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Sonntag, 8. März 2020

[Bilderbuch] "Lotti und Dotti: Die schönsten Ferien der Welt" von Susan Niessen

Ferien bei Oma! Für Lotti ist das die allerschönste Zeit. In diesen Ferien aber passiert etwas Außergewöhnliches: Eines Morgens steht ein Pony in Omas Flur! Ob es sich verlaufen hat? Bestimmt kommt es vom Heitmannshof, meint Oma. Und richtig! Das Pony heißt Dotti, es büxt immer aus, wenn es ihm zu langweilig wird - und es langweilt sich oft! Gegen Langeweile kann man etwas tun, weiß Lotti. Zum Glück hat Oma einen riesigen Garten, in dem Lotti und Dotti herrlich spielen können ... Es werden die schönsten Ferien der Welt und am Ende wartet eine große Überraschung auf Lotti! (Text- und Coverrechte: Coppenrath Verlag)


Die meisten Bilderbücher sind illustriert, und ich finde es wunderbar, wenn neben den Autor*innen viele Illustrator*innen oder Grafiker*innen Kinderbüchern eine eigene Note verleihen und so zu echter Vielfalt beitragen. Einige Bilderbücher sind aber auch mit Fotografien gestaltet. Diese nehmen bei mir einen ganz besonderen Stellenwert ein. Geschichten mit Fotos zu unterlegen, machen diese Bilderbücher sehr charmant. Einen großen Anteil daran hat das schwarz-weiss fotografierte "Mein Esel Benjamin", das mich seit meiner Kindheit begleitet und schon immer begeisterte.
"Lotti & Dotti: Die schönsten Ferien der Welt" ist ein ganz neues Foto-Bilderbuch. Es ist wirklich allerliebst in seiner Ausführung und thematisiert den Traum vieler Kinder: Ferien mit einem Pony.

Lotti verbringt viel Zeit bei ihrer Oma. Dort hat sie sogar ein eigenes Zimmer. Aber in diesen Sommerferien darf Lotti zum ersten Mal zwei Wochen alleine bei Oma bleiben. Schließlich ist sie schon fünf Jahr alt. An einem Sonntagmorgen, Lotti ist schon früh wach, hört sie ein komisches Geräusch aus dem Flur. Und dort steht doch tatsächlich ein Pony. Ein echtes, sehr neugieriges Pony. Es heißt Dotti und stammt von einem nahegelegen Hof, von dem es öfter mal ausbüchst. Lotti darf sich während ihrer Ferien um Dotti kümmern. Gemeinsam erleben die beiden einen wunderschönen, abenteuerlichen und kuscheligen Sommer. Und nach diesen schönsten Ferien der Welt, wartet auf Lotti noch eine große Überraschung.

Donnerstag, 5. März 2020

[Bilderbuch] "Zitronenkind" von Nele Brönner

Die Zitronen am Baum sind reif und alle bester Laune. Nur das eine Zitronenkind Toni bleibt grün. Es hat seinen eigenen Kopf. Die Sicht vom Zitronenbaum aus genügt Toni. Wer will schon in die Welt hinaus? Aber dann hängt er ganz allein am Baum. Wird Toni den Sprung wagen? Ja, er tut es, und sein Mut wird belohnt.
Nele Brönner erzählt mit viel Humor eine Geschichte über das Wachsen und Reifen. Mit prägnantem Strich verleiht sie dem Zitronenkind seinen besonderen Charme. (Text- und Coverrechte: NordSüd Verlag)


"Zitronenkind" gehört zu den nicht alltäglichen Bilderbüchern, den besonderen. Thematisch nicht mal unbedingt, Kinderbücher übers Anderssein und Mut gibt es einige, dafür aber in Gestaltung und Ausführung. Ich habe bisher noch kein Kinderbuch in der Hand gehalten, in dem eine (grüne) Zitrone die Hauptrolle spielt. Und das ist wirklich spritzig-erfreulich.
Anders zu sein oder anders sein zu wollen ist legitim und verdient Respekt und Toleranz. Es gehört nämlich ganz schön viel Mut dazu, auch mal gegen der Strom zu schwimmen, den eigenen Weg zu gehen. Genau das erlebt Zitronenkind Toni. Und er erfährt, dass er für seine Entscheidungen einstehen kann, dass es für ihn einen Platz im Leben gibt.

In diesem Jahr trägt der Zitronenbaum besonders viele Früchte. Das macht ihn sehr stolz. Die Stimmung unter den kleinen Zitronen ist gut, denn sobald die Sonne scheint, werden sie nicht nur reif, sie freuen sich richtig auf das Gelbwerden und das Leben, das damit einhergeht. Sie möchten vom Baum hüpfen oder fallen, um von den Menschen eingesammelt und gebraucht zu werden. Nur Zitronenkind Toni ist genervt und eher sauer. Er möchte genau so bleiben wie er ist, nämlich grün und seidig. Als alle seine Geschwister vom Baum gehüpft sind, und ihre Bestimmung gefunden haben, beginnt Toni seine Entscheidung zu hinterfragen und sich Sorgen zu machen. Doch als Toni sich dann festlegt, findet auch er einen Weg, um glücklich zu sein.

