Legende über einen ganz besonderen Süßigkeitenladen erzählt wird. Ein Besuch dort wirkte wahre Wunder und Besucher wurden vom Geschmack der selbst hergestellten Schokolade regelrecht verzaubert. Doch den Laden gibt es schon lange nicht mehr, und so recht glaubt Elina nicht an die alten Geschichten. Stattdessen hätte sie gerne eine echte Freundin, denn in ihrem Alltag fühlt sich Elina oftmals ausgegrenzt. Diese Freundin findet sie ausgerechnet in Charlie, mit der sie bisher wirklich nicht viel am Hut hatte. Als Charlie dann eine seltsame Schokolade isst, die sie verflucht, scheint sich die Legende der Stadt doch zu bewahrheiten. Die Mädchen wollen dem Geheimnis auf die Spur kommen. Und Robin, ein etwas mürrischer, zurückgezogener Junge, weiss mehr darüber.

Montag, 20. April 2020

[Bilderbuch] "Wolfskinder" von Svenja Herrmann

Vier kleine Wölfe wagen sich zum ersten Mal allein aus ihrem Bau, allen voran die mutige Anführerin. Die Nacht ist dunkel, aber voller neuer Düfte und Versprechungen. Im Laufe eines Tages erleben die Geschwister viele Abenteuer: Sie machen mit einem Igel Bekanntschaft, treffen auf ihr eigenes Spiegelbild und schlagen einen Jäger in die Flucht. Trotzdem sind sie am Ende glücklich und erleichtert, als die Mutter ihre Rufe beantwortet und sie in die Sicherheit ihres Baus zurückkehren können. (Text- und Coverrechte: NordSüd Verlag)


Anfang des Jahres, zumeist im Frühjahr, werden viele Tierkinder geboren. Manchmal alleine, manchmal in Gruppen, so wie das bei kleinen Wölfen der Fall ist. Gemeinsam lässt sich viel erleben, manchmal sogar ein Abenteuer, Erfahrungen sammeln und voneinander lernen. Und dann ist da noch die Wolfsmutter, die für ihre Kinder sorgt und ihnen Sicherheit gibt. Genau davon handelt "Wolfskinder". Es ist ein poetisches Bilderbuch über den Lauf der Natur, über das Wachsen und den Mut, der dafür benötigt wird.

In einer sternklaren Nacht erwacht die kleine Wölfin in ihrer Höhle, weil sie die Frühlingsluft in die Nase sticht. Sie fiept leise und weckt damit ihre Geschwister auf. Die Mutter ist auf der Jagd. Und so trauen sich die vier Wölfchen zum ersten Mal bis zur Öffnung der Höhle ... und sogar noch weiter, denn es geht für die Wolfskinder auf Entdeckungstour durch den Wald. Mut und Abenteuerlust sind geweckt. Aus der Nacht wird Tag. Was es hier alles zu sehen gibt! Nach einer Begegnung mit dem eigenen Spiegelbild im See, machen die Wölfchen die Bekanntschaft mit einem stacheligen Igel, der nicht zum Fressen taugt. Langsam meldet sich nämlich der Hunger. Nach einer kurzen und schreckhaften Begegnung mit dem Jäger, erwartet die vier die Sicherheit ihrer Höhle und ihre Mutter, bei der sich die kleinen Wölfe geborgen wissen und sich ausruhen können.

Montag, 30. März 2020

[Bilderbuch] "Billi, die Baummaus: Streifzüge eines mutigen Mäusemädchens " von Erwin Moser

Billi, die Baummaus ist ein charmantes Mäusemädchen: Sie ist einfallsreich, wagemutig und auch verträumt-philosophisch. Erwin Moser hat Billis Abenteuer in 24 Bildgeschichten festgehalten. Bild für Bild können schon Kleine ab 3 Jahren sie auf ihren Streifzügen rund ums Jahr begleiten. Ein großes, bisher unveröffentlichtes Werk aus dem Vermächtnis des beliebten Bilderbuchkünstlers. (Text- und Coverrechte: Beltz & Gelberg)


