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Montag, 24. Februar 2020

[Kinderbuch] "Silberflut: Das Geheimnis von Ray's Rock" von Alex Falkner

Pass auf! Denn die Silberflut erwischt auch dich!
Eddie und Milla und ihre fünf Mitschüler sind von der Zivilisation komplett abgeschnitten, kein Handy funktioniert mehr und von Hilfe keine Spur. Seltsame Dinge passieren auf der Insel. Pflanzen und Tiere wachsen übernatürlich schnell, ihre Vorräte werden geplündert ... Und als eine weitere Schülergruppe auftaucht, beginnt ein Wettlauf um die Rettung von der Insel - auf Leben und Tod. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag)


Als Kind, und wahrscheinlich auch heute, wäre es für mich eine der schrecklichsten Vorstellungen gewesen, alleine auf einer Insel festzusitzen und dort Situationen ausgesetzt zu sein, die mich körperlich und geistig überfordern. Doch genau so geht es einigen Kids aus "Silberflut: Das Geheimnis von Ray's Rock". Plötzlich sehen sie sich Ereignissen und Gefahren gegenüber, mit denen sie niemals gerechnet haben und die sie lösen müssen, um der Insel zu entkommen. Das birgt wirklich ganz viel Potenzial für aufregende Lesestunden. Was ist geschehen? Und wie kommen sie von der Insel weg?

Auf der Insel Ray's Rock werden Klassenfahrten der etwas anderen Art angeboten. Ein Camp-Abenteuer können die Kinder erleben und bei Schatzsuchen und Schnitzeljagden ihr Durchhaltevermögen trainieren, sowie Teamfähigkeit und Respekt lernen. Kein Wunder, dass auch konfliktbelastete, sogenannte "Problemkids", auf der Insel gefördert werden sollen. Auch die Schüler*innen der Klasse 7c der Humboldt-Gesamtschule stellen sich diesem Abenteuer, und es fängt auch ganz lustig an. Bis ein geheimnisvoller Nebel über die Insel braust und sich sieben Kinder plötzlich ganz alleine auf der Insel wiederfinden. Mittschüler*innen und Lehrer*innen sind verschwunden. Ab nun passieren seltsame Dinge: Pflanzen und Tiere wachsen rasend schnell und geheimnisvolle Lichter tanzen über die Insel. Das zusammengewürfelte Team aus sieben Schülerinnen und Schülern versucht alles, um von der unheimlichen Insel zu entkommen.

Aber dann ... passierte etwas total Merkwürdiges.
Eine seltsame silberne Nebelwelle rollte über die Insel und verschluckte alles. Wir hatten den silbern glitzernden Nebel von der Aussichtsplattform des Turms auf uns zurollen sehen. Er war aus dem Norden der Insel gekommen, wo das Wolfsrevier lag, und hatte mit rasender Geschwindigkeit alles unter sich begraben: den Wald, die grün bewachsenen Hügel, die schroffe Felsküste.
- S. 8

Mittwoch, 24. Oktober 2018

[Kinderbuch] "Simons kleine Lügen: Pudding in Not" von Joe Berger

Für Simon ist die Wahrheit ein komplizierter Elefant. Schwer, besorgniserregend und runzlig. Wenn er vor einem sitzt, dann kann man weder unter ihm durch noch über ihn drüber. Aber man kann um ihn herumkurven. Und nichts anderes macht Simon ... hier und da eine kleine Flunkerei, sehr zum Leidwesen seiner Familie. Aber steckt hinter Simons gelegentlicher Verzerrung der Wahrheit nicht noch mehr? (Text- und Coverrechte: Mixtvision Verlag)


Mit "Pudding in Not" startet die neue Reihe "Simons kleine Lügen". Comic-Romane kommen bei Kindern immer gut an. Mein Sohn (11) liest sie schon eine Weile sehr gerne, meine Tochter (9) hat sie ganz neu für sich entdeckt. "Simons kleine Lügen: Pudding in Not" ist das erst Buch, dass sich beide Kinder kurz nacheinander gesichert haben. Es wurde bei uns also bereits schon drei Mal gelesen: Mein Sohn hatte es an einem Nachmittag durch, meine Tochter hat es sich damit abends im Bett gemütlich gemacht ... und zuletzt war dann ich dran. Schön war's, und vor allem sooo lustig und komisch.

