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Samstag, 1. Januar 2022

[Kinderbuch] "Das Pferd ist ein Hund" von Tamara Bach

Es ist Winter und so kalt, dass alle Schulen geschlossen werden. Erst kommt es Clara fast so vor wie ein langes Wochenende oder schneefrei. Aber schnell fühlt es sich gar nicht mehr lustig an. Wie gut, dass Claras kleine Schwester Luze einen unsichtbaren Hund hat, der für Aufregung sorgt. Und dann ist da ja noch Vincent, der schönste Junge der Welt, der zum Glück auch zu Hause bleiben muss. Vielleicht kann Clara ihn doch noch mit einem ihrer Witze zum Lachen bringen, wenn alle Aufgaben geschafft sind. (Text-, Zitat- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Bücher von Tamara Bach, egal ob aus Jugend- oder Kinderbuch, stehen auf meiner persönlichen Leseliste immer ganz weit oben. Die Autorin hat einen Stil, den ich nicht nur als einzigartig, speziell und besonders empfinde, mit dem ich mich zusätzlich, und ganz unbeeindruckt von der Altersempfehlung, sehr gut identifizieren kann. "Das Pferd ist ein Hund" ist das neueste Kinderbuch und wurde im Kalender dick vorgemerkt. Es passt perfekt in die Winterzeit und hat eine authentische Persönlichkeit, die ihresgleichen sucht. Toll!

[...] fünf Päckchen Brause (die hatte sie von Hotte fürs Briefwegbringen bekommen) gegen: einen Hund!
Mama hat gleich panisch geguckt, die kann Hunde nämlich nicht ausstehen. Und Gregor hat sich wild umgeschaut, wo denn dieser Hund ist, und ich eh.
"Ist der noch vor der Tür?", hab ich gefragt, aber Luze hat gesagt: "Quatsch, der ist doch schon hier, bei uns in der Küche!"
Aber da war kein Hund in der Küche.
"Der ist unsichtbar", hat Luze ganz leise gesagt, als wäre das ein Geheimnis. "Nur ich kann den sehen!" - S. 11

Seit ihr bester Freund umgezogen ist, geht es Claras kleiner Schwester Luze nicht mehr so gut, sie redet nicht mehr viel. Zum Glück wohnt die Familie in einem Haus, mit tollem Gemeinschaftssinn. Alle kennen sich, alle halten (meist) zusammenhalten. Und dann hat Luze plötzlich einen Hund, der Pferd heißt und den nur sie sehen kann. Als Clara und Luze schneefrei haben, weil es draußen bitterkalt ist, und nicht zur Schule können, hilft die Hausgemeinschaft bei der Versorgung der Kinder. Das ist ziemlich aufregend, manchmal auch gar nicht lustig. Luzes unsichtbarer Hund hilft den Kindern aus mancher Patsche, dann ist da noch Vincent, der schönste Junge der Welt, der leider nie lacht, nicht mal über Claras Witze.

Sonntag, 30. Mai 2021

[Bilderbuch] "Bestimmer sein: Wie Elvis die Demokratie erfand" von Katja Reider

Wer glaubt, die alten Griechen hätten die Demokratie erfunden, irrt gewaltig: Es war Erdmännchen Elvis! Wenn die Tiere im Dschungel aufeinandertreffen, kommt es immer wieder zu Streit. Wer hat gebrüllt, wer schnarcht zu laut, wer hat die Kokosnuss geklaut? Wer rückt dem andern auf die Pelle? Wer darf wann an die Wasserstelle? Wie lässt sich bloß Ruhe in die Tierwelt bringen? Für die Löwen ist das keine Frage, sie wollen Bestimmer sein, weil sie die Zähne fletschen können. Die Zebras rühmen sich dagegen als vegetarische Friedensstifter. Und die Elefanten sind sowieso die Größten. Wer soll also die Tierwelt anführen? Die zündende Idee hat schließlich ein kleines Erdmännchen namens Elvis. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag)


Demokratie einfach erklärt? Und das bereits für junge Kinder? Aber ja! Kleinen Kindern politische Grundlagen zu erklären, ihnen dieses Wissen einfach und gut verständlich zu vermitteln, halte ich für eine sehr gute Idee. Am Beispiel der Demokratie, eine der größten Errungenschaften unserer Geschichte, funktioniert das ausgezeichnet. Und was könnte das besser verdeutlichen, als Dschungeltiere, die den ganzen Tag streiten, bis sie entdecken, dass es auch anders geht? "Bestimmer sein: Wie Elvis die Demokratie erfand" ist ein Bilderbuch ab 4 Jahren, das wunderschön gestaltet und in lustiger Reimform Kindern Politikwissen vermittelt.

