Dieser Kinder- und Bilderbuchblog wurde beendet. Schau dich jedoch gerne um! Infos dazu gibt es HIER.
Posts mit dem Label Identifikation werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Identifikation werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 12. September 2021

[Bilderbuch] "Bär und das Murmeln im Wind" von Marianne Dubuc

Bär hatte ein schönes Haus. Er hatte gute Freunde und ein schönes Leben. Das war früher. Bevor das Murmeln im Wind alles veränderte. Es sagt ihm, dass er fort muss. Dass es Zeit ist aufzubrechen und etwas Neues auszuprobieren. Aber wohin wird der Wind ihn tragen? (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Ein geruhsames Leben macht glücklich. Ein Leben mit Altbekanntem, mit Ritualen und in vertrautem Umfeld. Doch manchmal meldet sich eine leise Stimme in einem, die sich Veränderung wünscht, die dazu ermutigt, neue Wege zu gehen und Vertrautes hinter sich zu lassen. Genau so ergeht es dem Bären in "Bär und das Murmeln im Wind". Selten haben wir ein Bilderbuch (vor)gelesen, dass dieses Thema so anschaulich und feinfühlig aufgreift. Und dazu die poetische Note, die ruhige Anmutung. Einfach toll!

Bär hat ein hübsches Haus. Er hat sogar einen Lieblingssessel, liebt Erdbeerkuchen und ist gerne mit seinen Freunden zusammen. Er fühlt sich wohl mit seinem Leben. Doch plötzlich vernimmt Bär dieses Murmeln im Wind, das ihn fortzieht von seinem Zuhause, fort vom Lieblingssessel und dem Erdbeerkuchen, der nun nicht mehr so lecker schmeckt. Da packt Bär seine Sachen zusammen und läuft einfach los, immer der Nase nach und diesem Murmeln, das ihn leitet. Er fühlt sich gut und frei, findet neue Freunde und Aufgaben. Doch manchmal ist Bär auch einsam, vermisst sein altes Leben. Bis er eine neuen Platz im Leben findet und kein Murmeln im Wind mehr hört.

Sonntag, 8. August 2021

[Kinderbuch] "Wird denn hier keiner wütend?" von Toon Tellegen

Zehn neue Geschichten über Wut, Zorn, Trotz und Ärger, über die kleine Wutköpfe schmunzeln können. Eines Tages stellt die Feuerkröte die Friedfertigkeit der Tiere auf die Probe: Sie zieht das Eichhörnchen an den Ohren und verdreht der Schnecke die Fühler. Ist ihr wehleidiges Gejammer überhaupt Wut? Und was ist mit dem zornigen Fluchen, wenn der Elefant dem Eichhörnchen beim Tanzen auf die Füße tritt? Was mit dem Ärger der Gottesanbeterin darüber, dass ihr Mantel zerrissen wurde? Ist es echte Wut, wenn der Schwan gekränkt die Party verlässt, weil der Frosch in die Geburtstagstorte springt? Ganz egal, findet die Ameise. Besser, als wütend zu sein, ist es doch, sich ins Gras zu legen und dem Plätschern des Flusses zu lauschen ... (Text- und Coverrechte: Carl Hanser Verlag)


Von allen Gefühlen, die auf Kinder einprasseln, ist die Wut wahrscheinlich am schwierigsten greifbar. Warum werde ich wütend? Warum ist die Wut schnell wieder vorbei oder dauert ziemlich lange an? Und warum ist die Wut manchmal ganz plötzlich da, ohne ersichtlichen Grund? Das sind nur wenige Fragen, die unbewusst in Kindern schlummern. "Wird denn hier keiner wütend?" ist ein Vorlesebuch für Kinder ab 6 Jahren, das sich anhand tierischer Beispiele diesem Thema widmet ... und das auf ganz unterschiedliche Art und Weise: lustig, tragisch, traurig, metaphorisch und komisch. Und vielleicht können Kinder am Ende ganz gut einordnen, was es denn nun auf sich hat mit der Wut.