Simon sitzt am liebsten in seiner selbstgebauten Zimmerhöhle, um den "Belastungen eines modernen Neunjährigen zu entfliehen", wie er es selbst so schön ausdrückt. Zutritt haben nur sein bester Freund Karli und die Katze Pudding. Denn Simon nimmt es mit der Wahrheit nicht ganz so genau, kommt darum in viele unangenehme (und auch sehr komisch-lustige) Situationen. Seine größte Sorge gilt aber zur Zeit Klassenfiesling Peter, der alle anderen tyrannisiert. Zu Simons Leidwesen hat Peter auch noch jeden Tag einen saftig-leckeren Cheeseburger in seiner Tüte, während die Brotbox von Simon nur ein wenig reizvolles Mittagessen enthält. Aber vielleicht kann er sich solch einen Cheeseburger ja selbst vorlügen?

Montag, 24. Juli 2017

[Kinderbuch] "Der Zauberkaugummi: Hilfe, ich bin meine Lehrerin!" von Kristina Dunker

Was für ein verkorkster Tag: Zum Trost für ihr vergessenes Pausenbrot hat Mia einen Kaugummi (!) von ihrer Lehrerin (!!) bekommen und übt jetzt Blasenmachen mit Frau Strerup (!!!). Aber es kommt noch viel verrückter; denn eine geplatzte Kaugummiblase später steckt Mia plötzlich im Körper von Frau Strerup - und Frau Strerup steckt im Körper von Mia! Was Mia nun in Lehrerinnengestalt alles erlebt, wie die fiesen Knallbonbon-Brüder zahm werden, was eine experimentierfreudige Chemielehrerin mit der Sache zu tun hat, wie Mia mit einem verliebten Hausmeister fertig wird und wie zum Schluss ein Hund namens Humbug das Schulorchester rettet, ist so spannend und lustig, dass selbst dem Direktor glatt die Spucke wegbleibt ... (Text- und Coverrechte: Coppenrath Verlag)


Verwechslungsabenteuer sind ein großer Spaß für Kinder. Es gibt viele Bücher, aber auch Filme zu diesem Thema. Spielt die Geschichte dann auch noch während der Schulzeit, und wird die Rolle mit einer erwachsenen (Respekts)-Person getauscht, ist Lesespaß vorprogrammiert. In "Der Zauberkaugummi: Hilfe, ich bin meine Lehrerin!" tauscht Mia unfreiwillig den Körper mit ihrer Lehrerin Frau Strerup. Man kann sich vorstellen, zu was das führt. Was für ein Schlamassel!

Donnerstag, 2. März 2017

[Kinderbuch] "Club der Heldinnen: Entführung im Internat" von Nina Weger

Juhu, es geht los! Das neue Schuljahr auf dem Matilda Imperatrix, dem Internat für Mädchen mit außerordentlichen Fähigkeiten! Flo und Pina beratschlagen schon, wie sie die Geländespiele gewinnen und die beiden Oberzicken Cilly und Lilly abhängen. Doch dann kommt der große Schreck: Flos kleine Schwester Charly verschwindet spurlos! Flo verdächtigt sofort die Neue in ihrem Zimmer. War doch klar, dass diese Blanca ein dunkles Geheimnis verbirgt! Aber bald merken Flo und Pina, dass sie Charly nur mit Blancas Hilfe retten können. Denn gemeinsam sind die drei wirklich heldenhaft! (Text- und Coverrechte: Oetinger Verlag)


"Club der Heldinnen" ist eine neue Kinderbuchreihe für Mädchen. Eine Internatsgeschichte, bei der ich überzeugt bin, dass sie bei jungen Leserinnen gut ankommen wird. Die erste Geschichte, "Entführung im Internat" ist pfiffig und spannend. Mit den Figuren können sich Mädchen gut identifizieren, ganz im Sinne des Reihentitels. Die Aufmachung des Buches ist sehr ansprechend, und als toller Bonus sind dem Buch vier Club-Ausweise beigelegt. Wenn das nicht dazu animiert, einen eigenen Freundinnen-Club zu gründen ...