Wer fordert stets das Allerbeste?
Und wer kriegt immer nur die Reste?
Wer bringt hier endlich Ruhe rein?
Wer soll im Land Bestimmer sein? - S. 10

Im Dschungel ist es herrlich schön. Saftiges Grün, Wasser und Blumen - eine richtige Idylle. Doch leider trügt der erste Eindruck, so richtig vergnügt ist hier keines der vielen Dschungeltiere. Streit ist an der Tagesordnung. Wer bekommt am meisten zu fressen? Wer brüllt oder schnarcht zu laut? Es gibt nichts, das keinen Aufreger provoziert. Jedes der Tiere möchte Bestimmer sein und trägt vor, warum es dafür am besten geeignet ist. Irgendwann hat das Erdmännchen Elvis genug und macht den Tieren den Vorschlag Vertreter zu wählen, die Streitigkeiten für alle ausfechten, und darüber abzustimmen. Und damit ist der Weg frei für eine echte Demokratie im Dschungel ... mit viel mehr Harmonie als bisher.

Donnerstag, 13. Februar 2020

[Kinderbuch] "Amelie & Antonio: Vorlesegeschichten" von Monika Hülshoff

10 fantasievolle Vorlesegeschichten über eine wunderbare Freundschaft:
Amelies allerbester Freund heißt Antonio und ist ein Nashorn - ein Stoffnashorn! Zusammen erleben Amelie & Antonio einen Alltag voller Abenteuer: Beim Zähneputzen sprudelt ein kleiner Wasserfall im Waschbecken und eine Busfahrt wird zu einer Reise um die ganze Welt! Und wenn Amelie mal traurig ist, oder Anton auf die Nashornnase fällt, dann ist Anton für Amelie da und Amelie für Antonio! (Text- und Coverrechte: Loewe Verlag)


Ich möchte behaupten, dass fast jedes Kind einen besten Freund aus Stoff oder eine allerliebste Puppe hat, mit denen es den Tag verbringt und die, neben den echten Freunden, einen hohen Stellenwert einnehmen. Bei meiner Tochter (5) ist das so. Sie und ihr Stoffpferd verbringen viel Zeit miteinander und müssen auch überall gemeinsam hingehen. Gerade darum ist die Identifikation mit "Amelie & Antonio", Vorlesegeschichten über ein Mädchen und ihr Stoffnashorn, hoch. Die Geschichten sind einfach so gut nachvollziehbar. Sie zeigen nicht nur die Beziehung und Liebe eines Kindes zu seinem Stofftier, sie geben auch viele Alltagssituationen wieder, die Kindern und ihren Vorlesenden bekannt vorkommen.

Amelie liebt ihren besten Freund Antonio. Er begleitet sie nicht nur beim Schlafen, auch tagsüber ist das Stoffnashorn immer dabei. Ob im Kindergarten, wenn Amelie Besuch bekommt oder irgendwo eingeladen ist. Antonio ist ein guter Zuhörer, er kann sich mit Amelie freuen und sie auch trösten. Er redet mit ihr "wie in echt". Amelie und Antonio halten zusammen und lösen gemeinsam manchen Streit oder schwierige Entscheidung. Es ist gut, dass die beiden einander haben.

Freitag, 8. November 2019

[Kinderbuch] "Wunderbare Weihnachtszeit: Ein Hausbuch mit Geschichten Liedern und Gedichten"

Wenn die Schneeflocken vom Himmel fallen und es draußen kalt und dunkel wird, kündigt sich die Weihnachtszeit an. Und was gibt es Schöneres, als es sich nun drinnen auf dem Sofa gemütlich zu machen und bei Kerzenschein gemeinsam zu schmökern und vorzulesen?
In diesem Hausbuch für die ganze Familie erzählen und bewegen klassische und moderne Geschichten, Lieder und Gedichte von James Krüss, Rotraut Susanne Berner, Toon Tellegen und vielen anderen Autoren: Ein besonderer Geschichtenschatz für die stimmungsvolle Winter- und Weihnachtszeit! (Text-, Cover- und Zitatrechte: Magellan Verlag)