Die Bilderbücher von Erwin Moser sind so zahlreich wie kultig. Er hatte eine ganz feine Art zu zeichnen und aquarellierte immer sehr sorgfältig und akzentuiert. Die Bilder, und ebenso die Texte, strahlen etwas Einfaches, Unverstelltes und Freundliches aus. Etwas, das an die eigene Kindheit erinnert. "Billi, die Baummaus: Streifzüge eines mutigen Mäusemädchens" wurde von Erwin Moser, gemeinsam mit seiner Frau, während seiner schweren Krankheit, in mühevoller und langsamer Feinarbeit, fertiggestellt. 2017 ist der Autor verstorben. Es war ihm wichtig, dass seine Geschichten über Billi, eine abenteuerlustige und liebenswerte Baummaus, als sein Vermächtnis veröffentlicht wird.

24 Geschichten enthält das Bilder- und Vorlesebuch. Diese orientieren sich am Jahreslauf, sind also in Geschichten zum Frühling, Sommer, Herbst und Winter zusammengefasst. Jede Geschichte, und das ist das Besondere, umfasst eine Doppelseite. Somit sind sie sehr schnell vorgelesen und so prägnant, dass Kinder sehr gespannt die Handlung verfolgen. Dafür wurden die einzelnen Erzählungen mit jeweils sechs wunderhübschen Bildern gestaltet und sind mit einem kleinen, feinen Text erzählt, der so einfach und liebevoll ist, dass man sich kaum entscheiden kann, welche der Geschichten man am liebsten mag. Und weil sie nicht in Reihenfolge, sondern komplett beliebig (vor)gelesen werden können, kann man immer wieder aufs Neue zum Bilderbuch greifen.

Sonntag, 22. März 2020

[Kinderbuch] "Freaky Fahrstuhl: Goldrausch, Digga!" von Christian Tielmann und Zapf

Ein ganz normaler Tag, ein klitzekleiner Kurzschluss und ein echt verrückter Fahrstuhl. Abgefahren - und auf ins Abenteuer!

BAND 1: Eigentlich soll Jove nur Milch holen. Doch dann steht er im kaputten Aufzug seines Hochhauses - und landet statt im 8. Stock mitten im Wilden Westen! Seine neue Mission: Goldstaub finden und die Sicherung des Fahrstuhls löten. Und danach: Nix wie weg hier! Zum Glück bekommt Jove Hilfe von Detlef, einer sprechenden Ratte. Denn im Wilden Westen lauern mehr Gefahren, als die beiden ahnen ... (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Die Idee der Freaky Fahrstuhl-Serie finde ich klasse! Ein Fahrstuhl, der die Mitfahrenden nicht dorthin bringt, wohin sie wollen, nämlich in ein bestimmtes Stockwerk, sondern sie irgendwo ausspuckt. An einem Ort, mit dem keiner gerechnet hat. "In Goldrausch, Digga!", dem ersten Band der Serie, ist das der Wilde Westen. Klingt nach einem coolen Leseabenteuer. Und das ist es auch. War ich an einigen Stellen dann doch etwas irritiert, empfand meine Tochter (10) das Buch als ziemlich mitreißend und lässig-witzig.

Eigentlich hatte ich mir geschworen, niemals einen Fuß in Fahrstuhl Nr. 3 zu setzen. Bestimmt nicht. Ich bin ja nicht lebensmüde.
Niemand bei uns im Haus benutzt Fahrstuhl 3. Jedenfalls nicht freiwillig. Den dieser Fahrstuhl hat einen ziemlich üblen Ruf:
Er stinkt erbärmlich.
Er frisst Kinder wie Waschmaschinen Einzelsocken.
Er bleibt andauernd stecken und wenn nicht, dann ...
... stürzt er ab.
- S. 6

Niemals wollte Jove mit Fahrstuhl 3 fahren, auch nicht, als seine Mutter ihn zum Milchholen schickt. Der hat nämlich einen üblen Ruf und zudem stinkt er zum Himmel. Zum Glück gibt es ja noch Fahrstuhl 1, der nicht in jedem Stockwerk hält, und Fahrstuhl 2, den alle bevorzugen, weil einem dann das Treppenlaufen erspart bleibt. Durch ein Missgeschick landet Jove ausgerechnet im berüchtigten Fahrstuhl 3. Der fährt natürlich nicht ins Erdgeschoss, sondern katapultiert Jove und die sprechende Ratte Detlef in den Wilden Westen. Wie sollen sie nun wieder nach Hause kommen? Vielleicht gibt es eine Möglichkeit. Doch zuerst müssen Jove und Detlef ein echtes Abenteuer bestehen.

