Das ist wirklich der schlimmste 1. Advent, den Finja je erlebt hat! Kein Kranz und keine Plätzchen, außer den doofen Glückskeksen, die überall herumliegen, seit Papa diesen Auftrag angenommen hat: Er soll die Sprüche für Glückskekse schreiben, steht aber seit Tagen auf der Leitung. Und er bekommt nichts auf die Reihe, jetzt, wo Mama nach ihrer OP in der Reha ist. Es gibt nicht mal einen Adventskalender! Da erfindet Finja einfach die tollsten Geschenke, die darin sein könnten, um vor ihren Mitschülern das Gesicht zu wahren. Blöd nur, dass die irgendwann Beweise sehen wollen. Wie soll Finja da bloß wieder rauskommen? (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag)
Adventskalendergeschichten (bzw. Geschichten in 24 Kapiteln) gehören für uns zur Vorweihnachtszeit, genau wie auch der klassische Adventskalender für die Kinder. Allerdings muss ich zugeben, dass wir es kaum einhalten können, ab dem 1. Dezember täglich nur ein Kapitel pro Tag zu lesen. Manchmal hat man viel Zeit, manchmal weniger. "Glückskekse im Advent" ist so wunderbar, dass von den Töchtern jeweils mehr als ein Kapitel gewünscht wurde. Ich konnte das absolut nachvollziehen. So begleitete uns das tolle Adventskinderbuch durch die ersten Tage der Vorweihnachtszeit ... und hat diese humorvoll-besinnlich bereichert.
Mo sagt mit vollem Mund: "Ihr könntet einen Adventskranz kaufen gehen. Morgen ist der 2. Advent.""Was!", schreit Papa. "Schon der zweite? O Mann, natürlich, das machen wir, wir kaufen einen Adventsdings, auf dem Weihnachtsmarkt. Was, Finja?Und du bekommst tütenweise gebrannte Mandeln und ich keine einzige und Magenbrot und diese pappsüßen roten Äpfel und ich höchstens einen sauren Hering. Na, abgemacht?"Da muss Finja doch ein kleines bisschen lächeln, obwohl sie eigentlich gar nicht will. - S. 51
So richtig glücklich ist Finja diesen Advent nicht. Ihre Mama, eine Sängerin, wurde an den Stimmbändern operiert, muss für eine ganze Weile ihre Stimme schonen, und ist darum zur Reha. Sie fehlt, weil sie nicht bei der Familie zu Hause ist. Alleine das ist für Finja schon traurig genug, und dazu will bei ihnen daheim keine richtige Vorweihnachtsstimmung aufkommen. Finja hat nicht mal einen Adventskalender, geschweige denn einen Kranz oder Weihnachtsdeko. Und weil alle Kinder in der Schule stolz ihre Adventskalender-Inhalte präsentieren, denkt sich Finja einfach welche aus, sie finjatisiert. Ihr Einfälle sind so besonders und abgefahren, dass ihre Mitschüler Beweise sehen wollen. Finja hat keine Ahnung, wie sie die Situation auflösen soll.



