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Donnerstag, 27. Juli 2017

[Bilderbuch] "Paule Pinguin allein am Pol" von Jory John

Paule Pinguin ist nicht zufrieden mit sich und der Welt: Ihm friert der Schnabel, es ist viel zu hell, überall liegt Schnee und er sieht aus wie alle anderen ... Eine wunderbare Geschichte über einen kleinen Pinguin, der am Ende erkennt, dass es für seine schlechte Laune gar keinen Grund gibt. (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Dem Bilderbuch "Paule Pinguin allein am Pol" liegt ein Reizthema zugrunde, nämlich die Unzufriedenheit mit den eigenen Lebensumständen und mit sich selbst. Pinguin Paule ist nicht glücklich mit seinem Leben. Das beinhaltet die Umgebung in der er sich aufhält, und schließt auch sich selbst, seine Eigenschaften und seinen Körper, mit ein. Umso wichtiger, dass ihm jemand sagt, was das Leben so lebenswert macht. Und ihn damit motiviert, die Dinge positiv zu sehen und sich selbst wertzuschätzen. Diese Botschaft verstehen schon kleine Kinder.

Zum Niederknien niedlich ist Paule, der kleine Pinguin. Das sieht er selbst aber gar nicht so. Denn gleich am Morgen fängt er an zu schimpfen und zu zetern. Es ist ihm zu früh, zu kalt, zu laut, zu hell ... und das Meer, das ist viel zu salzig. Obwohl viele Tiere und andere Pinguine um ihn herum sind, bleibt er meist für sich alleine. Meine Kinder waren zuerst verwundert über Paules Verhalten (obwohl ihnen dieses bekannt sein dürfte, wenn sie sich an der eigenen Nase packen), fanden einige seiner Schimpfereien aber auch sehr lustig. Auch ich muss laut lachen, wenn Paule mit bemitleidenswertem Gesichtsausdruck propagiert, dass er sehr komisch aussieht, wenn er watschelt.

Montag, 12. Juni 2017

[Bilderbuch] "Der wilde Räuber Donnerpups: Überfall aus dem All" von Walko

KRAWUMMMMMMMS!!!! Eine funkensprühende Sternschnuppe kracht mit einem Mords-Rums mitten im Donnerwald zu Boden. Als die Räuber nachsehen, stellen sie fest: Der Feuerball ist gar keine Sternschnuppe, sondern ein echtes Raumschiff mit echten Außerirdischen. Die aber kommen nicht in friedlicher Mission: Sie wollen die ganze wilde Räuberbande entführen! Das lässt sich Räuberhauptmann Donnerpups natürlich nicht bieten. Doch er hat die Rechnung ohne die Außerirdischen und ihre Verkleinerungswaffen gemacht! Zum Glück hat Robin im letzten Moment eine Idee ... (Text- und Coverrechte: Coppenrath Verlag)


Schon zum zweiten Mal dürfen sich Kinder über eine sehr lustige und ebenso spannende Geschichte vom Räuber Donnerpups freuen. Reizthemen kommen bei Kindern einfach immer wieder an - der wilde Räuber pupst besonders laut - und sorgen während des Vorlesens für Kicheranfälle. Ganz ehrlich kann ich zugeben, dass ich den Büchern zuerst mit Skepsis gegenüberstand. Völlig unbegründet. Denn Verhaltensweisen, die im Alltag unerwünscht oder verpönt sind, können Kinder durch Bücher erleben. Natürlich auf eine witzige und augenzwinkernde Art. Die kleinen Zuhörer, bzw. Betrachter können das auch ganz leicht unterscheiden.

Dienstag, 21. Februar 2017

[Bilderbuch] "Auch Prinzessinnen müssen mal pupsen" von Ilan Brenman

© Cover arsEdition
Laura ist schon im Kindergarten. Und heute geht ihr die Frage nicht mehr aus dem Kopf, ob auch Prinzessinnen mal pupsen müssen. Zum Glück hat Laura einen schlauen Papa. Der sucht im Bücherregal nach einem alten Buch, in dem die größten Geheimnisse berühmter Prinzessinnen zu finden sind. Unter anderem, dass sogar Prinzessinnen mal pupsen müssen.


