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Sonntag, 1. März 2020

[Kinderbuch] "Tara und Tahnee: Verloren im Tal des Goldes" von Patrick Hertweck

Sierra Nevada, 1856. Mühsam kämpft sich Tahnee durch die Wildnis. Sie muss ihrem Vater helfen, der von Kopfgeldjägern gejagt wird. Immerzu denkt sie an das Versprechen, das sie ihm gegeben hat: Sie muss es schaffen, nach San Francisco zu kommen! Noch ahnt sie nicht, dass dort in einem herrschaftlichen Anwesen Tara lebt, mit der sie ein besonderes Schicksal verbindet ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: Thienemann Verlag)


Bei "Tara und Tahnee: Verloren im Tal des Goldes" reichte ein Blick. Danach war mir klar, dass ich dieses Buch lesen möchte. Das lag natürlich zuerst an der anziehenden und verheißungsvollen Optik. Der Illustrationsstil und der dazu passende lilafarbenen Buchschnitt sind fast schon zu schön für ein Kinderbuch. Gleich danach las ich die Buchbeschreibung. Bingo! Die Geschichte klang für mich nach einen waschechten, fast schon klassischen Abenteuerroman für mich und meine Tochter, die mit ihren 10 Jahren und ihrer Bücherliebe perfekt zur Zielgruppe passt. Patrick Hertwecks Einzelband hat uns nicht nur gefallen, er begeistert ab der ersten Seite mit viel Spannung und einer Ausführung, die fesselt, bis man das Buch am Ende zuklappt.

Ein paar Minuten darauf beobachtete sie, wie ein Mann in einem langen Mantel auf die Blockhütte zumarschierte und sein schnaubendes Pferd, das er am Zügel geführt hatte, am Pflock neben dem Eingang festband. Als er seine Sturmlaterne in die Höhe hob, sah Tahnee zwischen dem breitkrempigen Hut und dem schwarzen Tuch vor dem Mund des Reiters für einen Moment ein funkelndes Augenpaar aufblitzen.
Ihr lief ein Schauer über den Rücken. Ängstlich wich sie ein paar Schritte zurück. Sie Sekunden dehnten sich endlos, bis drei harte Schläge im Zimmer widerhallten.
- S. 9

Es ist die Zeit des Goldrauschs in Amerika. Die 11-jährige Tahnee wohnt mit ihrem Vater in einer kleinen Hütte. Sie wartet auf seine Rückkehr aus den Wäldern. Doch stattdessen taucht ein Fremder in der Hütte auf, ein Kopfgeldjäger, der Tahnees Vater jagt. Sie muss fliehen. Bald ganz auf sich alleine gestellt, hat sie ihrem Vater das Versprechen gegeben, sich nach San Francisco durchzuschlagen und dort einen bestimmten Mann zu finden. Mehr weiß Tahnee nicht. Auch nicht, dass bei diesem Mann Tara lebt, in deren Leben seltsame Dinge geschehen, denen sie auf den Grund gehen muss. Denn zwischen den Mädchen besteht eine Verbindung, obwohl sie nichts voneinander wissen.

Montag, 24. Februar 2020

[Kinderbuch] "Silberflut: Das Geheimnis von Ray's Rock" von Alex Falkner

Pass auf! Denn die Silberflut erwischt auch dich!
Eddie und Milla und ihre fünf Mitschüler sind von der Zivilisation komplett abgeschnitten, kein Handy funktioniert mehr und von Hilfe keine Spur. Seltsame Dinge passieren auf der Insel. Pflanzen und Tiere wachsen übernatürlich schnell, ihre Vorräte werden geplündert ... Und als eine weitere Schülergruppe auftaucht, beginnt ein Wettlauf um die Rettung von der Insel - auf Leben und Tod. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag)


Als Kind, und wahrscheinlich auch heute, wäre es für mich eine der schrecklichsten Vorstellungen gewesen, alleine auf einer Insel festzusitzen und dort Situationen ausgesetzt zu sein, die mich körperlich und geistig überfordern. Doch genau so geht es einigen Kids aus "Silberflut: Das Geheimnis von Ray's Rock". Plötzlich sehen sie sich Ereignissen und Gefahren gegenüber, mit denen sie niemals gerechnet haben und die sie lösen müssen, um der Insel zu entkommen. Das birgt wirklich ganz viel Potenzial für aufregende Lesestunden. Was ist geschehen? Und wie kommen sie von der Insel weg?

