Dieser Kinder- und Bilderbuchblog wurde beendet. Schau dich jedoch gerne um! Infos dazu gibt es HIER.

Sonntag, 16. Januar 2022

[Kinderbuch] "Aribella und die Feuermaske" von Anna Hoghton

Als Aribella ihren besten Freund gegen einen frechen Fischerjungen verteidigen will, schießen Flammen aus ihren Fingern! Sie muss fliehen, ausgerechnet in der Nacht vor ihrem 13. Geburtstag. Die Stadtwache ist hinter ihr her, aber auch ein Mann mit einer Maske, die leuchtet wie die Sterne am Himmel. Er nimmt Aribella in seiner Gondel mit nach Venedig und führt sie in die Welt der Cannovacci ein - eine geheime Vereinigung von Magiern, die mit ihren Kräften die Stadt beschützen. Im Halb hier halb dort-Hotel findet sie Unterschlupf, einen zahmen Löwen und neue Freunde. Doch die Sicherheit trügt: Ein Blutmond erweckt dunkle Mächte und Aribella lernt schnell, dass nicht hinter jeder glitzernden Maske ein freundlicher Zauberer steckt ... (Text-, Zitat- und Coverrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Ich griff zum Buch "Aribella und die Feuermaske" weil es eine persönliche Empfehlung war, die mich sehr ansprach. Das Thema klang fantasievoll und spannend. So kam es auch und das Buch war ein Glücksgriff und wurde zum echten Leseabenteuer. Das Setting in Venedig, die magisch-phantastische Geschichte (bei der es manchmal ganz schön zur Sache geht) und die wunderbaren Charaktere, das alles sorgt garantiert dafür, dass junge Leser*innen ab 10 Jahren das Buch kaum zur Seite legen können. Diese Art von Geschichten macht mir wieder bewusst, warum das Lesen so großen Spaß macht und man dieses Gefühl unbedingt an Kinder weitergeben möchte.

"[...] Da war dieses Gefühl, das durch meinen Körper schoss." Aribella versuchte, sich zu erinnern, was genau geschehen war. "Und dann dieser stechende Schmerz in meinen Fingern. Plötzlich sprühten sie ... Funken ... winzige Flammen. Ich weiß, das klingt verrückt, aber ich schwöre dir, es ist die Wahrheit. [...]" - S. 27

Aribella fühlt sich meistens alleine und unwillkommen. Nach dem Tod ihrer Mutter ist ihr Vater in tiefer Trauer versunken, und von ihren Mitmenschen schlägt Aribella ein Gefühl der Ablehnung entgegen. Nur auf ihren besten (und einzigen) Freund Theo kann sich Aribella verlassen, weil er sich immer für sie einsetzt. Als kurz vor ihrem 13. Geburtstag plötzlich Flammen aus ihren Händen schießen, Aribella darum verfolgt und ihr Vater ins Gefängnis geworfen wird, nimmt sie ein Mann mit Maske mit ins Halb-hier-halb-da-Hotel. Für Aribella beginnt ein Abenteuer, wie sie es sich niemals hätte träumen lassen.

Sonntag, 9. Januar 2022

[Bilderbuch] "Maus und Eichhorn auf großer Winterreise" von Kristina Andres

Die Tage sind kurz geworden, die Nächte lang und kalt. Es ist Winterzeit. Und es hat geschneit. Eigentlich halten die kleinen Tiere in ihren Höhlen nun Ruhe, aber die Maus kann nicht ruhig dasitzen. Sie hat zwischen den Schneeflocken große Zacken entdeckt: die Berge. Jetzt kann sie an nichts anderes mehr denken. Sie will dorthin, auf die Gipfel steigen und die Welt von oben sehen. Das Eichhorn schraubt Kufen an den Karren und ihre Reise beginnt ... Dabei treffen sie auf die freundlichen Maulwurfs und einen einsamen Hund. Ob sie am Ende wieder gut in ihrem Zuhause, dem Wald, ankommen und sogar ein Zuhause für den Schlittenhund finden? (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Wir sind große Fans der Maus-und-Eichhorn-Geschichten, bzw. des ersten Bilderbuchs dieser beiden netten Protagonisten. Die stimmungsvolle Geschichte und Illustrationen, die schöner und liebevoller nicht sein könnten, machten das Buch zu einem Schatz. "Maus und Eichhorn auf großer Winterreise" war darum ein Muss für unser Kinderbuchregal. Wie erwartet ist das Bilderbuch wunderbar. Eine ebenfalls schön stimmungsvolle, leicht poetische Geschichte über Freundschaft, Mitmenschlichkeit, den Winter und (überraschenderweise) auch ein bisschen über Weihnachten.

Es ist Winter, und es schneit. Alle Tiere haben sich in ihre Höhlen und Schlupfwinkel verkrochen, nur die Maus ist aufgeregt. Denn für sie ist es der erste Winter und sie kann gar nicht aufhören zu staunen wie die Flocken vom Himmel fallen. Und dann hat sie in der Ferne auch noch schneebedeckte Berge entdeckt, die aussehen wie frisch geputzte Backenzähne. Die Maus will dorthin reisen. Kurzerhand baut das Eichhorn einen Schlitten, und die beiden ziehen los. Der Weg ist weit, aber es gibt freundliche Türen, hinter denen sich Maus und Eichhorn ausruhen und wärmen können. Und als sie sich auf dem Rückweg verirren, hilf ihnen ein ausgesetzter Hund, den niemand mehr haben will. Doch auch auf ihn wartet eine freundliche Tür, ein neues Zuhause.

Samstag, 1. Januar 2022

[Kinderbuch] "Das Pferd ist ein Hund" von Tamara Bach

Es ist Winter und so kalt, dass alle Schulen geschlossen werden. Erst kommt es Clara fast so vor wie ein langes Wochenende oder schneefrei. Aber schnell fühlt es sich gar nicht mehr lustig an. Wie gut, dass Claras kleine Schwester Luze einen unsichtbaren Hund hat, der für Aufregung sorgt. Und dann ist da ja noch Vincent, der schönste Junge der Welt, der zum Glück auch zu Hause bleiben muss. Vielleicht kann Clara ihn doch noch mit einem ihrer Witze zum Lachen bringen, wenn alle Aufgaben geschafft sind. (Text-, Zitat- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Bücher von Tamara Bach, egal ob aus Jugend- oder Kinderbuch, stehen auf meiner persönlichen Leseliste immer ganz weit oben. Die Autorin hat einen Stil, den ich nicht nur als einzigartig, speziell und besonders empfinde, mit dem ich mich zusätzlich, und ganz unbeeindruckt von der Altersempfehlung, sehr gut identifizieren kann. "Das Pferd ist ein Hund" ist das neueste Kinderbuch und wurde im Kalender dick vorgemerkt. Es passt perfekt in die Winterzeit und hat eine authentische Persönlichkeit, die ihresgleichen sucht. Toll!

