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Sonntag, 9. Januar 2022

[Bilderbuch] "Maus und Eichhorn auf großer Winterreise" von Kristina Andres

Die Tage sind kurz geworden, die Nächte lang und kalt. Es ist Winterzeit. Und es hat geschneit. Eigentlich halten die kleinen Tiere in ihren Höhlen nun Ruhe, aber die Maus kann nicht ruhig dasitzen. Sie hat zwischen den Schneeflocken große Zacken entdeckt: die Berge. Jetzt kann sie an nichts anderes mehr denken. Sie will dorthin, auf die Gipfel steigen und die Welt von oben sehen. Das Eichhorn schraubt Kufen an den Karren und ihre Reise beginnt ... Dabei treffen sie auf die freundlichen Maulwurfs und einen einsamen Hund. Ob sie am Ende wieder gut in ihrem Zuhause, dem Wald, ankommen und sogar ein Zuhause für den Schlittenhund finden? (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Wir sind große Fans der Maus-und-Eichhorn-Geschichten, bzw. des ersten Bilderbuchs dieser beiden netten Protagonisten. Die stimmungsvolle Geschichte und Illustrationen, die schöner und liebevoller nicht sein könnten, machten das Buch zu einem Schatz. "Maus und Eichhorn auf großer Winterreise" war darum ein Muss für unser Kinderbuchregal. Wie erwartet ist das Bilderbuch wunderbar. Eine ebenfalls schön stimmungsvolle, leicht poetische Geschichte über Freundschaft, Mitmenschlichkeit, den Winter und (überraschenderweise) auch ein bisschen über Weihnachten.

Es ist Winter, und es schneit. Alle Tiere haben sich in ihre Höhlen und Schlupfwinkel verkrochen, nur die Maus ist aufgeregt. Denn für sie ist es der erste Winter und sie kann gar nicht aufhören zu staunen wie die Flocken vom Himmel fallen. Und dann hat sie in der Ferne auch noch schneebedeckte Berge entdeckt, die aussehen wie frisch geputzte Backenzähne. Die Maus will dorthin reisen. Kurzerhand baut das Eichhorn einen Schlitten, und die beiden ziehen los. Der Weg ist weit, aber es gibt freundliche Türen, hinter denen sich Maus und Eichhorn ausruhen und wärmen können. Und als sie sich auf dem Rückweg verirren, hilf ihnen ein ausgesetzter Hund, den niemand mehr haben will. Doch auch auf ihn wartet eine freundliche Tür, ein neues Zuhause.

Freitag, 12. November 2021

[Bilderbuch] "Bruno: Kurze Geschichten für lange Nächte" von Serena Romanelli und Hans de Beer

Im Wald fällt der erste Schnee. Höchste Zeit für Bruno, zu Mama in die Bärenhöhle zu kommen und Winterschlaf zu halten. Doch ein so langer Schlaf braucht viel Stoff zum Träumen. Deshalb erzählt Mama Bär neun witzige Geschichten: vom Eichhörnchen Ikarus, das endlich einmal aufwärts fliegen will. Vom ängstlichen Hasen, der durch einen Trick von Mama Hase supermutig wird. Von einer modebewussten Pantherin und einem vegetarischen Krokodil.
Bei so vielen herzerwärmenden Geschichten schläft jedes Bärenkind wohlig-friedlich ein. (Text- und Coverrechte: NordSüd Verlag)


Ein Bilderbuch, bzw. ein Kinderbuch, das Hans de Beer illustriert hat, ist ein Muss in unserem Regal. Seine Bilder sind warmherzig, manchmal lustig und insgesamt wunderbar einzigartig. Genau so, wie man sich das bei einem Bilderbuch vorstellt. "Bruno: Kurze Geschichten für lange Nächte" verspricht auf den ersten Blick ein heimeliges Herbst- oder Winterlesen und gleichzeitig eine liebevolle Einschlafbegleitung. Ist dieses Cover nicht allerliebst? Der Gesamteindruck war für uns dann etwas anders, auch das (Vor-)Lesegefühl. Nicht schlecht, aber auch nicht unbedingt vereinnahmend.

Der Herbst ist da, und wenn man genau hinschaut, dann fallen manchmal auch schon die ersten Schneeflocken. Trotzdem findet der kleine Braunbär Bruno immer etwas zu tun. Selbst als seine Mama ihm sagt, dass es nun Zeit für den Winterschlaf ist. Weil Mama Bär dem kleinen Bruno zum Einschlafen viele Geschichten vorliest, huscht er sofort in sein Bett ... bis er im Frühjahr erwacht und die schönen Geschichten sofort seinen Freunden erzählen will.

Sonntag, 31. Oktober 2021

[Bilderbuch] "Was macht die kleine Gans im Herbst?" von Elli Woollard

Was nur soll die kleine Gans tun, jetzt wo der Herbst beginnt?
Als der Sommer in den Herbst übergeht, spürt die kleine Gans eine Veränderung in der Luft: Ein kühler Wind weht und die Blätter verfärben sich rot und goldgelb. Die kleine Gans ahnt, dass sie etwas Wichtiges zu tun hat - aber was? Die Biber hacken Holz, die Eichhörnchen lagern Nüsse in der Erde und die Bären sind damit beschäftigt, eine gemütliche Höhle zu bauen. Die tapfere kleine Gans versucht, mitzumachen, aber ohne großen Erfolg. Bis sie schließlich mutig feststellt, dass ihre Flügel nicht zum Holzhacken, zum Graben oder Bauen gemacht sind, sondern für etwas Großartiges: zum Fliegen ... (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Ich würde sagen, der Herbst übertrifft mit seiner Farbpalette jede andere Jahreszeit. Nicht umsonst gehört er zu unseren liebsten, lädt er doch zu Unternehmung im Freien, dem Basteln mit Naturmaterial, aber auch gemütlichen Stunden zu Hause ein. Ja, der Herbst hat etwas Wunderbares an sich. Das erfahren bereits Kinder mit allen Sinnen. Doch wie erleben eigentlich Tiere den Herbst? Insbesondere Vögel, die den Winter woanders verbringen? "Was macht die kleine Gans im Herbst?" thematisiert nicht nur das Leben von Zugvögeln, es ist gleichzeitig ein Bilderbuch über das Finden der eigenen Identität. Und das auf ganz allerliebste Art und Weise.