Auf der Insel Ray's Rock werden Klassenfahrten der etwas anderen Art angeboten. Ein Camp-Abenteuer können die Kinder erleben und bei Schatzsuchen und Schnitzeljagden ihr Durchhaltevermögen trainieren, sowie Teamfähigkeit und Respekt lernen. Kein Wunder, dass auch konfliktbelastete, sogenannte "Problemkids", auf der Insel gefördert werden sollen. Auch die Schüler*innen der Klasse 7c der Humboldt-Gesamtschule stellen sich diesem Abenteuer, und es fängt auch ganz lustig an. Bis ein geheimnisvoller Nebel über die Insel braust und sich sieben Kinder plötzlich ganz alleine auf der Insel wiederfinden. Mittschüler*innen und Lehrer*innen sind verschwunden. Ab nun passieren seltsame Dinge: Pflanzen und Tiere wachsen rasend schnell und geheimnisvolle Lichter tanzen über die Insel. Das zusammengewürfelte Team aus sieben Schülerinnen und Schülern versucht alles, um von der unheimlichen Insel zu entkommen.

Aber dann ... passierte etwas total Merkwürdiges.
Eine seltsame silberne Nebelwelle rollte über die Insel und verschluckte alles. Wir hatten den silbern glitzernden Nebel von der Aussichtsplattform des Turms auf uns zurollen sehen. Er war aus dem Norden der Insel gekommen, wo das Wolfsrevier lag, und hatte mit rasender Geschwindigkeit alles unter sich begraben: den Wald, die grün bewachsenen Hügel, die schroffe Felsküste.
- S. 8

Sonntag, 23. Februar 2020

[Sachbuch] "Das große Buch für Pferdefreunde" von Karolin Leszinski

Ein faszinierendes Sachbuch für alle, die Pferde lieben! Unterhaltsam und mit vielen spannenden Informationen gibt eine echte Pferdekennerin Einblick in die Welt der Pferde und des Reitsports: Was braucht ein Pferd, damit es ihm gut geht? Welche Pferderassen gibt es und wie unterscheiden sie sich? Und woran erkennt man eine gute Reitschule? Mit wunderschönen Illustrationen und einer spürbaren Leidenschaft für Pferde laden Autorin und Illustratorin junge Pferdefreunde ein, alles über Farben und Abzeichen, Pflege und Fütterung, Ausrüstung und Turniere zu erfahren. Mit umfangreichem Glossar und vielen nützlichen Detailzeichnungen. "Das große Buch für Pferdefreunde" - ein unverzichtbarer Begleiter für alle, denen Pferde am Herzen liegen. (Text- und Coverrechte: Coppenrath Verlag)


Viele Kinder träumen von einem eigenen Pferd oder Pony. Manchen kann dieser Wunsch erfüllt werden, für andere wird es ein ewiger Traum bleiben. Zum Glück gibt es viele Pferde(sach)bücher, mit denen es ein stückweit möglich ist, den Pferdetraum zu leben, aber vor allem, sich Wissen über diese wunderschönen und faszinierenden Tiere anzueignen. Ich selbst bin mit einer Vielzahl an Pferdesachbüchern aufgewachsen und konnte stundenlang darin schmökern, auch ohne ein eigenes Pferd zu besitzen. Dadurch baute ich mir als junges Mädchen ein Grundvertrauen auf, ebenso ein Grundwissen über das Pferdethema, zuerst auch ohne konkrete Praxis. "Das große Buch für Pferdefreunde" erschien ganz neu und ist ein besonders schönes Exemplar des Pferdesachbuchs. Meine Tochter (10) hat es die ganze Zeit über griffbereit, zeigt es mir oft und diskutiert mit mir über den Inhalt.