[...] fünf Päckchen Brause (die hatte sie von Hotte fürs Briefwegbringen bekommen) gegen: einen Hund!
Mama hat gleich panisch geguckt, die kann Hunde nämlich nicht ausstehen. Und Gregor hat sich wild umgeschaut, wo denn dieser Hund ist, und ich eh.
"Ist der noch vor der Tür?", hab ich gefragt, aber Luze hat gesagt: "Quatsch, der ist doch schon hier, bei uns in der Küche!"
Aber da war kein Hund in der Küche.
"Der ist unsichtbar", hat Luze ganz leise gesagt, als wäre das ein Geheimnis. "Nur ich kann den sehen!" - S. 11

Seit ihr bester Freund umgezogen ist, geht es Claras kleiner Schwester Luze nicht mehr so gut, sie redet nicht mehr viel. Zum Glück wohnt die Familie in einem Haus, mit tollem Gemeinschaftssinn. Alle kennen sich, alle halten (meist) zusammenhalten. Und dann hat Luze plötzlich einen Hund, der Pferd heißt und den nur sie sehen kann. Als Clara und Luze schneefrei haben, weil es draußen bitterkalt ist, und nicht zur Schule können, hilft die Hausgemeinschaft bei der Versorgung der Kinder. Das ist ziemlich aufregend, manchmal auch gar nicht lustig. Luzes unsichtbarer Hund hilft den Kindern aus mancher Patsche, dann ist da noch Vincent, der schönste Junge der Welt, der leider nie lacht, nicht mal über Claras Witze.

Samstag, 11. Dezember 2021

[Kinderbuch] "Wir warten auf Weihnachten: mit den schönsten Wintergeschichten aus aller Welt" von Dawn Casey

Diese wunderschön gestaltete literarische Schatzkiste beherbergt 18 wärmende Geschichten, die vom Winter auf der ganzen Welt erzählen und uns die Wartezeit auf Weihnachten verkürzen. Die Geschichten, die die preisgekrönte Autorin Dawn Casey hier nacherzählt, kommen aus der ganzen Welt – von Norwegen, Grönland, Deutschland und England über Japan bis hin zu Polen, Griechenland, aus der Ukraine, Mexiko und aus Südafrika. Wir lesen von Bären und Hasen, Großmüttern und Göttinnen, Frost und Schnee, hohen Bergen und eiskalten Meeren, Königen und Prinzessinnen und von Menschen, die die Sprache der Tiere und die Stimmen des Windes verstehen und uns daran erinnern, dass jeden Tag Wunder passieren. (Text- und Coverrechte: Knesebeck Verlag)


Es ist altbekannt; die Advents- und Weihnachtszeit, der Winter generell, ist eine Zeit der Geschichten, des Vorlesens und Beisammenseins. Die Tage sind kürzer und schon am Nachmittag kann man es sich mit den Kindern (oder natürlich auch alleine) so richtig schön gemütlich machen. Vorlesegeschichten sind dafür ideal. Neu gefunden und entdeckt haben wir diese in diesem Jahr mit "Wir warten auf Weihnachten: mit den schönsten Wintergeschichten aus aller Welt". Die winter- und weihnachtlichen Geschichten sind wunderbar ... und die optische Gestaltung des Buches, die verschlägt uns regelrecht die Sprache. Es geht nicht besser, einfach stimmungsvoll-perfekt!

Ich komme nicht drumrum, ich muss bei diesem Geschichtenbuch mit einem Loblied für Aufmachung und Illustrationen beginnen. Hier stimmt alles und fügt sich zu einem wunderschön gestalteten Kunstwerk: Das Format, die Schriftarten, die Illustrationen und Bilder sind einzigartig passend, vom Einband, über die ersten Innenseiten, bis hin zu jeder einzelnen Geschichte.
Jede Geschichte startet über dem Titel mit einem Bild, das neugierig auf den Inhalt macht. Der Text wird dann mit passenden Illustrationen begleitet und am Ende gibt es ein oftmals ein seitenfüllendes Bild mit einer Szene aus der Geschichte. Illustratorin Zanna Goldhawk ist eine wahre Meisterin ihres Fachs. Hier kann man sich gar nicht sattsehen, und ich kann zurecht behaupten, dass dies eines der schönsten Geschichtenbücher ist, die wir bisher in den Händen hielten.

Sonntag, 5. Dezember 2021

[Kinderbuch] "Glückskekse im Advent" von Silke Wolfrum

Das ist wirklich der schlimmste 1. Advent, den Finja je erlebt hat! Kein Kranz und keine Plätzchen, außer den doofen Glückskeksen, die überall herumliegen, seit Papa diesen Auftrag angenommen hat: Er soll die Sprüche für Glückskekse schreiben, steht aber seit Tagen auf der Leitung. Und er bekommt nichts auf die Reihe, jetzt, wo Mama nach ihrer OP in der Reha ist. Es gibt nicht mal einen Adventskalender! Da erfindet Finja einfach die tollsten Geschenke, die darin sein könnten, um vor ihren Mitschülern das Gesicht zu wahren. Blöd nur, dass die irgendwann Beweise sehen wollen. Wie soll Finja da bloß wieder rauskommen? (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag)


Adventskalendergeschichten (bzw. Geschichten in 24 Kapiteln) gehören für uns zur Vorweihnachtszeit, genau wie auch der klassische Adventskalender für die Kinder. Allerdings muss ich zugeben, dass wir es kaum einhalten können, ab dem 1. Dezember täglich nur ein Kapitel pro Tag zu lesen. Manchmal hat man viel Zeit, manchmal weniger. "Glückskekse im Advent" ist so wunderbar, dass von den Töchtern jeweils mehr als ein Kapitel gewünscht wurde. Ich konnte das absolut nachvollziehen. So begleitete uns das tolle Adventskinderbuch durch die ersten Tage der Vorweihnachtszeit ... und hat diese humorvoll-besinnlich bereichert.