Kinder lieben spannende Geschichten, aber genauso sehr lieben sie Geschichten mir Humor, die sich selbst nicht allzu ernst nehmen und gerne auch mal ein Reizthema enthalten dürfen. Diese verbreiten beim Vorlesen nämlich einen lockere, heitere Stimmung voller Kicheranfälle und erstaunten Ausrufen. Eines dieser Bücher ist "Auch Prinzessinnen müssen mal pupsen". Meine Tochter hat schon losgekichert, als ich ihr nur den Titel vorgelesen habe. Denn das Pupsen, das ist gerade ein Thema, das sie tatsächlich viel beschäftigt.

Donnerstag, 13. Oktober 2016

[Bilderbuch] "Der wilde Räuber Donnerpups: Die Räuberprüfung" von Walko

© Cover Coppenrath Verlag
Im Wald soll eine wilde Räuberbande hausen. Besonders legendär ist deren Anführer, Räuberhauptmann Donnerpups. Er ist dafür verantwortlich, dass es im Wald manchmal ganz schön laut donnert und kracht. Keiner traut sich in den Wald, bis auf Robin. Und tatsächlich wird er von der wilden Bande gefangen genommen. Zum Glück hat Robin eine gute Idee und fordert die Räuber zu einem Wettstreit heraus. Ob sie ihm glauben werden, dass er ein Mitglied der Räuberbande sein will?


"Die Räuberprüfung" ist der erste Band einer neuen Bilderbuchreihe über die Bande rund um Räuberhauptmann Donnerpups. Sofort fällt mir auf, dass die Geschichte viele Attribute aufweist, die Kinder faszinieren. Ihr haftet ein Geheimnis an, nämlich das Gerücht, dass im Wald (in den sich keiner reintraut) wilde Räuber leben. Kinder lieben diese Form von gefährlicher Spannung, die dadurch gut erträglich wird, dass sich ein kleiner Junge mitten unter die Räuber mischt. Außerdem hat der Räuberhauptmann ein großes Pups-Problem. Das sorgt für viel Heiterkeit und Gekicher.

Mittwoch, 6. Juli 2016

[Kinderbuch] "Hier kommt Oma" von Stefan Boonen

Zähne putzen? Nö. Frische Socken? Bah, nein!
An einem Wochenende mit Oma ist alles möglich. Zum Frühstück gibt es Froschsuppe und Wurmpudding. Zum Mittag die wildesten Spiele. Oma hat tausend verrückte Ideen. Wer traut sich vom Wackelbaum zu springen? Wer kommt dem riesigen Waldschwein auf die Spur? Dem strengen Förster Herrn Schild geht das alles zu weit. Aber er kann die trubelige Bande nicht aufhalten, denn: Hier kommt Oma! (Text- und Coverrechte: Arena Verlag)


Dass man bei Oma oft mehr darf als Zuhause, ist ein ungeschriebenes Gesetz. Länger fernsehen zum Beispiel, essen, was man mag und natürlich viel länger aufbleiben. Das ist auch völlig okay, denn schließlich ist es die Oma, da sind Ausnahmen erlaubt. Doch das, was die Oma in "Hier kommt Oma" veranstaltet, treibt die Sache auf die Spitze - auf eine völlig skurrile, humorvolle Art und Weise.

Es ist Freitag, und freitags holt Oma manchmal ihre zehn Enkel in einem alten Klapperbus ab. Dann kann das Wochenende starten. Oma wohnt in einem Haus im Wald (das aussieht wie ein Drache!), hier darf man alles machen, was sonst verboten ist. Denn um Förster-Regeln schert sich Oma nicht, und Schimpfworte machten ihr auch nichts aus.

Freitag, 13. Mai 2016

[Bilderbuch] "So geht's aufs Klo!" von Annette Langen

© Cover Coppenrath Verlag
Der kleine Leo will aufs Klo. Doch weiß er nicht wie das geht. Und auch die Tiere im Dschungel sind völlig ahnungslos. Also muss Leo selbst ausprobieren ... und sieh da, irgendwann klappt es auch.