Weihnachten, die Zeit der Ruhe und der Besinnung. Das zumindest ist unsere alljährliche Vorstellung, die dann leider immer sehr schnell von der Realität abweicht. Gerade mit Kindern stehen viele Termine auf der Tagesordnung, die die Vorweihnachtszeit mit Hektik überschütten. Dabei bietet diese Zeit die besonders stimmungsvolle Gelegenheit für ein schönes Miteinander, gemeinsames Lesen und die Freude an der Familie. Ein neues Hausbuch kommt da wie gerufen, und ich bin ein großer Fan solcher Bücher. "Wunderbare Weihnachtszeit" steckt voller Geschichten, Lieder und Gedichten. Es ist klassisch und zeitgleich modern. Eine echte Bereicherung für die Adventszeit und für Weihnachten.

Morgen, Kinder, wird's was geben, morgen werden wir und freu'n;
welch ein Jubel, welch ein Leben wird in unserm Haue sein!
Einmal werden wir noch wach, heißa, dann ist Weihnachtstag.
- S. 130

"Wunderbare Weihnachtszeit" besteht aus nur drei Hauptzutaten: Geschichten, Liedern und Gedichten. Alle passend zur Weihnachts- und Winterzeit. Rezepte oder Bastelanleitungen findet man im Buch nicht. Damit liegt der Fokus auf der gemeinsamen (Vor)-Lesezeit mit der Familie, was mir sehr gut gefällt. Die Geschichten sind eine bunte Mischung aus klassischen Erzählungen und modernen Vorlesegeschichten. Alle von unterschiedlichen Autoren, sind sie so geschrieben, dass auch jüngere Kinder gerne und aufmerksam zuhören. Die Lieder, samt Noten, sollten allgemein bekannt sein (z. B. "Schneeflöckchen, Weißröckchen" oder "Wir sagen euch an den lieben Advent"), wir kennen jedes einzelne davon, ebenso viele Gedichte. Eine weihnachtliche Stimmung ist hier garantiert.

Zur besseren Orientierung, das Buch erscheint doch recht umfangreich, ist es in fünf thematische Inhalte unterteilt. Zum Beispiel: "Leise rieselt der Schnee" für den Winter - "Bald ist Nikolausabend da" enthält alles rund um diesen spannenden Tag - "Stille Nacht, Heilige Nacht" thematisiert das Weihnachtsfest. In der Vorweihnachtszeit kann täglich aus diesem tollen Hausbuch vorgelesen werden, jeden Tag etwas anderes, ohne dass es langweilig wird.
Illustriert wurde das Buch komplett einheitlich von Almud Kunert, sodass ein stimmiges Gesamtbild entstanden ist. Die Zeichnungen haben einen ganz eigenen Stil, der bei Kindern sehr gut ankommt. Damit enthält das Buch wirklich alles für einen wunderbare Weihnachtszeit.

Damaris' Fazit ...
Ich bin, gerade zur Weihnachtszeit, ein großer Fan von Geschichtensammlungen. "Wunderbare Weihnachtszeit: ein Hausbuch mit Geschichten, Liedern und Gedichten" ist ein besonders schönes Exemplar. Es konzentriert sich mit seinem Inhalt auf das Wesentliche im Advent: Gemeinsamkeit, gemütliche Vorlesezeit und klassische Weihnachtslieder, die gerne gesungen werden. Die Geschichten sind jeweils ein Erlebnis und haben genau die richtige Länge, die Gedichte sorgen für diese besondere Weihnachtsstimmung. Und schön anzusehen ist "Wunderbare Weihnachtszeit" auch. Toll!


"Wunderbare Weihnachtszeit: Ein Hausbuch mit Geschichten, Liedern und Gedichten", Magellan Verlag 2019 - Hardcover mit Halbleinen, 160 Seiten - 25,00 € [D] - Format 23 x 28 cm - Mit Illustrationen von Almud Kunert - ab 4 Jahren




Donnerstag, 19. September 2019

[Bilderbuch] "Wolkenbrot" von Baek Hee Na

"Wir ahnten, dass heute etwas ganz Besonderes passieren würde."