Ein Gänseküken wächst zu einer Graugans heran. Die Gans fühlt sich wohl und freut sich des Lebens, kurz, sie ist glücklich. Doch als kühlere Winde durch die Felder und Wälder streifen, die Blätter sich bunt färben, da empfindet die junge Graugans plötzlich einen Schmerz, ein Sehnen im Herzen, das sie nicht einordnen kann. Nur dass es wichtig ist, das weiß sie. Die Gans fragt verschiedene Tiere, was sie im Herbst machen und probiert deren Berichte auch gleich aus. Aber nichts will so richtig für sie funktionieren, sie fühlt sich hilflos und klein ... bis sie zum Himmel hinaufsieht und dort endlich ihre Bestimmung findet. Sie fliegt mit einem Gänseschwarm nach Süden, verspricht aber ihren tierischen Freunden, im nächsten Jahr wiederzukommen.

Samstag, 16. Oktober 2021

[Bilderbuch] "Unsere Grube" von Emma AdBåge

Es gibt keinen schöneren Platz zum Spielen als die große Grube. Da kann man alles spielen: Bärenmama, Einkaufen, Fangen, Verstecken - alles. Doch die Erwachsenen finden die Grube "gefährlich" und lassen sie zuschütten. Die Kinder sind stinksauer. Sie haben ihre eigenen Vorstellungen, was ihnen Spaß macht. Wie ernst es ihnen ist, sich ihren Spielplatz zurückzuerobern, ist einfach großartig. (Text- und Coverrechte: Beltz & Gelberg)


Das Spielen im Freien, im Wald, auf dem Feld, oder auch in einer Erdgrube, gehört wohl zu den schönsten Erlebnissen von Kindern. Und für mich zu den allerbesten Erinnerungen meiner Kindheit. Darum stach mir "Unsere Grube" auch sofort ins Auge. Die Geschichte, das Thema - ich kann es einfach so gut nachvollziehen. Da wäre zuerst die Sache des freien Spiels und die genialen Illustrationen dazu. Ganz wunderbar. Und dann noch die Tatsache, dass Erwartungen von Erwachsenen oftmals nicht sehr bedürfnisorientiert sind, wenn es um die Erfahrungen der Kinder geht. Das Bilderbuch ist nicht nur humorvoll-realistisch und zeigt die Bedürfnisse von Kindern damit ganz klar, es übt auch Kritik am Verhalten von Erwachsenen oder Eltern ... und stimmt damit sehr nachdenklich.

Hinter den Schulgebäuden, in einem kleinem Wäldchen, befindet sich eine Grube. Die Kinder nennen sie "unsere Grube" und spielen dort, wann immer es ihnen möglich ist. Sie können dort alles machen, alles sein, und es wird nie langweilig. Die Grube ist der Lieblingsspielort, das Highlight der Kinder. Leider mögen die Lehrer und Lehrerinnen die Grube nicht. Sie finden sie zu gefährlich, versuchen die Kinder sogar zu alternativen Spielen zu bewegen - erfolglos. Bis die Lehrerschaft beschließt, ein Grubenverbot auszusprechen und diese schlussendlich sogar zuzuschütten. Die Kinder sind traurig und entsetzt. Aber Kinder wären nicht Kinder, wenn sie nicht das Beste aus der Situation machen würden.

Donnerstag, 14. Oktober 2021

[Bilderbuch] "Ich bin aber noch kein bisschen müde" von Anu Stohner & Henrike Wilson

Jeden Abend das Gleiche: Papa und Mama Murmeltier geben sich alle Mühe: Sie lesen Geschichten, singen und kuscheln, doch Murmelchen ist kein bisschen müde! Ob vielleicht die weise Eule einen Rat hat? Oder die gemütlichen Bären? Deren Kinder schlafen ja sogar den ganzen Winter durch! Der gesamte Wald gibt Papa Murmeltier Tipps, doch keiner will so recht zum kleinen Murmel passen. Bis die beiden schließlich ihre ganz eigene Lösung finden. (Text- und Coverrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Ein großes Thema für Kinder und Familien ist das Einschlafen. Kinder müssen hier Vertrauen entwickeln und Sicherheit vermittelt bekommen. Darum ist eine liebevolle Einschlafbegleitung wichtig. Wie diese aussieht, bleibt natürlich jeder Mutter, jedem Vater selbst überlassen. Dass Bilderbücher zum Thema Schlaf auf Kinder eine direkte Einwirkung haben, glaube ich nicht. Ich denke, es ist eher die gemeinsame Zeit, das Ritual des Vorlesens, das hier helfen und begleiten kann. "Ich bin aber noch kein bisschen müde" ist ein wirklich herzlich und liebevolles Bilderbuch, das Kindern gut gefällt und Eltern auch mal schmunzeln lässt.