Mo sagt mit vollem Mund: "Ihr könntet einen Adventskranz kaufen gehen. Morgen ist der 2. Advent."
"Was!", schreit Papa. "Schon der zweite? O Mann, natürlich, das machen wir, wir kaufen einen Adventsdings, auf dem Weihnachtsmarkt. Was, Finja?
Und du bekommst tütenweise gebrannte Mandeln und ich keine einzige und Magenbrot und diese pappsüßen roten Äpfel und ich höchstens einen sauren Hering. Na, abgemacht?"
Da muss Finja doch ein kleines bisschen lächeln, obwohl sie eigentlich gar nicht will. - S. 51

So richtig glücklich ist Finja diesen Advent nicht. Ihre Mama, eine Sängerin, wurde an den Stimmbändern operiert, muss für eine ganze Weile ihre Stimme schonen, und ist darum zur Reha. Sie fehlt, weil sie nicht bei der Familie zu Hause ist. Alleine das ist für Finja schon traurig genug, und dazu will bei ihnen daheim keine richtige Vorweihnachtsstimmung aufkommen. Finja hat nicht mal einen Adventskalender, geschweige denn einen Kranz oder Weihnachtsdeko. Und weil alle Kinder in der Schule stolz ihre Adventskalender-Inhalte präsentieren, denkt sich Finja einfach welche aus, sie finjatisiert. Ihr Einfälle sind so besonders und abgefahren, dass ihre Mitschüler Beweise sehen wollen. Finja hat keine Ahnung, wie sie die Situation auflösen soll.

Sonntag, 14. November 2021

[Kinderbuch] "Mord im Gewächshaus: Ein Myrtle-Hardcastle-Krimi" von Elizabeth C. Bunce

Die zwölfjährige Myrtle Hardcastle ist eine leidenschaftliche Verfechterin der Gerechtigkeit und verfügt über eine höchst unkonventionelle Besessenheit von der Kriminalwissenschaft. Bewaffnet mit den Gesetzesbüchern ihres Vaters und dem Mikroskop ihrer Mutter studiert Myrtle Toxikologie, hält sich über die neuesten Entwicklungen in der Tatortanalyse auf dem Laufenden und beobachtet ihre Nachbarn in der ruhigen Kleinstadt Swinburne in England. Als ihre Nachbarin, eine wohlhabende Witwe und exzentrische Züchterin seltener Blumen, unter mysteriösen Umständen stirbt, ergreift Myrtle ihre Chance. Unterstützt von Miss Ada Judson, ihrer unerschütterlichen Gouvernante, will Myrtle den Mord an Miss Wodehouse beweisen und den Mörder finden, auch wenn ihr sonst niemand glaubt - noch nicht einmal ihr Vater, der Staatsanwalt der kleinen Stadt. Die viktorianischen Regeln für junge Damen aus gutem Hause reizt sie bei ihren Ermittlungen bis zum Äußersten aus, gerät mehr als einmal in brenzlige Situationen und weiß bald kaum mehr, wem sie eigentlich noch trauen kann. Doch dank ihrer Cleverness und nicht zuletzt mithilfe der Katze der ermordeten Nachbarin findet Myrtle schließlich entscheidende Hinweise ... (Text- und Cover- und Zitatrechte: Knesebeck Verlag)


Bücher mit Krimis für junge jugendliche Leser*innen haben sich im Kinderbuchsegment mittlerweile etabliert. Autoren und Autorinnen setzten hier auf historische Geschichten mit jungen Heldinnen, die mit viel Charme und Witz agieren und ermitteln. Gesellschaftliche Zwänge, Kinder- und Frauenrechte sind meist ein Nebenthema. Und obwohl der Aufbau dieser historischen Kinderkrimis ähnlich ist, hat doch jedes Buch etwas Eigenes, Spezielles, und ich persönlich freue mich über jede Neuerscheinung dieses Genres. "Mord im Gewächshaus" ist der Starttitel der Myrtle-Hardcastle-Krimireihe. Da der Detektivfall am Ende abgeschlossen ist, lässt sich das Buch auch gut als Einzelband lesen.

Dies war Miss Wodehouses Liliengarten.
Zumindest war er es gewesen. Etwas stimmte hier ganz und gar nicht. Obwohl mir wohl bewusst war, dass ich in diesem Teil des Gartens nichts zu suchen hatte, schüttelte ich Miss Judsons Hand ab und machte einen Schritt hinein, und noch einen, dorthin wo die weltberühmten Lilien wachsen sollten. Doch die Beete rings um mich herum waren leer, so karg wie im Winter.
Die Lilien waren fort. - S. 26/27

Elizabeth C. Bunce hält sich in ihrer Geschichte nicht mit langen Vorreden auf, sie steigt direkt in die Handlung ein. Die Bedingungen und Gegebenheiten rund um die gewiefte Myrtle und ihre taffe Gouvernante Miss Judson werden mit fortschreitender Lesezeit deutlich, und es bedarf einer kurzen Einlesezeit, bis man einen Überblick erlangt. Durch ihre Familie, Myrtles Vater ist Staatsanwalt, ihre Mutter studierte Medizin, bevor sie verstarb, wurden dem jungen Mädchen Neugierde und Scharfsinn praktisch in die Wiege gelegt. Und auch, wenn sich vieles, was sie anstellt für die damalige Zeit nicht gehört, ermittelt Myrtle im Mordfall ihrer Nachbarin Miss Wodehouse mit Herz und Verstand. Auch, wenn ihr ständig Steine in den Weg gelegt, und sie auf so manche falsche Fährte gelockt wird.

Freitag, 12. November 2021

[Bilderbuch] "Bruno: Kurze Geschichten für lange Nächte" von Serena Romanelli und Hans de Beer

Im Wald fällt der erste Schnee. Höchste Zeit für Bruno, zu Mama in die Bärenhöhle zu kommen und Winterschlaf zu halten. Doch ein so langer Schlaf braucht viel Stoff zum Träumen. Deshalb erzählt Mama Bär neun witzige Geschichten: vom Eichhörnchen Ikarus, das endlich einmal aufwärts fliegen will. Vom ängstlichen Hasen, der durch einen Trick von Mama Hase supermutig wird. Von einer modebewussten Pantherin und einem vegetarischen Krokodil.
Bei so vielen herzerwärmenden Geschichten schläft jedes Bärenkind wohlig-friedlich ein. (Text- und Coverrechte: NordSüd Verlag)


Ein Bilderbuch, bzw. ein Kinderbuch, das Hans de Beer illustriert hat, ist ein Muss in unserem Regal. Seine Bilder sind warmherzig, manchmal lustig und insgesamt wunderbar einzigartig. Genau so, wie man sich das bei einem Bilderbuch vorstellt. "Bruno: Kurze Geschichten für lange Nächte" verspricht auf den ersten Blick ein heimeliges Herbst- oder Winterlesen und gleichzeitig eine liebevolle Einschlafbegleitung. Ist dieses Cover nicht allerliebst? Der Gesamteindruck war für uns dann etwas anders, auch das (Vor-)Lesegefühl. Nicht schlecht, aber auch nicht unbedingt vereinnahmend.