'"Ooooooh, Leo will aufs Klo", schallt es durch den Dschungel."' Das reimt sich ja, und klingt total lustig. Nach diesem Start wissen kleine Kinder sofort, um was es geht und erleben mit Leo seine Klo-Experimente.

Das Thema alleine aufs Klo zu gehen oder die Windel loszuwerden kommt früher oder später auf alle Kinder zu. Manche Kinder zeigen reges Interesse daran, andere tun sich etwas schwerer, möchten sich nicht von Gewohnheiten trennen. "So geht's aufs Klo!" spricht beide Zielgruppen an. Das Buch vermittelt, dass es Spaß macht, ohne Windel zu spielen und Dinge alleine zu können. Wichtig ist dabei nur, dass die Erwartung der Eltern nicht das Vermögen der Kinder übersteigt. Eine große Portion Gelassenheit ist meist der Schlüssel zum Erfolg.

Dienstag, 17. November 2015

[Bilderbuch] "Die kleine Motzkuh - Oder: Wie man schlechte Laune verjagen kann" von Annette Langen

© Cover Coppenrath Verlag
Josefine und Justus haben manchmal heimlichen Besuch von der kleinen Motzkuh. Immer, wenn sie da ist werden die beiden schrecklich wütend, schreien oder streiten sich. Die Motzkuh macht auch vor Josefines und Justus' Eltern nicht halt. Zum Glück hat die Oma eine neue Lesebrille bekommen und die Motzkuh entdeckt, und wer die Motzkuh finden kann, kann sie auch ganz schnell wieder loswerden.


"Die kleine Motzkuh" war schon als niedliche Miniausgabe in meinem Besitz, bevor ich eigene Kinder hatte. Mir gefiel die Geschichte und das Konzept, das damit verbunden ist. Nun gibt es eine Jubiläumsausgabe des Bilderbuchs mit schöner Gestaltung und einem Blister, hinter dem eine Motzkuh-Fingerpuppe zu finden ist. Und das alles zu einem sehr ansprechenden Preis. Höchste Zeit also, dass diese schöne, große Ausgabe bei uns einzog.

Die Motzkuh stellt die Gefühle von Kindern dar, ohne sie konkret zu benennen. Gerade Kinder im Trotzalter können manchmal einfach nicht aus ihrer Haut, und schon ist die da, die Motzkuh, die für Zorn, Geschrei und Tränen verantwortlich ist. Das Bilderbuch ist eine gute Möglichkeit Kindern auf humorvolle und liebevolle Art zu zeigen, dass diese Gefühle okay sind, man sie aber auch ebenso schnell hinter sich lassen kann. Man muss nicht immer alles dramatisieren und allzu ernst nehmen, vielleicht ist die lustige, augenzwinkernde Art der kleinen Motzkuh genau das Richtige.

Die Geschichte verstehen schon kleine Kinder - und sie können sofort die richtigen Schlüsse ziehen. Mit lustigen Bildern und gut verständlichem Text kann das Bilderbuch zu einem echten Dauerbrenner im Kinderbuchregal werden.
"Die kleine Motzkuh" ist familienerprobt. Mit der Geschichte, dem Motzkuh-Lied und der Handpuppe aus Stoff hat man alle Möglichkeiten zur beliebigen Anwendung - oder auch nicht. Die Geschichte macht auch "einfach so" Spaß!

Damaris hatte ...
dieses tolle Bilderbuch schon ohne eigene Kinder. "Die kleine Motzkuh" ist lustig und einprägsam, veranschaulicht Kindern auf spielerische Weise, dass gerade die Gefühle des Trotzalters okay sind, man sie aber ebenso schnell wieder los wird. Das Gleiche gilt natürlich auch für Eltern und Freunde. Ein moderner Klassiker, der - besonders in der schönen Jubiläumsausgabe - zu einem Schatz im Bilderbuchregal werden kann.

mini 1 - Der Schelm (8) und mini 2 - Die Träumerin (6) finden die Geschichte heute vor allem lustig. Bei uns genügte in den jungen Kinderjahren eine Light-Anwendung. Es reichte schon, wenn ich bei einem Trotzanfall lächelnd "Ach, ist die Motzkuh wieder da?" sagte. mini 3 - Die Püppi (< 1) ist noch zu klein für das Buch, aber die Motzkuh-Stofffigur, die hat sie gerade immer im Mund.