Mama und Papa Murmeltier brauchen Tipps zum Einschlafen. Ganz dringend. Denn jedes Mal, zur Schlafenszeit, egal was sie auch machen, ist das kleine Murmelchen nicht ins Bett zu bewegen, denn es ist nach eigener Aussage noch kein bisschen müde. Vielleicht weiß die kluge Eule ja Rat. Oder die schlauen Füchse und die verschlafenen Bären? Papa Murmeltier nimmt das kleine Murmelchen huckepack und macht sich auf den Weg durch den Wald. Die Einschlaftipps der Waldtiere sind für die Murmeltierfamilie jedoch schwierig. Doch als Murmelpapa mit Murmelchen zurückkommt, haben sie ein prima Einschlafrezept gefunden, das bei ihnen wunderbar funktioniert.

Montag, 4. Oktober 2021

[Bilderbuch] "Ein Tag mit Freunden" von Philip Waechter

Waschbär will Apfelkuchen backen. Doch weil er keine Eier hat, macht er sich auf den Weg zu Fuchs, der eine Leiter braucht. Sie spazieren zu Dachs. Der hat alles. Aber auch der benötigt Hilfe - von Bär. So ziehen sie zu viert (mit Krähe) weiter durch Wiesen, naschen Brombeeren und finden Bär mit der Angel am Bach. Poetisch, mit leichtem Federstrich erzählt Philip Waechter von fünf Freunden, die füreinander da sind, sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen und einen großartigen Tag miteinander verbringen. (Text- und Coverrechte: Beltz & Gelberg)


Für die meisten Kinder gehören Freunde zum Alltag. Sie begleiten und verstehen und unterstützen. Denn Freunde sind das Allerbeste auf der Welt und das Zusammensein mit ihnen ganz wunderbar. Vor allem, wenn das Treffen auch noch unverhofft und spontan geschieht. Das finden auch die fünf Freunde Waschbär, Fuchs, Dachs, Bär und Krähe. In "Ein Tag mit Freunden" erleben sie, dass ein Tag, der ganz anders verläuft, als er geplant war, ein guter Tag sein kann. Der beste, wenn man ihn mit seinen Freunden verbringt. 

Manchmal hat Waschbär Langeweile, wenn er so alleine zu Hause rumsitzt. Heute entschließt sich Waschbär, einen Apfelkuchen zu backen. Aber er hat keine Eier. Schnell geht er zu Fuchs, um sich Eier zu besorgen. Fuchs muss sein Dach reparieren, kommt aber nicht richtig ran. Die Freunde gehen zu Dachs, denn der hat bestimmt eine Leiter. Doch auch Dachs benötigt Hilfe ... von Bär. Und so verbringen die Freunde ganz unverhofft einen schönen Tag gemeinsam, den sie bis zum Abend ausdehnen. Am Ende sind sich alle einige: Was für ein toller Tag!

Sonntag, 19. September 2021

[Bilderbuch] "Valentins Wunderbaum" von Anna Schindler & Katrin Dageför

Valentin träumt.
Er erwacht und der Traum ist noch da. Was geschieht, wenn er ihn einfängt und einpflanzt? Aus der kleinen Traumbohne wächst ein riesengroßer Baum, in dem sich ein Aufzug befindet.
Valentin steigt ein.
Was er im Wunderbaum alles erlebt, davon erzählt diese Geschichte. (Text- und Coverrechte: EDITION PASTORPLATZ)


Als ich einen ersten Blick auf "Valentins Wunderbaum" warf, die ansprechende Covergestaltung auf mich wirken ließ, und die Beschreibung dazu las, hat es mich sofort vereinnahmt. Bilderbücher mit Traumgeschichten finde ich super. Sie regen die Fantasie an, entfliehen der Realität, und es ist einfach spannend zu sehen, was Kinder hier erleben. Und genau so sah es auch wohl unsere 6-Jährige. Beim Vorlesen war es mucksmäuschenstill, denn was Valentin in der Geschichte erlebt ist faszinierend und hat es ganz schön in sich. Dazu gleich mehr ...

Valentin träumt, und als er aufwacht, gelingt es ihm tatsächlich, den Traum einzufangen. Der sieht aus wie eine kleine Bohne, die Valentin auch sogleich einpflanzt. Aus der Bohne wächst ein Baum, ein Traum- oder Wunderbaum mit einem Aufzug. Valentin wagt es, er steigt ein, begleitet von seinen drei liebsten Kuschelfreunden (die ihm bei jedem Abenteuer zur Seite stehen). Der Aufzug bringt Valentin in verschiedene Stockwerke des Wunderbaums. Jedes hält eine Überraschung, ein Abenteuer oder einen weisen Ratschlag für ihn bereit. Aber eines ist sicher, Valentin wird seine Erlebnisse im Wunderbaum für immer bei sich tragen, genau wie das Säckchen Traumbohnen, das er am Ende in der Hosentasche findet.

