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Mittwoch, 7. Juli 2021

[Kinderbuch] "M.A.G.I.K.: Die Prinzessin ist los" von Tanja Voosen

Noch nie hat Nele den Job ihres Vaters als Agent eines magischen Schutzprogramms so sehr gehasst wie an dem Tag, als auf einmal Romy bei ihnen auftaucht. Sie ist nervig, unausstehlich und - eine waschechte Prinzessin aus dem magischen Königreich Marabel. Wegen großer Unruhen dort, schwebt die Königsfamilie in Gefahr und Romy muss sich bei Nele und ihrem Vater verstecken. Aber P wie Prinzessin? Wohl eher P wie peinlich! Denn Romy, die sich in der Schule als Neles Cousine ausgeben muss, weiß überhaupt nicht, wie man sich normal verhält. Und dann ist da noch Romys magische Gabe, die Nele in einen Schlamassel nach dem nächsten stürzt. Doch plötzlich ist es Romy, die in Schwierigkeiten steckt und eine wahre Freundin braucht ... (Text-, und Coverrechte: Arena Verlag)


Kinderbücher von Tanja Voosen sind für uns ein Highlight. Ihre Geschichten sind immer kreativ, freundschaftlich und herzlich. Außerdem verbindet die Autorin Spannung und Humor sehr gut. Da liest auch die 11-Jährige gerne ein Buch, das ab 9 Jahren empfohlen wird. So geschehen beim Start der neuen Kinderbuchreihe "M.A.G.I.K." (tolles Wortspiel!). "Die Prinzessin ist los" ist wahrlich zauberhaft und total lustig. Es hat uns beiden, Mutter und Tochter, tolle Lesestunden beschert. Und obwohl die über 200 Seiten eng bedruckt sind, war die Geschichte viel zu schnell vorbei. Es hätte gerne direkt weitergehen können. Zum Glück folgt Band 2 recht schnell.

Neles Vater hat fast nie Zeit für sie. Schließlich arbeitet er als Agent für das magische Schutzprogramm M.A.G.I.K. Doch jetzt platzt selbst Nele der Kragen, denn Romy, eine echte Prinzessin, benötigt Schutz und soll sich für eine Weile bei ihnen verstecken. Nele soll mit Romy alles teilen. Dabei würde sie viel lieber Fußball spielen und nicht die Babysitterin für eine Prinzessin. Und auch für Romy ist die Sache alles andere als leicht. Schließlich kommt sie aus einem magischen Königreich, sie weiß überhaupt nicht, wie "normal sein" funktioniert. Klar, dass hier ein Schlamassel zum nächsten führt.

Montag, 12. Oktober 2020

[Kinderbuch] "Der weiße Wal erzählt seine Geschichte" von Luis Sepúlveda

Mit »Moby Dick« ist der sagenumwobene weiße Wal als Schiffe zerstörendes Ungeheuer in die Weltliteratur eingegangen. Luis Sepúlveda lässt den Wal selbst zu Wort kommen, der seine Stimme voller Weisheit gegen die erbarmungslosen Jäger erhebt. Als Ältester der Herde war es seine Aufgabe, sich den Walfängern entgegenzustellen, um seine Schutzbefohlenen vor dem Tod zu retten.

Ein starker Text, ein eindringliches Plädoyer für den Schutz der Wale und der Natur und eine erschütternde Anklage gegen die rücksichtslose Ausbeutung der Meere - für alle von 9 bis 99 Jahren. (Text-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER Sauerländer)


Moby Dick ist ein Klassiker. Das Buch habe ich leider nie gelesen, dafür als Kind sehr oft den eindrücklichen und erschütternden Film von 1956 gesehen. Darum wurde ich auch sofort auf "Der weiße Wal erzählt seine Geschichte" aufmerksam. Luis Sepúlveda lässt darin den weißen Wal, der als Zerstörer von Schiffen und Besatzung berühmt wurde, erzählen und seine Sicht der Dinge schildern. Sehr interessant und viel poetischer als gedacht.

Das Buch beginnt recht traurig, nämlich damit, dass an einem Strand in Chile ein verendeter Pottwal gefunden wird. Seine seltsame Aschefärbung ist auffällig und die genauen Todesumstände bleiben ein Rätsel. Dem Wal wird Respekt bezeugt, indem er von Fischern der Dunkelheit des Ozeans überlassen wird. Ein junger Lafkenche, ein Mensch des Meeres, gibt dem Erzähler den Tipp, sich eine Muschel ans Ohr zu halten. Durch sie wird der Wal sprechen und seine Geschichte erzählen. Und genau so beginnt sie dann, und der Wal lässt sein Leben Revue passieren ...

Samstag, 25. April 2020

[Kinderbuch] "Die Zuckermeister: Der magische Pakt" von Tanja Voosen

An Magie und echte Wunder glauben?
Für die Bewohner der Kleinstadt Belony selbstverständlich, nur Elina hält das alles für Unsinn. Bis ihrer nervigen Nachbarin Charlie eine Schokolade in die Hände fällt, die eine seltsame Wirkung hat. Plötzlich ist Elina sich sicher: Charlie wurde verzaubert! Hilfe bekommen die Mädchen ausgerechnet vom verschlossenen Robin. Er gehört zu einer Familie aus Süßigkeitenwerkern - Menschen mit der Fähigkeit, magische Süßigkeiten herzustellen, um anderen damit zu helfen. Und deshalb weiß er: Nur die geheimnisvollen Zuckermeister können Charlies Fluch umkehren. Mit einem Koffer voller magischer Süßigkeiten begeben sich die drei auf eine gefährliche Suche. Denn nicht jeder hält sich an den Pakt, die magischen Süßigkeiten nur zum Guten einzusetzen ... (Text-, Zitat- und Coverrechte: Arena Verlag)


Meine 10-jährige Tochter verschlingt ein Buch nach dem anderen. Das ist wunderbar! Ich konnte beobachten, dass sie gerne zu Büchern greift, die optisch besonders ansprechend sind. Das ist ja auch absolut legitim, besonders bei Kinderbüchern ist ein hübsches Äußeres also ein eindeutiger Vorteil. "Die Zuckermeister: Der magische Pakt" gehört zu den am schönsten gestalteten Kinderbüchern mit gold  und bunt glitzernden Details auf dem Einband und wunderschönen Illustrationen im Innenteil. Eindeutig wunderhübsch. Und nicht nur darum hatte Tanja Voosens neuestes Kinderbuch, ein Reihenstart, meine sofortige Aufmerksamkeit. Die Geschichte klang, ungeachtet des passenden Wortspiels, einfach zuckersüß und äußerst kreativ. Und das ist sie auch. "Der magische Pakt" ist ein echtes Lesevergnügen mit Charme und Humor, dazu spannend und liebevoll ausgeführt.

Ihr Opa überließ es Piet und Elina, die Kiste zu öffnen. Darin befanden sich ein zerlesenes Buch, mehrere vergilbte Fotos, einige Edelsteine und anderer Krimskrams.
"Die Sachen sehen echt alt aus", meinte Elina.
"Sind die besonders?" fragte Piet.
"An jeder davon hängen kostbare Erinnerungen. Für mich sind sie besonders und sogar magischer als alle Zaubertricks der Welt. Denn man trägt sie immer im Herzen."
- S. 9

Elina wohnt in Belony, einer Kleinstadt, in der schon immer die alte Legende über einen ganz besonderen Süßigkeitenladen erzählt wird. Ein Besuch dort wirkte wahre Wunder und Besucher wurden vom Geschmack der selbst hergestellten Schokolade regelrecht verzaubert. Doch den Laden gibt es schon lange nicht mehr, und so recht glaubt Elina nicht an die alten Geschichten. Stattdessen hätte sie gerne eine echte Freundin, denn in ihrem Alltag fühlt sich Elina oftmals ausgegrenzt. Diese Freundin findet sie ausgerechnet in Charlie, mit der sie bisher wirklich nicht viel am Hut hatte. Als Charlie dann eine seltsame Schokolade isst, die sie verflucht, scheint sich die Legende der Stadt doch zu bewahrheiten. Die Mädchen wollen dem Geheimnis auf die Spur kommen. Und Robin, ein etwas mürrischer, zurückgezogener Junge, weiss mehr darüber.