In der ersten Geschichte klopft die Feuerkröte beim Igel an, der sie freundlich hereinbittet. Zu seinem schrecken, reißt ihm die Feuerkröte alle Stacheln aus dem Rücken. Der Igel ist wütend, doch das reicht der Feuerkröte nicht. Also geht sie zur Schnecke und verdreht ihr die Fühler. Auch deren Reaktion empfindet die Feuerkröte nicht als richtige Wut. So muss der Elefant sich mit einem Knoten im Rüssel auseinandersetzen, und so weiter und so fort. Alle Tiere sind furchtbar wütend auf die Feuerkröte, die jedoch ziemlich verzweifelt "Wird denn hier keiner wütend?" in den Wald ruft. Nun fragen sich wirklich alle Tiere, welche Art wütend zu sein von ihnen erwartet wurde, und was sie eigentlich ist, diese Wut.

Samstag, 28. November 2020

[Kinderbuch] "Haifischzähne" von Anna Woltz

Einmal mit dem Rad rund ums Ijsselmeer. 360 Kilometer an einem Tag und in einer Nacht. Eine verrückte Idee, aber Atlanta ist wild dazu entschlossen. Was soll man auch sonst tun, wenn der nächste Tag schreckliche Untersuchungsergebnisse bringen kann. Ärgerlich nur, dass sie gleich am Anfang mit Finley zusammenstößt, der auch vor irgendetwas wegläuft. Oder ist das doch eher ein Glück? Jedenfalls fahren sie nun gemeinsam weiter, ausgerüstet mit Wasserflaschen, zwölf Käsebroten und Haifischzähnen. Denn dem Schicksal begegnet man am besten nicht unbewaffnet. (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Wer feinfühlige Geschichten mit  Humor und Herz lesen möchte, der sollte sie die Bücher von Anna Woltz mal anschauen. Ich liebe ihre Jugendbücher und auch für jüngere Leser*innen ist sie unbedingt zu empfehlen. Ihre Stimme im Kinderbuch klingt besonders und zart zugleich. In "Haifischzähne" geht es um Gefühle und Identifikation, vor allem aber um Familie. Und wenn inmitten aller Sorgen, die im Herzen toben, noch eine neue Freundschaft dazukommt, die ein Stückchen auf dem Weg begleiten kann, dann wurde hier alles richtig gemacht.

Ich knalle mit voller Wucht gegen den Jungen, der vor mir fährt. Sein Rücklicht platzt in alle Himmelsrichtungen auseinander, ich überschlage mich halb, aber er kann sich gerade eben noch fangen. Ich falle und spüre, dass zwischen meinem Ellenbogen und der Straße plötzlich keine Haut mehr ist.
Ich beiße die Zähne zusammen, aber ich fange nicht an zu weinen. Von allen Mädchen, die ich kenne, weine ich am wenigsten. - S. 5


Freitag, 17. Juli 2020

[Bilderbuch] "Hallo, Teckel Tom!" von Bette Westera

Viele Kinder wünschen sich einen Hund - besonders Dackel, von Experten Teckel genannt, sind darunter beliebt. Diese Dackelgeschichte wird allerdings einmal andersherum erzählt, nämlich aus den Augen von Tom, einem Dackelwelpen. Er liegt warm und gemütlich in einer großen Kiste mit all seinen Brüdern und Schwestern bei seiner Mama, Mira. Aber eines Tages wird er in eine andere Kiste gesetzt und mitgenommen. Wohin es geht? Zu Sofie! Die hat nämlich Geburtstag und bekommt ihren langersehnten Wunsch von ihren beiden Papas erfüllt. Ein Buch (nicht nur) für alle, die Dackel lieben! (Text- und Coverrechte: Bohem Press)


Kinder und Tierkinder passen einfach gut zusammen. Zwischen ihnen besteht oft eine besondere Verbindung, was einleuchtet, denn sie sind sinngemäß ja auch ein einem gleichen oder ähnlichen Alter. Besonders Hundwelpen haben es Kindern angetan. "Hallo, Teckel Tom!" erzählt die bunte und anrührende Geschichte aus der Sicht eines Dackelwelpen, der, zuerst gezwungenermaßen, Freundschaft mit einem Mädchen schließt. Am Ende damit aber sehr glücklich ist.

Weißt du, dass Dackel auch Teckel genannt werden? Und genau solch ein Teckel ist der kleine Tom. Teckel Tom fühlt sich wohl in seiner großen Kiste, die er mit seiner Mama und seinen Geschwistern teilt. Er möchte nichts anderes haben und nirgendwo anders hin. Bis eines Tages die Papas von Sofie kommen, und Teckel Tom für ihre Tochter aussuchen. Zuerst ist Tom überfordert und traurig. Ihm fehlt seine Mama und die Decke aus der Kiste, die so gut nach ihr riecht. Doch nach und nach fasst Teckel Tom Vertrauen und stellt fest, dass es bei Sofie auch sehr schön ist. Und als Tom ein eigenes Körbchen bekommt, mit einer Decke, die nach Sofie riecht, findet er das ganz wunderbar.