Dienstag, 21. Februar 2017

[Kinderbuch] "Mia voll verdoodelt: Krokodile lieben Fischstäbchen" von Knife & Packer

Irgendwas treibt Mia immer in die absurdesten Situationen. Stellt euch vor, sie ist umzingelt von Krokodilen, klammert sich an eine Aktentasche voller Fischstäbchen, trägt dabei eine Sumpfmonster-Maske und ihre Lehrerin ist gerade dabei, ihre Eltern anrufen! Klingt wie ein abgefahrener Traum? Nein, das ist Mias Leben: chaotisch, witzig und voller Überraschungen. Genau wie ihre lustigen Doodles, die sie in ihrem Tagebuch festhält! (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Als ich selbst noch ein Kind war (lange ist es her!) gab es entweder Kinderromane oder Comics. An Comicromane kann ich mich nicht erinnern. Dabei sind sie eine perfekte Ergänzung zum klassischen Kinderbuch, denn sie schließen die Lücke zwischen Comics und Büchern mit umfangreichem Text.

"Mia voll verdoodelt" ist eine neue Comicroman-Reihe. Die Hauptzielgruppe sind Mädchen, ab etwa 9 Jahren, die bei dieser Art von Büchern bisher immer ein wenig das Nachsehen hatten. Jetzt ist es aber so, dass mein 9-jähriger Sohn zwar gerne liest, sich dabei aber nicht besonders anstrengen möchte. Er bevorzugt tatsächlich die klassischen Comics, oder aber Kinderbücher mit wenig Text und vielen Bilder. Ich drückte ihm Mias erstes Abenteuer "Krokodile lieben Fischstäbchen" in die Hand, tatsächlich mit der Hoffnung, seine Leseinteressen zu vergrößern. Das Resultat: Ich sah ihn fast nur noch mit dem Buch in der Hand. Zielgruppe hin oder her, er hat es innerhalb kurzer Zeit verschlungen.

Montag, 16. Januar 2017

[Kinderbuch] "Die Schule der magischen Tiere" von Margit Auer

Diese Schule birgt ein Geheimnis: Wer Glück hat, findet hier den besten Freund, den es auf der Welt gibt. Ein magisches Tier, das sprechen kann!

Der schüchterne Benni ist aufgeregt. Ausgerechnet ER soll ein magisches Tier bekommen, einen besten Freund, der immer hilft und mit dem man sprechen kann! Aber statt des wilden Raubtieres, das sich Benni gewünscht hat, blinzelt ihn Henrietta, die Schildkröte, aus ihrem Käfig an.
Auch Ida hat ein magisches Tier bekommen. Ihr Fuchs Rabbat wird sofort ihr bester Freund! Endlich jemand zum Reden, über das ätzende Referat mit dem langweiligen Benni, über den coolen Jo, in den Ida ein KLITZEKLEINES bisschen verliebt ist. (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


"Die Schule der magischen Tiere" ist das erste von vielen Abenteuern dieser Reihe. Aufgrund einer persönlichen Empfehlung habe ich das Buch meinen beiden ältesten Kindern, 9 und 7 Jahre alt, vorgelesen. Meine Tochter ist ein Jahr unter dem empfohlenen Lesealter. Ein kleines bisschen Skepsis konnte ich mir nicht verkneifen, denn die Geschichte ist mit verschiedenen Sichtweisen und teilweisen Ortswechseln erzählt. Meine Skepsis war unbegründet. Beide Kinder waren sofort Feuer und Flamme. Das hielt sich bis zum Schluss.

Donnerstag, 22. September 2016

[Kinderbuch] "Pfeffer, Minze und das Schulgespenst" von Irmgard Kramer

Hallo, ich bin Pfeffer und bin gerade in die Schule gekommen. Meine Freunde Paula und Olli sind auch bei mir in der Klasse und wir haben die beste Lehrerin der Welt: die Minze. Wir haben schon ein paar Buchstaben gelernt und das ist echt gut, denn das Schulgespenst hat uns Briefe geschickt und wir konnten zurückschreiben! Aber das Gespenst ist selbst total faul und lässt jetzt die Minze die ganze Arbeit machen - deshalb haben wir uns ein paar Briefe geborgt und helfen ihr jetzt beim Antworten. Dabei haben wir etwas echt Spannendes herausgefunden und das möchte ich euch jetzt erzählen. (Text- und Coverrechte: Loewe Verlag)


Kinderbücher über die Schule sind toll! Besonders, weil sie für die Zielgruppe der Grundschulkinder hochaktuell und lebensnah sind. Pfeffers erstes Schulabenteuer kam pünktlich vor der Einschulung. Mit "Pfeffer, Minze und das Schulgespenst" erschien jetzt der zweite Band einer hoffentlich noch lange fortgeführten Reihe. Jedes Buch ist für sich abgeschlossen. Kinder freuen sich zwar immer über bekannte Charaktere, diese werden aber im zweiten Band so eingeführt, dass man jedes Buch auch eigenständig lesen kann.

