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Sonntag, 30. August 2020

[Bilderbuch] "Auf Wiedersehen, kleiner Vogel!" von Maja Bach

Ole, Paul und Lotta spielen im Garten, als sie hinter einem Blätterberg plötzlich einen Vogel entdecken. Ganz still liegt er da - auf dem Rücken, die Augen geschlossen, die Federn zerzaust. "Der lebt nicht mehr!", weiß Lotta, denn damit kennt sie sich aus. "Meine Oma war schließlich auch schon mal tot."
Aber wie ist das eigentlich mit dem Tod: Ist es nicht furchtbar langweilig, wenn man gar nichts mehr tun kann? Was passiert bei einer Beerdigung? Kommen alle Verstorbenen in den Himmel? Und was sollen sie nun mit dem kleinen Vogel machen ...? (Text- und Coverrechte: Coppenrath Verlag)


Mit Kindern über den Tod zu sprechen, fiel mir persönlich schon immer leicht. Denn Leben und Tod gehen Hand in Hand, kein Mensch wird davon verschont, und viele Kinder machen bereits in jungen Jahren Erfahrungen mit diesem Thema. Ich weiß aber auch, dass es ein sehr sensibles Themenfeld ist, zuweilen unangenehm und mit viel Schmerz verbunden. Um mit Kindern offen darüber zu reden, kann ein Bilderbuch sinnvoll sein. "Auf Wiedersehen, kleiner Vogel!" ist solch eine Geschichte, die das Abschiednehmen und das Sterben mit viel Empathie und Herz thematisiert.

Es ist Herbst und drei Kinder spielen zwischen Blättern und Kastanien. Mitten im wildesten Spiel wird es plötzlich mucksmäuschenstill, denn Ole hat unter einem Blätterberg einen toten Vogel entdeckt. Auch Paul und Lotta sind bestürzt. Und weil Ole der älteste ist, und schon ein bisschen mehr weiß, beginnen die Kinder eine Unterhaltung. Auch über Lottas Oma, die gestorben ist. Und dann stellt sich noch die Frage, was nun weiter mit dem toten Vogel geschehen soll, wie die Kinder Abschied von ihm nehmen können.

Mittwoch, 12. August 2020

[Bilderbuch] "Zug der Fische" von Yaroslava Black

Marika lebt in einem kleinen ukrainischen Dorf. Sie sammelt Blaubeeren und verkauft sie auf dem Markt, sie hütet die Briefe ihrer Mutter wie einen Schatz. An einem Wintertag entdeckt sie blaue Fische im Fluss, der durch ihr Dorf führt, und folgt ihnen.

Seit der Öffnung des europäischen Arbeitsmarktes Richtung Osten müssen unzählige osteuropäische Kinder ohne ihre Eltern aufwachsen. Mit einer ganz eigenen Bildsprache erzählt "Zug der Fische" poetisch von einer Kindheit ohne Eltern. (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Bilderbücher, die gut unterhalten oder eine wichtige Message verpacken mag ich sehr gerne. Sie bilden für mich die Grundessenz, die Basis des Bilderbuchs. Dann gibt es da aber noch die Bilderbücher, die nicht sehr bequem sind, die keine Wohlfühlgeschichte erzählen, die auf Dinge oder Umstände hinweisen und zum Nachdenken anregen. Dazu gehört "Zug der Fische". Ich hatte zwar davon gehört, aber so ganz bewusst war ich mir der Tatsache nicht, dass in Osteuropa Tausende Kinder ohne ihre Eltern aufwachsen, weil diese Arbeit im westlichen Europa gefunden haben und nie, oder sehr selten, nach Hause kommen. Tragisch, wie ich finde ... und auch traurig. Und genau von diesen Kindern erzählt "Zug der Fische" auf feinfühlige und ebenso poetische Art und Weise.

Die Geschichte handelt von Marika, die in einem karpatischen Dorf aufgewachsen ist und dort noch lebt. Sie macht alles wie immer, wie sie es gelernt hat. Die gesammelten Blaubeeren verkauft sie auf dem Markt. Dort erfährt sie den neuesten Klatsch und kann von dem verdienten Geld einige Dinge kaufen. Und Marika sammelt die Briefe ihrer Mutter und hütet sie wie einen Schatz. Denn Marikas Mutter arbeitet in Italien und schickt von dort regelmäßig Geld für Kleidung und kleine Annehmlichkeiten. Dieses Jahr kommt sie nicht mal zu Weihnachten nach Hause. Alle Kinder des Dorfes sind sich einig, dass sie viel lieber ihre Eltern bei sich zu Hause hätten, als das Geld, das ihnen Mutter oder Vater nicht ersetzen kann.