Samstag, 18. April 2020

[Bilderbuch] "Die kleine Motte, die davon träumte, anders zu sein" von Dully&Dax

Die staubige, kleine Motte hat nur einen einzigen Wunsch: sie möchte ein Schmetterling sein! Dafür erscheint ihr keine Anstrengung zu groß. Sie bemalt ihre Flügel mit bunten Mustern, saugt ekligen Blütennektar und trainiert hart für einen eleganten Flugstil. Ja, sie verzichtet sogar auf die nächtlichen Ausflüge, wie sie Motten so lieben, um tagsüber fit wie ein Schmetterling zu sein! Auf Dauer ist das ganz schön anstrengend. Erst als all ihre Versuche scheitern, und sie - zutiefst deprimiert - eine Fledermaus trifft, gerät sie ins Grübeln: denn die Fledermaus wäre nichts lieber als eine Blaumeise ... (Text- und Coverrechte: Knesebeck Verlag)


Das Bedürfnis nach Veränderung steckt in vielen Menschen, auch in Kindern. Unbewusst suchen wir uns Vorbilder, für die wir Bewunderung aufbringen und denen wir nacheifern. Und bereits in vielen Kindern reift der Wunsch, anders sein zu wollen. So wie jemand, den sie bewundern oder sehr schätzen. Das ist meiner Meinung nach auch nicht verwerflich, sondern völlig legitim. Jedoch ist jeder Mensch wertvoll, genau so, wie er ist. Keiner muss sich verbiegen oder anders sein wollen. Mit dieser Aussage machen wir Kinder stark und selbstbewusst. Und genau diese Nachricht vermittelt das Bilderbuch "Die kleine Motte, die davon träumte, anders zu sein" auf ganz reizende und niedliche Art und Weise.

Die kleine Motte wäre so gerne ein Schmetterling! Sie möchte ein buntes Kleid, statt ein graues. Und sie würde auch viel lieber leckeren Blütennektar trinken, anstatt alte muffig Wollsocken anzuknabbern (obwohl sie diese eigentlich besonders gerne mag). Und darum macht die kleine Motte alles, um dazuzugehören, obwohl ihr Flugstil flatterhaft ist und sie den Nektar mit einem Röhrchen trinken muss und ihr davon übel wird. Da begegnet der kleinen Motte eines Tages eine Fledermaus, die gerne eine Blaumeise sein möchte. Gemeinsam entdecken die beiden, dass es total blöd ist, Dinge vorzugeben, die gar nicht so sind. Und sie verstehen, dass es gut und richtig ist, eine kleine Motte und eine Fledermaus zu sein.

Samstag, 14. März 2020

[Kinderbuch] "Liebe Schwester: Briefe an meine kleine Nervensäge" von Alison McGhee

Große Geschwister kennen das Problem: Die Kleinen wollen überall dabei sein! Was macht man also, wenn man eine schrecklich nervige kleine Schwester hat? Ganz klar: Man lässt sie schriftlich wissen, wie furchtbar sie ist! New York Times Bestsellerautorin Alison McGhee hat diese wunderbare Hassliebe humorvoll und warmherzig in Szene gesetzt. Durch die Briefe des großen Bruders an seine kleine Schwester begleiten wir die beiden über die Jahre durch Höhen und Tiefen, kleine und große Abenteuer - den ersten Schultag, die feste Zahnspange oder den Umzug des besten Freundes. Und was mit der absoluten Ablehnung der kleinen Schwester beginnt, wandelt sich bis zum Auszug des großen Bruders in tiefe Zuneigung. Eine humorvolle Liebeserklärung an diese ganz besondere Beziehung, die Geschwister zueinander haben. (Text- und Coverrechte: Knesebeck Verlag)