Dienstag, 16. Februar 2016

[Kinderbuch] "Poppy Pym und der gestohlene Rubin" von Laura Wood

Willkommen in Poppys Welt! Hier gibt es Zuckerwatte und Popcorn zum Frühstück, einen zahmen Löwen namens Butterblume als besten Freund und Jonglieren und Seiltanz als Lieblingsfächer. So sieht Poppys Zirkusleben aus - bis kurz vor ihrem zwölften Geburtstag. Da nämlich kommt sie aufs Internat. Dort sorgt nicht nur Poppy, sondern auch eine ägyptische Ausstellung für Trubel. Denn auf einem geheimnisvollen Rubin soll ein böser Fluch lasten. Und mit einem Mal ist dieser Rubin auch noch wie vom Erdboden verschluckt! Poppy und ihre neuen Freunde wittern ein spannendes Abenteuer ... (Text-, Zitat- und Coverrechte: EGMONT Schneiderbuch)


Ein Reihenstart sowie Debütroman erregt sofort meine Aufmerksamkeit. Dass "Poppy Pym und der gestohlene Rubin" dann noch mit einem fröhliche bunten Cover daherkommt, tat sein Übriges. Jenseits bekannter Internatsgeschichten für junge Mädchen hat Poppy einige Besonderheiten aufzuweisen. Das Buch lebt von einer lustig-empfindsamen Protagonistin, einer herzlich-verrückten Familie und einer spannenden Schulstory.

Samstag, 6. September 2014

[Kinderbuch] "5 Sterne für Lola" von Isabel Abedi

In Lolas Leben wimmelt es vor Krisen. Mama hat eine Baby-Krise. Tante Lisbeth hat eine Verlobungs-Krise. Und Lolas beste Freundin Flo hat eine Enzo-Krise. (Das ist eine Krise, die man bekommt, wenn ein Pflegebruder einzieht, für den die Bezeichnung "schwer erziehbar" noch harmlos ist.) Aber die gefährlichste Krise von allen hat Lola selbst: eine Identitätskrise. Sie weiß einfach nicht, was sie nachts werden soll! Nachdem sie sich als Nonne (zu langweilig) und Totengräberin (zu traurig) versucht hat, bringt ihr der Schulalltag die rettende Idee. "Das perfekte Dinner" - so heißt das Projekt, für das sich Lola begeistert anmeldet. Ab sofort sind ihre Nächte gerettet, denn als berühmte Sterneköchin Cocada Delicada macht sie mit ihren magischen Gerichten die Welt glücklicher. Ob Lolas Leben in der Wirklichkeit aber auch krisensicher bleibt, das muss sich erst noch zeigen. (Text-, Bild- und Zitatquelle: Loewe Verlag)


Lola ist mittlerweile elfdreiviertel (!) und geht in die 5. Klasse. Ihre beste Freundin ist nach wie vor Flo, aber Lola ist gerade völlig durcheinander. Irgendwie vermisst sie ihren (jetzt leider platonischen) Freund Alex, der zur Zeit in Frankreich ist. Für ihre schlaflosen Nächte wollte Lola eine neue Traum-Identität finden, was aber auch nicht so recht klappte. Ihre Mama ist mit Baby-Bruder Leandro beschäftigt, und als eine unbekannte Freundin von Flos Mutter ihrer Sohn Enzo bei Familie Sommer "aussetzt" wird es richtig kompliziert. Kurz, Lola hat eine waschechte Identitätskrise. Aber Lola wäre nicht Lola, wenn sie die Dinge nicht auf ihre Weise lösen würde.