Coppenrath Verlag 2015 - Hardcover, 32 Seiten - Jubiläumsausgabe, 10 € [D] - Format 21 x 28 cm - mit Spotlack, Ausfaltseite und Fingepuppe - ab 3 Jahren

Montag, 1. Juni 2015

[Bilderbuch] "Bist du noch mein Freund?" von Jutta Langreuter

© Cover Coppenrath Verlag
Der Dachs Taps und der Fuchs Knäcke haben eine Garten, in dem sie gemeinsam Erdbeeren angepflanzt haben. Dieser Garten ist ihr Geheimnis, niemand weiß davon. Aber plötzlich sind die Erdbeeren verschwunden. Knäcke beschuldigt Taps und Taps beschuldigt Knäcke. Nie wieder wollen sie befreundet sein, nie wieder! Wenn das nur so einfach wäre ...


Bilderbücher über Freundschaft sind aus keinem Kinderbuchregal wegzudenken, denn Beziehungen jedweder Art gehören mit allen Höhen und Tiefen zu unserem Leben. Besonders auch zum Leben von Kindern. "Bist du noch mein Freund?" ist nicht einfach nur ein Freundschaftsbuch. Es thematisiert einen heftigen Streit mit Schuldzuweisungen, Frust, einem beleidigten Fuchs und eingeschnappten Dachs. Aber eben auch eine warmherzige Wiederversöhnung.

Schön, wenn man jemanden hat, mit dem man alles gemeinsam macht. Und wunderschön, wenn man mit diesem Freund auch noch sehr geheime Geheimnisse teilen kann. Taps und Knäcke verkörpern alles, was Kinder an ihren Freunden schätzen und bestens kennen. Welches Kind hätte nicht gerne einen Garten, als Geheimversteck, mitten im Wald, in dem die köstlichsten Erdbeeren wachsen. Da niemand von dem Geheimnis der beiden Freunde weiß, ist es für die kleinen Zuhörer sehr verständlich, dass nun von beiden Verdächtigungen ausgesprochen werden und es zum Streit kommt. Doch Taps und Knäckes Vorhaben, nie wieder befreundet zu sein, gerät bald ins Wanken. Alleine ist es nämlich gar nicht lustig, und dann werden sie auch noch ständig daran erinnert, wie viel Spaß sie als Freunde hatten.

"Bist du noch mein Freund?" ist ein warmherziges Bilderbuch über Freundschaft, Streiten und Versöhnung. Die Bilder sind wunderschön, wirken wie perfekt in Szene gesetzte Bundstiftzeichnungen, auf denen es auch noch allerhand zu entdecken gibt. Der Textumfang ist für Kinder ab etwa vier Jahren genau richtig, ältere Kinder verstehen die Thematik noch besser und hören sehr konzentriert zu. Sie fiebern mit den menschlichen und sympathischen Protagonisten und freuen sich, wenn sie am Ende wieder zueinander finden. Und der Erdbeerdieb wird auch noch enttarnt ...