Ein Regentag, eine eingesammelte Wolke, zwei Geschwister und die Gewissheit, dass manchmal in Dingen mehr steckt, als man denkt. (Text- und Coverrechte: Mixtvision Verlag)


"Wolkenbrot" ist eine Bilderbuchneuauflage. Das Buch gab es also schon mal, und Autorin und Illustratorin Baek Hee Na wurde dafür sogar ausgezeichnet. Ich kannte es jedoch noch nicht, bin darum sehr glücklich, dass wir als Familie die Chance bekamen, diese Geschichte kennenzulernen. Wir hätten definitiv etwas verpasst. "Wolkenbrot" hat uns komplett fasziniert. Das Bilderbuch begeistert mit einer wolkenleichten und zugleich poetischen Geschichte, die Kinder in Staunen versetzt.

Als das Katzenkind morgens aufwacht, regnet es. Kein Grund im Haus zu bleiben. Das Katzenkind und seine kleine Schwester machen sich auf den Weg nach draußen, um zu spielen. Da entdecken die beiden eine kleine Wolke, die sich in den Ästen eines Baumes verfangen hat. Schnell bringen die Geschwister die Wolke zu ihrer Mutter, die sie in einen Teig einarbeitet und Brötchen daraus backt - Wolkenbrötchen. Als die Familie davon isst, beginnt sie zu schweben, so leicht wie eine Wolke. Die Geschwister schweben zum Fenster hinaus, über die Stadt. Sie möchten ihren Papa, der auf dem Weg ins Büro ist, und ohne Frühstück aus dem Haus musste, mit einem Wolkenbrötchen überraschen.

Mittwoch, 7. August 2019

[Bilderbuch] "Plötzlich war ein Wuckel da" von Utricha Marmon

Ida ist arm dran. Ihre Eltern haben nämlich ein Wuckel angeschleppt. Und dieses Wuckel spuckt. Es hat eine grässliche Glatze. Und brüllt Tag und Nacht. Kurzum: Das Wuckel hat sich eingenistet, und alles dreht sich nur noch um das neue Familienmitglied. Aber dann merkt Ida, dass ein Wuckel doch für etwas gut ist. Man kann ihm nämlich ziemlich gut die Schuld in die Schuhe schieben. Eine Schlammparty in der Küche? Das Wuckel war’s! Und die Wasserfarbe an der Wand? Sowas fällt nur einem Wuckel ein. Selbst schuld also, wenn man sowas anschafft. Oder ist ein Wuckel doch gar kein so schlimmes Ding? (Text- und Coverrechte: Magellan Verlag)


Kommt zu einer bestehenden Familie ein Baby hinzu, ist das ein Grund zur Freude. Aber es ändert sich auch vieles. Vor allem die älteren Geschwister müssen sich an die neue Situation gewöhnen und viel verarbeiten, viel akzeptieren und ihre Rolle neu zuordnen. In "Plötzlich war ein Wuckel da" wird dieses Thema lustig, ein bisschen augenzwinkernd und sehr liebevoll aufgegriffen. Denn am Ende erkennt auch Ida, dass so ein Wuckel zwar so manches durcheinanderwirbelt, es aber trotzdem wunderbar ist, dass das Wuckel da ist.

Ida wird überhaupt nicht gefragt. Plötzlich, eines Morgens, ist ein Wuckel im Wohnzimmer. Und jetzt soll sie auch noch Hallo sagen?! Es scheint so, als würde das Wuckel jetzt für immer dableiben. Ida ist das gar nicht recht. Kuschelig und hübsch ist das Wuckel nämlich nicht, eher hässlich ... und es stinkt. Mama und Papa haben auch nichts anderes mehr zu tun, als sich um das neue Familienmitglied zu kümmern. Zum Glück hat Ida die Idee für ganz schön viel Wirbel zu sorgen und dann zu sagen: Das Wuckel war's! Doch irgendwann lachen Ida und das Wuckel gemeinsam und Ida bemerkt, das es zusammen gar nicht mal so schlecht ist.

Montag, 16. Juli 2018

[Bilderbuch] "Der gute Riese" von David Litchfield

Schon immer erzählt Billys Großvater von einem Riesen. Er soll mitten unter ihnen im Städtchen Ziegelhausen wohnen, über alle wachen und heimlich gute Taten vollbringen. Aber Billy glaubt davon kein Wort. Ein Riese, mit Händen so groß wie Tischplatten und Füßen so groß wie Ruderboote, der kann doch gar nicht unbemerkt bleiben! Oder hat Billy nur nicht genau hingeschaut? (Text- und Coverrechte: Loewe Verlag)


Der Titel des Bilderbuches "Der gute Riese" klingt wie im Märchen der Brüder Grimm. Genau das war es auch, was das Buch für uns so anziehend machte. Das, und die beeindruckenden Zeichnungen, die auf den ersten Blick für eine ganz besondere Stimmung bei Vorlesern und Betrachtern sorgen. Denn wir lieben Märchen!