"Liebe Schwester: Briefe an meine kleine Nervensäge" hat zuerst meine Tochter (10) gelesen. Es war ihr erster Briefroman, und sie kam mehrfach zu mir, um mir Stellen zu zeigen, die sie lustig fand und über die sie herzlich lachen musste. Viel zu schnell hatte sie es ausgelesen. Sie war überrascht, dass nur anhand von Briefen eine Geschichte erhält werden kann. Danach war ich dran. In Erwartung eines humorvollen und kurzweiligen Kinderbuches habe ich es aufgeschlagen. Das Thema des Buches ist das Band zwischen Geschwisters, an dem Liebe und Zuneigung ebenso entlangfließen, wie Streit und nervenzehrende Auseinandersetzungen. Diese Situationen kennen Kinder und Eltern. Und weil das so gut nachvollziehbar ist, ist das Buch praktisch für alle Altersgruppen geeignet, auch wenn es wahrscheinlich mit unterschiedlicher Gewichtung gelesen wird (gut so!). Und ja, es ist lustig und ein bisschen selbstironisch. Ich hatte aber keine Ahnung, welche warmherzige und liebevolle Geschichte sich in diesem Briefroman verbirgt.

Ein Junge, wir kennen seinen Namen nicht, schreibt Briefe und kleine Notizen an seine jüngere Schwester, die hier ebenfalls namenlos ist. Die Briefe beginnen mit "Liebe Schwester" und enden mit "Von Bruder". Schließlich ist sich der Junge mit acht Jahren noch nicht sicher, ob er diese schreiende Nervensäge überhaupt lieb hat. (Ich darf hier vorwegnehmen, dass sich das im Laufe des Buches langsam und auf sehr rührend-fesselnde Art und Weise ändern wird.) Über mehrere Jahre geht das so, ab Geburt der Schwester, bis zum Auszug des Bruders. Dem Jungen geht viel im Kopf herum. Oftmals ist er genervt oder fühlt sich zurückgesetzt, und manchmal ist er auch überrascht, wie sich Gegebenheiten und Gefühle ändern können. Und vielleicht schreibt er am Ende ja wirklich an eine Schwester, die er aus vollem Herzen lieb hat.

Freitag, 2. August 2019

[Kinderbuch] "Die Unausstehlichen & ich: Das Leben ist ein Rechenfehler" von Vanessa Walder

LIFE SAAKS - kommt drauf an, was du draus machst!
Ennis Wutanfälle haben ihren Grund: Ihre Pflegeeltern stecken sie in ein abgelegenes Internat, und nehmen ihren Bruder Noah mit in die Schweiz. Aber Enni hat einen Plan: Ausbrechen und ihn finden. Zu dumm, dass sie dafür die Hilfe der anderen Schüler braucht, denn die findet Enni unausstehlich. Doch dann stellt sich raus, dass die Unausstehlichen eine eigene, nervenzerfetzende Geheimaktion planen und dafür Ennis Hilfe brauchen ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag)


"Die Unausstehlichen & ich" ist eine neue Kinderbuch-Reihe von Vanessa Walder ... und beim ersten Blick ins Buch wird klar, eine sehr besondere und mutige noch dazu. Die Autorin erzählt in "Das Leben ist ein Rechenfehler" von der 11-jährigen Enni. Enni, die ihrer Erfahrung nach bei niemandem so recht ein Zuhause findet, die redet wie ihr der Mund gewachsen ist und sich von (fast) niemandem etwas sagen lässt. Das Buch ist sicherlich polarisierend, aber auch einfühlsam und wunderbar vielfältig. Die Geschichte wird mit ganz viel Herz erzählt.

Das ist genau der Grund, dass ich Mathe so mag: Es gibt feste Regeln. Und wenn du dich an die Formeln hältst, kann dir nichts passieren. Mathe ist keine Wette. In Mathe gewinnst du immer, wenn du logisch bleibst. - S. 124

Nach etlichen Pflegefamilien, hat Enni bei den Haagens endlich ein gutes Gefühl. Das liegt vor allem an Noah, ihrem Pflegebruder, mit dem sich Enni supergut versteht. Doch als dieser etwas anstellt, und Enni ihn deckt, darf sie die Haagens nicht mehr sehen und wird in ein Internat, eine Schule für Kinder und Jugendliche mit "besonderen Bedürfnissen und Integration" geschickt - für Ennie ein Knast in den Bergen. Sie will dort schleunigst wieder weg und schmiedet einen Plan. Doch Enni hat ihre Rechnung ohne die anderen Schüler des Internats gemacht. Und vielleicht können diese ihr ja auch nützlich sein. Oder ist es eher andersherum?