Der Herbst ist da, und wenn man genau hinschaut, dann fallen manchmal auch schon die ersten Schneeflocken. Trotzdem findet der kleine Braunbär Bruno immer etwas zu tun. Selbst als seine Mama ihm sagt, dass es nun Zeit für den Winterschlaf ist. Weil Mama Bär dem kleinen Bruno zum Einschlafen viele Geschichten vorliest, huscht er sofort in sein Bett ... bis er im Frühjahr erwacht und die schönen Geschichten sofort seinen Freunden erzählen will.

Samstag, 6. November 2021

[Kinderbuch] "Vincent und das Großartigste Hotel der Welt" von Lisa Nicol

Wie Eiskugeln in der Waffel häufen sich in Vincents gewöhnlichem Leben die Überraschungen, als er zum Schuhputzer des Großartigsten Hotels der Welt gemacht wird. Wilder und fantastischer als jede afrikanische Savanne, Disneyland und Shangri-La zusammen lässt The Grand die aberwitzigsten Träume wahr werden. Doch Träume können überraschende Wendungen nehmen und bald ist Vincent hin- und hergerissen zwischen richtig und falsch, Freundschaft und Familie und den verlockendsten Wünschen. Und das, weil er plötzlich in die Zukunft schauen kann - was nicht immer ein Segen ist. (Text- und Coverrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Bücher, in denen es wunderlich und erstaunlich zugeht, die anders und besonders sind, die verschlingen wir meist am Stück. Das Lesegefühl ist aufregend und magisch, die Freude über ein Buch, das im Gedächtnis bleibt, groß. Bei "Vincent und das Großartigste Hotel der Welt" ist das ganz eindrücklich gelungen. Wenn dann auch noch Freundschaft und Familie an erster Stelle steht und einiges an Tiefsinn auf die junge Leserschaft wartet, dann wurde hier wohl vieles richtig gemacht.

Als Vincent elf Jahre alt ist, verstirbt sein Großvater. Er vermacht Vincent seine erfolgreiche Geschäftsidee, eine Schuhputzkiste ... und Vincent ist begeistert. Jetzt kann er sich sein eigenes Geschäft aufbauen und sich kleine Wünsche erfüllen. Zur gleichen Zeit sucht Florence, die schon in jungen Jahren das Großartigste Hotel der Welt leitet, einen Schuhputzer für die Hotelgäste. Kurzerhand wird Vincent eingestellt, der vor Arbeitsbeginn selbst Gast im Großartigsten Hotel der Welt sein darf. Was er dort erlebt, als Gast, Hotel-Schuhputzer und Freund von Florence, sprengt jede Vorstellungskraft. Vincent wird nicht nur in ein waschechtes Abenteuer gezogen, ihm wird bewusst, wie wichtig Familie, Freundschaft und Zusammenhalt ist.

Sonntag, 31. Oktober 2021

[Bilderbuch] "Was macht die kleine Gans im Herbst?" von Elli Woollard

Was nur soll die kleine Gans tun, jetzt wo der Herbst beginnt?
Als der Sommer in den Herbst übergeht, spürt die kleine Gans eine Veränderung in der Luft: Ein kühler Wind weht und die Blätter verfärben sich rot und goldgelb. Die kleine Gans ahnt, dass sie etwas Wichtiges zu tun hat - aber was? Die Biber hacken Holz, die Eichhörnchen lagern Nüsse in der Erde und die Bären sind damit beschäftigt, eine gemütliche Höhle zu bauen. Die tapfere kleine Gans versucht, mitzumachen, aber ohne großen Erfolg. Bis sie schließlich mutig feststellt, dass ihre Flügel nicht zum Holzhacken, zum Graben oder Bauen gemacht sind, sondern für etwas Großartiges: zum Fliegen ... (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Ich würde sagen, der Herbst übertrifft mit seiner Farbpalette jede andere Jahreszeit. Nicht umsonst gehört er zu unseren liebsten, lädt er doch zu Unternehmung im Freien, dem Basteln mit Naturmaterial, aber auch gemütlichen Stunden zu Hause ein. Ja, der Herbst hat etwas Wunderbares an sich. Das erfahren bereits Kinder mit allen Sinnen. Doch wie erleben eigentlich Tiere den Herbst? Insbesondere Vögel, die den Winter woanders verbringen? "Was macht die kleine Gans im Herbst?" thematisiert nicht nur das Leben von Zugvögeln, es ist gleichzeitig ein Bilderbuch über das Finden der eigenen Identität. Und das auf ganz allerliebste Art und Weise.

Ein Gänseküken wächst zu einer Graugans heran. Die Gans fühlt sich wohl und freut sich des Lebens, kurz, sie ist glücklich. Doch als kühlere Winde durch die Felder und Wälder streifen, die Blätter sich bunt färben, da empfindet die junge Graugans plötzlich einen Schmerz, ein Sehnen im Herzen, das sie nicht einordnen kann. Nur dass es wichtig ist, das weiß sie. Die Gans fragt verschiedene Tiere, was sie im Herbst machen und probiert deren Berichte auch gleich aus. Aber nichts will so richtig für sie funktionieren, sie fühlt sich hilflos und klein ... bis sie zum Himmel hinaufsieht und dort endlich ihre Bestimmung findet. Sie fliegt mit einem Gänseschwarm nach Süden, verspricht aber ihren tierischen Freunden, im nächsten Jahr wiederzukommen.