Mittwoch, 8. April 2020

[Sachbuch] "Ich weiß jetzt 100 Dinge mehr! Unsere Erde"

100 erstaunliche Fakten über unseren Planeten werden in diesem Buch leicht verständlich erklärt. Mit vielen anschaulichen Illustrationen und spannenden Informationen rund um die Erde sowie einem umfangreichen Stichwortverzeichnis. (Text- und Coverrechte: Usborne Verlag)


Bücher, die uns Wissen vermitteln, die uns unsere Umwelt und Entwicklung näher bringen und die uns generell über die elementaren Grundlagen unseres Lebens informieren, können wir in der Summe niemals zu viel haben. Gerade in der heuten Zeit, in der jede Information sofort online abrufbar ist, ist ein Buch, indem Informationen manuell enthalten sind, eine wertvolle Bereicherung. "Unsere Erde", aus der Ich weiß jetzt 100 Dinge mehr!-Reihe, ist nicht nur ein informativer Zeitvertreib, es macht auch großen Spaß darin zu lesen. Kinder (und Erwachsene) finden darin nicht nur allerhand fundiertes Fachwissen, sondern auch viel Kurioses und Erstaunliches.

Liest man "Unsere Erde" von vorne bis hinten durch, dann weiß man tatsächlich 100 Dinge, die unseren Planeten betreffen. Einiges davon mag vielleicht schon bekannt sein, anderes ist selbst erwachsenen Lesern neu. Jede Buchseite, manchmal auch Doppelseite, ist einem Thema gewidmet. Das kann ein scheinbar normales Thema über Steine (hier: "Felsen sind größer als Pflastersteine und Pflastersteine sind größer als Kieselsteine") oder ein durchaus ungewöhnliches Thema sein (z. B. "Ein Wolfsrudel verändert den Lauf eines Flusses"). Die einzelnen Fakten sind von 1-100 durchnummeriert und gefühlt sehr umfangreich in der Auswahl. Eine Gliederung nach Themenbereichen gibt es nicht.

Sonntag, 22. März 2020

[Kinderbuch] "Freaky Fahrstuhl: Goldrausch, Digga!" von Christian Tielmann und Zapf

Ein ganz normaler Tag, ein klitzekleiner Kurzschluss und ein echt verrückter Fahrstuhl. Abgefahren - und auf ins Abenteuer!

BAND 1: Eigentlich soll Jove nur Milch holen. Doch dann steht er im kaputten Aufzug seines Hochhauses - und landet statt im 8. Stock mitten im Wilden Westen! Seine neue Mission: Goldstaub finden und die Sicherung des Fahrstuhls löten. Und danach: Nix wie weg hier! Zum Glück bekommt Jove Hilfe von Detlef, einer sprechenden Ratte. Denn im Wilden Westen lauern mehr Gefahren, als die beiden ahnen ... (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Die Idee der Freaky Fahrstuhl-Serie finde ich klasse! Ein Fahrstuhl, der die Mitfahrenden nicht dorthin bringt, wohin sie wollen, nämlich in ein bestimmtes Stockwerk, sondern sie irgendwo ausspuckt. An einem Ort, mit dem keiner gerechnet hat. "In Goldrausch, Digga!", dem ersten Band der Serie, ist das der Wilde Westen. Klingt nach einem coolen Leseabenteuer. Und das ist es auch. War ich an einigen Stellen dann doch etwas irritiert, empfand meine Tochter (10) das Buch als ziemlich mitreißend und lässig-witzig.

Eigentlich hatte ich mir geschworen, niemals einen Fuß in Fahrstuhl Nr. 3 zu setzen. Bestimmt nicht. Ich bin ja nicht lebensmüde.
Niemand bei uns im Haus benutzt Fahrstuhl 3. Jedenfalls nicht freiwillig. Den dieser Fahrstuhl hat einen ziemlich üblen Ruf:
Er stinkt erbärmlich.
Er frisst Kinder wie Waschmaschinen Einzelsocken.
Er bleibt andauernd stecken und wenn nicht, dann ...
... stürzt er ab.
- S. 6

Niemals wollte Jove mit Fahrstuhl 3 fahren, auch nicht, als seine Mutter ihn zum Milchholen schickt. Der hat nämlich einen üblen Ruf und zudem stinkt er zum Himmel. Zum Glück gibt es ja noch Fahrstuhl 1, der nicht in jedem Stockwerk hält, und Fahrstuhl 2, den alle bevorzugen, weil einem dann das Treppenlaufen erspart bleibt. Durch ein Missgeschick landet Jove ausgerechnet im berüchtigten Fahrstuhl 3. Der fährt natürlich nicht ins Erdgeschoss, sondern katapultiert Jove und die sprechende Ratte Detlef in den Wilden Westen. Wie sollen sie nun wieder nach Hause kommen? Vielleicht gibt es eine Möglichkeit. Doch zuerst müssen Jove und Detlef ein echtes Abenteuer bestehen.

Montag, 13. Januar 2020

Loewe Wow! - ein neu definiertes Kinderbuchprogramm für junge Leser*innen


Kinder, die gerne und viel lesen - das ist wohl der Traum, oder die Wunschvorstellung, von Eltern, die selbst Bücher- und Lesefans sind. Mit ihrer Vorbildfunktion tragen sie ein großes Stück zu den Lesegewohnheiten ihrer Kinder bei. Manchmal klappt es, manchmal auch nicht. Der Püppi (5) werden täglich Bilderbücher vorgelesen. Und während bei uns die Träumerin (10) ein Buch nach dem anderen verschlingt, ist dem Schelm (12) das Lesen, so scheint es, etwas mühsam geworden. Obwohl ich für ihn viele Leseanreize bereithalte, werden andere Dinge immer wichtiger. Comic-Romane jedoch, die stehen auch heute noch bei dem Schelm hoch im Kurs.

Die Menschen beim Loewe Verlag haben sich Gedanken gemacht und mit Loewe Wow! ein neues und anderes Kinderbuchprogramm gestartet. Dieses hat eine überarbeitete und optimierte Text-Bild-Gestaltung, um sich so an die Sehgewohnheiten von Kindern anzupassen, die sich vor allem durch moderne Medien stark verändert haben. Verschiedene visuelle Medien, und der Umgang damit, sind für Kinder heute selbstverständlich geworden Doch was ist an diesem Buchprogramm jetzt neu und vor allem anders? Ich dachte zuerst, nicht ganz so viel, denn Comic-Romane gibt es schon lange. Loewe Wow!-Bücher sind jedoch schon auf den ersten Blick für Kinder sehr ansprechend gestaltet. Sie sind nicht allzu dick, kommen modern, cool und niedlich daher. Außerdem hat jedes Buch einen farbigen Buchschnitt, und dieser ist tatsächlich ein Wow-Effekt, bei dem Kinder das Buch in die Hand nehmen wollen. Im Inneren ist ein altersgerechter Text mit seitenfüllenden Bildern oder Illustrationen im Comic-Stil kombiniert.

Meiner Meinung nach deckt Loewe Wow! gleich zwei wichtige Punkte ab, die die Lesegewohnheiten von Kinder beeinflussen können. Erstens können die Bücher für kleine Lesemuffel durch Gestaltung und Inhalt einen Anreiz bieten. Dass lesen Spaß macht, kann hier mit allen Sinnen erfahren oder (wieder)entdeckt werden. Zweitens ist diese Form der Kinderbücher ein toller Zwischendurchspaß, für Kinder, die bereits viel und ausgiebig lesen. Eine Abwechslung zu Nur-Text-Büchern, eine kurzweilige und visuell ansprechende Unterhaltung und damit eine Ergänzung zu Kinderromanen.