Damaris findet ...
dass es genau diese Art von Zeichnungen sind, die ein Bilderbuch zu einem Bilderbuch machen. Ursprünglich, sehr herzlich, weit entfernt von Trends oder Moderne. Die Geschichte über das Streiten und Versöhnen wird immer aktuell bleiben. "Bist du noch mein Freund?" ist für Kinder ein Dauerthema. Mit diesem Buch gibt man ihnen einen Wegweiserschatz in die Hand.

mini 1 - Der Schelm (7) ist ...
sehr angetan von der Tatsache, dass Knäcke in einem alten Laster mit Wohnwagenaufsatz wohnt. Und was es rund um die Behausung alles zu entdecken gibt! Für ihn ist "Bist du noch mein Freund?", trotz der Brisanz, ein echtes Wohlfühlbuch.

mini 2 - Die Träumerin (5) lacht ...
am Ende der Geschichte über den wahren Erdbeerdieb. Und weil dieser besonders süß ist, verzeiht sie ihm auch die Schuld an Taps' und Knäckes Streit. Sie würde auch gerne einen Waldgarten anlegen.


Coppenrath Verlag 2015 - Hardcover, 32 Seiten - 12,95 € [D] - mit Samtbuchrücken und Bildern von Silvio Neuendorf - Format 21 x 28 cm - ab 3 Jahren

Samstag, 25. April 2015

[Bilderbuch] "Maulwurfstadt" von Torben Kuhlmann

© Cover NordSüd Verlag
Ein Maulwurf zieht unter eine grüne Wiese. Er hat vor hier zu wohnen, sich hier niederzulassen. Zuerst ist er ganz alleine, doch schon bald kommen weitere Maulwürfe hinzu, die ebenfalls unter der grünen Wiese leben wollen. Mit der Zeit verändert sich nicht nur das Leben unter Tage, auch die Wiese sieht bald nicht mehr aus wie zuvor.


Autor und Illustrator Torben Kuhlmanns Buch "Lindbergh - Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus" wurde ein Bestseller. Beim NordSüd Verlag ist nun sein zweites Bilderbuch "Maulwurfstadt" erschienen und dreht sich, wie der Titel schon verrät, um Maulwürfe. Aber nicht auf eine kindliche, naive Weise, sondern durchaus sozialkritisch und mit beeindruckenden Bildern. 

Sie sind superniedlich, die Maulwürfe, die der Autor für seine Geschichte ausgewählt hat. Doch diese stellt sich etwas anders da. Apropos Geschichte - bevor ich das Buch zusammen mit meinen Kindern anschaute, war ich überrascht, dass das Bilderbuch extrem wenig Text enthält. Einzig auf der ersten und letzten Seite beginnt und endet die Geschichte mit einem kurzen Textbaustein. Den Rest erzählen die Bilder.

Während wir das Bilderbuch angeschaut haben, habe ich meine Kinder mit gezielten Fragen (die gar nicht immer nötig waren) zum Erzählen animiert. Im Laufe der Zeit ziehen immer mehr Maulwürfe unter Tage und die Wiese verändert sich. Das Grün verschwindet. Dafür entsteht unter der Wiese eine riesige Stadt. Straßen, Wohnungen, Läden, Züge, Bohrwerkzeuge - das alles lässt der Autorin in seine Bilder einfließen. "Maulwurfstadt" ist durchaus ein sozialkritisches Buch. Es thematisiert Umweltverschmutzung ebenso wie Konsumverhalten und Überbevölkerung. Kinder sind sich dessen beim Anschauen natürlich nicht objektiv bewusst, das Bilderbuch entfaltet bei ihnen jedoch eine ganz eigene, subjektivere Wirkung. Meine beiden waren komplett fasziniert und überwältigt von den imposanten Bildern. Bei einigen entschlüpft ihnen jedes Mal ein beeindrucktes "Wow!"

Damaris ...
hat sie natürlich sofort erkannt, die vielen Feinheiten und bekannten Elemente, die der Autor und Illustrator in die Zeichnungen von "Maulwurfstadt" eingebracht hat. Diese zeigen nicht nur eine faszinierende Maulwurfgeschichte, sie thematisieren auch einen geschichtlichen und sozialkritischen Aspekt. Es ist beachtlich, wie beeindruckend die Bilder auf Kinder (und Vorleser!) wirken, auch wenn sie zumeist komplett ohne Text auskommen. Unbedingt anschauen und sich faszinieren lassen.