Samstag, 16. Oktober 2021

[Bilderbuch] "Unsere Grube" von Emma AdBåge

Es gibt keinen schöneren Platz zum Spielen als die große Grube. Da kann man alles spielen: Bärenmama, Einkaufen, Fangen, Verstecken - alles. Doch die Erwachsenen finden die Grube "gefährlich" und lassen sie zuschütten. Die Kinder sind stinksauer. Sie haben ihre eigenen Vorstellungen, was ihnen Spaß macht. Wie ernst es ihnen ist, sich ihren Spielplatz zurückzuerobern, ist einfach großartig. (Text- und Coverrechte: Beltz & Gelberg)


Das Spielen im Freien, im Wald, auf dem Feld, oder auch in einer Erdgrube, gehört wohl zu den schönsten Erlebnissen von Kindern. Und für mich zu den allerbesten Erinnerungen meiner Kindheit. Darum stach mir "Unsere Grube" auch sofort ins Auge. Die Geschichte, das Thema - ich kann es einfach so gut nachvollziehen. Da wäre zuerst die Sache des freien Spiels und die genialen Illustrationen dazu. Ganz wunderbar. Und dann noch die Tatsache, dass Erwartungen von Erwachsenen oftmals nicht sehr bedürfnisorientiert sind, wenn es um die Erfahrungen der Kinder geht. Das Bilderbuch ist nicht nur humorvoll-realistisch und zeigt die Bedürfnisse von Kindern damit ganz klar, es übt auch Kritik am Verhalten von Erwachsenen oder Eltern ... und stimmt damit sehr nachdenklich.

Hinter den Schulgebäuden, in einem kleinem Wäldchen, befindet sich eine Grube. Die Kinder nennen sie "unsere Grube" und spielen dort, wann immer es ihnen möglich ist. Sie können dort alles machen, alles sein, und es wird nie langweilig. Die Grube ist der Lieblingsspielort, das Highlight der Kinder. Leider mögen die Lehrer und Lehrerinnen die Grube nicht. Sie finden sie zu gefährlich, versuchen die Kinder sogar zu alternativen Spielen zu bewegen - erfolglos. Bis die Lehrerschaft beschließt, ein Grubenverbot auszusprechen und diese schlussendlich sogar zuzuschütten. Die Kinder sind traurig und entsetzt. Aber Kinder wären nicht Kinder, wenn sie nicht das Beste aus der Situation machen würden.

Donnerstag, 14. Oktober 2021

[Bilderbuch] "Ich bin aber noch kein bisschen müde" von Anu Stohner & Henrike Wilson

Jeden Abend das Gleiche: Papa und Mama Murmeltier geben sich alle Mühe: Sie lesen Geschichten, singen und kuscheln, doch Murmelchen ist kein bisschen müde! Ob vielleicht die weise Eule einen Rat hat? Oder die gemütlichen Bären? Deren Kinder schlafen ja sogar den ganzen Winter durch! Der gesamte Wald gibt Papa Murmeltier Tipps, doch keiner will so recht zum kleinen Murmel passen. Bis die beiden schließlich ihre ganz eigene Lösung finden. (Text- und Coverrechte: dtv Verlagsgesellschaft)


Ein großes Thema für Kinder und Familien ist das Einschlafen. Kinder müssen hier Vertrauen entwickeln und Sicherheit vermittelt bekommen. Darum ist eine liebevolle Einschlafbegleitung wichtig. Wie diese aussieht, bleibt natürlich jeder Mutter, jedem Vater selbst überlassen. Dass Bilderbücher zum Thema Schlaf auf Kinder eine direkte Einwirkung haben, glaube ich nicht. Ich denke, es ist eher die gemeinsame Zeit, das Ritual des Vorlesens, das hier helfen und begleiten kann. "Ich bin aber noch kein bisschen müde" ist ein wirklich herzlich und liebevolles Bilderbuch, das Kindern gut gefällt und Eltern auch mal schmunzeln lässt.

Mama und Papa Murmeltier brauchen Tipps zum Einschlafen. Ganz dringend. Denn jedes Mal, zur Schlafenszeit, egal was sie auch machen, ist das kleine Murmelchen nicht ins Bett zu bewegen, denn es ist nach eigener Aussage noch kein bisschen müde. Vielleicht weiß die kluge Eule ja Rat. Oder die schlauen Füchse und die verschlafenen Bären? Papa Murmeltier nimmt das kleine Murmelchen huckepack und macht sich auf den Weg durch den Wald. Die Einschlaftipps der Waldtiere sind für die Murmeltierfamilie jedoch schwierig. Doch als Murmelpapa mit Murmelchen zurückkommt, haben sie ein prima Einschlafrezept gefunden, das bei ihnen wunderbar funktioniert.

Montag, 4. Oktober 2021

[Bilderbuch] "Ein Tag mit Freunden" von Philip Waechter

Waschbär will Apfelkuchen backen. Doch weil er keine Eier hat, macht er sich auf den Weg zu Fuchs, der eine Leiter braucht. Sie spazieren zu Dachs. Der hat alles. Aber auch der benötigt Hilfe - von Bär. So ziehen sie zu viert (mit Krähe) weiter durch Wiesen, naschen Brombeeren und finden Bär mit der Angel am Bach. Poetisch, mit leichtem Federstrich erzählt Philip Waechter von fünf Freunden, die füreinander da sind, sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen und einen großartigen Tag miteinander verbringen. (Text- und Coverrechte: Beltz & Gelberg)


Für die meisten Kinder gehören Freunde zum Alltag. Sie begleiten und verstehen und unterstützen. Denn Freunde sind das Allerbeste auf der Welt und das Zusammensein mit ihnen ganz wunderbar. Vor allem, wenn das Treffen auch noch unverhofft und spontan geschieht. Das finden auch die fünf Freunde Waschbär, Fuchs, Dachs, Bär und Krähe. In "Ein Tag mit Freunden" erleben sie, dass ein Tag, der ganz anders verläuft, als er geplant war, ein guter Tag sein kann. Der beste, wenn man ihn mit seinen Freunden verbringt. 

Manchmal hat Waschbär Langeweile, wenn er so alleine zu Hause rumsitzt. Heute entschließt sich Waschbär, einen Apfelkuchen zu backen. Aber er hat keine Eier. Schnell geht er zu Fuchs, um sich Eier zu besorgen. Fuchs muss sein Dach reparieren, kommt aber nicht richtig ran. Die Freunde gehen zu Dachs, denn der hat bestimmt eine Leiter. Doch auch Dachs benötigt Hilfe ... von Bär. Und so verbringen die Freunde ganz unverhofft einen schönen Tag gemeinsam, den sie bis zum Abend ausdehnen. Am Ende sind sich alle einige: Was für ein toller Tag!