Dienstag, 21. Mai 2019

[Kinderbuch] "Forschungsgruppe Erbsensuppe: oder wie wir Omas großem Geheimnis auf die Spur kamen" von Rieke Patwardhan

Lina ist neu in der Klasse und wie sich herausstellt eine echte syrische Detektivin! Wie gut, dass sie mit Nils und Evi in einer Bande ist, denn bei Nils' Großeltern geht es neuerdings nicht mit rechten Dingen zu: Statt leckerem Kuchen gibt es angebrannte Bratkartoffeln, Dinge verschwinden und überall stapelt sich Dosensuppe. Die "Forschungsgruppe Erbsensuppe" untersucht den Fall mit Witz und Verstand - wenn ihnen nur nicht immer ihre Erzfeinde, die "22 Fragezeichen", in die Quere kommen würden ... (Text- und Coverrechte: Knesebeck Verlag)


Spannende Geschichten über Freundschaft sind für meine Kinder und mich immer wieder anziehend. "Forschungsgruppe Erbsensuppe: oder wie wir Omas großem Geheimnis auf die Spur kamen" hatte auf den Blick dieses gewisse Etwas, die Anziehungskraft eines außergewöhnlichen und besonderen Kinderbuches. Dieser Eindruck hat nach dem Lesen nun bestätigt. Das Buch ist so wundervoll und eigen-charmant, dass ich gar nicht weiß, welchen Punkt davon ich zuerst hervorheben soll. Wichtig und bemerkenswert sind alle.

Über Nils wird gesagt, dass er eher schüchtern und zurückhaltend ist. Weil er, lt. seiner Lehrerin, so ein "ausgleichendes Gemüt" hat, wird die zappelige und hochemotionale Evi im Unterricht auch direkt neben ihn gesetzt. Und weil die beiden keine Chance haben Mitglieder der Klassenbande 'Die 22 Fragezeichen' zu werden, überredet Evi Nils sogleich, eine eigene Bande zu gründen. Ein drittes Mitglied ist auch schnell gefunden, als Lina, ein syrisches Flüchtlingsmädchen, in die Klasse kommt. Von nun an treffen sich die drei jeden Tag, bei Nils' Großeltern und schmieden Pläne. Eine Detektivbande wollen sie sein, denn hier kennt sich Lina besonders gut aus. Zu ihren ersten Fall kommen Nils, Evi und Lina aber eher unverhofft. Plötzlich benimmt sich Nils' Oma komisch. Opa muss kochen (und lässt immer alles anbrennen). Dafür kauft Oma so viele Dosen Erbsensuppe, dass der Platz in der Wohnung knapp wird, und sitzt zudem auf gepackten Koffern. Was ist hier los? Die 'Forschungsgruppe Erbsensuppe' nimmt die Ermittlungen auf.

Montag, 11. Februar 2019

[Bilderbuch] "Roberta & Henry" von Jory John

Giraffe Roberta ist unglücklich. Ihr Hals macht sie fertig. Er ist zu lang, zu biegsam, zu scheckig ... Sie wünscht sich einen ganz normalen Hals und versucht alles, um von ihrem Problem abzulenken. Eine humorvolle Geschichte über eine Giraffe, die am Ende erkennt, welche Vorteile so ein langer Hals haben kann. Denn nicht zuletzt beschert er ihr eine wunderbare Freundschaft. (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Vor einiger Zeit haben wir von den Autoren, bzw. Illustratoren Jory John und Lane Smith "Paule Pinguin allein am Pol" (vor)gelesen. Das Bilderbuch begeistert uns mit seiner schrullig-liebenswerten Art noch heute und wird immer wieder hervorgeholt. "Roberta & Henry" ist das neueste Bilderbuch von Jory John und Lane Smith und hatte, wegen guter Erinnerungen, sofort unsere Aufmerksamkeit. Und es kann sein, dass die Kinder und ich uns ein bisschen (dolle) in Giraffe Roberta und Schildkröte Henry verliebt haben. Es geht um eine Freundschaft, die sehr individuell ist, und die Erkenntnis, dass Stärken und Schwächen zu jeder Persönlichkeit gehören.