Donnerstag, 12. März 2020

[Kinderbuch] "Max und Mux und der Riesenwunschpilz" von Sven Maria Schröder

Max und Mux sind die besten Freunde, die man sich nur vorstellen kann. Sie leben im Fabelwald, seit sie denken können - Max im rechten Baumhaus und Mux im linken. Wenn dem einen mal langweilig ist, geht er den anderen einfach besuchen. Doch eines Tages zieht es sie hinaus in die Welt hinter ihren Baumhäusern - auf der Suche nach dem geheimnisvollen Wunschpilz. Und so packen sie ihre Siebensachen, vier Leberwurstbrote und eine Thermoskanne voll Tee ein und machen sich auf ins Abenteuer ... (Text- und Coverrechte: Boje Verlag)


Bei "Max und Mux und der Riesenwunschpilz" dachte ich sofort an Wichtelgeschichten, an Wald, Tieren und heimelige Baumhäuser oder Höhlen. Und genau das kann man bei diesem Bilderbuch auch erwarten. Die Ausrichtung ist (natürlich) etwas moderner, als die Wichtelbücher meiner Kindheit, die Atmosphäre und das (Vor-)Lesegefühl sind ähnlich stimmungsvoll. Ob Max und Mux, die Hauptprotagonisten der Geschichte, tatsächlich Wichtel sind, bleibt allerdings offen und ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass die beiden die allerbesten Freunde sind und der Fabelwald, in dem sie leben, für sie etwas ganz besonderes ist.

Die beiden Freunde Max und Mux leben im Fabelwald, besser gesagt, an seinem Rand. Max wohnt im linken Baumhaus, Mux im rechten. Sie besuchen sich oft, denn die Freunde machen so gut wie alles gemeinsam. Und so kommt es, dass den beiden Helden beim Angeln auffällt, dass sie immer nur alten Kram an Land ziehen. Sie würden gerne ein richtiges Abenteuer erleben und etwas Wertvolles finden - einen echten Schatz. Da kommt das große Pilzbuch, dass Max am Wegrand findet, genau zur richtigen Zeit, denn darin wird ein Riesenpilz beschrieben, der Wünsche erfüllen kann. Kurz darauf packen Max und Mux ihre Rucksäcke und machen sich auf die Suche nach dem Riesenwunschpilz. Ein großes Abenteuer für die beiden, denn sie müssen durch den unheimlichen Dunkelwald wandern und kommen dem Gebirge, in dem die Riesen leben, ziemlich nahe.

Sonntag, 1. März 2020

[Kinderbuch] "Tara und Tahnee: Verloren im Tal des Goldes" von Patrick Hertweck

Sierra Nevada, 1856. Mühsam kämpft sich Tahnee durch die Wildnis. Sie muss ihrem Vater helfen, der von Kopfgeldjägern gejagt wird. Immerzu denkt sie an das Versprechen, das sie ihm gegeben hat: Sie muss es schaffen, nach San Francisco zu kommen! Noch ahnt sie nicht, dass dort in einem herrschaftlichen Anwesen Tara lebt, mit der sie ein besonderes Schicksal verbindet ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: Thienemann Verlag)


Bei "Tara und Tahnee: Verloren im Tal des Goldes" reichte ein Blick. Danach war mir klar, dass ich dieses Buch lesen möchte. Das lag natürlich zuerst an der anziehenden und verheißungsvollen Optik. Der Illustrationsstil und der dazu passende lilafarbenen Buchschnitt sind fast schon zu schön für ein Kinderbuch. Gleich danach las ich die Buchbeschreibung. Bingo! Die Geschichte klang für mich nach einen waschechten, fast schon klassischen Abenteuerroman für mich und meine Tochter, die mit ihren 10 Jahren und ihrer Bücherliebe perfekt zur Zielgruppe passt. Patrick Hertwecks Einzelband hat uns nicht nur gefallen, er begeistert ab der ersten Seite mit viel Spannung und einer Ausführung, die fesselt, bis man das Buch am Ende zuklappt.