Sonntag, 19. September 2021

[Bilderbuch] "Valentins Wunderbaum" von Anna Schindler & Katrin Dageför

Valentin träumt.
Er erwacht und der Traum ist noch da. Was geschieht, wenn er ihn einfängt und einpflanzt? Aus der kleinen Traumbohne wächst ein riesengroßer Baum, in dem sich ein Aufzug befindet.
Valentin steigt ein.
Was er im Wunderbaum alles erlebt, davon erzählt diese Geschichte. (Text- und Coverrechte: EDITION PASTORPLATZ)


Als ich einen ersten Blick auf "Valentins Wunderbaum" warf, die ansprechende Covergestaltung auf mich wirken ließ, und die Beschreibung dazu las, hat es mich sofort vereinnahmt. Bilderbücher mit Traumgeschichten finde ich super. Sie regen die Fantasie an, entfliehen der Realität, und es ist einfach spannend zu sehen, was Kinder hier erleben. Und genau so sah es auch wohl unsere 6-Jährige. Beim Vorlesen war es mucksmäuschenstill, denn was Valentin in der Geschichte erlebt ist faszinierend und hat es ganz schön in sich. Dazu gleich mehr ...

Valentin träumt, und als er aufwacht, gelingt es ihm tatsächlich, den Traum einzufangen. Der sieht aus wie eine kleine Bohne, die Valentin auch sogleich einpflanzt. Aus der Bohne wächst ein Baum, ein Traum- oder Wunderbaum mit einem Aufzug. Valentin wagt es, er steigt ein, begleitet von seinen drei liebsten Kuschelfreunden (die ihm bei jedem Abenteuer zur Seite stehen). Der Aufzug bringt Valentin in verschiedene Stockwerke des Wunderbaums. Jedes hält eine Überraschung, ein Abenteuer oder einen weisen Ratschlag für ihn bereit. Aber eines ist sicher, Valentin wird seine Erlebnisse im Wunderbaum für immer bei sich tragen, genau wie das Säckchen Traumbohnen, das er am Ende in der Hosentasche findet.

Sonntag, 12. September 2021

[Bilderbuch] "Bär und das Murmeln im Wind" von Marianne Dubuc

Bär hatte ein schönes Haus. Er hatte gute Freunde und ein schönes Leben. Das war früher. Bevor das Murmeln im Wind alles veränderte. Es sagt ihm, dass er fort muss. Dass es Zeit ist aufzubrechen und etwas Neues auszuprobieren. Aber wohin wird der Wind ihn tragen? (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Ein geruhsames Leben macht glücklich. Ein Leben mit Altbekanntem, mit Ritualen und in vertrautem Umfeld. Doch manchmal meldet sich eine leise Stimme in einem, die sich Veränderung wünscht, die dazu ermutigt, neue Wege zu gehen und Vertrautes hinter sich zu lassen. Genau so ergeht es dem Bären in "Bär und das Murmeln im Wind". Selten haben wir ein Bilderbuch (vor)gelesen, dass dieses Thema so anschaulich und feinfühlig aufgreift. Und dazu die poetische Note, die ruhige Anmutung. Einfach toll!

Bär hat ein hübsches Haus. Er hat sogar einen Lieblingssessel, liebt Erdbeerkuchen und ist gerne mit seinen Freunden zusammen. Er fühlt sich wohl mit seinem Leben. Doch plötzlich vernimmt Bär dieses Murmeln im Wind, das ihn fortzieht von seinem Zuhause, fort vom Lieblingssessel und dem Erdbeerkuchen, der nun nicht mehr so lecker schmeckt. Da packt Bär seine Sachen zusammen und läuft einfach los, immer der Nase nach und diesem Murmeln, das ihn leitet. Er fühlt sich gut und frei, findet neue Freunde und Aufgaben. Doch manchmal ist Bär auch einsam, vermisst sein altes Leben. Bis er eine neuen Platz im Leben findet und kein Murmeln im Wind mehr hört.

Montag, 30. August 2021

[Bilderbuch] "Bär und Ente" von May Angeli

Ein furchtbarer Krach reißt den alten Bären aus seinem Winterschlaf. Brummelnd kriecht er aus seiner Höhle und entdeckt eine verletzte Ente. Er nimmt sie auf und kümmert sich liebevoll um sie. Aus dieser zufälligen Begegnung entsteht eine tiefe Verbindung. Doch eines Tages ist die Ente wieder gesund und fliegt davon - und der Bär bleibt allein zurück. Wird diese ungleiche Freundschaft die Zeit und Entfernung überdauern? (Text- und Coverrechte: Magellan Verlag)


Das Bilderbuch "Bär und Ente" von May Angeli stach mir sofort ins Auge, weil es auf den ersten Blick so schön "altmodisch" wirkt. Und das wird von mir komplett positiv assoziiert, denn damit hat es etwas Zeitloses, etwas Beständiges, etwas, das schon immer gut war. Auf Anhieb fallen mir drei Bilderbücher in unserem Regal ein, in denen es um eine Freundschaft zwischen einer Ente und einem Bären geht. Das funktioniert auch hier wunderbar. "Bär und Ente" ist schön und besonders. Die ruhig anmutende Geschichte hat Klasse. Und durch Optik und Sprache hebt sich das Bilderbuch eindeutig hervor. Für uns schon jetzt ein zeitloser Klassiker.

Als der Winter zu Ende geht, möchte die Ente auffliegen. Doch beim Losflattern bleibt sie mit den Füßen in einer Brombeerranke hängen. Sie landet in einem dichten Gestrüpp, aus dem sie sich selbst nicht befreien kann. Von dem Krach wird der Bär aus seinem Winterschlaf geweckt, er kriecht aus seiner Höhle um nachzusehen. Die Ente hat Angst vom Bären gefressen zu werden, doch der ist alt und hat daran kein Interesse. Er nimmt sich der Ente an, obwohl das für ihn einiges an Arbeit bedeutet. Die beiden werden Freunde. Als die Ente wieder ganz gesund ist, fliegt sie davon, verspricht aber, bald wiederzukommen. Der Bär vermisst die Ente und hält ein weiteres Mal Winterschlaf. Bis dann im Frühling eine Überraschung auf ihn wartet.