Glücklich ist Giraffe Roberta nicht wirklich. Man kann sie sogar unglücklich nennen. Ihr Hals ist ihr einfach zu lang, zu biegsam, zu dünn, zu scheckig, zu streckig, ... einfach bekloppt. Sie wird ständig von allen angestarrt. Zwar versucht sie ihren Hals mit Schals, Krawatten und Fliegen aufzuhübschen, aber zufrieden macht sie das nicht. Roberta hat es auch schon mit verstecken probiert. Leider klappt auch das bei ihrer Größe mehr schlecht als recht.
Als Roberta eines Tages völlig verzweifelt ist, trifft sie auf Schildkröte Henry. Henrys Hals ist ganz nach Robertas Geschmack, weil er so schön kurz ist. Doch auch Henry hat Sorgen und Probleme (die Roberta vielleicht lösen kann). Gemeinsam erleben die beiden, dass sie sich ganz wunderbar ergänzen.

Donnerstag, 29. November 2018

[Kinderbuch] "Giraffe und dann ab ins Bett!" von David Grossman

Ruthis Papa trägt ein Bündel auf dem Arm, das unter einem Handtuch versteckt ist. Das Bündel strampelt und kichert. Papa sieht nach, was unter dem Handtuch ist. Vielleicht eine Giraffe? Erst schaut Papa, ob sie Giraffenfüße hat: Stimmt, genau fünf Zehen an jedem Fuß, das passt. Jetzt noch die Ohren. Das Handtuch bewegt sich, bis ein kleines Ohr hervorschaut. Das passt auch. Fehlen noch Mund und Augen - das Handtuch biegt sich vor Lachen und streckt den ganzen Kopf hervor: Hallo, Ruthi! (Text- und Coverrechte: Carl Hanser Verlag)


So auf Anhieb ist mir das Kinderbuch "Giraffe und dann ab ins Bett!" nicht aufgefallen. Ist das Cover zu dunkel oder zu unscheinbar? Völlig unverständlich, wie ich jetzt finde. Denn auf den zweiten Blick haben zwei meiner Kinder, und natürlich ich, dieses Buch ganz fest in unser Herz geschlossen. Schaue ich es jetzt an, dann bin ich entzückt; vom Cover und von den Geschichten sowieso.

Zuerst muss ich aber anmerken, dass ich nicht komplett nachvollziehen kann, warum die Altersempfehlung ab 3 Jahren festgesetzt wurde. Meine jüngste Tochter ist drei, bald vier, und sie versteht keine der Geschichten im Zusammenhang. Dafür saugt sie das, was sie versteht, auf wie ein Schwamm und ist begeistert von den vielen lebensnahen Bildern, die die einzelnen Geschichten begleiten. Meine 9-jährige Tochter hingegen ist völlig fasziniert von den Geschichten, obwohl sie schon etwas zu alt dafür erscheint. Allerdings kann sie hinter den Humor, den Twist oder die Situationskomik jeder Geschichte schauen und kichert beim Lesen und Vorlesen am laufenden Band. Damit ist "Giraffe und dann ab ins Bett!" für sie und mich ein wunderschönes Vorleseerlebnis. Empfehlen würde ich dieses Kinderbuch ab etwa 5 Jahren.

Dienstag, 2. Oktober 2018

[Kinderbuch] "Die Tornadojäger" von Ross Montgomery

Tornado-Alarm im Städtchen Barrow, dem Heimatort von Owen und seinen vier Freunden, den unerschrockenen Tornadojägern! Barrow ist anders als andere Orte. Immerzu droht die Gefahr eines Tornados, und die Erwachsenen sind in heller Aufregung. Der 11-jährige Owen muss ständig einen Helm tragen, weil seine Eltern solche Angst um ihn haben. Er darf nicht auf Bäume klettern und soll immer pünktlich zu Hause sein. Owen macht da nicht mehr mit. Zusammen mit vier Freunden will er dem Beispiel seiner Großeltern folgen, die berühmte Tornadojäger waren. Sie wollen dem Sturm ins Auge sehen, allen erwachsenen Ängsten und Kontrollzwängen zum Trotz. Denn ein Leben ohne Abenteuer ist doch kein Leben, oder? (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag)


Alleine die Buchbeschreibung kling schon etwas verrückt. Ein Ort, dem immerzu heftige Stürme drohen, ist plausibel. Eine Kindergruppe jedoch, die diese jagen wollen? Für mich war alleine das die Garantie für ein aufregendes, lustiges und tolles Leseerlebnis. Ich empfand das Buch als besonders und positiv-abgedreht. Bis auf das Ende; da wurde es dann ganz still und nachdenklich in mir.