Ein paar Minuten darauf beobachtete sie, wie ein Mann in einem langen Mantel auf die Blockhütte zumarschierte und sein schnaubendes Pferd, das er am Zügel geführt hatte, am Pflock neben dem Eingang festband. Als er seine Sturmlaterne in die Höhe hob, sah Tahnee zwischen dem breitkrempigen Hut und dem schwarzen Tuch vor dem Mund des Reiters für einen Moment ein funkelndes Augenpaar aufblitzen.
Ihr lief ein Schauer über den Rücken. Ängstlich wich sie ein paar Schritte zurück. Sie Sekunden dehnten sich endlos, bis drei harte Schläge im Zimmer widerhallten.
- S. 9

Es ist die Zeit des Goldrauschs in Amerika. Die 11-jährige Tahnee wohnt mit ihrem Vater in einer kleinen Hütte. Sie wartet auf seine Rückkehr aus den Wäldern. Doch stattdessen taucht ein Fremder in der Hütte auf, ein Kopfgeldjäger, der Tahnees Vater jagt. Sie muss fliehen. Bald ganz auf sich alleine gestellt, hat sie ihrem Vater das Versprechen gegeben, sich nach San Francisco durchzuschlagen und dort einen bestimmten Mann zu finden. Mehr weiß Tahnee nicht. Auch nicht, dass bei diesem Mann Tara lebt, in deren Leben seltsame Dinge geschehen, denen sie auf den Grund gehen muss. Denn zwischen den Mädchen besteht eine Verbindung, obwohl sie nichts voneinander wissen.

Montag, 24. Februar 2020

[Kinderbuch] "Silberflut: Das Geheimnis von Ray's Rock" von Alex Falkner

Pass auf! Denn die Silberflut erwischt auch dich!
Eddie und Milla und ihre fünf Mitschüler sind von der Zivilisation komplett abgeschnitten, kein Handy funktioniert mehr und von Hilfe keine Spur. Seltsame Dinge passieren auf der Insel. Pflanzen und Tiere wachsen übernatürlich schnell, ihre Vorräte werden geplündert ... Und als eine weitere Schülergruppe auftaucht, beginnt ein Wettlauf um die Rettung von der Insel - auf Leben und Tod. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag)


Als Kind, und wahrscheinlich auch heute, wäre es für mich eine der schrecklichsten Vorstellungen gewesen, alleine auf einer Insel festzusitzen und dort Situationen ausgesetzt zu sein, die mich körperlich und geistig überfordern. Doch genau so geht es einigen Kids aus "Silberflut: Das Geheimnis von Ray's Rock". Plötzlich sehen sie sich Ereignissen und Gefahren gegenüber, mit denen sie niemals gerechnet haben und die sie lösen müssen, um der Insel zu entkommen. Das birgt wirklich ganz viel Potenzial für aufregende Lesestunden. Was ist geschehen? Und wie kommen sie von der Insel weg?

Auf der Insel Ray's Rock werden Klassenfahrten der etwas anderen Art angeboten. Ein Camp-Abenteuer können die Kinder erleben und bei Schatzsuchen und Schnitzeljagden ihr Durchhaltevermögen trainieren, sowie Teamfähigkeit und Respekt lernen. Kein Wunder, dass auch konfliktbelastete, sogenannte "Problemkids", auf der Insel gefördert werden sollen. Auch die Schüler*innen der Klasse 7c der Humboldt-Gesamtschule stellen sich diesem Abenteuer, und es fängt auch ganz lustig an. Bis ein geheimnisvoller Nebel über die Insel braust und sich sieben Kinder plötzlich ganz alleine auf der Insel wiederfinden. Mittschüler*innen und Lehrer*innen sind verschwunden. Ab nun passieren seltsame Dinge: Pflanzen und Tiere wachsen rasend schnell und geheimnisvolle Lichter tanzen über die Insel. Das zusammengewürfelte Team aus sieben Schülerinnen und Schülern versucht alles, um von der unheimlichen Insel zu entkommen.