Montag, 30. August 2021

[Bilderbuch] "Bär und Ente" von May Angeli

Ein furchtbarer Krach reißt den alten Bären aus seinem Winterschlaf. Brummelnd kriecht er aus seiner Höhle und entdeckt eine verletzte Ente. Er nimmt sie auf und kümmert sich liebevoll um sie. Aus dieser zufälligen Begegnung entsteht eine tiefe Verbindung. Doch eines Tages ist die Ente wieder gesund und fliegt davon - und der Bär bleibt allein zurück. Wird diese ungleiche Freundschaft die Zeit und Entfernung überdauern? (Text- und Coverrechte: Magellan Verlag)


Das Bilderbuch "Bär und Ente" von May Angeli stach mir sofort ins Auge, weil es auf den ersten Blick so schön "altmodisch" wirkt. Und das wird von mir komplett positiv assoziiert, denn damit hat es etwas Zeitloses, etwas Beständiges, etwas, das schon immer gut war. Auf Anhieb fallen mir drei Bilderbücher in unserem Regal ein, in denen es um eine Freundschaft zwischen einer Ente und einem Bären geht. Das funktioniert auch hier wunderbar. "Bär und Ente" ist schön und besonders. Die ruhig anmutende Geschichte hat Klasse. Und durch Optik und Sprache hebt sich das Bilderbuch eindeutig hervor. Für uns schon jetzt ein zeitloser Klassiker.

Als der Winter zu Ende geht, möchte die Ente auffliegen. Doch beim Losflattern bleibt sie mit den Füßen in einer Brombeerranke hängen. Sie landet in einem dichten Gestrüpp, aus dem sie sich selbst nicht befreien kann. Von dem Krach wird der Bär aus seinem Winterschlaf geweckt, er kriecht aus seiner Höhle um nachzusehen. Die Ente hat Angst vom Bären gefressen zu werden, doch der ist alt und hat daran kein Interesse. Er nimmt sich der Ente an, obwohl das für ihn einiges an Arbeit bedeutet. Die beiden werden Freunde. Als die Ente wieder ganz gesund ist, fliegt sie davon, verspricht aber, bald wiederzukommen. Der Bär vermisst die Ente und hält ein weiteres Mal Winterschlaf. Bis dann im Frühling eine Überraschung auf ihn wartet.

Samstag, 28. August 2021

[Bilderbuch] "Du, Papa ... Ist zehn viel?" von Sabine Bohlmann

"Ist zehn viel?" fragte der kleine Wolf seinen Papa.
"Kommt ganz drauf an", meinte daraufhin Papawolf. "Wollen zehn Ameisen eine Banane tragen, dann ist zehn wenig. Aber wenn zehn Affen eine Banane tragen, ist zehn ganz schön viel."
Viele Fragen weiter hat der kleine neugierige Wolf ganz schön viel von Papawolf gelernt. Bei vielen Fragen kommt es auf die Umstände an, die die Dinge ganz unterschiedlich beeinflussen und verändern können. Aber eine Sache verändert sich nie und da kommt es auf gar nichts drauf an: wie lieb Papawolf seinen kleinen Wolf hat! (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Es ist nicht ungewöhnlich (oder sollte es zumindest nicht sein), mit den eigenen Kindern Zeit zu verbringen. Denn das bringt schon der Alltag mit sich. Sich zusätzlich jedoch ganz bewusst Zeit zu nehmen, da zu sein, Fragen zu beantworten, etwas zu unternehmen, ... das ist immer wertvoll. Kinder orientieren sich an den Eltern, wollen Antworten, sehen sie als Vorbilder und sicheren Hafen. Im Bilderbuch "Du, Papa ... Ist zehn viel?" wird das auf sehr warmherzige und humorvoll-informative Art und Weise thematisiert.

Als der kleine Wolf mit seinem Papa im Wald spazieren geht, stellt er sich viele Fragen. Zum Beispiel, ob zehn viel ist, ob er schon groß ist, ob er schnell oder flauschig ist. Der Wolfspapa hat auf jede Frage eine Antwort, und der kleine Wolf lernt, dass man keine davon mit Ja oder Nein beantworten kann. Es kommt nämlich darauf an ... Zehn kann viel oder wenig sein, Größe ist immer relativ. Anhand von Beispielen erklärt das der Wolfspapa auch sehr lustig und so, dass es der kleine Wolf versteht. Es gibt nur eine Sache, bei der es nicht auf die Umstände oder die Sicht der Dinge ankommt. Egal wie das Leben ist, der kleine Wolf und sein Papa werden sich immer lieb haben.

Sonntag, 30. Mai 2021

[Bilderbuch] "Bestimmer sein: Wie Elvis die Demokratie erfand" von Katja Reider

Wer glaubt, die alten Griechen hätten die Demokratie erfunden, irrt gewaltig: Es war Erdmännchen Elvis! Wenn die Tiere im Dschungel aufeinandertreffen, kommt es immer wieder zu Streit. Wer hat gebrüllt, wer schnarcht zu laut, wer hat die Kokosnuss geklaut? Wer rückt dem andern auf die Pelle? Wer darf wann an die Wasserstelle? Wie lässt sich bloß Ruhe in die Tierwelt bringen? Für die Löwen ist das keine Frage, sie wollen Bestimmer sein, weil sie die Zähne fletschen können. Die Zebras rühmen sich dagegen als vegetarische Friedensstifter. Und die Elefanten sind sowieso die Größten. Wer soll also die Tierwelt anführen? Die zündende Idee hat schließlich ein kleines Erdmännchen namens Elvis. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag)


Demokratie einfach erklärt? Und das bereits für junge Kinder? Aber ja! Kleinen Kindern politische Grundlagen zu erklären, ihnen dieses Wissen einfach und gut verständlich zu vermitteln, halte ich für eine sehr gute Idee. Am Beispiel der Demokratie, eine der größten Errungenschaften unserer Geschichte, funktioniert das ausgezeichnet. Und was könnte das besser verdeutlichen, als Dschungeltiere, die den ganzen Tag streiten, bis sie entdecken, dass es auch anders geht? "Bestimmer sein: Wie Elvis die Demokratie erfand" ist ein Bilderbuch ab 4 Jahren, das wunderschön gestaltet und in lustiger Reimform Kindern Politikwissen vermittelt.