Samstag, 28. August 2021

[Bilderbuch] "Du, Papa ... Ist zehn viel?" von Sabine Bohlmann

"Ist zehn viel?" fragte der kleine Wolf seinen Papa.
"Kommt ganz drauf an", meinte daraufhin Papawolf. "Wollen zehn Ameisen eine Banane tragen, dann ist zehn wenig. Aber wenn zehn Affen eine Banane tragen, ist zehn ganz schön viel."
Viele Fragen weiter hat der kleine neugierige Wolf ganz schön viel von Papawolf gelernt. Bei vielen Fragen kommt es auf die Umstände an, die die Dinge ganz unterschiedlich beeinflussen und verändern können. Aber eine Sache verändert sich nie und da kommt es auf gar nichts drauf an: wie lieb Papawolf seinen kleinen Wolf hat! (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Es ist nicht ungewöhnlich (oder sollte es zumindest nicht sein), mit den eigenen Kindern Zeit zu verbringen. Denn das bringt schon der Alltag mit sich. Sich zusätzlich jedoch ganz bewusst Zeit zu nehmen, da zu sein, Fragen zu beantworten, etwas zu unternehmen, ... das ist immer wertvoll. Kinder orientieren sich an den Eltern, wollen Antworten, sehen sie als Vorbilder und sicheren Hafen. Im Bilderbuch "Du, Papa ... Ist zehn viel?" wird das auf sehr warmherzige und humorvoll-informative Art und Weise thematisiert.

Als der kleine Wolf mit seinem Papa im Wald spazieren geht, stellt er sich viele Fragen. Zum Beispiel, ob zehn viel ist, ob er schon groß ist, ob er schnell oder flauschig ist. Der Wolfspapa hat auf jede Frage eine Antwort, und der kleine Wolf lernt, dass man keine davon mit Ja oder Nein beantworten kann. Es kommt nämlich darauf an ... Zehn kann viel oder wenig sein, Größe ist immer relativ. Anhand von Beispielen erklärt das der Wolfspapa auch sehr lustig und so, dass es der kleine Wolf versteht. Es gibt nur eine Sache, bei der es nicht auf die Umstände oder die Sicht der Dinge ankommt. Egal wie das Leben ist, der kleine Wolf und sein Papa werden sich immer lieb haben.

Sonntag, 8. August 2021

[Kinderbuch] "Wird denn hier keiner wütend?" von Toon Tellegen

Zehn neue Geschichten über Wut, Zorn, Trotz und Ärger, über die kleine Wutköpfe schmunzeln können. Eines Tages stellt die Feuerkröte die Friedfertigkeit der Tiere auf die Probe: Sie zieht das Eichhörnchen an den Ohren und verdreht der Schnecke die Fühler. Ist ihr wehleidiges Gejammer überhaupt Wut? Und was ist mit dem zornigen Fluchen, wenn der Elefant dem Eichhörnchen beim Tanzen auf die Füße tritt? Was mit dem Ärger der Gottesanbeterin darüber, dass ihr Mantel zerrissen wurde? Ist es echte Wut, wenn der Schwan gekränkt die Party verlässt, weil der Frosch in die Geburtstagstorte springt? Ganz egal, findet die Ameise. Besser, als wütend zu sein, ist es doch, sich ins Gras zu legen und dem Plätschern des Flusses zu lauschen ... (Text- und Coverrechte: Carl Hanser Verlag)


Von allen Gefühlen, die auf Kinder einprasseln, ist die Wut wahrscheinlich am schwierigsten greifbar. Warum werde ich wütend? Warum ist die Wut schnell wieder vorbei oder dauert ziemlich lange an? Und warum ist die Wut manchmal ganz plötzlich da, ohne ersichtlichen Grund? Das sind nur wenige Fragen, die unbewusst in Kindern schlummern. "Wird denn hier keiner wütend?" ist ein Vorlesebuch für Kinder ab 6 Jahren, das sich anhand tierischer Beispiele diesem Thema widmet ... und das auf ganz unterschiedliche Art und Weise: lustig, tragisch, traurig, metaphorisch und komisch. Und vielleicht können Kinder am Ende ganz gut einordnen, was es denn nun auf sich hat mit der Wut.

In der ersten Geschichte klopft die Feuerkröte beim Igel an, der sie freundlich hereinbittet. Zu seinem schrecken, reißt ihm die Feuerkröte alle Stacheln aus dem Rücken. Der Igel ist wütend, doch das reicht der Feuerkröte nicht. Also geht sie zur Schnecke und verdreht ihr die Fühler. Auch deren Reaktion empfindet die Feuerkröte nicht als richtige Wut. So muss der Elefant sich mit einem Knoten im Rüssel auseinandersetzen, und so weiter und so fort. Alle Tiere sind furchtbar wütend auf die Feuerkröte, die jedoch ziemlich verzweifelt "Wird denn hier keiner wütend?" in den Wald ruft. Nun fragen sich wirklich alle Tiere, welche Art wütend zu sein von ihnen erwartet wurde, und was sie eigentlich ist, diese Wut.

Mittwoch, 7. Juli 2021

[Kinderbuch] "M.A.G.I.K.: Die Prinzessin ist los" von Tanja Voosen

Noch nie hat Nele den Job ihres Vaters als Agent eines magischen Schutzprogramms so sehr gehasst wie an dem Tag, als auf einmal Romy bei ihnen auftaucht. Sie ist nervig, unausstehlich und - eine waschechte Prinzessin aus dem magischen Königreich Marabel. Wegen großer Unruhen dort, schwebt die Königsfamilie in Gefahr und Romy muss sich bei Nele und ihrem Vater verstecken. Aber P wie Prinzessin? Wohl eher P wie peinlich! Denn Romy, die sich in der Schule als Neles Cousine ausgeben muss, weiß überhaupt nicht, wie man sich normal verhält. Und dann ist da noch Romys magische Gabe, die Nele in einen Schlamassel nach dem nächsten stürzt. Doch plötzlich ist es Romy, die in Schwierigkeiten steckt und eine wahre Freundin braucht ... (Text-, und Coverrechte: Arena Verlag)


Kinderbücher von Tanja Voosen sind für uns ein Highlight. Ihre Geschichten sind immer kreativ, freundschaftlich und herzlich. Außerdem verbindet die Autorin Spannung und Humor sehr gut. Da liest auch die 11-Jährige gerne ein Buch, das ab 9 Jahren empfohlen wird. So geschehen beim Start der neuen Kinderbuchreihe "M.A.G.I.K." (tolles Wortspiel!). "Die Prinzessin ist los" ist wahrlich zauberhaft und total lustig. Es hat uns beiden, Mutter und Tochter, tolle Lesestunden beschert. Und obwohl die über 200 Seiten eng bedruckt sind, war die Geschichte viel zu schnell vorbei. Es hätte gerne direkt weitergehen können. Zum Glück folgt Band 2 recht schnell.