Aber dann ... passierte etwas total Merkwürdiges.
Eine seltsame silberne Nebelwelle rollte über die Insel und verschluckte alles. Wir hatten den silbern glitzernden Nebel von der Aussichtsplattform des Turms auf uns zurollen sehen. Er war aus dem Norden der Insel gekommen, wo das Wolfsrevier lag, und hatte mit rasender Geschwindigkeit alles unter sich begraben: den Wald, die grün bewachsenen Hügel, die schroffe Felsküste.
- S. 8

Mittwoch, 19. Februar 2020

[Bilderbuch] "Maus und Eichhorn: Die große Reise ans Meer" von Kristina Andres

Vor ihrer Höhle steht eine Maus, schnuppert und lauscht in die Ferne. Sehen kann sie es nicht. Aber sie weiß, es ist das Meer, das sie riecht. Obwohl die Reise weit und gefährlich ist, macht die Maus sich, gefolgt vom Eichhorn, auf den Weg. Nach Tagen voller Abenteuer erreichen sie endlich das Meer. Doch schon bald schnuppert und lauscht die Maus in die Ferne. Das Eichhorn weiß, sie riecht den Wald und hört das Rauschen der Bäume, sehnt sich nach Moos und Pilzen ... Es zieht ein Tuch aus dem Sack: "Ich baue eine Windfalle! Damit wir nach Hause zurückkommen. Ich fange den Rückenwind für uns!"
Und die Maus denkt: "Das Eichhorn ist das Beste, was es auf der Welt gibt!" (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Viele Menschen reisen gerne, auch Kinder. Und so kann man sie gut nachvollziehen, die Sehnsucht nach einer Reise, am besten einer Reise zum Meer. Denn genau so geht es der Maus in "Maus und Eichhorn: Die große Reise ans Meer". Das Bilderbuch zeigt deutlich, was Fernweh ist, und dass man dem Ruf dieser Ferne unbedingt folgen sollte. Es gilt mutig zu sein und Abenteuer zu erleben. Doch die meisten Reisen sind nicht von Dauer, und am Ende wird klar, dass es zu Hause auch sehr schön ist.

In einer Höhle, unten im Baum, wohnt die Maus. Ein Stückchen darüber, oben im Baum, wohnt das Eichhorn. Die Maus sehnt sich nach dem Meer. Sie hat es zwar noch nie gesehen, aber sie weiß, dass es da ist. Sie weiß auch, eine Reise zum Meer ist weit und gefährlich. Aber der Gedanke daran lässt ihr keine Ruhe, und so packt sie alles zusammen und bricht auf. Das Eichhorn ist nicht ganz so mutig, lange denkt es über die Gefahren nach und darüber, wie man vom Meer aus wieder nach Hause kommen würde. Als das Eichhorn sich der Maus anschließen will, ist diese schon lange fort. Die Maus stellt sich auf eine unbekümmerte und freundliche Art und Weise allen Widrigkeiten, die auf der Reise warten. Als das Eichhorn die Maus einholt, reisen beide gemeinsam ans Meer. Sie haben eine gute Zeit dort. Doch als der Herbst näher rückt, sind sie sich sicher, dass sie nach Hause zurückkehren werden.