Wer fordert stets das Allerbeste?
Und wer kriegt immer nur die Reste?
Wer bringt hier endlich Ruhe rein?
Wer soll im Land Bestimmer sein? - S. 10

Im Dschungel ist es herrlich schön. Saftiges Grün, Wasser und Blumen - eine richtige Idylle. Doch leider trügt der erste Eindruck, so richtig vergnügt ist hier keines der vielen Dschungeltiere. Streit ist an der Tagesordnung. Wer bekommt am meisten zu fressen? Wer brüllt oder schnarcht zu laut? Es gibt nichts, das keinen Aufreger provoziert. Jedes der Tiere möchte Bestimmer sein und trägt vor, warum es dafür am besten geeignet ist. Irgendwann hat das Erdmännchen Elvis genug und macht den Tieren den Vorschlag Vertreter zu wählen, die Streitigkeiten für alle ausfechten, und darüber abzustimmen. Und damit ist der Weg frei für eine echte Demokratie im Dschungel ... mit viel mehr Harmonie als bisher.

Donnerstag, 6. Mai 2021

[Bilderbuch] "Kitzel den Kakadu: Ein Mitmachbuch" von Nico Sternbaum

Was tut man, wenn ein Hahn Halsschmerzen bekommt? Warum ist es hilfreich, einem Geier einen Reim nachzurufen? Und wie bekommt Erfinder Eddi seine Seifenblasenmaschine in Gang gesetzt? Mit diesem lustigen Bilderbuch können Kinder ab 2 Jahren selbst aktiv werden: Sie dürfen das Buch schütteln, schaukeln, darauf herumklopfen oder über seine Seiten pusten, je nachdem, was die kleine Geschichte verlangt. Ein Buch voller Überraschungen für jede Menge Spiel, Spaß und Spannung! (Text- und Coverrechte: Bassermann Verlag)


"Kitzel den Kakadu" ist bereits das dritte Mitmachbuch, das in dieser Reihe erschienen ist (und in der jedes Buch für sich alleine steht). Wir besitzen alle. Das allein spricht schon dafür, denn das Anschauen, Vorlesen und Agieren mit dem Buch ist ein großer Spaß, dazu später mehr. Für den Alltag mit kleinen Kindern ist auch "Kitzel den Kakadu" eine Bereicherung. Hier darf man mitmachen und aktiv werden ... und das völlig manuell, ohne Hilfsmittel oder digitale Medien.

Der stabile Pappumschlag ist auch für kleine Kinderhände sicher. Zwar sind die Innenseiten aus Papier, aber auch dieses ist so stabil, dass es einiges aushält. Meist wird man das Buch zu zweit anschauen, bzw. vorlesen. Doch für viele Aktionen darf das Buch vom zuhörenden Kind in die Hand genommen werden.
Auf jeweils zwei Doppelseiten wird eine kleine Geschichte erzählt. Erst folgt der Zustand (z. B. der Kakadu, der traurig auf einem Ast sitzt), dann die Aktion (z. B. der Kakadu wird gekitzelt und ist dann wieder fröhlich). Dieses Prinzip zieht sich durchs ganze Buch. Es darf gekitzelt, geschaukelt, gepustet, geklatscht, gerufen, geklopft, getippt und gestreichelt werden.

Sonntag, 11. April 2021

[Bilderbuch] "Ein Krokodil im Badesee?" von Karin Gruß und Dorota Wünsch

Aufruhr am Badesee - was ist da los?

"Krokodil im Badesee". Das kann nicht stimmen! Oder doch? Zwölf herrlich bunte Szenen erzählen von der großen Aufregung, die diese Schlagzeile anrichtet. Auf jedem Bild gibt es unglaublich viel zu suchen, zu entdecken und zu rätseln. Ein großer Spaß für kleine Spürnasen, die natürlich herausfinden, wer hinter der Geschichte steckt.

"Man darf nicht alles glauben, was behauptet wird!"
Dieses humorvolle Wimmelbilderbuch macht schon die Kleinen mit dieser Weisheit spielerisch vertraut. (Text- und Coverrechte: Mixtvision Verlag)


Das Bilderbuch "Ein Krokodil im Badesee?" hat hinter dem Titel ein Fragezeichen und macht schon damit deutlich, dass diese Aussage nicht unbedingt der Wahrheit entsprechend muss. Denn hier geht es, auf ganz lustige und spielerische Art und Weise, darum, dass man Dinge hinterfragen darf und soll. Dass nicht alles war ist, was erzählt und verbreitet wird. Autorin Karin Gruß hat sich für diese Geschichte tatsächlich von den Nachrichten um ein ausgebüxtes Krokodil inspirieren lassen und gemeinsam mit Illustratorin Dorota Wünsch ein spaßbringendes und sehr humorvolles Bilderbuch geschrieben. Außerdem gibt es darin bei jedem Anschauen oder Vorlesen etwas Neues zu entdecken.

Viele Badegäste haben sich am See eingefunden. Mit Badetuch, Luftmatratze und Radio sind sie angerückt, um einen schönen Badetag zu erleben. Doch was passiert hier? Plötzlich verschwinden Badehose, Gummiboot und Liegestuhl, kurz, alles, was diesen Tag perfekt machen soll. Schnell wird berichtet, dass ein Krokodil im Badesee haust und sich die Sachen geschnappt hat. Unruhe kommt auf, einige Badegäste möchten sogar nach Hause gehen. Ist wirklich ein Krokodil für das Verschwinden der Badeutensilien verantwortlich? Hier gilt es, genau hinzuschauen. Die Auflösung könnte dann überraschen.