Sonntag, 1. März 2020

[Kinderbuch] "Tara und Tahnee: Verloren im Tal des Goldes" von Patrick Hertweck

Sierra Nevada, 1856. Mühsam kämpft sich Tahnee durch die Wildnis. Sie muss ihrem Vater helfen, der von Kopfgeldjägern gejagt wird. Immerzu denkt sie an das Versprechen, das sie ihm gegeben hat: Sie muss es schaffen, nach San Francisco zu kommen! Noch ahnt sie nicht, dass dort in einem herrschaftlichen Anwesen Tara lebt, mit der sie ein besonderes Schicksal verbindet ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: Thienemann Verlag)


Bei "Tara und Tahnee: Verloren im Tal des Goldes" reichte ein Blick. Danach war mir klar, dass ich dieses Buch lesen möchte. Das lag natürlich zuerst an der anziehenden und verheißungsvollen Optik. Der Illustrationsstil und der dazu passende lilafarbenen Buchschnitt sind fast schon zu schön für ein Kinderbuch. Gleich danach las ich die Buchbeschreibung. Bingo! Die Geschichte klang für mich nach einen waschechten, fast schon klassischen Abenteuerroman für mich und meine Tochter, die mit ihren 10 Jahren und ihrer Bücherliebe perfekt zur Zielgruppe passt. Patrick Hertwecks Einzelband hat uns nicht nur gefallen, er begeistert ab der ersten Seite mit viel Spannung und einer Ausführung, die fesselt, bis man das Buch am Ende zuklappt.

Ein paar Minuten darauf beobachtete sie, wie ein Mann in einem langen Mantel auf die Blockhütte zumarschierte und sein schnaubendes Pferd, das er am Zügel geführt hatte, am Pflock neben dem Eingang festband. Als er seine Sturmlaterne in die Höhe hob, sah Tahnee zwischen dem breitkrempigen Hut und dem schwarzen Tuch vor dem Mund des Reiters für einen Moment ein funkelndes Augenpaar aufblitzen.
Ihr lief ein Schauer über den Rücken. Ängstlich wich sie ein paar Schritte zurück. Sie Sekunden dehnten sich endlos, bis drei harte Schläge im Zimmer widerhallten.
- S. 9

Es ist die Zeit des Goldrauschs in Amerika. Die 11-jährige Tahnee wohnt mit ihrem Vater in einer kleinen Hütte. Sie wartet auf seine Rückkehr aus den Wäldern. Doch stattdessen taucht ein Fremder in der Hütte auf, ein Kopfgeldjäger, der Tahnees Vater jagt. Sie muss fliehen. Bald ganz auf sich alleine gestellt, hat sie ihrem Vater das Versprechen gegeben, sich nach San Francisco durchzuschlagen und dort einen bestimmten Mann zu finden. Mehr weiß Tahnee nicht. Auch nicht, dass bei diesem Mann Tara lebt, in deren Leben seltsame Dinge geschehen, denen sie auf den Grund gehen muss. Denn zwischen den Mädchen besteht eine Verbindung, obwohl sie nichts voneinander wissen.

Montag, 24. Februar 2020

[Kinderbuch] "Silberflut: Das Geheimnis von Ray's Rock" von Alex Falkner

Pass auf! Denn die Silberflut erwischt auch dich!
Eddie und Milla und ihre fünf Mitschüler sind von der Zivilisation komplett abgeschnitten, kein Handy funktioniert mehr und von Hilfe keine Spur. Seltsame Dinge passieren auf der Insel. Pflanzen und Tiere wachsen übernatürlich schnell, ihre Vorräte werden geplündert ... Und als eine weitere Schülergruppe auftaucht, beginnt ein Wettlauf um die Rettung von der Insel - auf Leben und Tod. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Arena Verlag)


Als Kind, und wahrscheinlich auch heute, wäre es für mich eine der schrecklichsten Vorstellungen gewesen, alleine auf einer Insel festzusitzen und dort Situationen ausgesetzt zu sein, die mich körperlich und geistig überfordern. Doch genau so geht es einigen Kids aus "Silberflut: Das Geheimnis von Ray's Rock". Plötzlich sehen sie sich Ereignissen und Gefahren gegenüber, mit denen sie niemals gerechnet haben und die sie lösen müssen, um der Insel zu entkommen. Das birgt wirklich ganz viel Potenzial für aufregende Lesestunden. Was ist geschehen? Und wie kommen sie von der Insel weg?

Auf der Insel Ray's Rock werden Klassenfahrten der etwas anderen Art angeboten. Ein Camp-Abenteuer können die Kinder erleben und bei Schatzsuchen und Schnitzeljagden ihr Durchhaltevermögen trainieren, sowie Teamfähigkeit und Respekt lernen. Kein Wunder, dass auch konfliktbelastete, sogenannte "Problemkids", auf der Insel gefördert werden sollen. Auch die Schüler*innen der Klasse 7c der Humboldt-Gesamtschule stellen sich diesem Abenteuer, und es fängt auch ganz lustig an. Bis ein geheimnisvoller Nebel über die Insel braust und sich sieben Kinder plötzlich ganz alleine auf der Insel wiederfinden. Mittschüler*innen und Lehrer*innen sind verschwunden. Ab nun passieren seltsame Dinge: Pflanzen und Tiere wachsen rasend schnell und geheimnisvolle Lichter tanzen über die Insel. Das zusammengewürfelte Team aus sieben Schülerinnen und Schülern versucht alles, um von der unheimlichen Insel zu entkommen.

Aber dann ... passierte etwas total Merkwürdiges.
Eine seltsame silberne Nebelwelle rollte über die Insel und verschluckte alles. Wir hatten den silbern glitzernden Nebel von der Aussichtsplattform des Turms auf uns zurollen sehen. Er war aus dem Norden der Insel gekommen, wo das Wolfsrevier lag, und hatte mit rasender Geschwindigkeit alles unter sich begraben: den Wald, die grün bewachsenen Hügel, die schroffe Felsküste.
- S. 8