Freitag, 3. Mai 2019

[Sachbuch] "Raus in die Natur!: Mein Outdoor-Entdeckerbuch" von Alice James und Emily Bone

Egal wo du bist, ob im Stadtpark oder im Wald - dein Outdoor Abenteuer kann beginnen! Dieses Buch steckt voller Ideen, Experimente und spannenden Informationen für deine Entdeckungsreise in die Natur. Worauf wartest du noch? Draußen gibt es viel zu erleben! (Text- und Coverrechte: Usborne Verlag)


Kinderbücher über Natur- und Outdooraktivitäten kann es meiner Meinung nach gar nicht genug geben. Denn Erlebnisse in der Natur sind fast unerschöpflich und bieten Kindern (und Erwachsenen) alles, was Freude bringt und Spaß macht. "Raus in die Natur!: Mein Outdoor-Entdeckerbuch" ist nicht nur ein Buchtitel, sondern auch eine Aufforderung. Lasst uns die Natur erleben und viele faszinierende Dinge entdecken und lernen.

Schon auf dem Buchcover finden Kinder kleine Hinweise, mit was sie es im Buch zu tun bekommen: Insekten suchen, Vögel beobachten, Tierspuren lesen, Zelte bauen und auf Schnitzeljagd gehen. Das ist aber nur ein kleiner Ausschnitt der Erlebnisse, die das Outdoor-Entdeckerbuch aufzeigen will.
Am Anfang steht eine gut verständliche und schön geschriebene Einleitung über das Abenteuer Natur. Nach einem kurzen Hinweis über den Aufbau des Buches, finden Kinder hier Sicherheitshinweise, Infos über Kleidung und Ausrüstung, Umweltschutz und Verhalten. Schon hier machen die stimmungsvollen Illustrationen, Sprechblasen und kleine Tipps Lust auf mehr.

Donnerstag, 8. November 2018

[Kinderbuch] "Frau Wolle und der Duft von Schokolade" von Jutta Richter

Weil Mama Spätschicht hat und Papa ganz weit weg ist, haben Merle und Moritz eine neue Nachtfrau. Sie heißt Gesine Wolkenstein, hat schmale Lippen und unheimliche Augen, die erst grasgrün sind, dann schwarz und zuletzt hellblau und durchsichtig. Ausgerechnet sie soll die Kinder ins Bett bringen! Doch in den Nächten ist da plötzlich Frau Wolle. Sie regiert das Reich hinter der schwarzen Tür, von dem Papa früher erzählt hat. Dort wohnen die Spitzzahntrolle, die nur in Reimen reden, und der wachsame Waisenfuchs Silberträne. Da gibt es das Lager der verlorenen Sachen und den Saal der Bonabären, da findet man die Gedankenbremse, und wenn es im Weltempfänger rauscht, können Merle und Moritz Papas Stimme hören. Und das tröstet ungemein. (Text- und Coverrechte: Carl Hanser Verlag)


Jutta Richters Geschichten sind mir vordergründig aus ihren Bilderbüchern bekannt. Ich empfinde sie als sehr eigen und besonders. Umso gespannter war ich natürlich auf ihr neuestes Kinderbuch. Märchenhaft sieht "Frau Wolle und der Duft von Schokolade" aus, und vielleicht sogar ein bisschen unheimlich. Genau so hat mir das Buch auch meine Tochter (9) beschrieben, die es vor mir, und innerhalb weniger Tage, gelesen hatte. Eigentlich wollte ich nur mal kurz reinlesen, mal schauen, was da so auf mich zukommt ... und steckte sofort mitten in einem Abenteuer, mit dem ich nicht nur unglaublich viel Spaß hatte, sondern vor Spannung auf den Nägeln kaute.

Merle erzählt die Geschichte in der Ich-Form, das was sie gemeinsam mit ihrem Bruder Moritz erlebt. Die Kinder wohnen bei der Mutter, der Vater ist weit weg. Wo genau, weiß man nicht. Nur, dass beide Kinder ihn schrecklich vermissen. Der einzige "Kontakt" besteht über einen Weltempfänger, ein Radio, in dem Merle und Moritz die Stimme des Vaters hören können, wenn dieser auf Sendung ist.
Und nun ist es so, dass die Mutter ihre Arbeit und die Kinder immer schlechter unter einen Hut bekommt. Darum soll eine Nachtfrau auf Merle und Moritz aufpassen. Und das ist ausgerechnet Frau Wolkenstein, vor der alle Kinder des Ortes Angst haben. Sobald Frau Wolkenstein bei Merle und Moritz zu Hause ist, beginnt für diese ein Abenteuer, mit dem sie niemals gerechnet hätten.

Montag, 24. Juli 2017

[Kinderbuch] "Der Zauberkaugummi: Hilfe, ich bin meine Lehrerin!" von Kristina Dunker

Was für ein verkorkster Tag: Zum Trost für ihr vergessenes Pausenbrot hat Mia einen Kaugummi (!) von ihrer Lehrerin (!!) bekommen und übt jetzt Blasenmachen mit Frau Strerup (!!!). Aber es kommt noch viel verrückter; denn eine geplatzte Kaugummiblase später steckt Mia plötzlich im Körper von Frau Strerup - und Frau Strerup steckt im Körper von Mia! Was Mia nun in Lehrerinnengestalt alles erlebt, wie die fiesen Knallbonbon-Brüder zahm werden, was eine experimentierfreudige Chemielehrerin mit der Sache zu tun hat, wie Mia mit einem verliebten Hausmeister fertig wird und wie zum Schluss ein Hund namens Humbug das Schulorchester rettet, ist so spannend und lustig, dass selbst dem Direktor glatt die Spucke wegbleibt ... (Text- und Coverrechte: Coppenrath Verlag)


Verwechslungsabenteuer sind ein großer Spaß für Kinder. Es gibt viele Bücher, aber auch Filme zu diesem Thema. Spielt die Geschichte dann auch noch während der Schulzeit, und wird die Rolle mit einer erwachsenen (Respekts)-Person getauscht, ist Lesespaß vorprogrammiert. In "Der Zauberkaugummi: Hilfe, ich bin meine Lehrerin!" tauscht Mia unfreiwillig den Körper mit ihrer Lehrerin Frau Strerup. Man kann sich vorstellen, zu was das führt. Was für ein Schlamassel!

Donnerstag, 2. März 2017

[Kinderbuch] "Club der Heldinnen: Entführung im Internat" von Nina Weger

Juhu, es geht los! Das neue Schuljahr auf dem Matilda Imperatrix, dem Internat für Mädchen mit außerordentlichen Fähigkeiten! Flo und Pina beratschlagen schon, wie sie die Geländespiele gewinnen und die beiden Oberzicken Cilly und Lilly abhängen. Doch dann kommt der große Schreck: Flos kleine Schwester Charly verschwindet spurlos! Flo verdächtigt sofort die Neue in ihrem Zimmer. War doch klar, dass diese Blanca ein dunkles Geheimnis verbirgt! Aber bald merken Flo und Pina, dass sie Charly nur mit Blancas Hilfe retten können. Denn gemeinsam sind die drei wirklich heldenhaft! (Text- und Coverrechte: Oetinger Verlag)


"Club der Heldinnen" ist eine neue Kinderbuchreihe für Mädchen. Eine Internatsgeschichte, bei der ich überzeugt bin, dass sie bei jungen Leserinnen gut ankommen wird. Die erste Geschichte, "Entführung im Internat" ist pfiffig und spannend. Mit den Figuren können sich Mädchen gut identifizieren, ganz im Sinne des Reihentitels. Die Aufmachung des Buches ist sehr ansprechend, und als toller Bonus sind dem Buch vier Club-Ausweise beigelegt. Wenn das nicht dazu animiert, einen eigenen Freundinnen-Club zu gründen ...