Ein Riese ist alleine durch seine Größe beeindruckend. Das kann in vielen Situationen zwar hilfreich sein, führt aber auch dazu, dass sich viele Menschen oder Kinder vor einem Riesen fürchten - weil er anders ist. Genau das erzählt Opa seinem Enkel Billy. Im Städtchen der beiden wird die Stadtmauer angemalt, aber keiner kommt bis oben hin. Doch Opa kennt jemanden, der helfen könnte. Ganz nebenbei erzählt er von den guten Taten, die der Riese bereits vollbracht hat. Billy ist zwar interessiert und kann sich an vieles erinnern, aber so ganz glaubt er die Geschichten seines Opas nicht. Bis er eines Tages vor dem Riesen steht. Er ist gigantisch groß und er ist anders. Billy läuft davon. Wird es ihm gelingen, dem Riesen zu zeigen, dass er ihn mag und ihm für seine Hilfe dankbar ist, obwohl er nicht der Norm entspricht?

Montag, 9. Juli 2018

[Bilderbuch] "Die kleine Maus und die große Mauer" von Britta Teckentrup

Für alle Furchtlosen - und eine Welt ohne Mauern.

Was passieren kann, wenn man mutig ist, seine Ängste überwindet und sein Herz öffnet - das zeigt uns die kleine Maus, die gemeinsam mit vielen Tieren hinter einer großen roten Mauer lebt. Eines Tages macht sie sich neugierig auf den Weg auf die andere Seite und entdeckt dort eine Welt, noch viel schöner und bunter, als sie es sich jemals vorstellen konnte. Und als die kleine Maus später zu den anderen Tieren zurückkehrt, ist die Mauer plötzlich verschwunden ... (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Wäre unser Leben sicherer oder komfortabler, wenn wir uns die ganze Zeit hinter einer großen und hohen Mauer aufhalten würden? Vielleicht. Was die einen entsetzt, ist für die anderen eventuell gar keine so abwegige Vorstellung. Eines ist aber sicher; ein Leben hinter Mauern wäre auf jeden Fall einsamer, grauer und trostloser als ein Leben ohne. Diese Gedanken sind natürlich (hoffentlich!) hypothetisch. Die wenigsten Menschen werden eine echte Mauer bauen, hinter der sie sich verkriechen können. Viel präsenter sind die gedanklichen Mauern, denen wir tagtäglich ausgesetzt sind. Und die sind tatsächlich zu hinterfragen. Denn Mauern entstehen im Kopf!

Freitag, 18. Mai 2018

[Bilderbuch] "Wir sind elefantenstark!" von Anuska Allepuz

Fünf Elefanten, fünf Mäuse und ein Baum mit leckeren Früchten - Wer schafft es wohl, die Birnen zu pflücken? Die Elefanten versuchen einzeln an die Früchte zu kommen. Sie pusten, brüllen, rütteln, aber so sehr sich jeder Elefant auch bemüht, keiner kommt an die Birnen ran. Die schlauen Mäuse hingegen arbeiten zusammen, rufen "Unser!" und gelangen gemeinsam bis zu den Früchten. (Cover- und Textrechte: Ravensburger Buchverlag)


Schaffen wir im Leben die meisten Dinge alleine? Oder geht manches gemeinsam auf jeden Fall leichter von der Hand? Um dieses Thema geht es im neuen Bilderbuch "Wir sind elefantenstark!" von Anuska Allepuz. Auf eine ganz einfache (und sehr humorvolle!) Art können Kinder hier erfahren, dass es manchmal angebracht ist, den eigenen Egoismus hinten anzustellen, weil man gemeinsam besser zum Ziel kommt.