Ich hatte an einem Einzeltisch Platz genommen und fühlte mich wie eine heroische Heldin. (Meine Freundin sagt, heroische Heldin ist doppelt gemoppelt, weil heroisch auch heldenhaft heißt - aber genauso fühlte ich mich eben. Heroisch einsam und heldenhaft allein.) - Lola, S. 81

Nun ist Lola wieder ein Stück älter und "erwachsener" geworden. Das merkt man beim Lesen sofort. Der Schreibstil wurde dem Alter angepasst. Er ist immer noch einfach und gut verständlich, beinhaltet aber deutlich mehr Informationen und Handlung als beispielsweise im ersten Band. Das ist aber auch gut so, denn die Entwicklung von Lola soll ja nicht stehenbleiben, sondern, wie im echten Leben, weitergehen. Ich benötigte im ersten Kapitel etwas Zeit, um die vielen Informationen zu sortieren, war aber dann schnell mittendrin im aktuellen Lebensabschnitt von Lola. Das Lesen macht einfach Spaß. Und das Beste; auch wenn sich Lola, dem Alter entsprechend, weiterentwickelt hat, hat sie überhaupt nichts von ihrem gewinnenden Charme verloren. Lola bleibt Lola!

Die Beschreibungen von Lolas vielen Krisen ist humorvoll und augenzwinkernd, haben aber einen ersten Kern. Die Autorin zeigt auch hier, mit welchen Dingen sich Kinder gedanklich befassen. Und das sind einige! Es gibt Streit und Konkurrenz unter Klassenkameraden, traurige Freunde oder ungewöhnliche Situationen. Auch große Probleme, wie Mobbing unter Kindern, werden thematisiert. Es ist nicht verwunderlich, dass Lola sich an einer Stelle wünscht, wieder ein kleines Mädchen (wie ihre vierjährige Tante Lisbeth) zu sein.
Doch Lola kann immer auf ihrer Familie und ihre Freunde zählen, das macht auch dieses Buch so wertvoll und sicher. Die Familie ist zwar ganz schön crazy und entspricht nicht immer der Norm, macht mit den Kindern aber die tollsten Scherze mit und gibt Lola die Sicherheit, die sie als Elfjährige braucht. Das würdigt Lola, indem sie im Buch erzählt, wie sehr sie ihre Familie liebt.

"5 Sterne für Lola" ist turbulent-lustig, hat aber auch traurige Parts und regt Kinder zum Nachdenken an. Ich war an einer Stelle so gerührt, dass mir die Tränen in die Augen schossen, und das passiert bei Büchern, die viel Situationskomik enthalten, eher selten. Lola ist so ein hinreißendes Mädchen, ich würde sie am liebsten knuddeln. Auch dieser 8. Band ist in sich abgeschlossen und besitzt ein Ende, bei dem man zufrieden seufzend, und mit einem Lächeln im Gesicht, das Buch zuklappt.

Damaris sagt ...
Das war toll! Ich hatte hier wieder das unterhaltsamste Leseerlebnis, das man bei einem Kinderbuch haben kann. Zur humorvollen Grundstimmung war "5 Sterne für Lola" für mich aber auch sehr ernsthaft und ich war stellenweise wirklich ergriffen. Lola rührt hier nicht nur kräftig in den Töpfen, sondern auch in manchem Herz. Super!


Loewe Verlag 2013 - Band 8 - Hardcover, 320 Seiten - 12,95 € [D] - Illustrationen von Dagmar Henze - ab 9 Jahren

Freitag, 5. September 2014

[Kinderbuch] "Applaus für Lola" von Isabel Abedi

Lola ist Catgirl. Als megaberühmte Superheldin kämpft sie für das Gute, und als megaberühmter Filmstar begeistert sie alle Kinozuschauer. - Das passiert allerdings leider nur nachts, wenn Lola wieder nicht einschlafen kann. Tagsüber ist sie das Schneewittchen im Schultheaterstück. Der Weg zum Ruhm ist eben lang und hart. Doch dann werden Lola und ihre beste Freundin Flo von der Agentin einer Kinder-Casting-Agentur entdeckt und zu einem Vorsprechen für den Kinofilm "Draculas Töchter" eingeladen! Catgirl war gestern, jetzt sieht sich Lola schon als Vampir durch die Lüfte fliegen ... (Text-, Bild- und Zitatquelle: Loewe Verlag)