Dienstag, 21. Februar 2017

[Kinderbuch] "Mia voll verdoodelt: Krokodile lieben Fischstäbchen" von Knife & Packer

Irgendwas treibt Mia immer in die absurdesten Situationen. Stellt euch vor, sie ist umzingelt von Krokodilen, klammert sich an eine Aktentasche voller Fischstäbchen, trägt dabei eine Sumpfmonster-Maske und ihre Lehrerin ist gerade dabei, ihre Eltern anrufen! Klingt wie ein abgefahrener Traum? Nein, das ist Mias Leben: chaotisch, witzig und voller Überraschungen. Genau wie ihre lustigen Doodles, die sie in ihrem Tagebuch festhält! (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Als ich selbst noch ein Kind war (lange ist es her!) gab es entweder Kinderromane oder Comics. An Comicromane kann ich mich nicht erinnern. Dabei sind sie eine perfekte Ergänzung zum klassischen Kinderbuch, denn sie schließen die Lücke zwischen Comics und Büchern mit umfangreichem Text.

"Mia voll verdoodelt" ist eine neue Comicroman-Reihe. Die Hauptzielgruppe sind Mädchen, ab etwa 9 Jahren, die bei dieser Art von Büchern bisher immer ein wenig das Nachsehen hatten. Jetzt ist es aber so, dass mein 9-jähriger Sohn zwar gerne liest, sich dabei aber nicht besonders anstrengen möchte. Er bevorzugt tatsächlich die klassischen Comics, oder aber Kinderbücher mit wenig Text und vielen Bilder. Ich drückte ihm Mias erstes Abenteuer "Krokodile lieben Fischstäbchen" in die Hand, tatsächlich mit der Hoffnung, seine Leseinteressen zu vergrößern. Das Resultat: Ich sah ihn fast nur noch mit dem Buch in der Hand. Zielgruppe hin oder her, er hat es innerhalb kurzer Zeit verschlungen.

Donnerstag, 28. Juli 2016

[Kinderbuch] "Pelle von Pimpernell: Der Geisterhund" von Claire Barker

Pelle von Pimpernell hat ein Problem. Seit er ein Geisterhund ist, versucht er vergeblich, wieder Kontakt zu seiner über alles geliebten Menschen-Freundin Winnie aufzunehmen. Seine verrückten Geistertier-Freunde können ihm da leider auch nicht so richtig weiterhelfen. Doch plötzlich geht es um noch viel mehr und Winnie und die Geistertier-Kombo müssen zusammenarbeiten, um dem bösen Geisterjäger Krispin O’Mystery das Handwerk zu legen ... (Text- und Coverrechte: KOSMOS Verlag)


Hund Pelle stirbt. Zum Glück erwacht er als Geist und kann, zusammen mit anderen Tiergeistern, weiter im Haus Sternenblick der Familie von Pimpernell leben. Leider muss er feststellen, dass seine beste Freundin Winnie ihn nicht mehr sieht, er sie in ihrer Trauer nicht trösten und sie nicht mehr richtig beschützen kann. Pelle fasst den Entschluss, das zu ändern. Als die Familie in Schwierigkeiten gerät und Haus Sternenblick droht versteigert zu werden, müssen Pelle und die anderen Geistertiere fest zusammenhalten, um der Familie zu helfen.

Dienstag, 16. Februar 2016

[Kinderbuch] "Poppy Pym und der gestohlene Rubin" von Laura Wood

Willkommen in Poppys Welt! Hier gibt es Zuckerwatte und Popcorn zum Frühstück, einen zahmen Löwen namens Butterblume als besten Freund und Jonglieren und Seiltanz als Lieblingsfächer. So sieht Poppys Zirkusleben aus - bis kurz vor ihrem zwölften Geburtstag. Da nämlich kommt sie aufs Internat. Dort sorgt nicht nur Poppy, sondern auch eine ägyptische Ausstellung für Trubel. Denn auf einem geheimnisvollen Rubin soll ein böser Fluch lasten. Und mit einem Mal ist dieser Rubin auch noch wie vom Erdboden verschluckt! Poppy und ihre neuen Freunde wittern ein spannendes Abenteuer ... (Text-, Zitat- und Coverrechte: EGMONT Schneiderbuch)


Ein Reihenstart sowie Debütroman erregt sofort meine Aufmerksamkeit. Dass "Poppy Pym und der gestohlene Rubin" dann noch mit einem fröhliche bunten Cover daherkommt, tat sein Übriges. Jenseits bekannter Internatsgeschichten für junge Mädchen hat Poppy einige Besonderheiten aufzuweisen. Das Buch lebt von einer lustig-empfindsamen Protagonistin, einer herzlich-verrückten Familie und einer spannenden Schulstory.

Dienstag, 16. September 2014

[Kinderbuch] "Der geheime Zoo: Gefährliche Schatten" von Bryan Chick

Nur ein paar Wochen nachdem die Action Scouts den geheimen Zoo verlassen haben, werden Noah, Megan, Richie und Ella dorthin zurückgerufen. Eine große Herausforderung steht ihnen bevor: Sie sollen ein gefährliches Training absolvieren, um als Pendler schneller aus ihrer Welt in die magische Welt des geheimen Zoos zu gelangen. Als Trainer stehen ihnen vier Teenager zur Seite. Doch die sogenannten Descender scheinen selbst irgendein Geheimnis zu verbergen. Warum sonst verhalten sich Hanna, Tameron, Solana und Sam so feindselig gegenüber den Action Scouts? Und was für Absichten hat der Schattige, der immer wieder in ihrer Nachbarschaft auftaucht? (Text- und Coverrechte: Rowohlt Verlag)


"Gefährliche Schatten" startet gewohnt actionreich. Da man als Leser aber schon im Vorgängerband das Geheimnis um den verborgenen Zoo gelüftet hat, wirkt der Anfang weniger geheimnisvoll als in Band 1. Das macht ihn aber genauso lesenswert, denn dieses Buch ist nicht weniger spannend. Insgesamt liest es sich nicht ganz so rasant wie sein Vorgänger, lebt aber von vielen spannenden Szenen und den liebenswerten Charakteren, die hier sogar noch ausgebaut werden. Neben dem gefährlichen Training als Pendler, begleitet der Leser die Scouts auch im Alltag und in der Schule, mit allen gängigen Problemen, was das Buch sehr realitätsnah erscheinen lässt.

Besonders erfreulich ist das Wiedersehen mit den alten Tierfreunden der Scouts. Der Vogel Marlo, Eisbär Blizzard, Pinguin Podgie bilden mit den Action-Scouts ein eingespieltes Team. Einige neue Tierfreunde kommen noch hinzu und machen die Handlung interessant. Während des Lesens erfährt man einiges über die Tiere allgemein und auch sonst wird viel Wissen vermittelt. Auch hier sind die Tiere nicht vermenschlicht, sondern behalten ihre tierische Charakteristik. Zwar sind sie zahm und auf ihrer Art hilfsbereit, aber das Tierbild wird nicht verniedlicht, indem die Tiere z.B. sprechen können. So bleibt eine natürliche Abgrenzung zwischen Tier und Mensch bestehen.

Im Gegensatz zu Teil 1, der doch recht abgeschlossen war, endet "Gefährliche Schatten" mit einem kleinen Cliffhanger. Dieser ist recht mysteriös und unheimlich gehalten und macht sofort Lust auf den nächsten Fortsetzungsband. Zum Glück müssen geneigte Leser darauf nicht mehr lange warten.
Die Reihe ist gleichermaßen für Mädchen und Jungen zu empfehlen. Die Action-Scouts sind eine gemischte Gruppe ihre Abenteuer sind für Kinder allgemein faszinierend. Mit diesem mittleren Band einer Trilogie setzt der Autor seine Reihe in hoher Qualität fort. Leser dürfen sich auf Teil 3 freuen.