Schon im Inhaltsverzeichnis kann man es sehen; "Das große Buch für Pferdefreunde" ist in viele einzelne Kapitel unterteilt. 35, um genau zu sein. Am Ende folgt ein Glossar. Das Buch ist ziemlich umfassend, denn hier finden Pferdefreunde eine großen Rundumblick zum Thema. Über die Sprache und Geschichte der Pferde, bis hin zu Zucht, Rassen, Pflege und natürlich dem Reiten. Obwohl die Kapitel nicht allzu lang sind, sind sie erstaunlich informativ und fachlich absolut korrekt. Man merkt das Autorin Karolin Leszinski (Expertin und Redakteurin von Pferdefachzeitschriften) echte Ahnung auf diesem Gebiet mitbringt und Illustratorin Thea Roß dieses Wissen perfekt in ihren Bildern zum Ausdruck bringt.

Mittwoch, 19. Februar 2020

[Bilderbuch] "Maus und Eichhorn: Die große Reise ans Meer" von Kristina Andres

Vor ihrer Höhle steht eine Maus, schnuppert und lauscht in die Ferne. Sehen kann sie es nicht. Aber sie weiß, es ist das Meer, das sie riecht. Obwohl die Reise weit und gefährlich ist, macht die Maus sich, gefolgt vom Eichhorn, auf den Weg. Nach Tagen voller Abenteuer erreichen sie endlich das Meer. Doch schon bald schnuppert und lauscht die Maus in die Ferne. Das Eichhorn weiß, sie riecht den Wald und hört das Rauschen der Bäume, sehnt sich nach Moos und Pilzen ... Es zieht ein Tuch aus dem Sack: "Ich baue eine Windfalle! Damit wir nach Hause zurückkommen. Ich fange den Rückenwind für uns!"
Und die Maus denkt: "Das Eichhorn ist das Beste, was es auf der Welt gibt!" (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Viele Menschen reisen gerne, auch Kinder. Und so kann man sie gut nachvollziehen, die Sehnsucht nach einer Reise, am besten einer Reise zum Meer. Denn genau so geht es der Maus in "Maus und Eichhorn: Die große Reise ans Meer". Das Bilderbuch zeigt deutlich, was Fernweh ist, und dass man dem Ruf dieser Ferne unbedingt folgen sollte. Es gilt mutig zu sein und Abenteuer zu erleben. Doch die meisten Reisen sind nicht von Dauer, und am Ende wird klar, dass es zu Hause auch sehr schön ist.

In einer Höhle, unten im Baum, wohnt die Maus. Ein Stückchen darüber, oben im Baum, wohnt das Eichhorn. Die Maus sehnt sich nach dem Meer. Sie hat es zwar noch nie gesehen, aber sie weiß, dass es da ist. Sie weiß auch, eine Reise zum Meer ist weit und gefährlich. Aber der Gedanke daran lässt ihr keine Ruhe, und so packt sie alles zusammen und bricht auf. Das Eichhorn ist nicht ganz so mutig, lange denkt es über die Gefahren nach und darüber, wie man vom Meer aus wieder nach Hause kommen würde. Als das Eichhorn sich der Maus anschließen will, ist diese schon lange fort. Die Maus stellt sich auf eine unbekümmerte und freundliche Art und Weise allen Widrigkeiten, die auf der Reise warten. Als das Eichhorn die Maus einholt, reisen beide gemeinsam ans Meer. Sie haben eine gute Zeit dort. Doch als der Herbst näher rückt, sind sie sich sicher, dass sie nach Hause zurückkehren werden.