Dienstag, 23. März 2021

[Bilderbuch] "Ein Fuchs namens Henry" von Margaret Sturton

Henry bewundert Füchse. Er bewundert sie so sehr, dass er am liebsten aussehen möchte wie einer. Aber Mama findet das gar nicht toll. Henry ist ein Hase, sagt sie jedenfalls. Und deswegen soll Henry sich auch wie ein richtiger Hase verhalten. Das Fell rot anmalen, Fuchsohren und einen Fuchsschwanz basteln, gar mit Füchsen spielen: Das gehört sicher nicht dazu.
Doch Henry kann kein Hase sein. Er fühlt sich nun mal wie ein Fuchs. Und Mama versteht: Das Wichtigste ist, dass es ihrem Henry gutgeht - ob Hase oder Fuchs, sie liebt ihren wunderbaren Henry genau so, wie er ist. (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Jeder Mensch ist einzigartig, und jeder Mensch ist sich seiner Identität am sichersten. Das gilt es nicht nur zu tolerieren, sondern auch zu respektieren, denn das Leben ist vielfältig und niemals einfarbig. Das können auch schon kleine Kinder verstehen, bzw. sind hier meist natürlich-unvoreingenommen, und es ist wunderbar, dass es Bilderbücher zu diesem Thema gibt. Ein besonders warmherziges, humorvolles, aber auch deutliches ist "Ein Fuchs namens Henry". Die 6-jährige Tochter ist davon so begeistert, dass es bei uns täglich auf dem Vorleseprogramm steht.

Henry lebt in einer Hasenfamilie. Aber Henry selbst bewundert Füchse. So sehr, dass er wie ein Fuchs aussehen möchte und am liebsten Fuchsspiele spielt. Er bastelt sich Fuchsohren und einen Fuchsschwanz - leider schneidet er diesen aus Mamas schönem Kleid aus. Seine Hasenmama ist davon so irritiert (und besorgt), dass sie Henry tagtäglich zurechtweist; er soll sich wie ein richtiger Hase verhalten. Darüber wird Henry immer trauriger und unglücklicher. Bis er damit herausplatzt wer er wirklich ist. Und das versteht dann auch seine Mama, denn Henry ist für sei ein allerliebstes Fuchskind.

Donnerstag, 4. Februar 2021

[Bilderbuch] "Jahrmarkt um Mitternacht" von Gideon Sterer

Es ist kurz vor Mitternacht: Schlüssel klappern, ein Auto fährt davon und im Dunkeln am Waldrand beobachten schon ungeduldige Augenpaare, wann es soweit ist für ihren Einsatz: Rapp Zapp! Und schon ist er wieder erleuchtet: der Jahrmarkt, den die Menschen gerade verlassen haben. Jetzt erobern Wildschwein, Fuchs und Hase Autoscooter, Riesenrad und Karussell. (Text- und Coverrechte: Bohem Press)


Auf den ersten Blick habe ich "Jahrmarkt um Mitternacht" bei den Weihnachtsbilderbüchern einsortiert. Vielleicht lag's am nostalgischen Karussell auf dem Cover oder der angedeuteten Beleuchtung? Aber da habe ich mich wohl vertan, denn "Jahrmarkt um Mitternacht" ist ein Bilderbuch fürs ganze Jahr. Und zudem ein sehr besonderes. Dazu gleich mehr. Es ist ein Bilderbuch über die Nacht und über Tiere. Hier wird Atmosphäre, sogar etwas (unheimliche) Spannung, großgeschrieben. Selbst Humor und überraschende Szenen sind enthalten. Und das alles kommt ohne Text aus ... und funktioniert allerbestens. Für uns ein perfektes Bilderbuch!

Versteckt zwischen Bäumen, schauen die Tiere zu, wie ein Jahrmarkt auf der Waldlichtung aufgebaut wird. Das bunte Treiben nimmt seinen Lauf, die Menschen haben Spaß und werden dabei natürlich von den Tieren beobachtet. Sie halten sich bereit. Und in der Nacht ... als der Jahrmarkt verlassen ist, der Nachtwächter alles verschlossen hat ... finden die Tiere einen Weg durch den Zaun. Sie schalten die Beleuchtung an und erleben unbekannte Freuden und Genüsse. Bis der Morgen graut. Dann geht es, inklusive aller Erlebnisse und so manchem Jahrmarkt-Mitbringsel, zurück in den Wald.

Mittwoch, 16. Dezember 2020

[Bilderbuch] "Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte" von Yuval Zommer

Eine kleine krumme Fichte steht im Wald zwischen all den anderen, großen und schönen Bäumen. Doch diese werden von den Menschen für Weihnachten gefällt. Muss die kleine Fichte nun für immer alleine sein? Herzerwärmend illustriert und berührend geschrieben. (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Zu Weihnachten gehört unbedingt ein Weihnachtsbaum dazu! Zumindest in unserer Familie, und ich denke, damit sind wir nicht alleine. Ganz unabhängig von der Bedeutung von Weihnachten, wurde diese Tradition gerne übernommen und ist nun nicht mehr wegzudenken. Das gemeinsame Schmücken und die Freude am leuchtenden Baum sind wichtig. Dafür darf das Tännchen ruhig auch etwas unregelmäßig gewachsen sein. Es gibt aber durchaus Bäume, die keiner haben will. Diese Erfahrung macht die kleine und krumme Fichte im Bilderbuch "Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte". Wie es ihr wohl damit geht?