In Lolas aktueller Wenn-ich-nicht-einschlafen-kann-Fantasie ist sie Catgirl, die superberühmte und erfolgreiche Schauspielerin. Da passt es ganz gut, dass in Lolas Schule das Theaterstück "Schneewittchen" aufgeführt wird und Lola sich die Hauptrolle als Schneewittchen erkämpft. Fieberhaft überlegen sich alle Darsteller eine moderne, eigenen Interpretation des klassischen Märchens. Dabei ist Lola nicht ganz bei der Sache, denn plötzlich eröffnet sich ihr eine großartige Möglichkeit. Sie und ihre beste Freundin Flo machen Bekanntschaft mit einer echten Schauspielerin und werde zum Casting für einen echten Kinofilm eingeladen. Wer will sich da schon groß Gedanken über "Schneewittchen" machen? Das Casting läuft aber nicht ganz so, wie Lola sich das vorgestellt hat, ihre Freundschaft zu Flo wird auf eine harte Probe gestellt.

Meine Freundin sagt, manchmal ist das Leben eine schwarze Katze. Es schleicht sich unbemerkt an einen ran, fährt die Krallen aus und zerkratzt einem das Herz. - Lola, S. 11

Dieser, mittlerweile vierte Lola-Band, hat nichts von der Spritzigkeit und dem Elan der Reihe eingebüßt. Mit vielen witzigen Szenen wird eine realistische Rahmenhandlung unterlegt. Sei es der Sexualkundeunterricht, die Interpretation Lolas vierter Klasse von "Schneewittchen" (super!) oder Lolas unbeabsichtigte Streiche, die sie einem Filmteam spielt - der Spaß am Lesen geht hier nie verloren.

"Applaus für Lola" auch ein sehr ernsthaftes Buch. Hier wird Lola mit ihrer bisher härtesten persönlichen Charakterschmiede konfrontiert, der Eifersucht. Im aktuellen Lebensabschnitt der Viertklässlerin läuft nämlich im Moment fast nichts so, wie sie sich das vorstellt. Und ihrem Unmut macht Lola dann auch ganz schön oft Luft. Das lässt Lola zwar teilweise zickig erscheinen, aber auch hier hat es die Autorin hervorragend verstanden, Lolas Gefühle fast bildlich darzustellen. So lernt Lola, dass man nicht immer im Mittelpunkt stehen kann und auch mal hinter anderen Gleichaltrigen zurückbleiben wird. Natürlich ist Lola lernfähig (wenn auch hier durch harte Schule) und bleibt am Ende das sympathische Mädchen mit dem großen Herz.

Damaris sagt ...
Lola erhält von mir Applaus, gerade darum, weil ihr hier viele Stolpersteine in den Weg gelegt werden. Sie hat mit Eifersucht zu kämpfen, kommt mit ihren eigenen, schlechten Gedanken gar nicht klar und erkennt am Ende, dass ihr Freundschaft doch am meisten bedeutet. Lola kämpft gegen ihre schlechten Gefühle an und gewinnt. Sie erkennt, dass man anderen ihren Erfolg gönnen kann, ohne selbst im Mittelpunkt zu stehen. "Applaus für Lola" - Bravo, Lola!


Loewe Verlag 2006 - Band 4 - Hardcover, 264 Seiten - 12,95 € [D] - Illustrationen von Dagmar Henze - ab 9 Jahren

[Kinderbuch] "Lola macht Schlagzeilen" von Isabel Abedi

Ein Interview mit einer Fee? Nichts Besonderes für Lola! Zumindest nicht, wenn sie sich nachts in die berühmte Reporterin Lo. Ve. verwandelt. Klar, dass sie zusammen mit ihrer besten Freundin Flo auch die Titelgeschichte der Schülerzeitung übernimmt. Doch schnell stellen die beiden fest, dass es in Wirklichkeit gar nicht so einfach ist, aufregende und außergewöhnliche Ereignisse zu finden. Und ihre neuen Patenkinder aus der ersten Klasse sorgen zwar für jede Menge Trubel, sind für eine Schlagzeile aber rein gar nicht geeignet. Kurzerhand beschließt Lola, über die Ergreifung des gefährlichen Wasserpistolenbanditen zu berichten, der die Stadt seit Wochen in Atem hält. Dazu muss sie ihn allerdings erst einmal schnappen ... (Text-, Bild und Zitatquelle: Loewe Verlag)