Dafür kommt das Bilderbuch nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daher, denn es ist vollkommen in Ordnung, auch mal Dinge alleine zu machen. Es wirkt eher unterbewusst, behandelt das Thema wie nebenbei und dazu noch sehr, sehr lustig. Alleine die fünf Elefanten sind schon drollig anzusehen, wie sie da im Herzen des Jungels vor sich hinleben. Jeder von ihnen hat eigene Vorlieben, jeder hat seinen ganz eigenen Geschmack, wenn es um die Lieblingsfrucht geht. Nur wer ganz genau hinschaut, kann neben der fünf Elefanten noch fünf kleine Mäuse erkennen, die ständig gemeinsam zu Werke gehen.
Die beschauliche Ruhe der Elefanten wird gestört, als sie eine besondere, köstlich aussehende Frucht entdecken. Und sie hängt hoch oben am Baum. Jeder Elefant möchte die Frucht für sich haben, doch irgendwie kommt keiner ran an diese Frucht. Die Mäuse hingegen haben einen gemeinsamen Weg gefunden, die köstliche Frucht zu pflücken. Ob dieser auch den Elefanten einleuchtet?

Donnerstag, 18. Januar 2018

[Kinderbuch] "Rotzhase & Schnarchnase: Möhrenklau im Bärenbau" und "Der Tyrann von nebenan" von Julian Gough

Hase hat Hunger. Riesenhunger! Die Vorräte sind leer und zu allem Übel ist auch noch Winter. Bär dagegen freut sich über den Schnee, denn endlich kann sie einen Schneemann bauen! Hase weiß aber eines ganz sicher: Sein Schneemann wird tausendmal besser als der von Bär. Pah! Doch als eine Lawine und ein hungriger Wolf seinen Weg kreuzen, erkennt selbst Hase, dass jeder einen guten Freund an seiner Seite braucht.
Eine Geschichte FÜR JÜNGSTE LESER über Schneemänner, Freundschaft und die beste Möhre. (Text- und Coverrechte: Magellan Verlag)


Schon der Titel dieser neuen Buchreihe "Rotzhase & Schnarchnase" ist so herrlich, dass man das Büchlein einfach sofort lesen muss, sobald man es in der Hand hält. Die drolligen Illustrationen tun ihr Übriges. Und so kam es, dass meine Tochter (8) und ich ein bisschen stritten, äh diskutierten, wer denn nun mit dem Buch beginnen durfte. Sie wollte alleine lesen (so ist es ja auch gedacht) und ich stellte mich schlussendlich gerne hinten an. "Möhrenklau im Bärenbau" ist nicht nur optisch eine Besonderheit, es ist zudem humorvoll, etwas eigen und allerliebst.

Es ist Winter, doch Bär wacht früher aus ihrem Winterschlaf auf als sonst. Ein Dieb hat ihre ganzen Vorräte gestohlen. Alles ist weg! Weil sie großen Hunger hat und nicht mehr schlafen kann, geht sie nach draussen. Dort beschließt sie zuerst einmal einen Schneemann zu bauen ... und trifft auf den furchtbar schlecht gelaunten Hase. Ob zwischen diesem ungleichen Gespann so etwas wie Freundschaft entstehen kann?

Montag, 6. November 2017

[Bilderbuch] "Alle sind willkommen!" von Patricia Hegarty

Die kleine Maus will ein Haus bauen. Ein großes, schönes Haus! Da kommt der Frosch vorbei. Er ist traurig, weil er sein Zuhause verloren hat. "Sei nicht traurig!", tröstet die Maus. "Mach dir keine Sorgen, Frosch, bleib einfach hier bei mir. Du wirst schon sehn, alles wird gut - das versprech ich dir!" Gemeinsam machen sie sich ans Werk und schon bald stoßen immer mehr heimatlose Tiere dazu. "Aber", so sagt die kleine Maus, "alle sind bei uns willkommen! Groß und Klein, von fern und nah, sollen sich hier zuhause fühlen, und sicher sein vor der Gefahr." Und so bauen die Tiere sich zusammen ein gemütliches, warmes und sicheres Haus! (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Im Wald, auf einer Lichtung,
steht eine kleine Maus.
Sie träumt von ihrer Zukunft
in einem glücklichen Zuhaus
. (S. 5)

... so beginnt dieses reizende Bilderbuch und hatte damit sofort alle unsere Sympathien. Die kleine Maus möchte ein Haus bauen. Zuerst ist das Haus natürlich nur für sie selbst gedacht. Doch dann begegnen ihr viele weitere Tiere, die in Not geraten sind oder Hilfe brauchen oder nicht wissen, wo sie hin sollen. Und weil die kleine Maus ein großes Herz hat, ihr Freundschaft und Hilfsbereitschaft wichtig ist, beschließt sie kurzerhand: "Alle sind willkommen!"