Nicht nur beim Weihnachtsbaum streben die Menschen nach Perfektion. Das Weihnachtsfest soll glitzern und glänzen, alles muss passen und schön aussehen. Diese Erfahrung macht auch die Fichte, die etwas zu klein und auch recht krumm im Wald steht. Als dann Leute kommen, die einen Christbaum kaufen wollen, suchen sie sich nur die allerschönsten aus, und die kleine Fichte bleibt alleine auf der Lichtung stehen. Sie fragt sich, was nun aus ihr wird, wozu sie überhaupt gewachsen ist. Doch zum Glück gibt es die Waldtiere, die der kleinen Fichte eine große Freude machen. Sie fühlt sich nicht mehr alleine und weiß nun, wo ihr Platz ist.

Mittwoch, 18. November 2020

[Bilderbuch] "Schneeglück verschenken" von Heyjin Go

Das hat der Bär noch nie gesehen: 
Das Wunder fallender Schneeflocken. Lärm hat ihn aus dem Winterschlaf geweckt, verärgert ist er nach draußen gestapft. Und jetzt dieser Zauber! 
Er will das Schneeglück mit seinen Freunden teilen. Aber die zwei Girlitze sind in die Wärme gezogen. Was soll der Bär nun tun? Die Maus rät ihm, einen Schneemann zu bauen und diesen den Vögeln zu senden. 
Klar ist die Überraschung geschmolzen, bis sie ankommt. Aber die beiden Girlitze wissen sich zu helfen und freuen sich an dem Geschenk.  (Text- und Coverrechte: Atlantis)


Der Zauber des ersten Schnees ist jedes Jahr aufs Neue ein ganz besonderes Gefühl. Wer kennt es nicht? Wie schön wäre es, dieses Gefühl verschenken zu können. Und genau das ist das Ziel des Bären in "Schneeglück verschenken". Eine gute Idee, und ein ganz wunderbares und sehr eigenständig interpretiertes Bilderbuch zur Winterzeit.

Herr Bär hat seine Vogelfreunde, die Girlitze - eine Finkenart -, bis zum nächsten Frühjahr verabschiedet. Sie fliegen in ein warmes Land, während Herr Bär seinen Winterschlaf macht. Aus diesem wird er jedoch recht unsanft geweckt. Die Tiere des Waldes kommen aus ihren Höhlen, nachdem es tagelang geschneit hat, und vergnügen sich im Schnee. Zuerst ist Herr Bär etwas grummelig, doch dann bestaunt er den Schnee, das Wunder des Winters. Daran möchte er auch die Vögelchen in der Ferne teilhaben lassen. Gemeinsam mit den anderen Tieren baut Herr Bär einen Schneemann, den er den Girlitzen schickt. Doch das Geschenk kommt anders an als gedacht.

Mittwoch, 11. November 2020

[Bilderbuch] "Wenn es Winter wird im Wald" von Marion Dane Bauer

Es wird Winter im Wald. Die ersten Schneeflocken fallen vom Himmel, direkt auf die Nase vom Fuchs. Der Fuchs fragt sich, was Füchse eigentlich im Winter machen. Soll er in den Süden fliegen wie die Gänse? Aber er ist doch hier im Wald zu Hause. Soll er Vorräte sammeln wie das Eichhörnchen? Aber er mag doch gar keine Eicheln. Soll er Winterschlaf halten wie der große Bär? Aber er ist doch gar nicht müde.
Immer mehr Schneeflocken fallen und die Welt um den Fuchs wird ganz still. Da kommt plötzlich ein anderer Fuchs daher und der weiß, was Füchse im Winter machen ... tanzen! (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Pappbilderbücher sind perfekt für kleine Bilderbuchbetrachter*innen und Zuhörer*innen. Die Seiten sind stabil, Inhalt und Umfang übersichtlich. "Wenn es Winter wird im Wald" finden wir ganz wunderbar für die Übergangszeit vom Herbst zum Winter. Es ist wunderschön gezeichnet, herrlich erzählt und hat neben dem feinen Humor noch eine stimmungsvolle poetische Note. Ein Bilderbuch für alle Sinne, das ganz locker mit den "großen" mithalten kann.

Es ist Herbst. Als eine einzelne Schneeflocke vom Himmel schwebt und ganz sacht auf der Nase des Rotfuchses landet, erkennt dieser schnell, dass nun der Winter naht. Doch was soll er jetzt tun? Auf seinem Streifzug durch den Wald machen ihm verschiedene Tiere Vorschläge. Die Raupe meint, der Fuchs solle sich verpuppen, um im Frühling als Schmetterling zu erwachen. Das Eichhörnchen sagt ihm, er könnte Nüsse sammeln und sie verstecken. Oder soll er, wie die Gänse, nach Süden ziehen? Der Fuchs bemerkt schnell, dass nichts davon etwas für ihn ist. Und dann, als immer mehr Schneeflocken auf seiner Nase landen, trifft der Fuchs auf einen zweiten Rotfuchs. Gemeinsam tanzen sie durch den Winter.

Sonntag, 4. Oktober 2020

[Bilderbuch] "Nina und Jan: Wohin fährt die grüne Lok?" von Heather Amery

Lass die kleine Aufziehlok über die Fahrspuren in diesem Buch sausen und erwecke drei lustige Geschichten von Nina und Jan zum Leben. So kannst du die ganze Landschaft rund um den Apfelhof erkunden. Ein großer Spiel und Vorlesespaß! (Text- und Coverrechte: Usborne Verlag)


Die Nina und Jan-Reihe ist toll! Mit den beiden Kindern kann nämlich viel entdeckt und erlebt werden. Darum ist "Wohin fährt die grüne Lok?" auch kein reines Bilderbuch, ebenfalls nicht nur Sach- oder Spielbuch. Es ist eine Mischung aus allem. Damit, vor allem aber der Spieloption, begeistert es Kinder nachhaltig. Ein Buch, dass großen Spaß macht und bei dem man bei jeder Geschichte mitmachen kann.