Lola Veloso kommt in die vierte Klasse und findet das natürlich schrecklich aufregend (wie immer kribbelt ihrer Kopfhaut ganz dolle bei solch spannenden Ereignissen). Bei dieser Gelegenheit kann sie ihrer Klasse auch gleich erzählen, dass sie in den Ferien zu einer berühmten Reporterin geworden ist und sich LO.VE. nennt. Und als ernsthafte Reporterin macht sie sich natürlich sofort für eine Schülerzeitung stark, wobei sie ihr erstes Interview mit einer Elfe hier wohl nicht veröffentlichen kann. Aber egal, es gibt ja schließlich viel, das man auf die Titelseite der Schülerzeitung bringen kann. Genau das gestaltet sich dann für Lola und ihre Freundin Flo nicht ganz einfach, denn die beiden Mädchen möchten schon über etwas interessanteres als ihre "langweilige" Familie berichten. Über den Wasserpistolenbanditen zum Beispiel, der gerade Hamburg in helle Aufregung versetzt. Doch wie schnappt man den gefährlichen Kerl, wenn man nicht weiß, wo er sich herumtreibt?

Flo hat mal gesagt, das Leben ist ein Überraschungsei. Es macht kracks, und heraus kommt etwas, mit dem man nicht gerechnet hat. Manchmal was Gutes und manchmal was Schlechtes. - Lola, S. 48

In diesem Band hat sich Lola als nächtliche wenn-ich-nicht-einschlafen-kann-Identität nicht mehr die Sängerin Jacky Jones ausgedacht, sondern ist unter die "seriösen" Reporter gegangen. LO.VE., ihr Reporter-ich, sucht sich als Interviewpartnerin auch direkt eine kleine Fee aus. Und ich bekam das Grinsen wieder nicht aus dem Gesicht! Schon auf den ersten Seiten sprüht die Geschichte vor kindlichem Charme und Humor. Lolas Interviews ziehen sich durch das ganze Buch und sorgen für ständiges Schmunzeln.

Im zweiten Lola-Band lernt Lola Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung, wenn sie auf ihre zweijährige Tante Lisbeth aufpasst oder auch die Verantwortung für ein Erstklässler-Patenkind, dass alle Viertklässler bekommen. Lola muss in einer Projektgruppe der Schule zurechtkommen und dort bestimmt Aufgaben übernehmen. Dabei erfährt sie hautnah, dass auch weniger schöne Dinge passieren können, wenn man es mit der Verantwortung nicht so genau nimmt. Auch "Lola macht Schlagzeilen" enthält einen kleinen Lerneffekt. Dieser ist aber wieder sehr feinfühlig und humorvoll verpackt. Und wenn Lola mir in einer Überschrift verrät Mein Herz wird groß und weit (S. 36), geht auch mir zwangsläufig das Herz auf. Das Mädchen ist, gerade mit ihren ganzen Eigenheiten, rundum sympathisch!

Damaris meint ... 
"Lola macht Schlagzeilen" knüpft an den ersten Band an, hat aber eine ganz eigene Rahmenhandlung. Dadurch ist auch dieses Buch in sich abgeschlossen. Aber bereits nach der letzten Seite fängt man an, Lola zu vermissen. Das Mädchen ist wie dem normalen Leben entsprungen, sehr natürlich und trotzdem etwas ganz Besonderes. Gerade dieser Mix aus Schlagfertigkeit, kindlicher Lebensfreude und auch Sensibilität geben Lola ihren ganz eigenen Charme. Einziger Kritikpunkt: Das Buch ist viel zu kurz, man könnte ewig weiterlesen!


Loewe Verlag 2005 - Band 2 - Hardcover, 176 Seiten - 12,95 € [D] - Illustrationen von Dagmar Henze - ab 9 Jahren

[Kinderbuch] "Hier kommt Lola" von Isabel Abedi

Lola hat einen brasilianischen Vater, eine 80 Zentimeter große Tante und ein paar Millionen Fans, wenn sie sich nachts in die berühmte Sängerin Jacky Jones verwandelt. Was Lola nicht hat, ist eine beste Freundin – und die wünscht sie sich am allermeisten. Doch in Lolas neuer Schule gibt es nur diese komische Flo, die entsetzlich nach Fisch stinkt. Und Annalisa besucht sie augerechnet in dem Moment, als Lolas Vater splitterfasernackt und fuchsteufelswild durch die Wohnung stürmt, weil ihn seine Tochter versehentlich den ganzen Tag im Badezimmer eingesperrt hat. Klarer Fall: In Sachen Freundin muss sich Lola etwas anderes überlegen. So schickt sie ihren Herzenswunsch per Luftballon in den Himmel. Und bekommt eine geheimnisvolle Flaschenpost zurück ... (Text-, Bild und Zitatquelle: Loewe Verlag)