Damaris findet ...
Mit dem zweiten Band der Der geheime Zoo-Trilogie "Gefährliche Schatten" gelingt Bryan Chick erneut eine wunderbare Geschichte für junge Leser (und auch manchen Erwachsenen, der dem Reiz dieser Geschichte erliegen wird). Das Konzept aus Action und Wissen überzeugt auch hier. Dass dieser Mittelteil sich nicht ganz so rasant liest, wie sein Vorgänger, macht die Geschichte nicht schlechter. Dementsprechend ist die Qualität für ein Kinderbuch recht hoch. Ein empfehlenswerter Lesespaß!


Rowohlt Verlag 2012 - Band 2 - Hardcover, 256 Seiten - 12,99 € [D] - ab 9 Jahren

Montag, 15. September 2014

[Kinderbuch] "Der geheime Zoo" von Bryan Chick

Ungewöhnliche Dinge gehen im Zoo von Clarksville vor sich. Mitten in der Nacht klettern Affen über die Dächer der Stadt. Wie sind sie aus dem Zoo entkommen? Und was haben sie vor?
Als Noahs Schwester Megan kurz darauf auf mysteriöse Weise verschwindet, finden er und seine Freunde Richie und Ella immer wieder Hinweise, die sie in den Zoo führen. Wieso scheinen die Tiere hier bereits auf die Kinder zu warten? Wissen sie, was mit Megan geschehen ist? Als die Freunde schließlich das Geheimnis des Zoos entdecken, stecken sie schon mitten in einem unglaublichen Abenteuer, das sie tief in ein magisches Land führt. Und mit Hilfe des Eisbären Blizzard, des Pinguins Podgy und des kleinen Vogels Marlo machen sie sich auf einen gefährlichen Weg, um Megan zu retten. (Text- und Coverrechte: Rowohlt Verlag)


Von Anfang an fällt auf, dass Chick in seinem Buch einen spannenden, rasanten Erzählstil verfolgt. Das beginnt schon mit Megans Entdeckung und Verschwinden, wird über die Recherchen von Bruder Noah fortgeführt, und auch nach der Entdeckung des geheimen Zoos nimmt die Action nicht ab. Der Schreibstil ist einfach, die Kapitel zahlreich und sehr kurz. So greift schnell das Ein-Kapitel-geht-noch-Prinzip und selbst jüngere Leser können sich gut auf die kurzen Abschnitte konzentrieren.

Die Action-Scouts Truppe um Noah vereint einige wertvolle Vorbildeigenschaften, wie Loyalität untereinander, Hilfsbereitschaft und Freundschaft. Der Zusammenhalt der Freunde ist beispielhaft. Dabei hat jedes der Kinder eine andere Stärke, die dazu beiträgt aus der ganzen Gruppe ein gutes Team zu machen.

Besonders geheimnisvoll ist der Start des Buches, bei dem es vor allem um Megans Verschwinden und die Suche nach des Rätsels Lösung um ihren Aufenthaltsort geht. Im geheimen Zoo angekommen, wird das Rätseln von Spannung und Action abgelöst. Es geht ganz schön heftig zur Sache. Bei aller Spannung kann man beim Lesen aber auch einiges über die verschiedenen Tierarten lernen. Man erlebt sie in ihrem natürlichen Lebensraum und erfährt viel über ihre Wesensart. Dabei werden die Tiere aber nicht vermenschlicht, indem sie z.B. sprechen können. Sie interagieren zwar mit den Kindern, und das sehr bildlich und humorvoll, bleiben aber dennoch "richtige" Tiere.

Erwähnenswert ist außerdem, dass "Der geheime Zoo" zwar der Beginn einer Trilogie ist, das Buch aber nach dem Ende auch als abgeschlossen, bzw. Einzelband, gesehen werden kann. Der Schluss ist liebenswert und kindgerecht und macht ganz gewiss jedem Kind Lust auf die Fortsetzungen.

Damaris sagt ...
Beim Kinderbuch "Der geheime Zoo" ist der Name Programm. Das Buch ist von vorne bis hinten geheimnisvoll und spannend. Gleichzeitig ist es ein vorbildhaftes und liebenswertes Lesevergnügen für Kinder ab 9 Jahren - und natürlich für jung gebliebene Erwachsene.


Rowohlt Verlag 2011 - Band 1 - Hardcover, 288 Seiten - 12,99 € [D] - ab 9 Jahren

Dienstag, 9. September 2014

[Kinderbuch] "Als Opapi das Denken vergaß" von Uticha Marmon

Manche Tage fangen an, als wären sie nichts Besonderes. Sie kommen daher wie jeder Tag. Aber wenn man genau aufpasst, ist schon morgens etwas ein bisschen anders, und daran kann man sehen, dass der Tag ganz und gar nicht normal wird. Genau so ein Tag war dieser Mittwoch, als Opapi ankam. Opapi - so nennt Mia ihren Urgroßvater. Und der zieht jetzt zu ihnen. Weil er immer mehr vergisst, sagen Mama und Papa. Aber nun kann Mia ihn ja daran erinnern, wie man sich die Schuhe zumacht und dass man sich die Zähne nicht mit Handcreme putzt. Doch Opapi kommt nicht allein ... Wer ist dieser geheimnisvolle Junge, der ein wenig altmodisch wirkt und bei Opapi ein und aus geht, wie es ihm passt? (Text-, Cover und Zitatrechte: Magellan Verlag)


Aber wenn man sich nicht mehr dran (an das Leben) erinnern kann? Wo ist es dann? Und ist dann Opapi noch Opapi? - S. 90


Kinderbücher mit schwierigen, nicht alltäglichen Themen sind wichtig. Sie zeigen Dinge im Leben auf, die jeden betreffen können, die sich aber niemand wünscht. Gerade diese Bücher können Kinder auf bestimmt Situationen vorbereiten. Dabei kommt es vor allem auf die Umsetzung an und die Art, wie das Thema jungen Lesern nahe gebracht wird. Uticha Marmon hat mit "Als Opapi das Denken vergaß" ein Buch über Demenz geschrieben, das die Geschichte sehr einfühlsam, aber auch lustig an Kinder weitergibt.

Seit Mia denken kann, hat sie jeden Sommer ihren Urgroßvater, oder Opapi, wie ihn Mia nennt, in Lindau am Bodensee besucht. Doch diesen Sommer ist alles anderes, denn Opapi zieht zu Mias Familie nach Hamburg, weil er alleine nicht mehr gut zurecht kommt und sich an vieles nicht mehr erinnern kann. Eine völlig neue und ungewohnte Situation kommt auf die Familie zu.

Änderungen der Lebenssituation in einer Familie, belasten nicht nur die Eltern. Auch Kinder haben daran meist schwer zu knabbern. Für Mia ist es völlig ungewohnt, dass ihr Opapi plötzlich bei der Familie leben soll und darum sein eigenes Zuhause aufgeben muss. Als die ersten Situationen auftreten, in denen sich Opapi nicht mehr so verhält wie früher, bzw. sich an einige Dinge nicht mehr erinnern kann, ist Mia natürlich verunsichert. Trotzdem hat sich eine tolle und liebevolle Art mit ihrem Urgroßvater umzugehen, ihn und seine fortschreitende Demenz so anzunehmen wie es kommt. Gerade dieser Punkt hat mich sehr berührt.