Nina und Jan, die beiden Protagonisten und Identifikationsfiguren des Buches, leben mit ihren Eltern und dem Familienhund auf dem Apfelhof. In der Nähe ist auch ein Bahnhof, den die Kinder gerne besuchen. Hier arbeitet nicht nur ihre Mutter, vom Bahnhof aus geht es los zu neuen Abenteuern.
Nach dieser Einführung geht es dann tatsächlich los, denn "Wohin fährt die grüne Lok?" enthält drei Geschichten, in denen Nina und Jan etwas erleben. Natürlich etwas, das mit einer Zugfahrt zu tun hat. Sie machen zum Beispiel einen Kindergartenausflug mit einem alten Dampfzug, fahren mit der Eisenbahn zu einem Strandtag ans Meer oder nehmen ihren Hund mit in den Zug. Die Geschichten sind kurz und einfach erzählt, abwechslungsreich und mit ansprechenden Bildern und Illustrationen versehen.

Freitag, 25. September 2020

[Bilderbuch] "Die Waldlinge" von Maria Stalder

Wer kennt es nicht: Spielfiguren aus Kastanien, Tannenzapfen und Nüssen basteln. In Maria Stalders Bilderbuch heißen diese Figuren "Waldlinge". Sie bauen sich Hütten und die Eichhörnchen und Mäuse helfen ihnen dabei. Als der starke Birkenkerl dem kleinen Lärchenzapfen ein Brett wegnimmt, gibt es Zoff. Doch wie Kinder sich mal streiten und bald wieder versöhnen, gibt es auch bei den Waldlingen mal Zusammenprall, mal Zusammengehen. Am Schluss treffen sich aber alle beim Festessen. (Text- und Coverrechte: Atlantis)


Jedem Kind und jedem Erwachsenen sind sie schon begegnet; selbstgebastelte Figuren aus Naturmaterial. Tiere aus Kastanien oder Nüssen, Menschen aus Tannenzapfen und Holzstücken. Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt und der Anblick der fertigen Figuren ist allerliebst. Im Bilderbuch "Die Waldlinge" geht es genau um diese gebastelten Spielfiguren. Sie erleben hier ihre ganz eigene Geschichte, eine über Freundschaft, Streit und Hilfsbereitschaft.

Kinder haben Spielfiguren gebastelt. Da gibt es einen Hirsch, viele Nusslinge, Tannzapf und Zirbel, sowie den Birkenstamm Ragnar. Sie heißen Waldlinge und finden sich irgendwo draußen unter freien Himmel wieder. Und weil die Waldlinge von einem Regenguss überrascht werden, machen ihnen die Tiere des Waldes den Vorschlag, einen Unterstand zu bauen. Gesagt, getan. Alle packen mit an und zuerst läuft es prächtig. Bis Birkenstamm Ragnar dem kleinen Zapfen Zirbel ein Brett wegnimmt. Dann gibt es nämlich Streit. Zum Glück erkennen beide, dass sie mit gegenseitiger Hilfe am schnellsten zu ihrem Unterstand kommen. Und für den Streitgrund, das große Brett, gibt es eine viel bessere und wunderbare Verwendung.

Samstag, 19. September 2020

[Bilderbuch] "Nichts los im Wald" von Mireille Messier

"Papa, was machen die Tiere im Wald, während wir schlafen?"
"Die machen nichts Besonderes."

Nichts ist aber ganz schön viel. Während die Familie im Zelt schläft, schaukeln die Fledermäuse im BH, die Stachelschweine liefern sich aufregende Bürstenkämpfe und die Glühwürmchen feiern eine Party. Am nächsten Morgen staunen alle nicht schlecht, als sie das Chaos sehen. Weiß Papa vielleicht doch nicht alles? (Text- und Coverrechte: Mixtvision Verlag)


Während wir Menschen des Nachts (normalerweise) in unseren Betten schlafen, haben Waldtiere ihre Höhlen, Baue oder Nester, in denen sie sich zur Ruhe begeben ... oder? Diese Frage, gestellt von einem Kind, scheint einfach, die Antwort selbstverständlich. Und genau darum geht es in "Nichts los im Wald". Autorin Mireille Messier hat eine sehr humorvolle und allerliebste Geschichte geschrieben. Die Illustrationen von France Cormier sind superb und zum Brüllen komisch. Die Realität wird im Bilderbuch wohl nur teilweise abgebildet. Das macht die Geschichte zu einem lustig und besonderen (Vor-)Lesevergnügen.

Eine Familie plant einen Campingausflug in den Wald. Das Auto wird ausgeladen, das Zelt aufgebaut, die Vorräte und sonstiges Inventar verstaut. Alles ganz normal. Doch dann geht die Sonne unter, und nach ein paar gerösteten Marshmallows über der Feuerstelle geht die Familie schlafen. Eines der Kinder wird von einer ganz bestimmten Frage wachgehalten: Was machen die Tiere im Wald, während wir schlafen? Der Vater, wohl schon etwas müde, antwortet, dass Waldtiere nachts gar nichts Besonderes machen. Wie falsch er damit liegt, wird erst am nächsten Morgen klar.