"Maulwurfstadt" ist das begehrteste Bilderbuch der Kinder, wenn es darum geht, ein Buch auch mal ohne Vorleser anzuschauen. mini 1 - Der Schelm (7) und mini 2 - Die Träumerin (5) holen sich das Buch oft aus dem Regal und betrachten es alleine, leise vor sich hinmurmelnd und sehr versunken. Oder sie schauen es gemeinsam an und erzählen sich die Geschichte gegenseitig. Absolut toll!


NordSüd Verlag 2015 - Hardcover, 32 Seiten - 14,99 € - Format 22 x 28 cm - ab 5 Jahren

Samstag, 21. Februar 2015

[Bilderbuch] "Wild" von Emily Hughes

© Cover und Zitat FISCHER Sauerländer
Niemand weiß, wie es in den Wald gekommen ist, das kleine Mädchen. Und doch ist es eine Tatsache, dass es dort von klein auf lebt. Es lernt von den Tieren und der Natur - und ist glücklich. Bis das Mädchen eines Tages von Menschen gefunden wird. Nun soll es sich so benehmen wie es die Regeln und Konventionen der Menschenwelt fordern - und es ist unglücklich.


Diese großen Augen! Das ist wohl das auffälligste und gefühlvollste Merkmal beim Betrachten von Emily Hughes Debüt-Bilderbuch "Wild". Die Werke der Autorin und Illustratorin werden vielfach ausgestellt, und sie belegte eine vordere Platzierung beim renommierten MacMillan Preis für Kinderbuchillustration. "Wild" ist eine wunderschön gezeichnete und sehr spezielle Geschichte über ein Mädchen, das nur mit einem einfachen, wilden und unkonventionellen Leben glücklich ist.

Gerade mal 130 Wörter (ich habe nachgezählt!) umfasst die Geschichte in "Wild". Sie gehört damit zu den Bilderbüchern, die mit sehr wenig Text und ausdrucksstarken Bildern ein Feuerwerk der Fantasie und Gefühle entfachen. Vom Prinzip her erinnert mich das Buch an "Wo die wilden Kerle wohnen", das ebenfalls zu den besonderen, sehr wenig Text umfassenden Bilderbuchklassikern gehört.

Emily Hughes Bilder polarisieren schon kleine Kinder. Einige sind sehr düster, faszinieren aber ungemein. Trotz der wenigen Wörter auf jeder Seite, wollen meine Kinder gerne verweilen, alles genau betrachten und über die Erlebnisse des wilden Kindes sprechen. Da ist diese kleine Mädchen, anfangs noch ein Baby, das schon immer im Wald lebt. Völlig "verwildert" wohnt es unter Waldtieren, isst wild, spielt wild und spricht wild. Aber damit ist das Mädchen glücklich. Als es von Menschen gefunden wird soll es von nun an "richtig" essen, spielen und sprechen. Das empfindet das Mädchen aber als falsch ...

... denn man kann nicht zähmen, was so wild und glücklich ist.
- S. 38

Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern, sie ermutigen Gefühle zu zeigen, Erfahrungen zu machen und ihren Charakter zu festigen, das alles können Erwachsene aus diesem Bilderbuch herauslesen. Es ist nicht das Ziel dieser unkonventionelle Geschichte, zu belehren oder einen antiautoritären Erziehungsstil zu propagieren. Kinder würde das sowieso nicht erfassen, sie sind vom Leben eines kleinen Mädchens und seinem Mut einfach nur fasziniert.

Damaris fühlt ...
sich von ausgefallenen, etwas nonkonformen und besonderen Bilderbüchern schon immer sehr angezogen. Beim Betrachten der ersten Seiten wusste ich, dass ich mit "Wild" ein solches Buch vor mir habe. Die Bilder vermitteln Gefühle in Reinform, der sehr kurze Text gibt Denkanstöße und regt zum Gespräch mit Kindern an. "Wild" hat das Zeug zum Bilderbuchklassiker (und reiht sich für mich direkt neben den wilden Kerlen ein).

mini 1 - Der Schelm (7) und mini 2 - Die Träumerin (5) waren beim ersten Vorlesen sehr ruhig und fasziniert. Dieses komplett andere Leben des kleinen Mädchens mussten sie sacken lassen und verinnerlichen. Mittlerweile "besprechen" sie mit mir jede Seite, zeigen mir immer neue Dinge, die sie entdecken, und berichten, wie sie die Geschichte/Erlebnisse empfinden.