Besonders schön zeigt die Autorin, dass das Zusammenleben mit einem Familienmitglied mit Demenz nicht alltäglich ist, und dass es einige Situationen gibt, die schnell die ganze Familie überfordern können. Vor allem auch die Eltern. Doch nicht nur die Seite von Mias Familie wird beleuchtet, auch Opapis Gefühle kommen nicht zu kurz. Er hat Heimweh. Und ihm ist sehr wohl bewusst, dass er sich an vieles nicht mehr erinnert und dieser Umstand mit der Zeit noch schlimmer wird. Diese Ausdrucksform ist für Kinder sehr einfühlsam und anschaulich dargestellt.
Das Ende selbst ist sehr herzlich, mit einem positiven Blick in die Zukunft. Obwohl sich Mia sicher ist, dass sich für die Familie weiterhin viel ändern wird, hat sie die Situation so angenommen wie sie ist, und optimistisch in ihr Leben integriert.

Damaris meint ...
Wir sollten Kindern unbedingt zutrauen, diese Art von Geschichten zu lesen. "Als Opapi das Denken vergaß" ist ein wunderbares Kinderbuch, das ein Thema aufgreift, welches jedes Kind innerhalb einer Familie betreffen könnte - Altersdemenz. Mia ist ein Charakter, mit dem man sich sofort identifizieren kann. Ihre Gefühle sind jederzeit plausibel und für Kinder sehr gut nachzuvollziehen. Die positive Auseinandersetzung mit dem Thema Altersdemenz ist in eine einfühlsame und herzlich-lustige Geschichte verpackt, die Kindern Mut macht. Empfehlenswert!


Magellan Verlag 2014 - Hardcover, 160 Seiten - 13,95 € [D] - ab 9 Jahren

Samstag, 6. September 2014

[Kinderbuch] "5 Sterne für Lola" von Isabel Abedi

In Lolas Leben wimmelt es vor Krisen. Mama hat eine Baby-Krise. Tante Lisbeth hat eine Verlobungs-Krise. Und Lolas beste Freundin Flo hat eine Enzo-Krise. (Das ist eine Krise, die man bekommt, wenn ein Pflegebruder einzieht, für den die Bezeichnung "schwer erziehbar" noch harmlos ist.) Aber die gefährlichste Krise von allen hat Lola selbst: eine Identitätskrise. Sie weiß einfach nicht, was sie nachts werden soll! Nachdem sie sich als Nonne (zu langweilig) und Totengräberin (zu traurig) versucht hat, bringt ihr der Schulalltag die rettende Idee. "Das perfekte Dinner" - so heißt das Projekt, für das sich Lola begeistert anmeldet. Ab sofort sind ihre Nächte gerettet, denn als berühmte Sterneköchin Cocada Delicada macht sie mit ihren magischen Gerichten die Welt glücklicher. Ob Lolas Leben in der Wirklichkeit aber auch krisensicher bleibt, das muss sich erst noch zeigen. (Text-, Bild- und Zitatquelle: Loewe Verlag)


Lola ist mittlerweile elfdreiviertel (!) und geht in die 5. Klasse. Ihre beste Freundin ist nach wie vor Flo, aber Lola ist gerade völlig durcheinander. Irgendwie vermisst sie ihren (jetzt leider platonischen) Freund Alex, der zur Zeit in Frankreich ist. Für ihre schlaflosen Nächte wollte Lola eine neue Traum-Identität finden, was aber auch nicht so recht klappte. Ihre Mama ist mit Baby-Bruder Leandro beschäftigt, und als eine unbekannte Freundin von Flos Mutter ihrer Sohn Enzo bei Familie Sommer "aussetzt" wird es richtig kompliziert. Kurz, Lola hat eine waschechte Identitätskrise. Aber Lola wäre nicht Lola, wenn sie die Dinge nicht auf ihre Weise lösen würde.

Ich hatte an einem Einzeltisch Platz genommen und fühlte mich wie eine heroische Heldin. (Meine Freundin sagt, heroische Heldin ist doppelt gemoppelt, weil heroisch auch heldenhaft heißt - aber genauso fühlte ich mich eben. Heroisch einsam und heldenhaft allein.) - Lola, S. 81

Nun ist Lola wieder ein Stück älter und "erwachsener" geworden. Das merkt man beim Lesen sofort. Der Schreibstil wurde dem Alter angepasst. Er ist immer noch einfach und gut verständlich, beinhaltet aber deutlich mehr Informationen und Handlung als beispielsweise im ersten Band. Das ist aber auch gut so, denn die Entwicklung von Lola soll ja nicht stehenbleiben, sondern, wie im echten Leben, weitergehen. Ich benötigte im ersten Kapitel etwas Zeit, um die vielen Informationen zu sortieren, war aber dann schnell mittendrin im aktuellen Lebensabschnitt von Lola. Das Lesen macht einfach Spaß. Und das Beste; auch wenn sich Lola, dem Alter entsprechend, weiterentwickelt hat, hat sie überhaupt nichts von ihrem gewinnenden Charme verloren. Lola bleibt Lola!

Die Beschreibungen von Lolas vielen Krisen ist humorvoll und augenzwinkernd, haben aber einen ersten Kern. Die Autorin zeigt auch hier, mit welchen Dingen sich Kinder gedanklich befassen. Und das sind einige! Es gibt Streit und Konkurrenz unter Klassenkameraden, traurige Freunde oder ungewöhnliche Situationen. Auch große Probleme, wie Mobbing unter Kindern, werden thematisiert. Es ist nicht verwunderlich, dass Lola sich an einer Stelle wünscht, wieder ein kleines Mädchen (wie ihre vierjährige Tante Lisbeth) zu sein.
Doch Lola kann immer auf ihrer Familie und ihre Freunde zählen, das macht auch dieses Buch so wertvoll und sicher. Die Familie ist zwar ganz schön crazy und entspricht nicht immer der Norm, macht mit den Kindern aber die tollsten Scherze mit und gibt Lola die Sicherheit, die sie als Elfjährige braucht. Das würdigt Lola, indem sie im Buch erzählt, wie sehr sie ihre Familie liebt.

"5 Sterne für Lola" ist turbulent-lustig, hat aber auch traurige Parts und regt Kinder zum Nachdenken an. Ich war an einer Stelle so gerührt, dass mir die Tränen in die Augen schossen, und das passiert bei Büchern, die viel Situationskomik enthalten, eher selten. Lola ist so ein hinreißendes Mädchen, ich würde sie am liebsten knuddeln. Auch dieser 8. Band ist in sich abgeschlossen und besitzt ein Ende, bei dem man zufrieden seufzend, und mit einem Lächeln im Gesicht, das Buch zuklappt.

Damaris sagt ...
Das war toll! Ich hatte hier wieder das unterhaltsamste Leseerlebnis, das man bei einem Kinderbuch haben kann. Zur humorvollen Grundstimmung war "5 Sterne für Lola" für mich aber auch sehr ernsthaft und ich war stellenweise wirklich ergriffen. Lola rührt hier nicht nur kräftig in den Töpfen, sondern auch in manchem Herz. Super!