Dienstag, 28. April 2020

[Bilderbuch] "Ein Riese warf einen Stein" von Josef Guggenmos

Nur aus Spaß wirft ein Kind einen Stein in einen Ameisenhaufen - für die Ameisen ist es bitterer Ernst. Die wimmligen und doch so klaren Bildern zeigen, wie die winzigen Tiere umherirren, Tote und Verletzte wegschleppen, die Königin retten und schließlich alles wieder neu aufbauen. Eine große faszinierende Ameisenwelt, über die man nur staunen kann. Niemand vermag dies alles so poetisch in Worte zu fassen wie Josef Guggenmos. (Text- und Coverrechte: Beltz & Gelberg)


"Ein Riese warf einen Stein" sprach mich sofort an, weil es ein Gedicht von Josef Guggenmos (verst. 2003) in Bilderbuchform wiedergibt. Josef Guggenmos gilt als einer der bekanntesten und bedeutendsten Lyriker für Kinder. Seine Kindergedichte habe eine einfache und doch sehr deutliche Art, Dinge auszudrücken. Sie sind voller Humor, besitzen Raffinesse und machen gleichzeitig sensibel für Gegebenheiten und Umstände. Am Beispiel eines Ameisenvolkes, auf dessen Haufen ein Stein geworfen wird, wird das besonders deutlich.

Die Geschichte geht so: Ein Kind wirft "nur zum Spiel" einen Stein auf einen Ameisenhaufen. Das hat schwerwiegende Folgen für das Ameisenvolk. Gänge und Zimmer, das Werk vieler Wochen, stürzen ein. Viele Ameisen verletzen sich, manche sterben. Darum ist die Aufregung natürlich groß. Doch die fleißigen Insekten verzagen nicht, rennen schnell herbei und beginnen mit den Aufräumarbeiten. Sie trösten, sie schleppen, sie versorgen, sie bauen neu. Und ganz sicher hoffen sie, dass solch ein Unglück nicht mehr geschieht.

Dienstag, 21. Mai 2019

[Kinderbuch] "Forschungsgruppe Erbsensuppe: oder wie wir Omas großem Geheimnis auf die Spur kamen" von Rieke Patwardhan

Lina ist neu in der Klasse und wie sich herausstellt eine echte syrische Detektivin! Wie gut, dass sie mit Nils und Evi in einer Bande ist, denn bei Nils' Großeltern geht es neuerdings nicht mit rechten Dingen zu: Statt leckerem Kuchen gibt es angebrannte Bratkartoffeln, Dinge verschwinden und überall stapelt sich Dosensuppe. Die "Forschungsgruppe Erbsensuppe" untersucht den Fall mit Witz und Verstand - wenn ihnen nur nicht immer ihre Erzfeinde, die "22 Fragezeichen", in die Quere kommen würden ... (Text- und Coverrechte: Knesebeck Verlag)


Spannende Geschichten über Freundschaft sind für meine Kinder und mich immer wieder anziehend. "Forschungsgruppe Erbsensuppe: oder wie wir Omas großem Geheimnis auf die Spur kamen" hatte auf den Blick dieses gewisse Etwas, die Anziehungskraft eines außergewöhnlichen und besonderen Kinderbuches. Dieser Eindruck hat nach dem Lesen nun bestätigt. Das Buch ist so wundervoll und eigen-charmant, dass ich gar nicht weiß, welchen Punkt davon ich zuerst hervorheben soll. Wichtig und bemerkenswert sind alle.

Über Nils wird gesagt, dass er eher schüchtern und zurückhaltend ist. Weil er, lt. seiner Lehrerin, so ein "ausgleichendes Gemüt" hat, wird die zappelige und hochemotionale Evi im Unterricht auch direkt neben ihn gesetzt. Und weil die beiden keine Chance haben Mitglieder der Klassenbande 'Die 22 Fragezeichen' zu werden, überredet Evi Nils sogleich, eine eigene Bande zu gründen. Ein drittes Mitglied ist auch schnell gefunden, als Lina, ein syrisches Flüchtlingsmädchen, in die Klasse kommt. Von nun an treffen sich die drei jeden Tag, bei Nils' Großeltern und schmieden Pläne. Eine Detektivbande wollen sie sein, denn hier kennt sich Lina besonders gut aus. Zu ihren ersten Fall kommen Nils, Evi und Lina aber eher unverhofft. Plötzlich benimmt sich Nils' Oma komisch. Opa muss kochen (und lässt immer alles anbrennen). Dafür kauft Oma so viele Dosen Erbsensuppe, dass der Platz in der Wohnung knapp wird, und sitzt zudem auf gepackten Koffern. Was ist hier los? Die 'Forschungsgruppe Erbsensuppe' nimmt die Ermittlungen auf.