Barrow ist ein Ort der Sicherheit. Das Dorf umgibt eine Schutzmauer aus Tornadofallen, die die gefährlichen Stürme von Kindern und Erwachsenen fernhalten sollen. Vor allem für Kinder gelten strenge Regeln. So gilt ab Nachmittags eine Ausgangssperre, und von der Schule darf ein Kind nur in Begleitung nach Hause gehen. Wer nicht spurt kommt ins Jugendbezirksgefängnis (!). Und genau darum sind Owens Eltern auch nach Barrow gezogen. Sie wollen den größtmöglichen Schutz für ihren Sohn (der zu seinem Leidwesen die ganze Zeit über einen Helm tragen muss - schließlich könnte er schlimm stürzen und sich verletzten). Doch Owen findet Freunde, und gemeinsam lehnen sich sich auf gegen die Regeln und Gesetze von Barrow. Sie wollen einen Tornado fangen!

Montag, 24. September 2018

[Bilderbuch] "Kleines Nashorn, wo fährst du hin?" von Meg McKinlay

Das kleine Nashorn träumt davon, einmal die große weite Welt zu sehen. Die Welt außerhalb des Sumpfes am großen Fluss, wo es mit den anderen Nashörnern lebt. Die großen Nashörner verstehen das nicht. Hier im Sumpf ist doch alles, was ein Nashorn braucht! Das sieht das kleine Nashorn ein. Aber trotzdem verfolgt es seinen großen Traum unbeirrt weiter. Es baut sich ein Floß und sticht in See - und auch wenn es sich auf dem Weg manchmal verirrt, am Ende erreicht das kleine Nashorn sein Ziel. (Text- und Coverrechte: Thienemann Verlag)


Wie gerne würden wir manchmal bestimmte Dinge tun. Dinge, von denen wir schon lange träumen, bei denen uns aber der Mut zur Umsetzung fehlt. Das liegt oft an Einflüssen von außerhalb, aber auch an eigener Bequemlichkeit oder Gewohnheit. Das kleine Nashorn im Bilderbuch hat einen Traum. Es möchte die große weite Welt sehen. Für diesen Traum setzt es sich über alle Einfluss- und Kopfschranken hinweg, um seinen Traum wahr werden zu lassen. Mit diesem kleinen Helden vermittelt "Kleines Nashorn, wo fährst du hin?" eine warmherzig Botschaft: Sei mutig und vertraue dir selbst.

Mittwoch, 28. Februar 2018

[Bilderbuch] "Das kleine Walhorn" von Jessie Sima

Nori kam im Meer zur Welt und ist fest davon überzeugt, ein Narwal zu sein. Zwar kann er bei Weitem nicht so gut schwimmen wie die anderen Narwale und sein Stoßzahn ist viel kürzer, doch weder ihm noch seiner Familie scheint es etwas auszumachen, dass er anders ist. Als eine starke Strömung ihn weit von zu Hause an die Wasseroberfläche spült, begegnet Nori geheimnisvollen Wesen mit einem Horn, die ihm auf wundersame Weise ähnlich sehen ... (Text- und Coverrechte: Loewe Verlag)


Ich selbst bin kein großer Einhorn-Fan, und seit diese fabelhafen Wesen auch noch stark im Trend liegen, ist mein Interesse eher gesunken. Aber erstens geht es hier nicht um mich, sondern um Kinder - und die lieben Einhörner! Und zweites sprechen wir beim vorliegenden Buch von einem Walhorn, einem ganz besonders niedlichen. "Das kleine Walhorn" ist tatsächlich zum Knuddeln. Das Bilderbuch ist wunderschön gestaltet, sehr liebevoll umgesetzt und enthält zudem noch eine wunderbare und einfach zu verstehende Message für Kinder.

Donnerstag, 23. November 2017

Conni wird 25 Jahre alt! Happy Birthday für das Mädchen mit der roten Schleife! - #Conni25



Zum Geburtstag viel Glück, Happy Birthday to you, Alles Liebe für dich, ... die Glückwünsche von unserer Seite können noch lange so weitergehen, denn es gibt ein Grund zu feiern - für Conni und natürlich den Carlsen Verlag. Das Mädchen mit der roten Schleife wurde im Jahr 2017 bereits 25 Jahre alt. Ist das zu glauben? Da feiern wir gerne kräftig mit. Gut hat sie sich gehalten, die (gar nicht mehr so) kleine Conni, und ich bin mir sicher, dass sich ihr Erfolg auch weitere 25 Jahre fortsetzen wird. Denn auch wir sind Conni-infiziert, und das ist gut so.