Mittwoch, 5. Februar 2020

[Bilderbuch] "Ein Strandtag" von Susanna Mattiangeli

Ein Tag am Meer! Zuckersand und Sonnencreme. Oder auch: Eine ganz reizende "Gebrauchsanweisung" aus der Sicht eines Kindes, das so vieles sehen kann, was man nur am Strand sieht und so viel erlebt, was man nur am Strand erleben kann. Ein Szenario aus Badehosen und Bikinis, die große, kleine, dicke und dünne Popos bedecken, hagere und dicke Bäuche, alle Arten von Fortbewegungsmitteln für Sand und Wasser, Kinder, mit denen man Fangen spielen, Burgen bauen oder planschen kann ... und dann gibt es da viele Sonnenschirme und die Möglichkeit, sich zu verlaufen ...
Wer jemals am Strand war, spürt mit jedem Wort wieder den Sand zwischen den Zehen. Wer noch nie am Meer in der Sonne lag, wird es schleunigst nachholen wollen! (Text-, und Coverrechte: Bohem Press)


Kannst du dich noch an deinen letzten Strandbesuch erinnern? Wie es sich anfühlt, den ganzen Tag am Meer zu verbringen? Das Gefühl von Glück, Besonderheit, Geräuschen und Hitze - für mich persönlich sind diese Erinnerungen aus meiner Kindheit sehr präsent, ich verbinde nur Gutes damit. Und ich glaube auch, dass die Gefühle, die der Strand und das Meer mit sich bringen, ein Leben lang erhalten bleiben und Kinder ein stückweit prägen. Das Bilderbuch "Ein Strandtag" animiert dazu, in Erinnerungen zu schwelgen und etwas Neues zu entdecken.

Die Geschichte, die "Ein Strandtag" beinhaltet, ist schnell erzählt: Eine Familie verbringt den ganzen Tag am Strand. Ihr Platz ist durch einen knallroten Sonnenschirm gut zu erkennen und zu merken. Darum geht das kleine Mädchen auch auf Muschelsuche, und um das Loch, das es gebuddelt hat, mit den Muscheln zu schmücken. Was es dabei alles erlebt und wie viel es zu entdecken gibt! Doch irgendwann ist der knallrote Sonnenschirm nicht mehr zu sehen. Für die Kleine jedoch kein Grund zur Sorge, denn am Ende, als sie zurückfindet, ist sie sich sicher: Ich war immer in der Nähe.

Dienstag, 10. Dezember 2019

[Kinderbuch] "Toto: Auf vier Pfoten zum Zauberer von Oz" von Michael Morpurgo

Ein Sturm wirbelt Toto und sein Frauchen Dorothy weit fort, in das Märchenland Oz. Hier gibt es gute und böse Hexen, geflügelte Affen, wundersame Blumen und gefährliche Ungeheuer - aber leider nicht das allerkleinste Würstchen. Schon deshalb möchte Toto so schnell wie möglich nach Hause! Zusammen mit Dorothy folgt er der gelben Ziegelsteinstraße, an deren Ende die Smaragdstadt des Zauberers von Oz liegt. Ob der Zauberer ihnen helfen kann, den Heimweg zu finden? Eine Vogelscheuche, ein Blechmann und ein Löwe begleiten die beiden auf ihrer Reise voller Abenteuer. Und Toto muss mehr als einmal beweisen, was für ein mutiger Hund er ist ... (Text- und Coverrechte: WooW Books)


"Der Zauberer von Oz" ist ein echter Klassiker. Die Originalgeschichte erschien bereits 1900 und ist, auch durch diverse Verfilmungen, weltbekannt. Zumindest im englischsprachigen Raum kennt die Geschichte fast jedes Kind. Der Bekanntheitsgrad bei deutschsprachigen Menschen ist gefühlt nicht so hoch. Mit "Toto: Auf vier Pfoten zum Zauberer von Oz" ändert sich das hoffentlich. In dem wunderschön gestalteten Kinderbuch, erzählt Michael Morpurgo die Geschichte zwar originalgetreu, diesmal jedoch aus der Sicht von Toto, dem kleinen Hund des Mädchens Dorothy. Das ist für Kinder nicht nur sehr ansprechend, sondern auch äußerst gefühlvoll und freundschaftlich.
Meine 10-jährige Tochter hat mir das Buch vor der Nase weggeschnappt und es zwei Tage nicht mehr aus der Hand gelegt. Erst danach durfte ich es lesen. Ich kann sie verstehen, es ist nicht nur äußerlich eine Augenweide, auch die Geschichte ist durchweg märchenhaft-wunderbar.