Donnerstag, 21. Februar 2019

[Bilderbuch] "Gebrauchsanweisung gegen Traurigkeit" von Eva Eland

Manchmal kommt Traurigkeit ganz unerwartet und lässt einen nicht mehr los. Dann ist es gut, keine Angst vor ihr zu haben! Am besten gibt man ihr einen Namen, hört ihr zu und verbringt etwas Zeit mit ihr. Vielleicht will sie einfach nur wissen, dass sie willkommen ist. Vielleicht braucht sie nur ein bisschen frische Luft, etwas Musik und heißen Kakao. Vielleicht will sie sich einfach nur neben einen Freund schlafen legen. Und wenn man aufwacht, ist sie weg. (Text- und Coverrechte: Carl Hanser Verlag)


Traurigkeit hat viele Formen. Manchmal ist sie allumfassend, befällt uns Menschen dauerhaft, manchmal besucht sie uns auch nur für eine Weile ... und verabschiedet sich irgendwann wieder. Traurigkeit kann ihre Gründe haben, aber auch völlig grundlos erscheinen. Das alles ist okay. Denn Gefühle gehören zum Leben. Wichtig ist es, Gefühle zuzulassen, sich ihrer bewusst zu werden. Das Bilderbuch "Gebrauchsanweisung gegen Traurigkeit" kann dieser ein Gesicht, ein Gestalt verleihen. Und vielleicht auch helfen, damit umzugehen.

Fasziniert haben mich bei diesem Büchlein die Zeichnungen, die fast ein wenig an die Illustrationen von Kindern erinnern, und darum mit großem Charme und Einfühlungsvermögen das Thema Traurigkeit vermitteln. Die Traurigkeit besucht ein Kind, in Form eines großen blaugrünen Etwas. Das sieht gar nicht beängstigend aus, vielmehr wie ein kuscheliger Freund - ein sehr trauriger kuscheliger Freund. Die Gefühle, die entstehen, wenn diese Traurigkeit vor der Tür steht, werden durch die Illustrationen und durch einen freundlichen und respektvollen Text sichtbar gemacht. Der Ton ist einfach und wertschätzend. Im Grunde geht es darum, die Traurigkeit anzunehmen, zu verstehen und kleine Tipps mitzunehmen, damit umzugehen. Vielleicht bleibt die Traurigkeit, vielleicht ist sie nach einer Weile auch wieder verschwunden.

Mittwoch, 14. Juni 2017

[Kinderbuch] "Mein Freund Pax" von Sara Pennypacker

Peter hat den Fuchswelpen Pax vor dem sicheren Tod gerettet und aufgezogen – seitdem sind die beiden unzertrennlich. Peter und Pax verstehen sich ohne Worte, und nur zusammen fühlen sie sich ganz. Aber dann kommt der Krieg und reißt die beiden auseinander. Zwischen ihnen liegen Hunderte von Kilometern und warten tausend Gefahren, doch von ihrer Sehnsucht getrieben, kennen die beiden nur einen Gedanken: den anderen wiederzufinden ... (Text-, Cover- und Zitatreche: FISCHER Sauerländer)


Freundschaftsgeschichten zwischen Kindern und Tieren kennt fast jeder, egal ob als Film oder als Buch. In "Mein Freund Pax" geht es um Peter und seinen zahmen Fuchs Pax. Die beiden verbindet eine tiefe Freundschaft und Zuneigung. Trotzdem werden sie unfreiwillig getrennt. Doch manche Freundschaften überstehen sogar Hunderte von Kilometern.
Man ahnt es schon, das Buch trifft mitten ins Herz. Auf eine sehr einfühlsame und fast poetische Art erzählt die Autorin eine Geschichte, in der ein Junge und ein Fuchs über sich hinauswachsen.

Die Geschichte beginnt damit, dass Peter seinen Fuchs aussetzen muss. Sein Vater zieht in den Krieg, Peter soll beim Großvater leben. Dort ist für Pax kein Platz. Für Peter ist die Situation kaum zu ertragen. Zu spät realisiert er, dass es nicht richtig war, sich den Plänen seines Vater ohne Widerspruch zu fügen. Er möchte die Dinge in Ordnung bringen, mehrere Hundert Kilometer wandern, und Pax zurückholen. Doch das ist einfach gesagt als getan.

