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Dienstag, 13. September 2016

[Bilderbuch] "Graciella will ein Einhorn sein" von Annette Langen

© Cover NordSüd Verlag
Graciella würde so gerne ein Einhorn sein. Sie hat nur ein Problem, sie ist ein Nashorn. Da macht es auch gar keinen Sinn, die Nashorn-Mama zu fragen, die kann und will den Wunsch ihrer Tochter nicht erfüllen. Graciellas Traum scheint unmöglich. Bis sie unerwartete Hilfe von einer Wäscheleine und einer frisch gestrichenen Wand bekommt. Und als es dann ein bisschen gefährlich wird, weiß sich Graciella zu helfen - denn ein Einhorn hat vor nichts Angst!


"Graciella will ein Einhorn sein" ist ein echtes Mädchenbuch. Aber eines, dass völlig anders daherkommt, als es die hübsche rosafarbene Gestaltung erwarten lässt. Es geht um den Traum eines kleinen Nashornmädchens, der sich kurzzeitig, und auf sehr unkonventionelle Weise, auch erfüllt. Vor allem aber geht es um Selbstständigkeit und Mut - mit einer großen Portion Humor.

Graciella ist ein sehr dickköpfiges Nashorn. Darum soll ihr auch ihre Mama dabei helfen, ein Einhorn zu sein. Doch die schüttelt nur mit dem Kopf, der Wunsch der Tochter scheint absurd, sie fühlt sich leicht überfordert, die Hausarbeit ist wichtiger. Gemein, findet Graciella. Und ich muss ihr recht geben, denn es ist sehr schade, dass Erwachsene oftmals verlernt haben wie Kinder zu denken, und gerne in einem Schema stecken bleiben.
Dann zieht Graciella eben alleine los. Tatsächlich erhält sie unerwartet Hilfe, und verwandelt sich - zumindest äußerlich - wirklich in ein Einhornmädchen. Das überrascht Graciella selbst am allermeisten. Als Einhorn ist Graciella plötzlich viel mutiger als zuvor, selbst als ihr ein Jäger in die Quere kommt.

Freitag, 31. Oktober 2014

[Kinderbuch] "Lina und Fred: Ein Bär kennt kein Pardon" von Alice Pantermüller

Wer jemals Besuch von Fred, dem Bären, hatte, kann sich glücklich schätzen! Denn Fred ist ein ganz besonderer Bär - einer der Dudelsack spielen kann und weiß, wo das Abenteuer lauert.
Und so steht Fred eines Tages an der Rezeption des Hotels zum Bären und Lina erkennt sofort, dass sie mit diesem Bären was erleben kann. Doch ob Linas Papa das Servierwagen-Wettrennen, die Bootsfahrt mit dem Motorboot des Katzenfutterdosenherstellers und die Geheim-Mission gegen die Garstige Großmutter gefallen werden? Schließlich suchen die Gäste des Hotels zum Bären Ruhe und den Blick auf den See ...
Ein unvergesslicher Tag wartet auf Lina und Fred - die besten Freunde der Welt! (Text-, Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag)


Von der Autorin Alice Pantermüller kenne ich das erste Mein Lotta-Leben-Buch. Die Kinder sind dafür noch etwas zu klein, aber ich selbst fand es herrlich komisch und unverblümt. Ein riesiger Lesespaß! Als ich dann das neueste Kinderbuch der Autorin entdeckte, für etwas jüngere Kinder, musste es sofort mit. Ich gebe zu, es landete schon wegen dem herzlich-genialen Cover in der Einkaufstasche. Die Illustrationen im Buch sind ein Hit!

"Lina und Fred: Ein Bär kennt kein Pardon" eignet sich als Vorlesebuch für Kinder ab 5 Jahren oder für fortgeschrittene Grundschulkinder. Jede Seite enthält Text, nicht zu lang und nicht zu kurz, und bunte Zeichnungen/Illustrationen, die die Geschichte ganz besonders hervorheben. Mir gefällt vor allem das Schriftbild. Es ist nicht so steril wie manches Leseanfänger-Schriftbild, aber dennoch sehr gut lesbar - es sieht einfach schön aus. Einige wichtige Passagen sind sehr groß und oft andersfarbig gehalten (z.B. ein "Ohhhh!" oder "Psssst."), ähnlich wie in einem Comic. Eine richtigen Vorlese-Betonung der einzelnen Charaktere lassen die Kinder ständig kichern und zieht sie völlig in die Geschichte hinein.

An der Rezeption des Hotels zum Bären stand ein Bär.
Oh!, sagte Lina.
An der Rezeption standen nämlich nur selten Bären. - S. 8

Der gemeinsame Tag von der kleinen Lina und dem Bären Fred verläuft ziemlich chaotisch, denn Fred stellt allerhand an. Manchmal absichtlich, manchmal aus Versehen. Immer wieder werden die beiden von Linas strengem Papa zurechtgewiesen, der die Hotelgäste vor Freds Faxen schützen möchte. Die Geschichte hat von allem etwas: viel Humor, viel Action, aber auch nachdenkliche, ruhigere Szenen. Die entzückenden Bilder könnten nicht besser gewählt sein. Wir würden gerne mehr von Fred lesen!

Damaris ist ...
richtig glücklich, dass sie das Buch auf einem Stapel zwischen unzähligen Kinderbüchern entdeckt hat. "Lina und Fred" sind ein klasse Team, das nicht nur Unsinn im Kopf hat, sondern auch Dinge hinterfragt und echte Freundschaft schließt. Erwachsene haben beim Vorlesen genauso viel Spaß, wie die zuhörenden oder selbst lesenden Kinder. Lautes Lachen ist garantiert!

mini 1 - Der Schelm (7) musste ...
tatsächlich erleben, wie seine Mama das Vorlesen unterbrechen musste, weil sie vor lachen nicht weiterlesen konnte. Als das Buch nach zwei Leseetappen zu Ende war, konnte er es kaum erwarten, die Geschichte erneut zu erleben.

mini 2 - Die Träumerin (5) verstand ...
sicher nicht jeden Wortwitz der Geschichte (alleine, dass ein echter Bär plötzlich an der Rezeption des Hotels zum Bären steht ist herrlich!), die lustige Handlung genoss sie aber sehr und erlebte den Tag von Lina und Fred voller Aufmerksamkeit. Sie fühlte vor allem mit der etwa gleichaltrigen Lina und konnte sich gut sie hineinversetzen.


Arena Verlag 2014 - Hardcover mit UV-Lack, 64 Seiten - 9,99 € [D] - mit Bildern von Astrid Henn - ab 5 Jahren