Montag, 2. Oktober 2017

[Bilderbuch] "Fell und Feder" von Lorenz Pauli

Der Hund ist ganz aus dem Hundehäuschen, und auch das Huhn hat Lampenfieber: Gleich geht die Vorstellung los. Sie spielen IHRE Geschichte! Die geht so: Das Huhn träumt von einem Piratenschatz und der Hund von einem starken Freund. Sie treffen sich zufällig, helfen sich - und nach vielen gemeinsamen Abenteuern merken sie, dass die Erfüllung ihrer Wünsche in ihrer Freundschaft liegt.
Tosender Applaus! Huhn und Hund sind glücklich. Das Publikum hat gespürt, dass es im Theater um das echte Leben geht. (Text- und Coverrechte: Atlantis)


"Fell und Feder" ist wohl eines der ausgesuchtesten und auch originellsten Bilderbücher, die ich in letzter Zeit in den Händen hielt. Erzählt wird die Geschichte einer Freundschaft zwischen einem Huhn und einem Hund. Sehr außergewöhnlich klingt das nicht, jedoch ist die Umsetzung eine Klasse für sich ... und ganz und gar nicht anspruchslos, sondern literarisch. Darum wird das Bilderbuch auch ab einem Alter von etwa 5 Jahren empfohlen. Huhn und Hund spielen ihr eigenes Theaterstück - ihre Freundschaftsgeschichte. Das ist so bewegend, dass "Fell und Feder" im Frühjahr 2018 als Kinderoper uraufgeführt wird.

Freitag, 21. Juli 2017

[Bilderbuch] "Otto + Robotto" von Ame Dyckman

Otto - das ist ein kleiner Junge.
Robotto - das ist ein Roboter.

Wenn zwei, die sich mögen, aber ganz unterschiedlich sind, Freundschaft schließen, kann es zu manch wunderlichen Ereignissen kommen. Eine warmherzige Mensch-Maschine-Geschichte über Fürsorge und Freundschaft vom preisgekrönten Illustrator Dan Yaccarino nach einer Geschichte von Ame Dyckman.

Am Ende des Buches ist Platz für einen kleinen Steckbrief von dir und deinem besten Freund. (Text- und Coverreche: Bohem Press)


Bilderbücher sollen für Kinderhände praktisch sein. Dafür hat sich ein rechteckiges Format bewährt. Doch manchmal gibt es Bilderbücher, die sich außerhalb dieser Norm bewegen und darum für Kinder (und Erwachsene Bilderbuchfreunde) besonders reizvoll sind. "Otto + Robotto" ist solch ein Buch. Es hat die Form eines Roboters, nämlich die von Robotto, den man in Begleitung seines Freundes Otto auf dem Cover erkennen kann. Alleine das ist so niedlich, dass das Bilderbuch ein Muss für uns wurde.

Montag, 26. Juni 2017

[Bilderbuch] "Zusammen unter einem Himmel" von Britta Teckentrup

Wir leben unter einem Himmel,
hier bei uns zu Hause.
Wir leben unter einem Himmel,
in jedem weit entfernten Land ...


Dieses poetische Bilderbuch von Britta Teckentrup zeigt, dass uns alle mehr verbindet, als uns trennt. Mit großen, besonderen Gucklöchern. (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Das Bilderbuch "Zusammen unter einem Himmel" enthält eine Widmung der Autorin: Für einen vereinte Welt ... Damit, und mit dem Buchtitel, ist auf den ersten Blick recht deutlich, in welche Richtung das Buch geht.
Geschichten, die viel Poesie enthalten, verstehen kleine Kinder noch nicht so gut. Wohl aber den Sinn des Miteinanders, des toleranten Zusammenlebens, was im Buch durch viele ausdrucksstarke Bilder gezeigt wird. Dazu benötigt es nicht zwingend einen Text (obwohl dieser wunderschön ist!). Mit unserer Jüngsten (2) schaue ich bereits jetzt die Bilder an und wir "reden" darüber, was dargestellt ist. Ich bin mir sicher, dass sich bei Kindern so ganz natürlich ein Sinn für Toleranz und Gemeinschaftsgefühl entwickelt.