Neles Vater hat fast nie Zeit für sie. Schließlich arbeitet er als Agent für das magische Schutzprogramm M.A.G.I.K. Doch jetzt platzt selbst Nele der Kragen, denn Romy, eine echte Prinzessin, benötigt Schutz und soll sich für eine Weile bei ihnen verstecken. Nele soll mit Romy alles teilen. Dabei würde sie viel lieber Fußball spielen und nicht die Babysitterin für eine Prinzessin. Und auch für Romy ist die Sache alles andere als leicht. Schließlich kommt sie aus einem magischen Königreich, sie weiß überhaupt nicht, wie "normal sein" funktioniert. Klar, dass hier ein Schlamassel zum nächsten führt.

Sonntag, 4. Juli 2021

[Kinderbuch] "Sommer auf Solupp" von Annika Scheffel

Irgendwo weit draußen, wie ein Klecks im Meer, liegt Solpp. Niemals hätte Mari gedacht, dass dieser Ort so viele Überraschungen bereithalten würde: Das Ferienhaus mit den geheimnisvollen Zimmern, die magischen Dunkelstunden, die Wildponys, der fremde Junge aus dem Meer. Und während sie sich noch über all die Rätsel wundern, stecken Mari und ihre Brüder schon mittendrin im schönsten Abenteuer, das man sich vorstellen kann. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Thienemann Verlag)


Der Sommer ist eine ganz besondere Zeit für Kinder. Mit dieser Jahreszeit werden lebenslange Erinnerungen verbunden. Ich erinnere mich heute noch ans damalige Eisessen, an Tage am See, Ausflüge oder Urlaube. Und sehr stark bleiben auch Sommerbücher im Gedächtnis, denn das Lesen, gerade das auf einem Badetuch oder im Urlaub, gehört hier einfach dazu. "Sommer auf Solupp" ist ein Kinderbuch, dass zum einen die Stimmung des Sommers perfekt einfängt, zum anderen mit einem großen Abenteuer aufwartet. Alleine schon das Gefühl, wenn man einen ersten Blick auf das Buch wirft, ist toll. Sehr schön, nicht nur für Kinder ab 10 Jahren.

[...] das Lächeln kommt einfach von selbst, weil die Sonne ihr ins Gesicht scheint und die Luft nach Salz riecht und Sonnencreme und Abenteuer, warm und weich und wunderbar. Und weil das Meer vor ihr glitzert wie verzaubert und der Himmel so blau ist, als hätte ihn sich jemand ausgedacht, und die Möwen so aufgeregt kreischen, als hätten sie eine wichtige Nachricht für Mari. - S. 5

Eigentlich hatte Mari überhaupt keine Lust, die sechswöchigen Sommerferien auf der winzigen Insel Solupp zu verbringen. Viel lieber wäre sie im Fussballcamp, das nun leider für sie ausfällt. Der Entschluss zum Inselurlaub wurde von Maris Mutter gefasst, weil in der Familie nichts mehr ist wie zuvor. Und Mari muss sich fügen. Doch nach der Ankunft auf Solupp erfährt Mari bald, das hier alles besonders ist. Nicht nur wunderschön, heimelig und voller Überraschungen, sondern auch geheimnisvoll und spannend. Das soll wohl tatsächlich ein Sommer werden, den Mari niemals vergisst.

Sonntag, 30. Mai 2021

[Bilderbuch] "Bestimmer sein: Wie Elvis die Demokratie erfand" von Katja Reider

Wer glaubt, die alten Griechen hätten die Demokratie erfunden, irrt gewaltig: Es war Erdmännchen Elvis! Wenn die Tiere im Dschungel aufeinandertreffen, kommt es immer wieder zu Streit. Wer hat gebrüllt, wer schnarcht zu laut, wer hat die Kokosnuss geklaut? Wer rückt dem andern auf die Pelle? Wer darf wann an die Wasserstelle? Wie lässt sich bloß Ruhe in die Tierwelt bringen? Für die Löwen ist das keine Frage, sie wollen Bestimmer sein, weil sie die Zähne fletschen können. Die Zebras rühmen sich dagegen als vegetarische Friedensstifter. Und die Elefanten sind sowieso die Größten. Wer soll also die Tierwelt anführen? Die zündende Idee hat schließlich ein kleines Erdmännchen namens Elvis. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag)


Demokratie einfach erklärt? Und das bereits für junge Kinder? Aber ja! Kleinen Kindern politische Grundlagen zu erklären, ihnen dieses Wissen einfach und gut verständlich zu vermitteln, halte ich für eine sehr gute Idee. Am Beispiel der Demokratie, eine der größten Errungenschaften unserer Geschichte, funktioniert das ausgezeichnet. Und was könnte das besser verdeutlichen, als Dschungeltiere, die den ganzen Tag streiten, bis sie entdecken, dass es auch anders geht? "Bestimmer sein: Wie Elvis die Demokratie erfand" ist ein Bilderbuch ab 4 Jahren, das wunderschön gestaltet und in lustiger Reimform Kindern Politikwissen vermittelt.

Wer fordert stets das Allerbeste?
Und wer kriegt immer nur die Reste?
Wer bringt hier endlich Ruhe rein?
Wer soll im Land Bestimmer sein? - S. 10

Im Dschungel ist es herrlich schön. Saftiges Grün, Wasser und Blumen - eine richtige Idylle. Doch leider trügt der erste Eindruck, so richtig vergnügt ist hier keines der vielen Dschungeltiere. Streit ist an der Tagesordnung. Wer bekommt am meisten zu fressen? Wer brüllt oder schnarcht zu laut? Es gibt nichts, das keinen Aufreger provoziert. Jedes der Tiere möchte Bestimmer sein und trägt vor, warum es dafür am besten geeignet ist. Irgendwann hat das Erdmännchen Elvis genug und macht den Tieren den Vorschlag Vertreter zu wählen, die Streitigkeiten für alle ausfechten, und darüber abzustimmen. Und damit ist der Weg frei für eine echte Demokratie im Dschungel ... mit viel mehr Harmonie als bisher.