Samstag, 25. Februar 2017

[Kinderbuch] "Krähe und Bär oder die Sonne scheint für uns alle" von Martin Baltscheit

Der Bär wird um sein faules Leben im Zoo beneidet. Jeden Tag drei Mahlzeiten und satt einschlafen. Dabei wäre er viel lieber frei wie die Krähe. Die bietet ihm die Chance seines Lebens: Sie können ihre Körper tauschen! Schnell muss der Krähenbär feststellen, dass gute Manieren in freier Wildbahn reine Zeitverschwendung sind, und die Bärenkrähe frisst sich nicht nur rund, sondern auch unglücklich. Und so teilen sich die beiden am Ende die Vollpension im Zoo in einer freien Entscheidung. (Text- und Coverrechte: Dressler Verlag)


Zwei unzufriedene Tiere und eine ungewöhnliche Freundschaft - so könnte man das Thema von "Krähe und Bär" in aller Kürze zusammenfassen. Dass das Buch als tiefgründig, überraschend und urkomisch beschrieben wird, war mir vor dem Vorlesen nicht deutlich bewusst. Aber umso besser. Meine zwei Kinder sind mit 7 und 9 Jahren im perfekten Vorlesealter für das Buch. Doch nach den ersten Seiten war ich irritiert und die Kinder ebenso. In mir kam die leise Frage auf, ob das Buch vielleicht nicht ZU tiefgründig oder ZU abgedreht ist? Jetzt sage ich nein, es ist genau richtig! Aber anspruchsvoll ist es schon. Mehr, als man bei der herrlich fröhlich-zufriedenen Illustration auf dem Einband erwarten würde.

Freitag, 24. Februar 2017

[Bilderbuch] "Der geheimnisvolle Koffer von Herrn Benjamin" von Pei-Yu Chang

© Cover NordSüd Verlag
Herr Benjamin ist ein Philosoph, ein sehr kluger Mann, mit guten und ungewöhnlichen Ideen. Doch eines Tages entscheidet das Land, in dem er lebt, dass Menschen wie Herr Benjamin nicht erwünscht und außergewöhnliche Ideen gefährlich sind. Er muss sich verstecken und später einen geheimen Weg flüchten, um nicht verhaftet zu werden. Obwohl der Weg weit und beschwerlich ist, nimmt Herr Benjamin einen großen Koffer mit. Er ist ihm so wichtig, dass er ihn nicht zurücklassen kann. Denn der Inhalt könnte alles verändern.


"Der geheimnisvolle Koffer von Herrn Benjamin" basiert auf der wahren Geschichte des jüdischen Schriftstellers und Philosophen Walter Benjamin (1892 - 1940). Er floh vor den Nazis die so genannte F-Route über die Pyrenäen zur spanischen Grenze. Die Fluchtabsicht in die USA führte er nicht zu Ende. Den Inhalt seines Koffers kennt bis heute niemand.
Als ich das Bilderbuch durchlas, ging es mir sehr zu Herzen. Es hat eine enorme Ausdruckskraft und vermittelt geschichtliches Wissen und Werte. Aber nicht frontal, sondern subjektiv, auf eine kindgerechte Art. Ich befürchtete allerdings, dass Kinder mit der Geschichte etwas überfordert sein könnten. Das hat sich nicht bestätigt. Meine Tochter liebt dieses Buch. Sie ist völlig fasziniert von der Geschichte, den Bildern und diesem Mann mit Koffer. Die Geschichte wirft Fragen auf. So viele, dass wir das Thema noch über das Buch hinaus vertieft haben. So wünscht man sich das bei einem Bilderbuch!

Montag, 7. März 2016

[Bilderbuch] "Kleine Ente, du bist stark" von Markus Pfister

© Cover NordSüd Verlag
Lina, die kleine Ente ist krank. Schon immer, schon seit sie geboren wurde. Für Lina ist es sehr schwer zu Hause zu bleiben, während ihre Freunde draußen schwimmen und tauchen. Zum Glück hat Lina einen guten Freund, den Frosch Fredi. Er besucht sie fast jeden Tag und erzählt ihr von der Schule und den anderen Tieren. Wie gerne hätte Lina auch etwas, in dem sie richtig gut ist. Eines Tages entdeckt sie eine echte Stärke ...


Markus Pfister, weltbekannt durch das Bilderbuch "Der Regenbogenfisch", hat zusammen mit Ancilla Schmidhauser und mit Unterstützung des Fördervereins für Kinder mit seltenen Krankheiten (www.kmsk.ch) eine neue Buchidee umgesetzt. "Kleine Ente, du bist stark" richtet sich an Kinder mit langer Krankheit und weckt Empathie und Mitgefühl bei gesunden Kindern. Die Geschichte macht Mut und kann helfen, die eigene Stärke zu finden.