FISCHER Sauerländer 2015 - Hardcover, 40 Seiten - 14,99 € [D] - Format 24 x 28 cm - ab 4 Jahren

Mittwoch, 10. September 2014

[Bilderbuch] "Fritz Frosch pupst!" von Birte Müller

© Cover und Zitat NordSüd Verlag
Fritz Frosch pupst ständig und überall. Er kann gar nicht anders. Zu Hause, beim Essen und in der Schule ... Bis es seiner Mutter zu dumm wird, und sie ihn zum Doktor schickt. Als auch dieser nichts ausrichten kann, bekommt Fritz ein striktes Pupsverbot. Doch das führt dazu, dass sich sein Bauch immer weiter aufbläht und Fritz einfach davonschwebt. Ob er es wohl wieder zurück auf die Erde schafft? Und wenn ja, mit welchen Mitteln? 


Bilderbücher mit Peinlich- oder gar Tabuthemen reizen natürlich sehr. Sie sind auch wichtig, denn über viele dieser Themen wird in der Familie einfach geschwiegen oder die Kinder werden mit "Das macht man nicht" und "Darüber spricht man nicht" abgespeist.
Birte Müller widmet sich in ihrem Bilderbuch "Fritz Frosch pupst!" einem dieser Peinlich-Themen ... und das so lustig und unverfänglich, dass das Buch gerade zu den Favoriten der Kinder gehört. Ich lese es ständig vor.

Das Bilderbuch hat nicht nicht viel Text und lustige, seitenfüllende Bilder. Die Länge ist für die Altersgruppe, ab 4 Jahren, optimal. Wenn Fritz Frosch pupst (und das tut er ständig) ist das Wort einfach als "Puuuups" ausgeschrieben. Die Betonung ist natürlich dem Vorleser überlassen, man kann das wunderbar ausschmücken. Die Geschichte ist für meine 5-jährige Tochter leicht verständlich und auch unser 7-Jähriger liebt das Buch. Kein Wunder, kann man doch auf jeder Seite herrlich lachen und schmunzeln. Ein Bilderbuch zum Spaß haben!

Beim ersten Mal vorlesen hatte ich das Gefühl, dass die Kinder nicht richtig wissen, ob sie jetzt lachen dürfen oder nicht. Ein solches Thema hatten wir einfach noch nie so ausführlich in einem Buch. Natürlich brach es dann unweigerlich hervor, das Lachen. Und das ist auch gut so. Mittlerweile ist das Buch ein echter Brüller - jedes Mal beim Vorlesen.

Damaris meint ...
"Fritz Frosch pupst!" ist so lustig und natürlich, dazu noch mit herzigen Bildern, dass es im Moment wirklich das Lieblings-Bilderbuch unser Kinder geworden ist. Sie lachen am laufenden Band, haben aber auch schon die Frage gestellt, ob es sich bei "richtigen Menschen" mit dem aufgeblasenen Bauch genauso verhält. Auch das augenzwinkernde Ende ist klasse. Sehr empfehlenswert!

mini 2 - Die Träumerin (5) fragt ...
"Mama, ist das bei uns auch so, dass der Bauch dick wird, wenn wir nicht mehr pupsen und wir dann davonschweben?"

mini 1 - Der Schelm (7) findet ...
dass Fritz Frosch total lustig ist und spricht mit seiner Schwester häufig die Pups-Dialoge aus dem Buch nach.


Fritz Frosch muss ständig pupsen. Beim Essen: Pups! Beim Spielen: Pups! Im Schlaf: Pups! Pups! Puuuuups! Es war eine echte Plage. - S. 3


NordSüd Verlag 2014 - Hardcover, 32 Seiten - 8,95 € [D] - Format 19 x 19 cm - ab 4 Jahren