Loewe Verlag 2013 - Band 8 - Hardcover, 320 Seiten - 12,95 € [D] - Illustrationen von Dagmar Henze - ab 9 Jahren

[Kinderbuch] "Lola Schwesterherz" von Isabel Abedi

Kreischende Babys, schluchzende Mütter, hilflose Väter – alles kein Problem für Lala Lu, die bezaubernde und weltbeste Babyflüsterin. Fachmännisch liest sie die Gedanken der Babys, flüstert ihnen magische Wörter ins Ohr und bändigt so die größten Schreihälse. Zumindest nachts, wenn es dunkel ist. Auch tagsüber beschäftigt Lola die Frage, wie man wohl am besten mit Babys umgeht – schließlich muss sie sich auf die Geburt ihres Geschwisterchens vorbereiten. Doch während sie zu Hause die Große wird, ist sie in ihrer neuen Schule wieder eine der Kleinen. Ein Glück, dass sie Sally kennenlernt. Denn Sally gehört in der Schule zu den Älteren - und wird für Lola das große Vorbild. Immerhin verbindet die beiden nicht nur die gemeinsame Tanz-AG, sondern Sally darf auch schon Babysitten. Damit verhilft sie Lola zu ihren ersten Übungsstunden im Umgang mit Babygeschwistern und ist auch für sie da, als Lola ihren ersten echten Liebeskummer hat. Doch dann wird plötzlich Sally in Probleme verstrickt ... und nun liegt es an Lola, echte Größe zu zeigen. (Text-, Bild- und Zitatquelle: Loewe Verlag)


Kurze Zeit ist seit der Brasilienreise von Lolas Familie vergangen. Auf dieser hat Lola auch erfahren, dass sie bald eine große Schwester sein wird. Ihre Mama ist nämlich schwanger. Lola möchte alles tun, um sich auf die Ankunft des neuen Familienmitglieds vorzubereiten, und so bietet die fast 11-jährige gleich mal ihre Dienste als Babysitterin an. Nicht nur das bald erwartete Familienmitglied ist ein aktuelles Thema in Lolas Leben. Sie kommt auch auf eine weiterführende Schule, und der Start dort läuft alles andere als gut. Zum Glück lernt Lola in einer Tanzgruppe Sally kennen. Sie ist schon fünfzehn und hat ein offenes Ohr für Lolas Probleme. Außerdem nimmt sie Lola mit zum Babysitten. Leider scheint Sally selbst das größte Problem zu haben. Lola wird mitten hinein gezogen ...

Meine Freundin sagt, manchmal ist das Leben ein Wollknäuel. Man muss selbst entscheiden, was man daraus macht. Und wenn man Glück hat, kommt am Ende etwas richtig Gutes dabei raus. - Lola, S. 11

Dass Lolas Familie ungewöhnlich ist, weiß inzwischen jeder Leser. Sie hat eine deutsche Mama und einen brasilianischen Papai. Dann hat Lola noch ihre 4-jährige Tante Lisbeth, weil ihre Oma sehr spät noch mal ein Kind bekommen hat. Und jetzt wird Lola eine große Schwester. Da ist es klar, dass sie sich auf die Ankunft des jüngsten Familienmitglieds irre freut. Mit Lolas Alter, sie wird in diesem Buch elf, wachsen aber auch ihre Wünsche. Zum Beispiel hätte sie endlich gerne ein Handy und neue Möbel für ihr Kinderzimmer möchte sie auch. Aber die Familie muss Prioritäten setzt, alles kann sie sich nicht leisten. Das Baby geht vor, und Lola kommt nicht umhin, neben der Vorfreude auch einen Stich Eifersucht zu spüren. Sie fühlt sich hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, jetzt die Große zu sein und dem Bedürfnis den Status als einzige Tochter der Familie zu behalten (Ich wollte plötzlich beides auf einmal sein. Klein und groß. Das waren zwei Dinge, die nicht zueinanderpassten, und ich je länger ich darüber nachdachte, desto schwerer fühlte ich mich. - S. 140).

In "Lola Schwesterherz" ist das Baby, das bald zur Welt kommen soll, zwar ein großes Thema, aber mir hat besonders gut gefallen, dass das Buch keineswegs ein reines "Babybuch" ist. Es gibt so viel mehr, das in diesem Buch thematisiert wird. Lola wurde mit jedem Band älter, hier kommt sie jetzt auf eine weiterführende Schule. Die Grundschule, Hamburgs Ziegenschule, war eine ganz andere Welt als Lolas neue Schule. Sie hat vor dem Start etwas Bammel. Leider läuft es auch nicht so gut wie geplant. Lola muss lernen, dass man manchmal mit einer Ist-Situation leben muss. Nicht alles kann passend zu den eigenen Wünschen realisiert werden. Das betrifft sowohl Lolas Schulalltag, als auch das Leben in der Familie.

Hier merkt man deutlich, dass Lola nicht mehr das kleine Mädchen von Band 1 ist. Sie wird hier am deutlichsten mit Problemen konfrontiert, die junge und auch ältere Jugendliche haben können. In ihrer Freundschaft zu Alex läuft nicht alles reibungslos. Lola wird verletzt und ist sich nicht sicher, ob sie weiterhin einen festen Freund haben möchte. In der 15-jährigen Sally sieht Lola ein großes Vorbild, dem sie nacheifern möchte. Doch hinter der Fassade der hübschen Blondine ist längst nicht alles so glänzend wie Lola zuerst meint. Sally hat eigene, große Probleme und hält diese auch nicht von Lola fern, sieht in der jüngeren Mitschülerin sogar eine Chance ihre eigennützigen Ziele zu erreichen. Lola gerät schon bald in Situationen die sie überfordern. Zum Glück hat sie ihre Familie und ihre Freunde. Auch "Lola Schwesterherz" hat einen positiven und sehr rührenden Schluss.

Damaris ist sicher ...
"Lola Schwesterherz" hat alles, was ein schönes Kinderbuch braucht! Es ist amüsant, lebensnah und aktuell. Der Konflikt der 11-jährigen Lola, die nicht mehr komplett Kind, aber auch noch keine Jugendliche ist, ist perfekt thematisiert. Das Buch war sehr vielseitig und behandelte aktuelle und familiäre Themen gleichermaßen. Lola zeigte hier mal wieder wirkliche Größe! Und liebevoll-rührend war das Buch auch! Lalelu ...


Loewe Verlag 2010 - Band 7 - Hardcover, 328 Seiten - 12,95 € [D] - Illustrationen von Dagmar Henze - ab 9 Jahren

Freitag, 5. September 2014

[Kinderbuch] "Lola auf Hochzeitsreise" von Isabel Abedi

Es heißt, die Hochzeit ist der schönste Tag des Lebens. Damit dieser Tag auch wirklich ein unvergessliches Erlebnis wird, ist Lola als Hochzeitsplanerin Lola Lovekiss ganz schön gefordert - egal, ob sie nun einem Geheimagentenpaar eine kugelsichere Hochzeit garantiert oder für Popstars Kirche, Fest und Flitterwochen organisiert. Natürlich nur nachts - in ihren Träumen ... Der schönste Tag in Lolas wirklichem Leben soll jedoch die Hochzeit ihrer Eltern werden: Endlich, endlich wollen Mama und Papai heiraten - in Brasilien. Doch dort tauchen plötzlich Probleme auf, mit denen Hochzeitsplanerin Lola so gar nicht gerechnet hat ... (Text-, Bild- und Zitatquelle: Loewe Verlag)


Lolas Fantasie-Ich ist in diesem Band die Hochzeitsplanerin Lola Lovekiss. Und es ist ganz klar, dass sich Lola in Sachen Hochzeit bestens auskennen muss. Ihr Eltern möchten nämlich endlich heiraten. Zusammen sind sie nämlich schon ewig. Und die Hochzeit soll sogar in Brasilien stattfinden, der Heimat von Lolas Papai. Kein Wunder, dass Lola vor Aufregung fast platzt und sich sehr auf ihre brasilianischen Tanten und ihre Oma freut, die sie noch nie gesehen hat. Aber am meisten freut sich Lola auf die Hochzeit. In Brasilien angekommen läuft aber gar nicht alles nach Plan. Ausgerechnet das Brautpaar scheint plötzlich nicht mehr so glücklich zu sein. Lola sieht sich auf ein mal mit Problemen konfrontiert, mit denen sie nie im Leben gerechnet hätte.