"Es ist wirklich herrlich hier", sagte Dorothy. "Aber zu Hause ist zu Hause, und zu Hause ist es einfach am schönsten." - S. 33

Als ein großer Sturm über Kansas hinwegfegt, schaffen Dorothy und ihr Hund Toto es nicht mehr rechtzeitig in den Keller des Farmhauses, in dem Onkel und Tante auf sie warten. Der Wind rüttelt stark am Haus ... und nimmt es schließlich mit. Dorothy und Toto fliegen mitsamt dem Haus hoch in die Luft, bevor sie vor Erschöpfung einschlafen. Als sie mit einem Rums geweckt werden, sind sie im Märchenland Oz gelandet. Zwar werden sie freundlich empfangen, doch für Dorothy und Toto ist sofort klar, dass sie wieder zurück nach Hause möchten. Vielleicht kann der Zauberer von Oz helfen. Der lebt weit weg, in der Smaragdstadt, am Ende einer sehr, sehr langen gelb gepflasterten Straße. Also machen sich die beiden auf den Weg. Bald erhalten Dorothy und Toto Gesellschaft von einer Vogelscheuche, einem Blechmann und einem Löwen. Sie alle erwarten Hilfe vom Zauberer von Oz. Doch zuvor gilt es einige Gefahren zu überwinden.

Donnerstag, 5. Dezember 2019

[Kinderbuch] "Der kleine Lord" von Frances Hodgson Burnett

Der kleine Cedric Errol aus New York staunt nicht schlecht, als plötzlich ein fremder Mann vor ihm steht und ihm sagt, er sei ein echter Lord! Denn nach dem Tod seines Vaters ist Cedric der letzte Anwärter auf den Grafentitel, und sein kaltherziger Großvater, der Earl of Dorincourt, holt den Jungen nach England, um ihn standesgemäß erziehen zu lassen. Cedrics Mutter, eine Amerikanerin, darf das Anwesen des Earls nicht betreten und wohnt in einem kleinen Haus am Rande des Dorfs.
Durch sein offenes, freundliches Wesen gelingt es dem kleinen Lord, seinen Großvater nach und nach für sich einzunehmen und er überredet ihn, das Armenviertel des Dorfs instand zu setzen. Schließlich erkennt der Earl, dass auch Cedrics Mutter, die sich um die Armen kümmert, eine rechtschaffende Frau ist und heißt auch sie in seinem Schloss willkommen. (Text- und Coverrechte: Knesebeck Verlag)


Ein echter Kinderbuch-Klassiker ist "Der kleine Lord", und das schon seit einer ganze Weile. Ich denke, es gibt kaum jemanden, der die Geschichte nicht kennt, zumindest die großartige Verfilmung nicht schon gesehen hat. Auch bei uns steht der Film jedes Jahr wieder neu auf der Liste. Gerade in der Weihnachtszeit passt er hervorragend, denn die Freundlichkeit und Warmherzigkeit des kleinen Cedric berührt jedes Herz. Umso glücklicher waren wir nun (meine 10-jährige Tochter hat Luftsprünge gemacht), diese wunderschöne und ungekürzte Neuauflage von "Der kleine Lord" zu entdecken. In wenigen Tagen war das Buch gelesen. Es ist nicht nur ein Klassiker-Schatz im Buchregal, sondern eignet sich ebenso als Geschenk ... nicht nur zu Weihnachten.

Die Geschichte ist schnell erzählt und bekannt: Cedric, gerade einmal sieben oder acht Jahre alt, erfährt, dass er ein echter Lord ist und nach dem Tod seines Vaters der letzte Anwärter auf den Titel. Er wird von seinem mürrischen und kaltherzigen Großvater, dem Earl von Dorincourt, nach England auf ein herrschaftliches Anwesen geholt. Der Earl will Cedric als seinen Nachfolger erziehen, schließt aber dessen Mutter aus, weil er mit der damaligen Heirat nicht einverstanden war. Mit der Zeit nimmt der freundliche und unvoreingenommene Cedric nicht nur die Menschen und Armen der Gegend für sich ein, sondern er berührt auch das Herz seines Großvaters.