In diesem ersten Band der Lola-Reihe lernt man Lola erst mal sehr gut kennen. Darum erzählt sie einem auch einiges über sich und ihre Familie. Lola erzählt, dass sie neuneinhalb (!) Jahre alt ist und gerade ihren ersten Schultag (3. Klasse) auf einer neuen Schule in Hamburg hat. Lola stellt auch ihre Familie vor. Und dann erzählt sie auch noch, dass sie oft nicht schlafen kann. Um sich die Zeit bis zum Einschlafen zu vertreiben stellt sie sich vor, dass sie die berühmte 15-jährige Sängerin Jacky Jones (sprich: Dschäcki Dschohns) ist. Außerdem ist Lolas größter Wunsch, in ihrer neuen Klasse eine beste Freundin zu finden. Die Suche wird zum Abenteuer und für Lola kommt es natürlich anderes, wie sie sich das denkt.

[...] irgendwie kennt man die Menschen in Büchern ja auch, finde ich. Manchmal sorgar besser als die Menschen im richtigen Leben. - Lola, S. 22

Sobald Lola anfing zu erzählen, war sie mir direkt sympathisch. Da sie ihrer Geschichte in der Ich-Form erzählt, viele Dinge (auch geheime) aus ihrem Leben verrät, werden sich viele jüngere Leser schnell als Lolas Freunde oder Eingeweihte betrachten. Durch eine große Schrift und einen sehr einfachen und doch persönlich-lustigen Stil macht das Lesen unheimlichen Spaß.

Lola erzählt ihrer Geschichte wie aus dem Leben gegriffen. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt was sie denkt. Daraus ergeben sich herrlich komische und lustige Situationen. Ich habe in jedem Kapitel gekichert. Dieser ehrliche, ungekünstelte Humor ist klasse! Schon in diesem ersten Buch wird einem klar, dass Lola ein echtes Original ist, dabei aber Dinge erlebt, die jedem 9-jährigen Mädchen passieren könnten.
Aber Lola hat auch Ängste (dann kribbelt ihre Kopfhaut immer ganz doll), ist aufgeregt und macht sich Sorgen. Das zeigt sich daran, dass sie oft nicht einschlafen kann und über viele Dinge nachdenkt. Das ist wohl auch ein Grund, warum sich Lola so gerne gedanklich in Jacky Jones verwandelt.

In vielen Kinderbüchern werden Missstände der Gesellschaft aufgezeigt. Auch hier erzählt Lola, dass sie wegen eines Hautproblems ihres brasilianischen Vaters von einem kleinen Dorf nach Hamburg umziehen mussten. Das Hautproblem ist nicht etwa eine Allergie oder ein Ausschlag, sondern Fremdenfeindlichkeit und Beleidigungen. Lola erzählt diese Tatsache ganz natürlich, eine Belehrung erfolgt nicht. Die Missstände erkennt jeder Leser, jung und alt, auch ohne erhobenen Zeigefinger. Gerade das macht das Buch so wertvoll. Es ist nicht nur witzig, sondern auch authentisch. Denn ein Leben besteht nicht nur aus Friede, Freude, Eierkuchen. Wenn es dann noch so einfühlsam und humorvoll erzählt wird, wie Isabel Abedi Lola ihre Geschichte erzählen lässt, dann sollte das Buch in keinem Kinderregal fehlen.

Damaris sagt ...
"Hier kommt Lola!" ist ein toller Serienstart. Selten war mir ein Kind als Hauptcharakter so sympathisch. Lola ist taff, aber echt. Sie durchlebt Freude und Sorge genau wie jedes andere Kind. Dass ihr Alltag und ihrer Erzählungen dazu so herrlich humorvoll rüberkommen, macht Lola direkt zum Star (und das ganz ohne Jacky Jones). Empfehlenswert für Jung und Alt!


Loewe Verlag 2004 - Band 1 - Hardcover, 192 Seiten - 12,95 € [D] - Illustrationen von Dagmar Henze - ab 9 Jahren