Es heißt, die Hochzeit ist der schönste Tag des Lebens, aber das ist nur die eine Hälfte der Wahrheit ... - Lola, S. 11

Ich war total überrascht, als ich in diesem Band erfahren habe, dass Lolas Eltern endlich heiraten wollen. Da lese ich schön einen Lola-Band nach dem anderen, und für mich war immer klar, dass Lolas Eltern seit Anfang an verheiratet sind. Falsch gedacht. Ob ich da wohl etwas überlesen habe? "Lola auf Hochzeitsreise" versprach spannend und unterhaltsam zu werden, und so kam es auch. Dieser sechste Band ist nämlich das erste Buch der Reihe, das nicht überwiegend in oder um Hamburg spielt. Gleich zu Beginn bricht Lolas Familie, samt bester Freundin Flo, nach Brasilien auf. Lola hat ihre dortige Verwandtschaft noch nie gesehen, entsprechend hoch sind ihrer Erwartungen.

Es kommt aber ganz anders als vermutet, und das fand ich, aus kindlicher Sicht, teilweise ganz schön hart. Lolas brasilianische Oma war in meinen Augen ein ganz schönes Biest (das fand Lola glaub ich auch!). Ihr Papai verhielt sich plötzlich ganz anders als sonst und Lola gerät desöfteren zwischen die Fronten. Die Geschichte suggeriert hier keine harmlosen Zänkereien zwischen dem Brautpaar, es geht schon ganz schön hart zur Sache. Lola leidet richtig, und das tat mir sehr leid. Für ein Kind muss das schrecklich sein. Man kann aber ruhig vorwegnehmen, dass in der Geschichte eine Lösung für das familiäre Problem gefunden wird, alles andere wäre auch nicht kindgerecht.

Die Brasilienreise ist insgesamt einfach nur spannend und, bis auf die familiären Differenzen, sehr humorvoll gestaltet. Man erfährt einiges über das Land und die Kultur. Dazu lernt man noch, ganz nebenbei, ein paar Brocken Brasilianisch. "Lola auf Hochzeitsreise" gehört ganz sicher zu den mitreißendsten und spannendsten Teilen der Reihe und hebt sich eindeutig von seinen Vorgängern ab. Und so manche Überraschung gibt es auch!

Damaris meint ...
Dieses Buch war einerseits ganz "typisch Lola", andererseits aber auch wieder ganz anderes, als man es von der Reihe erwartet. Dazu trug hauptsächlich der Handlungsort Brasilien, mit seinem ganz speziellen Flair, bei. Junge Leser werden hier hautnah erfahren, dass es auch Schattenseiten in einer sonstigen Familienidylle geben kann. Zum Glück vertreibt Lolas großes Herz auch diese Sorgenwolken, so dass am Ende die Sonne scheinen kann. Und dann macht "Lola auf Hochzeitsreise" seinem Namen auch alle Ehre - Tamm Tamm Tataaaa ...


Loewe Verlag 2008 - Band 6 - Hardcover, 320 Seiten - 12,95 € [D] - Illustrationen von Dagmar Henze - ab 9 Jahren

[Kinderbuch] "Lola Löwenherz" von Isabel Abedi

Lola ist Lola Löwenherz! Mutig rettet sie Tiere aus der Not und fliegt sie in einem Spezialflugzeug zu ihrem friedlichen Freiluftgehege. Jedenfalls in der Nacht. Tagsüber hat dagegen Lola ihre liebe Not mit den Vierbeinern: Ihre Katze Schneewittchen will sich nicht von ihr streicheln lassen! Wenn sie doch nur so zutraulich wäre wie die kleine Zirkusziege Schneeweißchen! Die ist so süß, dass Lola sie am liebsten von ihrem kurzen Strick befreien und ihr im Superweltallexpressraumschiff ein neues Zuhause geben würde ... Und wozu ist sie schließlich Lola Löwenherz? (Text-, Bild- und Zitatquelle: Loewe Verlag)


Lola phantasiert sich in Band 5 als Lola Löwenherz durch ihre schlaflosen Nächte. Hier kann sie ihre Liebe zu Tieren ausleben und natürlich erhält sich auch von außen viel Anerkennung. Schließlich ich sie weltberühmt! Gleichzeitig kann sie aber auch so ein Stück weit ihren Alltagsproblemen entfliehen. Die Entscheidung für eine weiterführende Schule steht an, und in Mathe läuft es gar nicht gut. Was aber vor allem auch an Lolas furchtbarem Mathelehrer, Hr. Koppenrat, liegt. Zum Glück hat Lola ihr neues Kätzchen Schneewittchen ... das sich aber gar nicht so schmusig verhält, wie das kleine Kätzchen normalerweise tun. Ein Lichtblick ist da die kleine weiße Ziege Schneeweißchen, für die Lola kurzerhand die Patenschaft übernimmt. Doch das läuft auch nicht immer glatt und Schneeweißchen bringt ganz schön viel Aufregung, Sorgen und auch Ärger in Lolas Leben. Und Lolas Freund Alex ist weit weg in Frankreich ...

Das - genau das - war der Augenblick, in dem ich fühlte, dass dieses winzige Kätzchen zu mir gehörte. Ich fühlte es in meinem Blut und dass man solchen Gefühlen trauen muss, das wusste ich, seit ich meine beste Freundin gefunden hatte. - Lola, S. 15

Bei den bisherigen Lola-Bänden konnte man immer ein Grundthema herauslesen. Existenzgründung- und Ängste von Lolas Eltern, Freundschaft mit Eifersucht und Streit oder auch Verantwortung zu übernehmen. Ein buchbegleitendes Thema zu erkennen fällt hier schon schwieriger, ist aber auch nicht immer nötig. Im fünften Lola-Band geht es hauptsächlich um Tiere. Und diese bringen ganz schön viel Trubel in Lolas Leben. Sie muss erfahren, wie sehr es ihre Gefühle verletzten kann, wenn das kleine Kätzchen, das sie jetzt als Haustier haben darf, sich überhaupt nicht von ihr streicheln lässt, bei der Nachbarin aber zum zahmen Stubentiger mutiert. Das kann die kleine Ziege, die so plötzlich in Lolas Leben gekommen ist noch so süß sein, sie ist einfach kein Haustier. Sie stellt sogar so viel an, dass Lola in richtig missliche Lagen gerät. Keine einfache Situation für die Viertklässlerin.

Lola stolpert in "Lola Löwenherz" in eine kuriose Situation nach der anderen. Meist hat das mit ihren Tieren zu tun, und ich muss sagen, dass mir, als erwachsenem Leser, das Lachen teilweise auch ganz schön vergangen wäre. Für Kinder ist dieses Buch aber der pure Abenteuerspielplatz, wie immer mit viel Herz. Wenn Lola wirklich nicht mehr weiterweiß, bekommt sie immer Hilfe oder Zuspruch von den Menschen um sie herum. Oft von ihrer besten Freundin Flo, aber auch mal von einer lieben Nachbarin oder ihrer Lieblingslehrerin. Lola bleibt mir ihren Sorgen nicht alleine. Wichtig finde ich immer, dass ein Kinderbuch gut endet, das heißt, dass die Protagonistin einen Weg aus dem Schlamassel findet. Das ist auch hier wieder der Fall. "Lola Löwenherz" wird sehr schön abgeschlossen.

Damaris findet ...
Kinder lieben Lola, und Kinder lieben Tiere! Darum wird dieser fünfte Band für junge Leser eine ganz besondere Freude sein. Er zeigt, dass Tiere nicht nur süß sind und Spaß machen, sondern auch viel Verantwortung und viel Trubel bedeuten können. Trotzdem lohnen sich der Aufwand und die Liebe zu einem Tier. Auch "Lola Löwenherz" hat viele herzerwärmende Szenen und ist so freundlich und mutmachend geschrieben, dass Kinder daran nicht vorbeigehen sollten. "Gut gebrüllt, Löwe!"


Loewe Verlag 2007 - Band 5 - Hardcover, 288 Seiten - 12,95 € [D] - Illustrationen von Dagmar Henze - ab 9 Jahren